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„Kretschmer, verpiss dich!“

„Kretschmer, verpiss dich!“ Das schrie man dem Ministerpräsidenten entgegen, als er mit Demonstranten sprach, die gegen die Corona-Maßnahmen protestierten. Der Bundestagspräsident hat ihm für seinen Auftritt zu Recht ein großes Lob gezollt.
Was bei uns schief läuft ist nämlich dies: Das Volk spaltet sich immer mehr in „die da oben“ und diejenigen, die ausrufen: „Wir sind das Volk!“ Wie anders würde sich dieses Volk verhalten, wenn beispielsweise die Kanzlerin eine Politik nach dem Motto verfolgen würde:
„Ich bin eine von euch!“
Ich habe sie schon ja bei der Flüchtlingskrise aufgefordert, sich ein Bild von der Lage zu machen, indem sie mal einen Tag in der Bahnhofsmission mit anderen für die Flüchtlinge kocht.
Heute würde ich sie mal gerne einen Tag lang bei einer Tafel sehen und würde lieber hören, was sie dort sagt als in ihrer Weihnachtsansprache. Aber das gäbe halt keine so schönen Bilder wie der Empfang der Sternsinger im Kanzleramt.

Deutschland, Chemnitz und das Gutmenschentum


Wer in Deutschland gegen die Flüchtlingspolitik ist, gilt als Rassist, als fremdenfeindlich oder als Rechtspopulist. Wer meint, Deutschland müsse deutsch bleiben, kann bei uns doch nur ein Nazi sein. So denken unsere Gutmenschen.
Chemnitz ist das Produkt solcher Denkweisen. Die Lage ist total verkorkst: Immerhin hat sich Ministerpräsident Kretschmer jetzt aufgerafft und den Angehörigen des Mordopfers sein Beileid ausgesprochen und will heute nach Chemnitz kommen.
Was mir fehlt, ist sein Aufruf an die Flüchtlinge und Moslems: Sollten nicht einmal die Flüchtlinge die Gelegenheit nutzen, sich in einer eigenen Demonstration von der Untat zu distanzieren und Dankbarkeit für die großzügige Aufnahme zu zeigen? Und könnte man nicht auch mal in den Moscheen für das Mordopfer und für ein friedliches Zusammenleben beten?
Bisher konnte ja man fast den Eindruck gewinnen, als seien nicht die Deutschen von dem Mord betroffen, sondern die
armen Flüchtlinge, weil sie zum Ziel der Demonstrationen wurden.
Was bei uns schief läuft, ist die Tatsache, dass man die Gegner der Flüchtlingspolitik in die rechte Ecke gestellt und sogar als Nazis beschimpft hat, obwohl
inzwischen auch die Regierung erkannt hat, dass sie da Fehler gemacht hat, und nun einen strengeren Kurs eingeschlagen hat. Man hätte viel mehr Verständnis für die Sorgen dieser Demonstranten zeigen müssen und schon damals dem „Wir schaffen das!“ ein „Wir können nicht alle aufnehmen“ entgegen setzen müssen. Und man hätte auch ehrlich zugeben müssen: Wir helfen den Notleidenden, obwohl wir wissen, dass wir uns damit auch Terroristen ins Land holen und viele Deutsche dies mit ihrem Leben bezahlen müssen. Man kann dieses Unterdrücken der Wahrheit durchaus auch als Lüge bezeichnen. Jedenfalls rächt sich nun das  Fehlen dieser Ehrlichkeit bitter – hoffentlich nicht so, wie ich es schon vor 5 Jahren in meiner Kurzgeschichte „Bartholomäusnacht in Berlin“ in meiner Leseecke geschildert habe.