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„Studienabbrecher“ Kevin Kühnert

Ich hasse den Ausdruck „Studienabbrecher“. Damit sollen Menschen diffamiert werden, die kein Uni-Examen abgelegt haben. Gerade ist bei Web.de auch wieder vom Studienabbrecher Kühnert die Rede, wie man es auch aus Unionskreisen öfter gehört hat. Ich frage mich, was dieser Unsinn soll. Wenn jemand im Beruf seinen Mann steht, dann spielt es doch keine Rolle, ob er studiert hat, sein Studium abgebrochen oder vollendet hat.
Dazu fällt mir immer ein, was ein Professor uns Studenten erzählte: Er stammte aus einer alten Bremer Kaufmannsfamilie und sein Vater sagte zu ihm: „Dein Bruder ist der Gescheitere; der übernimmt das Geschäft. Und du musst studieren.“
Merkwürdig ist, dass die intelligentesten Menschen, die ich kenne, Studienabbrecher sind.
Nur zwei Beispiele: Einer hat keine Zeit mehr für die Uni gehabt, weil er ein IT-Unternehmen gegründet hat, mit dem er so reich geworden ist, dass er sich Wohnungen in Paris und London leisten konnte und sich mit 40 zur Ruhe gesetzt hat, um Biobauer zu werden.
Ein anderer hat ein bisschen Medizin studiert, und zwar nur so viel, wie er brauchte, um als erfolgreicher Heilpraktiker arbeiten zu können. Neulich kam er mit einer Aktentasche voll Geld aus Arabien zurück. Dort hatte er einen Scheich und sein Pferd behandelt. Bis dorthin hatte sich sein Ruf ausgebreitet. Auch dieser Studienabbrecher hat so viel Geld, dass er sich Immobilien in zwei Ländern kaufte und nun ebenfalls als Biobauer lebt.
Kurzum: Es sind nicht nur Versager, die kein Examen ablegen, sondern oft Menschen, die genau wissen, was sie wollen, und sicher sind, dass sie sich damit durchsetzen können. Sie brauchen kein Examen.

Gefährliche Äußerung von Kühnert

Kühnert sagte gerade, die Älteren sollten mehr Empathie für die Jugend aufbringen und toleranter sein gegenüber kleinen Gruppen im öffentlichen Raum. Dieser nebulöse Satz ist gefährlich, weil er von der Jugend so verstanden wir, dass sie die behördlichen Anordnungen nicht so genau nehmen müsse und dass sich die Alten nicht darüber aufregen sollen.
Er sagt ja nicht, was er unter kleinen Gruppen versteht und lässt sich damit die Tür offen, hinterher sagen zu können, so habe er das nicht gemeint. Wenige Worte hört man aus dem Munde der Politiker so oft wie das Wort „klar“. Diese Klarheit lässt Kühnert vermissen.
Für mich ist jedenfalls klar, dass Kühnert zum Gesetzesverstoß auffordert, denn man braucht von den Alten keine Empathie einzufordern, wenn die Jugend sich gesetzestreu verhält.

Braucht Merz (CDU) eine Therapie?


Die CDU beschimpft dauernd die Rechtspopulisten, womit sie die AfD meint. Sie sollte sich an die eigene Nase fassen: Schlimmeren Populismus als den, den ihr früherer Fraktionschef und jetziger „Hoffnungsträger“ Merz in Magdeburg von sich gegeben hat, gibt es wohl kaum. Er sagte über die SPD:

Sind die intellektuell und geistig noch dabei? Oder lassen die sich von einem Dauerstudenten, der noch nie in seinem Leben Geld verdient hat, auf der Nase herumtanzen?“ Die SPD entwickele sich gegenwärtig zu einer „Selbsthilfegruppe Kevin Kühnert.“

Arroganter und dümmer geht es wohl nicht. Diffamierend und falsch ist es sicherlich, wenn Merz behauptet, Kühnert habe noch nie in seinem Leben Geld verdient. Von was sollte er denn leben?
Anscheinend hat Merz es immer noch nicht verdaut, dass er einmal der Kanzlerin unterlegen ist. Wenn er von einer Selbsthilfegruppe spricht, sollte er sich überlegen, ob er nicht selbst eine solche der Gescheiterten aufsuchen sollte.
Bei seiner Äußerung über Kühnert fällt mir ein, was ein Professor während meines Studiums erzählte. Er stammte aus einer alteingesessenen hanseatischen Kaufmannsfamilie und sein Vater sagte zu ihm: „Dein Bruder ist der Gescheitere. Der übernimmt das Geschäft. Und du: du musst studieren.“
Weil Merz zu dumm ist, zu erkennen, dass nicht einmal der Abbruch eines Studium ein Versagen bedeutet, sei er hier auf eine Zusammenstellung der prominenten Studienabbrecher hingewiesen:
https://www.spiegel.de/fotostrecke/prominente-studienabbrecher-es-gibt-ein-leben-nach-der-uni-fotostrecke-7527.html
Der prominenteste von ihnen ist Bill Gates.
Auch ich kenne einige Studienabbrecher und muss sagen, darunter ist kein einziger Versager, sondern es sind Menschen, die genau gewusst haben, was sie wollten. Sie haben sich nur das Wissen angeeignet, das sie für ihre Pläne brauchten, und haben sich nicht mit Überflüssigem und Examensstress belastet. Sie sind einfach so in ihren Beruf gegangen und haben andere Examinierte überholt.
Wenn ich überlege, welche Menschen ich bewundere, dann stehen an erster Stelle diejenigen, die sich sogar ganz ohne Studium durchgesetzt haben und ihre Ziele erreicht haben. Einer davon ist der Architekt meines Hauses. Er war immer stolz darauf, nur eine Maurerlehre absolviert zu haben und dennoch bekannte Gebäude in aller Welt gebaut zu haben. Als er allerdings den Plan meines Hauses hier in der Kleinstadt einreichte, stieß er auf Menschen mit einer „Merz“-Mentalität. Die verlangten doch tatsächlich von ihm als weltbekanntem Architekten den Nachweis einer Ausbildung.
An zweiter Stelle auf der Liste meiner Bewunderten kommen die Studienabbrecher, die auf Examen und Wissenswust gepfiffen haben und dann erfolgreich waren. Einer meiner Bekannten hat nur so viel Medizin studiert, wie ihn interessiert hat, und dann hat er sich als Heilpraktiker nieder gelassen. Er ist damit auch international so bekannt geworden, dass er sogar Scheichs in Arabien behandelt. Dort stellt er keine Rechnungen, sondern die Scheichs stopfen ihm dankbar die Taschen voll Geld.

Wenn Herr Merz nun meint, mit dem von ihm in Magdeburg angeschlagenen Ton voran zu kommen, so sollte er erkennen, dass er mit solchen Entgleisungen nur den Beifall des Pöbels bekommt. Er sollte Maß nehmen am bayerischen Ministerpräsidenten. Wenn es demnächst um die Aufstellung eines Kanzlerkandidaten geht, hat Söder eindeutig die Nase vorn. Daneben erscheint Merz nun nur als giftiger kleiner Kläffer. Sogar die unglücklich agierende AKK dürfte nun mit Recht besser da stehen.

 

ARD: Pausbäckiger Studienabbrecher Kühnert

Kürzlich bezeichnete der arrogante Kabarettist Nuhr den Juso-Vorsitzenden Kühnert als „pausbäckigen Studienabbrecher“. Das habe ich gelesen, denn obwohl ich ein begeisterter Zuschauer von Kabarett-Sendungen bin, schaue ich mir Nuhrs Sendung nicht mehr an. Seine engstirnige linientreue Arroganz sichert ihm zwar eine ständige Präsenz in der ARD, aber nicht auf meinem Schirm. Ich bin in seinen Augen mit meinen Beiträgen wie „Deutschland stürzt ab“ oder „Deutschland erwache“ nur einer der Miesmacher, die Deutschland schlecht reden, wo doch alles nach seiner Meinung so großartig ist. Da stört ihn natürlich auch der „pausbäckige Studienabbrecher“.
Um Her
rn Nuhr darüber aufzuklären, dass der Abbruch eines Studium keinesfalls ein Versagen bedeutet, sei er hier auf eine Zusammenstellung der prominenten Studienabbrecher hingewiesen:
https://www.spiegel.de/fotostrecke/prominente-studienabbrecher-es-gibt-ein-leben-nach-der-uni-fotostrecke-7527.html
Der prominenteste von ihnen ist Bill Gates.
Auch ich kenne einige Studienabbrecher und muss sagen, darunter ist kein einziger Versager, sondern es sind Menschen, die genau gewusst haben, was sie wollten. Sie haben sich nur das Wissen angeeignet, das sie für ihre Pläne brauchten, und haben sich nicht mit Überflüssigem und Examensstress belastet. Dann sind sie in ihren Beruf gegangen und haben andere Examinierte überholt.
Wenn ich überlege, welche Menschen ich bewundere, dann stehen an erster Stelle diejenigen, die sich ganz ohne Studium durchgesetzt haben und ihre Ziele erreicht haben. Einer davon ist der Architekt meines Hauses. Er war immer stolz darauf, nur eine Maurerlehre absolviert zu haben und dennoch bekannte Gebäude in aller Welt gebaut zu haben. Als er allerdings den Plan meines Hauses einreichte, stieß er auf Menschen mit einer „Nuhr“-Mentalität. Die verlangten doch tatsächlich von ihm den Nachweis einer Architektenausbildung.
An zweiter Stelle
auf der Liste meiner Bewunderten kommen die Studienabbrecher, die auf Examen und Wissenswust gepfiffen haben und dann erfolgreich waren. Einer meiner Bekannten hat nur so viel Medizin studiert, wie ihn interessiert hat, und dann hat er sich als Heilpraktiker nieder gelassen. Er ist damit auch international so bekannt geworden, dass er sogar Scheichs in Arabien behandelt. Dort stellt er keine Rechnungen, sondern die Scheichs stopfen ihm dankbar die Taschen voll Geld.
Über solche Menschen staune ich mit meiner ganz normalen Beamtenkarriere. Da fühle ich mich ganz bescheiden.
Um auf Herrn Kühnert zurück zu kommen: Er ist die einzige Rettung für die SPD:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/06/24/fuer-die-spd-gibt-es-nur-eine-rettung-kuehnert/

Für die SPD gibt es nur eine Rettung: Kühnert.


Der frühere Bundeskanzler Kohl sprach gelegentlich von der „Gnade der späten Geburt“. Das ist eine demütige Erkenntnis, die zum Ausdruck bringt, dass er sich
wohl gefragt hat, in was er verwickelt worden wäre, wenn er früher auf die Welt gekommen wäre.
Auch Kühnert hat diese „Gnade der späten Geburt“. Er ist nicht schuld daran, dass seine Partei ihre Klientel schmählich verraten hat. Das wäre gut für einen Neuanfang, der eine radikale Abkehr von der übrigen Linie bringen müsste.
Die SPD hat ja das Glück, dass sich nicht – wie sich auf der rechten Seite die AfD etabliert hat – auch auf der linken eine radikal-soziale Partei breit gemacht hat.
Und günstig ist auch für die SPD, dass man von Wagenknechts „Aufstehen“ auch nichts mehr hört und daraus keine neue Partei entstanden ist.
Gerade weil sich die Jugend mit „Fridays for Future“ politisch engagiert, wäre ein junger Parteichef für die SPD die Lösung, weil der den alten Ballast abschütteln könnte.
Freilich gehört Mut dazu, Kühnert zu wählen. Aber man sollte sehen, dass er zum einen auch nicht mehr kaputt machen kann als die bisherige Parteiführung und dass der Mann am glaubwürdigsten einen neuen Aufbruch verkörpern könnte. Zur Not könnte man ihn ja in eine Doppelspitze einbinden.

Das Rumoren bei den „Volksparteien“


Hier war es schon zu lesen, was nun eine Umfrage zu Tage gefördert hat: AKK war die falsche Wahl der CDU. Sie hat sich jetzt schon durch ihre hier geschilderten Fehler vorzeitig schwer beschädigt. Und ihr fehlt das Charisma, das jemand an der Parteispitze braucht. AKK hat leider nur die Ausstrahlung einer frustrierten protestantischen Pfarrerin, die vor leeren Bänken predigt. Da müsste nun Merz her.
Und wie sieht es bei den Sozis aus, die nun keine Volkspartei mehr sind? Ihr populärster Genosse, der Finanzminister Scholz, steht für den Posten eines Parteivorsitzenden nicht zur Verfügung. Dann sollte man vielleicht den Mut haben, doch vielleicht mal einen ganz Jungen ans Ruder zu lassen: Kevin Kühnert. Mehr als die SPD bisher falsch gemacht hat, würde er auch nicht verbocken. Er wäre ein Aufsehen erregendes Zeichen des Aufbruchs und der Rückbesinnung auf die Wurzeln der Partei. Dieser radikale Umbruch würde wohl auch die Jugend zu SPD-Wählern machen. Wenn es in der SPD zu einer Urwahl kommen würde (bei der sich jeder zur Wahl stellen könnte), dann könnte Kühnert durchaus Chancen bei seinen Genossen haben, weil er die Meinungsführerschaft bei denjenigen hatte, die gegen den größten Fehler der SPD waren, nämlich die GroKo. Das Protestpotenzial in der SPD ist groß und da könnten viele finden, ein richtiger Paukenschlag sei notwendig und das wäre Kühnert. Wenn der in eine Doppelspitze eingebunden würde, wäre er vielleicht auch für die konservativen Kräfte akzeptabel.
Aber auch die unorthodoxe Flensburger Bürgermeisterin wäre eine gute Wahl, wenn man sie mehr ins Rampenlicht rücken würde.

Kabarett: Bitte Nu(h)r nicht so im Ersten

Was ich mir als Fernsehsendung wünschen würde:
Als ich die letzte Sendung des Kabarettisten Nuhr sah, dachte ich mir, es wäre doch interessant, wenn man den Mann in einer Diskussionssendung gegen den Juso-Vorsitzenden Kühnert antreten lassen würde.
Nuhr stellte in seiner gewohnten arroganten Art Kühnert als Vollidioten hin, indem er behauptete, der Juso-Vorsitzende wolle Verhältnisse wie in der früheren DDR oder wie in Venezuela einführen. Da zeigte sich wieder einmal die beschränkte Sichtweise des Kabarettisten, der auch hier wieder wie ein Protagonist der Mainstream-Medien auftrat.
Wenn er meinte, der Staat sei zu dumm, um als Unternehmer zu fungieren, hätte er beispielsweise auch mal die frühere Deutsche Post mit den nunmehr tätigen Paketzustellern vergleichen sollen. Die Post war früher ein gut geführtes staatliches Unternehmen mit funktionierendem Kundendienst in schönen Postämtern; und dort arbeiteten gut besoldete Beamte in sicheren Arbeitsverhältnissen. Und heute werden die Postgeschäfte in hinteren Winkeln von Lebensmittelläden abgewickelt. Bei den Postzustellern sind mafiöse Verhältnisse festgestellt worden. Aber für die Kunden ist das Versenden nicht billiger geworden.
Und Herr Nuhr hätte nicht, wie es bei uns immer üblich ist, die DDR oder Venezuela als Vergleichsmaßstab hernehmen sollen, sondern auch mal einen Blick auf China werfen sollen, das uns gerade überholt.
Übrigens ritt Nuhr dauernd darauf herum, dass Kühnert sein Studium abgebrochen habe, was so viel bedeuten sollte wie: Versager. Nuhr sollte sich mal bei Wikipedia ein wenig kundig machen über prominente Studienabbrecher wie Bill Gates. Dort würde er auch erfahren, dass 5,6% unserer Abgeordneten ihr Studium abgebrochen haben. Herr Nuhr sollte sich also nichts auf sein offenbar vollendetes Studium einbilden: Ein bekannter Professor zitierte immer seinen Vater, der zu ihm gesagt hatte: „Dein Bruder ist der Gescheitere. Der übernimmt die Firma. Und du: Du musst studieren.“
Noch eine Bemerkung über Kühnert: Warum lässt man den Mann nicht mal im Fernehen reden. Oder hat man Angst, dass er andere ansteckt, z.B. Die Grünen. Es mag sein, dass er „ein Verirrter“ ist. Aber auch wir sind nicht auf dem richtigen Weg.
Wie brav die Deutschen erzogen sind, sah ich in den Fernsehnachrichten, wo man die Menschen auf der Straße zu Kühnert befragte: Es fiel sofort das Wort „DDR“ und einer sah sogar den Schießbefehl kommen. Wie schäbig über Kühnert diskutiert wird, wird mit den Äußerungen Gabriels deutlich: Er sprach u.a. davon, dass der Juso-Vorsizende nur sein eigenes Ego im Blick habe.

Die Denkverbote der Parteien

Querdenker in den Parteien will man nicht. Das zeigte sich bei der SPD beispielsweise schon beim Fall Sarrazin:
https://autorenseite.wordpress.com/2011/04/22/spd-partei-sprechverbot-11043067/
Und es ist nun bei Kühnert dasselbe. Gabriel wirft ihm vor: „Bewusste Tabubrüche, das Ignorieren von Fakten und Empirie, das Mobilisieren populistischer Sehnsüchte und die Inkaufnahme der Beschädigung der eigenen Partei: das ist übrigens die Methode Donald Trump.“ Es gibt also ein Denkverbot bei der SPD oder mindestens ein Verbot, abweichende Meinungen zu äußern. Die Partei fürchtet offenbar, dass es bei den Wählern keinen guten Eindruck macht, wenn man keine Geschlossenheit zeigt. Dabei bringen diejenigen, die die offizielle Parteilinie hinterfragen, Farbe in das oft trostlose Bild mancher Parteien. Wieso soll es schaden, wenn jemand seine Meinung äußert?
Die Wähler können sehr wohl unterscheiden zwischen dem, was eine Partei vertritt, und dem, was ein einzelner meint. Wenn nun die Stimmenverluste der SPD Kühnert in die Schuhe geschoben werden, dann ist das so absurd, wie wenn jemand meint, man würde mit einem Furz ein Gewitter auslösen können.
Dass es aber nicht nur bei der SPD Denkverbote gibt, zeigt sich gerade bei einer Äußerung des Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion. Der sagte nämlich zur Diskussion über die CO2-Steuer in seiner Partei: Da dürfe es keine Denkverbote geben. Das bedeutet im Umkehrschluss: Sonst schon – da habt ihr den Mund zu halten. Das Ganze nennt sich Fraktionszwang, den an sich das Grundgesetz verbietet. Es heißt nämlich im Art. 38 GG zum Status der Abgeordneten: „Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“ Nur ganz selten wird der Fraktionszwang aufgehoben und eine Gewissensentscheidung erlaubt wie beispielsweise bei der Abtreibung.
Ansonsten gilt aber nicht nur der Fraktionszwang bei den Abstimmungen, sondern auch innerparteilich ein Denkverbot, was noch schlimmer ist als ein Sprechverbot. Man fragt sich, warum wir dann so viele Abgeordnete brauchen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/05/04/demokratie-ohne-volk/

Das „Denkverbot“ sollte längst zum Unwort des Jahres erklärt werden, aber das wäre nicht im Sinne des Mainstreams.

Brinkhaus: Nix begriffen!

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Brinkhaus hat gerade verlauten lassen, Deutschland sei nicht so ungerecht, wie es immer hingestellt werde. Das sind die falschen Töne für der Wahlkampf. Richtig wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte, welche Ungerechtigkeiten seine Fraktion abbauen will.
Damit ihm die Augen ein wenig geöffnet werden, sei er auf diese Seite verwiesen:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/04/03/rpd-radikal-soziale-partei-deutschlands/
Noch ein Hinweis, Herr Brinkhaus:
Deutschland ist nicht schon gerecht, wenn der eine sich ein Schnitzel in echtem Gold servieren lässt und der andere zur Tafel gehen muss. Es ist nicht damit getan, dass der andere bei uns nicht verhungern muss.
Was besorgniserregend ist, ist die Tatsache, dass sich Deutschland immer weiter auseinander dividiert:
Auf der einen Seite Leute wie Brinkhaus und die FDP, die sogar Art. 15 GG abschaffen will, und auf der anderen Seite Menschen wie Kühnert, der mehr Sozialismus fordert, bzw. die SPD, die mehr Sozialstaat will.

Der alte Altmaier gegen den kühnen Kühnert

Zwei Nachrichten gaben mir gestern zu denken:

1. Altmaier*) verspricht den Autobauern eine Milliarde Subvention für Aufbau einer Batterieproduktion.
2. Und Kühnert will BMW sozialisieren.
Die erste Nachricht ging sang- und klanglos über die Bühne. Wieso eigentlich? Sind wir so brav geworden, dass wir alles schlucken? Wieso soll der Steuerzahler die Autoindustrie mit einer Milliarde subventionieren? Warum müssen die Autobauer die notwendigen Investitionen nicht selbst bezahlen? Sie haben doch gewaltige Gewinne erzielt:
Audi 3,5 Milliarden, VW 17 Milliarden und Mercedes 11 Milliarden. Die Autobauer können also die notwendigen Investitionen für die Zukunft leicht ohne Hilfe der Steuerzahler tragen.
Altmaier braucht den Steuerzahlern den Griff in deren Taschen nicht einmal zu begründen. Es stellt ja keine Begründung dar, wenn er sagt, die (verschlafene!) deutsche Autoindustrie dürfe nicht von chinesischen Batterien abhängig sein. Das ist zwar richtig, aber kein Argument dagegen, dass die deutschen Autofirmen den Aufbau einer Batterieproduktion selbst bezahlen müssen, wie auch normale Unternehmer ihre Entwicklungskosten selbst tragen.

Und nun zu Kühnerts Paukenschlag: Brav, wie unsere Medien sind, ist deren Echo natürlich negativ. „Will Kühnert triste Plattenbauten wie in der DDR?“ So und ähnlich lauten die Kommentare.
Kein Echo war so wie dieses:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/04/03/rpd-radikal-soziale-partei-deutschlands/
Zunächst einmal bildet Kühnerts Idee den notwendigen Gegenpol zu der Forderung der FDP, den Art. 15 des Grundgesetzes abzuschaffen, die genau so radikal ist – nur anders herum.
Und dann sollten wir sozialistische Ideen nicht schon deshalb ablehnen, weil sie in der DDR eine schreckliche Ausprägung gefunden haben. Wir sollten vielmehr nach China schauen und darüber nachdenken, ob wir dort nicht auch etwas finden können, was wir nachahmen können. Unbestreitbar ist das chinesische Wirtschaftssystem uns überlegen. Das beweist gerade das Beispiel Autoindustrie, wo wir bei der Entwicklung weit hinterher hinken. Die Überlegenheit der Chinesen zeigt sich insbesondere auch dadurch, dass sie sich durch langfristige Lieferverträge mit dem Kongo die Quellen für die Rohstoffe der Autobatterien gesichert haben, während unsere gehätschelten Manager kaum über den Tellerrand hinaus geblickt haben und nun „mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen“.
Übrigens fällt mir zu Kühnert der Satz eines Spitzenmannes der CDU ein (Leider habe ich vergessen, wer es war.) Der wurde darauf angesprochen, dass sein Sohn mit dem Kommunismus sympathisiere. Darauf antwortete er sinngemäß: „Waren wir nicht alle ein bisschen so? Aber das gibt sich dann später.“
Uns wir immer gesagt: Die privaten Unternehmer können alles viel besser und billiger als der Staat. Dass das so nicht stimmt, sehen wir gerade am Beispiel Post: Was war das für ein stolzes staatliches Unternehmen mit großartigen Postämtern mitten in den Städten und gut dotierten Beamtenstellen. Nun sind die Ämter verkauft und die Postgeschäfte werden häufig in den hinteren Winkeln von Geschäften abgewickelt. Und aus den Beamten sind unterbezahlte Zusteller geworden. Billiger sind die Pakete dadurch nicht geworden: Wieso auch, wo jetzt statt eines Postautos bei uns sechs verschiedene Zulieferer herumfahren und die Umwelt belasten.

Gerade kam in den Nachrichten eine Meldung, nach der verschiedene Medikamente, darunter auch lebensrettende, derzeit nicht erhältlich sind, weil in China eine Pharma-Fabrik abgebrannt ist. Unsere Pharma-Unternehmen haben ja ihre Produktion weitgehend nach China und Indien ausgelagert, wo ein Konzentrationsprozess stattgefunden hat. Wenn dort eine Fabrik ausfällt, bedeutet das u.U. für jemanden, der auf Bienenstiche mit einem allergischen Schock reagiert, dass sein Leben damit zu Ende ist.
Ist dies nicht ein Grund, mit Kühnert ein wenig über unser Wirtschaftssystem nachzudenken? Ich habe es schon getan:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/27/schlimmer-als-alles-bisher-erlebte/

*) Mein Rechtschreibprogramm kennt Altmaier nicht und will unbedingt, dass ich stattdessen „Altpapier“ schreibe. Ich hoffe, dass der Mann nun im Beitrag richtig geschrieben ist.