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So weit ist es in Deutschland schon gekommen

Heino hat Ärger bekommen, als er einen „Deutschen Liederabend“ ankündigen wollte:
https://www.nachrichtenleicht.de/streit-um-heino-konzert.2045.de.html?dram:article_id=495735
So weit ist es nun schon in Deutschland gekommen, dass die Ankündigung eines „Deutschen Liederabends“ nicht mehr so einfach möglich ist, sondern Diskussionen über Deutschtümelei auslöst. 
Dasselbe ist es mit dem Wort „Vaterland“. Haben Sie je gehört, dass ein Politiker der Alten Parteien das Wort je in den Mund genommen hätte? Nein, man redet heute lieber von Heimat, um nicht in Verdacht zu kommen, rechtsextremem Gedankengut nahe zu stehen.
Wir können doch nicht alle Worte, die mal missbraucht wurden oder mit Missbräuchen in Verbindung stehen, aus dem allgemeinen Wortschatz streichen. Dann dürfte man ja auch „Kirche“ nicht mehr sagen.

Die neue Art, Weihnachten zu feiern

Weihnachten ohne Kirche?


Da habe ich gestaunt, als ich das in den Fernsehnachrichten sah: In mehreren großen Fußballarenen habe sich Zehntausende zusammen gefunden und Weihnachtslieder gesungen. Die Stadien waren bis zum letzten Platz gefüllt, obwohl ein beträchtliches Eintrittsgeld zu zahlen war. Und die Menschen kamen am Schluss der Veranstaltung begeistert heraus und sprachen von einem „tief berührenden Erlebnis“, das sie „aufgewühlt“ habe.
Ist das eine neue Art der Frömmigkeit, die neben den Kirchen entsteht oder sich gar von ihnen abwendet? Sind die mit Missbrauchskandalen belasteten Kirchen, die den Peterpfennig statt für Bedürftige für Luxusimmobilien in London ausgeben, noch die Orte. wo Menschen seelischen Halt suchen können?

Spitzenfernsehen im BR: Brettlspitzen


Das war eine Klasse-Sendung am Sonntagabend im BR: Brettlspitzen. Zur Erläuterung für Preußen: Ein Brettl ist eine Kleinkunst- bzw. Kabarett-Bühne. Und von dieser Bühne aus hörte man in der Sendung großartige Couplets, Chansons oder Derbbayerisches. Das war ein Mordsspaß. Haben wir gelacht! Hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung.

Ich habe dabei an Abende auf Berghütten vor einem halben Jahrhundert zurückdenken müssen, als dort noch abends gesungen wurde. Was hat man da alles hören können! Der Fredl Fesl, der selbst Hüttenwirt war, ist durch einige dieser alten Lieder bekannt geworden. Leider ist aber das meiste Liedgut verloren gegangen. Nicht mal im Internet findet man mehr was über „der Rosl ihr’n scharfen Urin“. Oder auch dieses herrliche Spottlied ist verloren gegangen, von dem ich nur noch zwei Zeilen weiß:
„Das ist’s, warum die Mädchen so gern beichten gehen,
Beim Pater Augustin, da ist’s besonders schön!“

Liederliche Lieder von früher

Mein Gott, was wurde doch früher nicht alles auf den Berghütten gesungen. Was war das für ein Spaß, wenn Leute aus den verschiedensten Gegenden kamen und ihre teils lustigen, teils aber auch wüsten Gesänge zum Besten gaben. Manchmal muss ich daran denken und jetzt habe ich mal danach gegoogelt. Leider war meine Ausbeute gering.
Das Lied von „der Rosl ihr’m scharfen Urin“, der sogar Stahlfedermatrazen zum Verrosten brachte, fehlt ganz im Internet. Schade – für immer verloren.
Auch das Lied,
„Warum die Mädchen so gern beichten geh’n
Beim Pater Augustin, da ist’s besonders schön…“
ist im Internet nicht zu finden. Da gibt es nur etwas Ähnliches, aber Harmloses in „Karmeliter – Lustige liederliche Lieder, Lumpenlieder“.
Ähnlich ist es auch mit dem „Räuberleben“. Davon gibt es nur diese gesoftete Version im Netz:
http://www.volksliederarchiv.de/text3134.html
Der Text, von dem ich von den vielen Strophen noch ein paar nach 50 Jahren in Erinnerung habe, lautete etwa so:
„Kann’s was schön’res geben,
Als das Räuberleben
In dem finstern, finstern, finstern Wald.
Da wird Schnaps gesoffen
Und ein Lied gepfoffen,
Dass es schaurig, schaurig, schaurig widerhallt.

Kann’s was schön’res geben,
Als das Räuberleben
In dem finstern, finstern, finstern Wald.
Kommt ’ne Staatskarosse
Aus dem nahen Schlosse
In den finstern, finstern, finstern Wald.
Die wird umgeschmissen
Und dann vollgeschissen,
In den finstern, finstern, finstern Wald.

Kann’s was schön’res geben,
Als das Räuberleben
In dem finstern, finstern, finstern Wald.
Kommt ein schönes Mädchen,
Aus dem nahen Städtchen
In den finstern, finstern, finstern Wald.
Die wird erst besichtigt,
Und dann notgezüchtigt,
In den finstern, finstern, finstern Wald.“

Ach, es gab so viele schaurige Lieder, die in Vergessenheit geraten sind. Die heutigen Gutmenschen würden solchen derben Späße wohl auch die rote Karte zeigen und sagen: „Über eine Vergewaltigung kann man doch keine Witze machen!“ Wahrscheinlich ist das so ähnlich wie mit den Mohammed-Karikaturen.
Aber wir damals waren halt noch „wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht“, wie es so schön in einem Lied heißt.