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Sind Sie auch so ein Versager?

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Mit den Eiern fing es an. Da merkte ich zum ersten Mal, dass ich ein Versager bin. Erst hatte ich mir vorgenommen, aus Gründen des Tierschutzes nur Eiern von Hühnern zu kaufen, die aus natürlicher Haltung stammten. Aber dann gingen die Probleme an: Was will ich denn nun: Eier aus Freilandhaltung, Eier aus Bodenhaltung, Eier aus ökologischer Erzeugung? wo sind die BIO-Eier? Was ist das Beste für die Hühner? Und was sagen mir die Nummern auf den Eiern? Wer kennt sich da noch aus? Als ich dann in der Zeitung mehrfach las, wie sehr bei der Kennzeichnung von Eiern betrogen wird, haben sich meine Probleme in Luft aufgelöst. Da kaufe ich halt gleich die billigsten.
Jetzt war ich wieder beim Einkauf total überfordert. Ich wollte mir nur mal ganz einfach einen Johannisbeersaft kaufen. Auch da tun die Hersteller alles, um die Kunden zu verwirren. Soviel weiß ich schon über Säfte, dass Nektar kein Saft ist, sondern ein Zuckergesöff. Was aber ist ein Direktsaft? Und warum werden viele Säfte aus Konzentrat hergestellt? Ist es denn nicht teurer, wenn man die natürlichen Säfte erst zu Konzentrat eindampft und dann wieder verdünnt und sind dann überhaupt noch Vitamine drin? Was ist der Grund für so einen Unsinn?
In dem Saftwirrwarr habe ich schließlich einen „frischen Johannisbeersaft“ entdeckt. Na also, dachte ich, man kann also doch noch einen natürlichen Saft kaufen. Als ich aber den Saft in meine Tasche stecken wollte, fiel mir die eng beschriftete Rückseite auf, die für den Normalmenschen ohne Brille nicht lesbar ist. Aber wie Sie ja aus meinen Blogs wissen, bin ich kein Normalmensch. So staunte ich, was alles dem Johannisbeersaft zugesetzt worden ist: Säuerungsmittel, Glukosesirup, … Und da fragte ich mich, wie viele Prozente da noch für den Saft übrig bleiben.
Ich hatte die Nase voll und kaufte mir eine Flasche Rotwein. Da hatte ich aber früher auch schon immer Probleme: Bioweine oder naturreine Weine gibt es nicht. Dagegen haben sich die Winzer gewehrt mit der Behauptung, alle Weine seien ja Naturprodukte. So bekomme ich halt offenbar keinen Wein ohne Schwefelzusatz. Aber wer weiß? Vielleicht ist das ja sogar gesund.
Und Sie verstehen nun sicher, warum ich immer aus dem Supermarkt nach Hause gehe mit dem Gefühl, ein totaler Versager zu sein.

Tag der Wirrnis – Tag des Eis

Gestern war der Tag der Girls und kein Mensch hat sich darum gekümmert. So etwas darf nicht wieder vorkommen. Heute also ist der Tag des Eis. Wer wüsste das schon? Deshalb sei hier ein kleiner Beitrag dem Ei gewidmet. Testfrage: Wer kennt sich da noch aus? Was bedeutet es beispielsweise, wenn auf einem Ei dieser Stempel angebracht ist: 1-AT-1234567?
Die Auflösung finden Sie hier: http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Ernaehrung/SichereLebensmittel/Kennzeichnung/Eierkennzeichnung.html
Ach ja, werden Sie nun sagen: AT bedeutet: Eier aus Österreich. Wenn nun aber auf der Packung „DE“ steht? Dann heißt das, dass österreichische Eier in Deutschland verpackt wurden. Ist doch ganz einfach oder?
Was Käfighaltung ist wissen Sie natürlich. Aber besteht ein Unterschied zwischen Bio-Eiern, ökologischer Erzeugung, Freilandhaltung, Bodenhaltung usw.?
Man sollte einmal die Menschen in einem Supermarkt befragen und demjenigen einen Preis verleihen, der sich da noch auskennt. Ich glaube nicht, dass der Preis irgendeinem Kunden verliehen werden muss.
Früher, als es mit der Eierkennzeichnung noch einfach war, kaufte ich als Tierfreund natürlich Bio-Eier. Aber dann kam heraus, dass unter diesem Etikett zu einem großen Teil Eier aus Käfighaltung teurer verkauft wurden – ein reiner Betrug!
Und nun ist mir das Ganze zu kompliziert geworden. Ich greife einfach zu den billigsten Eiern, und das ist genau das, was die Lobby der Agrarindustrie gewollt hat: Die Leute sollen durch die Bezeichnungen so verwirrt werden, dass sie nur auf den Preis schauen.