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Sex live im Radio

Nein, so harmlos wie auf dem Bild ist es nicht zugegangen, als eine Journalistin eine Dokumentationssendung aus einem Swinger Club aufnahm. Um die Sache realistischer zu gestalten, hatte sie dort selbst Sex und das kam natürlich auch über das Mikrofon:
https://web.de/magazine/panorama/sex-on-the-radio-daenische-reporterin-swingerclub-einsatz-35859628
Als uninteressierter Nicht-Zuhörer frage ich mich bloß: Wie lange dauert es nun, bis so etwas nicht nur im Radio, sondern live im Fernsehen kommt?
Dazu fällt mit ein, was ich als Bub in den Berichten über Entdeckungsreisen gelesen habe: Auf irgendeiner Südseeinsel wurde die Hochzeit so gefeiert, dass die Vereinigung des Brautpaars im Kreise der Feiernden stattfand. 

BR: Live aus dem Schlachthof

Die Sendung war ein „Muss“, als Ottfried Fischer sie moderierte. Sogar als er von seiner Krankheit gezeichnet war, war er immer noch besser als das Duo, das seine Nachfolge angetreten hat. Die Zwei haben eine Art zu reden, als wenn sie ein Kasperle-Theater für Kinder aufführen würden und alles ganz ganz deutlich betonen müssten. Unerträglich. Die Verantwortlichen sollten sich das zur Strafe zweimal hintereinander ansehen müssen.
Was mir bei dieser Sendung und anderen immer merkwürdig vorkommt, ist die besondere Betonung, dass es sich um eine Live-Sendung handele. Zunächst einmal habe ich Zweifel daran, dass dies stimmt. Aber dann frage ich mich, was das soll? Soll das eine Entschuldigung für die besonders missglückten Teile der Sendung sein oder ist man stolz darauf, das Ganze ohne Versprecher in den Kasten gebracht zu haben? Ich weiß es nicht.
Ich finde jedenfalls, dass Live-Sendungen zwar in seltenen Fällen angebracht sein mögen, im Normalfall aber nicht: Da erwartet man schon, dass ein(e) Cutter(in) sich darüber hermacht und den Leerlauf heraus schnipselt. So gesehen hat das Anpreisen einer Live-Sendung für mich eher den Klang von Sparprogramm.

Live-Sendungen, wieso eigentlich?

Oft hören wir bei Sendungen, dass es sich um Live-Übertragungen handeln soll. Natürlich müssen manche Ereignisse live übertragen werden, wie beispielsweise ein Fußballspiel. Ich frage mich aber, warum man auch reine Unterhaltungsshows live überträgt. Wenn ich das Wort „live“ höre, frage ich mich immer: Werde ich da belogen? Wollen uns die Produzenten der Sendung weismachen, dass sie fehlerfrei das hinkriegen, was andere nach mehreren Anläufen und vielen Schnitten schaffen?
Ich selbst war mal zufällig im Eisstadion Inzell, als dort eine Sendung aufgenommen wurde. Schon der Begrüßungsapplaus für den Moderator wurde x-mal wiederholt, bis das Klatschen und Grölen des Publikums endlich die gewünschte Lautstärke hatte. Und da wollen andere so etwas live hinkriegen? Da habe ich meine Zweifel.
Vielleicht täuschen ja manche Produzenten Live-Sendungen vor, um Kollegen zu ärgern, die Vergleichbares nicht zu Wege bringen, auch wenn sie gar nicht live senden. Womöglich soll der Ausdruck „live“ auch den Zuschauer veranlassen, über kleinere Mängel hinweg zu sehen.
Neulich habe ich die Kabarett-Sendung „Schlachthof“ gesehen. Sie wurde angeblich live übertragen. Wieso eigentlich? Was hat der Zuschauer davon, dass er so etwas angeblich unbearbeitet vorgesetzt bekommt? Wird vielleicht deshalb so gerne „live“ gesendet, weil sich der Sender die Kosten für die Bearbeitung erspart? Oder soll „live“ eventuelle Reklamationen durch die Politik verhindern, indem man sich darauf berufen kann, man habe ja dagegen nichts machen können, weil es eine Live-Sendung gewesen sei. So erspart man sich gerade bei Kabarett-Sendungen unangenehme Diskussionen.