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Zukunft: Nun wird es eng!

Wir stoßen überall an unsere Grenzen: Schulen, Kindergärten, Straßen… müssten saniert werden, aber es fehlt an Geld. Nur ein Beispiel: Allein 1.004 Bahnbrücken sind nicht mehr zu sanieren und müssen mit einem Kostenaufwand von 7,3 Milliarden Euro erneuert werden. All das haben wir schon vor der Corona-Krise nicht geschafft. Und nun sollen wir auch noch die enormen Kosten für die Folgen der Krise stemmen. Wie soll das klappen? Und da will Söder noch die Steuern senken, anstatt die Superreichen ein wenig zur Kasse zu bitten. Aber die stehen als „Leistungsträger“ bei unseren Regierungen quasi unter Naturschutz, obwohl ihre Leistung oft nur darin besteht, ihr Geld anzulegen. Doch diese Anlagen erfolgen dort, wo sie am einträglichsten sind, und so fehlt dieses Geld da, wo es am nötigsten gebraucht wird.
Die finanzielle Klemme ist das eine, was wir nun immer stärker spüren werden.
Eine andere ist die „Welterschöpfung“: Die Rohstoffe gehen zur Neige. Und China, das fast schon ein Monopol  bei vielen davon besitzt, wird weniger exportieren, weil die eigene Wirtschaft wächst und darauf zurück greifen muss: Lithium, Magnesium, seltene Erden, Wolfram und bestimmte Metalle werden zur Mangelware und setzen unsere Industrie, die davon abhängig ist, unter Druck.
Auch der Boden wird immer knapper. Wir haben es durch Zubetonierung unserer Landschaft so weit gebracht, dass wir uns von unserem Boden nicht mehr ernähren können, während die voraus schauenden Chinesen Agrarflächen in Afrika und Südamerika gekauft und gepachtet haben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/11/der-kampf-um-den-boden/
Ja, in Zukunft könnte es eng werden! Wie schön war es doch früher:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Mehr Bescheidenheit brächte mehr Sicherheit. Aber unsere hemmungslose Geldgier hat uns in Abhängigkeiten geführt, die viele das Leben gekostet hat: Lebenswichtige Medikamente waren auf einmal nicht mehr lieferbar. Dasselbe gilt für Atemschutzmasken und Schutzkleidung.

Wie Bayern kaputt gemacht wird

039~1                                                                   Überdüngter Chiemsee


Die Zerstörung Nayerns habe ich ja schon in diesem Beitrag beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Nun hat ein Ländervergleich Schlimmes zutage gefördert: Bayern landet da bei auf den letzten Plätzen:

http://www.br.de/nachrichten/inhalt/mobilitaetsindex-bayern-106.html
Beim Flächenverbrauch liegt Bayern auf Platz 13 unter den 16 Bundesländern, beim Klimaschutz auf dem letzten Platz und bei der Luftqualität auf Platz 14.
Was den Flächenverbrauch angeht: Es entstehen immer mehr Gewerbegebiete. Jede Gemeinde kann solche Flächen ausweisen und davon wird eifrig Gebrauch gemacht, denn man will ja Gewerbesteuer kassieren. Manchmal wollen die Gemeinden das Gewerbegebiet nicht direkt im Ort haben. Daher wird es im Wald versteckt. Wenn man nun durch die Landschaft fährt, sieht man plötzlich im Wald ein Paketverteilungszentrum, um nur ein Beispiel zu nennen. Durch die Ausweisung der Gewerbegebiete sterben die Innenstädte aus, wie ich am Beispiel Traunstein mit erschütternden Bildern gezeigt habe:
https://autorenseite.wordpress.com/traunstein-geht-kaputt/
Auch zur Luftqualität in Bayern habe ich hier schon etliche Beiträge geschrieben. Manchmal denke ich, dass bei diesem Thema Betrug im Spiel ist: Man wirbt mit reiner Alpenluft, aber in Wirklichkeit ist es so, dass sich die schadstoffbelastete Luft an den Alpen staut. Und wenn von gesunder Landluft gesprochen wird, stinkt diese oft wegen der intensiven Düngung zum Himmel. Da wird gar nicht erst gemessen, denn dann würde ein Skandal zutage gefördert.

Österreich ist noch schlimmer

Ich habe auf meiner Web-Seite beschrieben, wie Bayern mehr und mehr kaputt gemacht wird:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Schauen Sie sich doch bitte dieses eindrucksvolle Bilderbuch einmal an!
Nun lese ich, dass es in Österreich noch schlimmer ist
In Österreich werden nämlich jährlich 0,5 Prozent der Agrarfläche verbaut, in Deutschland und der Schweiz sind es „nur“ je 0,25 Prozent. Der Vergleich zu Bayern sieht allerdings nicht mehr so spektakulär aus: In Österreich werden jährlich Flächen in einer Größe von 30 Fußballfeldern verbaut, in Bayern „nur“ 25.
Wenn man so alt ist wie ich, erinnert man sich oft an früher: Heute ist die Bundesstraße von Kufstein bis Innsbruck nahezu ganz verbaut – fast alles neu. Und wenn man früher von Kufstein nach St. Johann radelte, gab es neben den kleinen Dörfern ein Zementwerk und ein kleines Gasthaus: den Stanglwirt – sonst nichts. Heute ist die Gastwirtschaft allein schon ein Großunternehmen. Und nun stehen an der Straße ganze Massen von Häusern.

Wie sich die Zeiten ändern:

Als ich 1967 in den Raum Traunstein zog, suchte ich mir ein Baugrundstück. In Sichtweite der Autobahn zu bauen, war verboten, weil Oberbayern den Eindruck einer intakten Landschaft machen wollte: Potemkinsche Dörfer anderer Art also sollte man bei der Fahrt auf der Autobahn sehen können.Wie anders sieht es heute aus:

Energieacker

Interessant an dem Bild ist: Es ist ein Symbol dafür, dass sich die Nutzung des Bodens immer mehr verschiebt. Wo einst Nahrung gewonnen wurde, ist es nun die Energie. Vielleicht ist ja auch der Mais im Vordergrund des Bildes „Energiemais“, der zur Ölherstellung oder zum Verbrennen angebaut wurde.

Vergiften uns die Bauern?

Ich bin zeitweise auf einem Bauernhof aufgewachsen. Wie einfach war doch damals alles. Die Kühe weideten. Sie fraßen Gras und lieferten Milch. Ihre Exkremente wurden in der Jauchegrube gesammelt und dann als Dünger ausgestreut. Ein perfekter Kreislauf, der die Natur nicht schädigte. Und das Heu für den Winter lagerte im Heuboden.
Und heute? Alle Bauern in unserer Gegend bis auf einen lassen ihre Kühe im Stall – und das in Oberbayern! Auf den Wiesen sieht man also keine Kühe mehr, sondern die Bauern donnern mit ihrem monströsen Traktoren herum, um zu mähen und zu düngen. Sie verfüttern Gras, Mais und Kraftfutter und können dadurch mehr Kühe halten als früher. Weil jetzt viel mehr Gülle anfällt, muss die natürlich auf die Wiesen. Die sehen manchmal dadurch gar nicht mehr wie eine Wiese aus, sondern eher wie ein gepflügter Acker.
Düngen
Oft breitet sich nach dem Düngen ein bestialischer Gestank in der Gegend aus, den man manchmal sogar in der Wohnung riechen kann, denn die Häuser sind ja nicht luftdicht.
Und weil so stark gedüngt wird, gelangt auch zu viel Nitrat ins Grundwasser. Die Bauern vergiften unser Trinkwasser nicht nur mit Nitrat, sondern auch mit Glyphosat und Pestiziden und man unternimmt nichts dagegen, denn die Bauern genießen bei uns Vorrechte. So mussten wir von der EU ermahnt werden, die Nitratgrenzwerte einzuhalten, und weil das nichts genützt hat, wird es nun wohl zu einem Strafverfahren gegen unser Land kommen.
Die Folgen der Überdüngung sehen wir beispielsweise im Chiemsee. Das Algenwachstum hat so zugenommen, dass nun zwei Schiffe fahren müssen, um den Bewuchs unter Wasser abzumähen und zu entsorgen.
Es wird auch immer mehr Mais angebaut, inzwischen auf zweieinhalb Millionen Hektar, davon gehen 40 % in die Biogasproduktion. Viele Bauernhöfe werden dadurch zum Industriebetrieb. Der Mais hat zur Folge, dass man heutzutage vielfach nicht mehr den freien Blick in die Landschaft hat, sondern an grünen Wänden entlang fährt. Sehr hässlich sieht es aus, wenn man sie verwelken lässt, damit sie zur Energiegewinnung verwendet werden können. Aber auch wenn die Bauern keinen Mais anbauen, sondern Gras, verschandeln sie häufig die Landschaft, indem sie das gemähte Gras in Plastikballen auf den Wiesen herum liegen lassen. Und ich stelle mir vor, welche Massen an Plastikmüll bei dieser neuen Form der Landwirtschaft anfallen.
Nein, unsere Bauern sind nicht mehr wie früher die Bewahrer der Natur, sondern sie sind zu Ausbeutern geworden. Aber so läuft sowieso unser System. Warum sollten die Bauern da eine Ausnahme machen?
Wir sehen in der Landschaft keine bunten Blumenwiesen mehr und deshalb müssen viele Bienen verhungern.
Bayern geht immer mehr und immer schneller kaputt:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/

Bayern kaputt

Geht man auf die Seite des Landesamts für Umwelt in Bayern, um sich über den Flächenverbrauch in Bayern zu orientieren, dann liest man dort, dass täglich 17 Hektar zugebaut werden.
http://www.lfu.bayern.de/umweltqualitaet/umweltbewertung/ressourcen/flaechenverbrauch/index.htm
Das Landesamt ist aber nicht auf der Höhe der Zeit, denn in den Nachrichten wurde heute gemeldet, dass nun täglich 18,8 Hektar verbraucht werden. Das ist aufs Jahr gerechnet eine Fläche so groß wie Bamberg. 11,6 % der Fläche von Bayern sind schon bebaut. Mit immer scheußlicheren Bauten frisst sich Gewerbegebiet für Gewerbegebiet in die Landschaft.

Die Entwicklung verläuft offenbar so schnell, dass die zuständige Behörde gar nicht mehr mitkommt.
Man möchte meinen, dass sich der Trend irgendwann einmal umkehrt, denn es gibt ja immer mehr Flächen mit heruntergekommenen Gebäuden, die man durch neue ersetzen könnte. Aber es ist halt billiger, neu zu bauen, weil die Gemeinden Gewerbeflächen sehr günstig anbieten. Deshalb ist auch in den Gewerbegebieten zu beobachten, dass beim Flächenverbrauch nicht gespart wird: Statt dass man dichter, also auch höher baut, stellt man ein- bis zweigeschossige Geschäftshäuser in die Gegend. Und Tiefgaragen sind offenbar auch zu teuer. Deshalb legt man die Parkflächen in der Landschaft an. All das ist billiger als vernünftig zu bauen. Und beunruhigender ist, dass der Flächenverbrauch zunimmt. Ein jüngerer Mensch wird vielleicht fragen, wie wir denn früher überhaupt leben konnten ohne all diese Gewerbegebiete. Und dann würde ich antworten: „Es war alles besser. Wir kauften sogar damals unser ganzes Inventar in der Innenstadt, wo heute dunkle Fensterhöhlen an leeren Geschäften die Straßen verschandeln.“
Wenn man mit offenen Augen durch Bayern fährt, merkt man, dass die Landeshymne ihren Sinn verloren hat: Gott ist nicht mehr mit dir, du Land der Bayern!
Lesen Sie bitte auch „Bayern kaputt“!

Gewerbegebiet2

Geht Bayern kaputt?

Was gibt es doch für schöne Aussprüche über Bayern:

»Die Gegend hier ist göttlich«, schrieb Alexander von Humboldt am 4. Oktober 1792 aus Traunstein schwärmerisch einem Hamburger Freund und verglich die Chiemgauer Alpen, die für ihn scheinbar eine Offenbarung waren, mit Pyramiden.

Extra Bavariam non est vita et si est vita non est ita.“ Dieser alte Spruch besagt, dass es außerhalb Bayerns kein Leben gibt, und wenn doch, dann ist es eben kein richtiges.

Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land“, lautet ein viel zitierter Ausspruch von Ludwig Ganghofer.

Bayern ist die Vorstufe zum Paradies“ klingt auch nicht schlecht und ist der Wahlslogan der CSU.

All diese Aussprüche gelten natürlich heute auch noch, aber nicht mehr für das ganze Land. Immer mehr von der herrlichen Gegend wird zerstört. Schauen Sie sich das doch selbst an auf der Seite „Bayern kaputt“!

Konzeptlos in die Energiewende?

Wenn ich manchmal in Bayern in Gegenden komme, in denen ich lange nicht war, staune ich über die Veränderungen, die sich mir darbieten: Bei der Zugfahrt von München nach Augsburg blickte ich früher auf landwirtschaftlich genutzte Äcker. Die sind heute zu einem großen Teil mit Solaranlagen bestückt. Oder im Allgäu in der abgeschiedensten Gegend verschandeln auf einmal riesige Windräder die Landschaft.
Ich muss gestehen: Ich verstehe nicht viel von Energiegewinnung. Trotzdem mache ich mir so meine Gedanken: Brauchen wir die überall verstreuten Energiegewinnungsanlagen überhaupt? Wäre es nicht besser, große Anlagen, die die gesamte Energieversorgung übernehmen könnten, draußen im Meer zu bauen, wo sie höchstens ein paar Fischer stören? Dann könnte man die kleineren Anlagen, die die Landschaft verschandeln, gesetzlich verbieten.
Welcher Wandel in den Anschauungen stattgefunden hat, kann ich aus eigenem Erleben schildern: Ich habe mir vor mehr als 20 Jahren ein Energiesparhaus gebaut und auf der Garage Solarkollektoren aufgestellt. Ich hatte einen harten Kampf zu bestehen, um das durchzusetzen. Die Baubehörde befürchtete, dass die Kollektoren die Bergwanderer blenden könnten. Deshalb durfte der Solarkollektor nur 23° steil sein mit der Folge, dass die Wirkung natürlich geringer ist.
Heute kann jeder Solarzellen auf seinen Dächern anbringen und kein Mensch redet von Blendung.
Was mich aber jetzt an der Energiewende stört, ist dies:
Viele Dorfbilder sind hässlich geworden durch die vielen Solardächer. Hätte man nicht als Alternative für sensible Ortsbilder Solarziegel herstellen können, die vielleicht zwar weniger Energie spenden, dafür aber gut aussehen?
Und könnte man nicht statt der Riesenwindräder kleinere Anlagen vorschreiben, die sich wie die früheren Windmühlen besser in die Landschaft einpassen. So eine mittelgroße Zwischenlösung müsste doch auch möglich sein.
Ich glaube, Deutschland wäre ein vorbildliches Land für die Welt, wenn wir die Energiewende so schaffen würden, dass wir nicht überall die billigste Lösung wählen würden, sondern diejenige, die die Schönheit unseres Landes erhält.
Aber da sehe ich bei meinen Erfahrungen in Bayern schwarz, womit ich nicht die CSU meine, sondern den Pessimismus.