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Sonntagsfrage


(Unsere Wallfahrtskirche Maria Eck)

Gerade hat ein bewegender Gottesdienst für die Opfer der Flutkatastrophe im Aachener Dom stattgefunden. Und man kann feststellen: In einer Zeit, in der die Gottesdienstbesucher immer weniger werden und der Glaube schwindet, sind die Kirchen immer noch ein Hort des Trostes und des Zusammenfindens in der Trauer geblieben.
Was ich nur immer in solchen Situationen vermisse, ist eine Erklärung der Kirche zu der Frage: Warum lässt Gott so etwas zu? Müssen unschuldige Menschen sterben, damit er uns zeigt, dass wir falsch mit seiner Natur umgehen?

Und noch etwas denke ich bei solchen ökumenischen Gottesdiensten: Ist es nicht ein trauriges Zeichen, dass die protestantische und katholische Kirche sich nach 500 Jahren der Trennung immer noch nicht zusammen finden können? Wenn man bedenkt, dass ein großer Teil der Katholiken sowieso nicht das glaubt, was die Kirche lehrt (Unfehlbarkeit des Papstes, leibliche Himmelfahrt Mariens…), dann müssten doch unter einem gemeinsamen Dach auch die beiden Kirchen zusammen finden können, indem sie anerkennen, dass es in einer gemeinsamen Kirche durchaus die Freiheit für verschiedene Überzeugungen geben kann.

Die totale Verwirrung um die Schuld am Tod Lübckes

Der Inhaftierte Beschuldigte bestreitet die Tat.

Immerhin weiß aber der frühere Generalsekretär der CDU Tauber, wer schuld am Tod Lübckes ist: Es sind seine Parteigenossin Erika Steinbach und die AfD.

Ganz anders sieht es der Politologe Andreas Püttmann:
Er hat den Kongress des Forums von Katholiken in die Nähe des Rechtsextremismus gerückt und geht sogar so weit, ihm eine Mitschuld an der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke anzulasten.
Na so was! Gibt es in der Kirche nach dem Missbrauchsskandal nun eine Tendenz zur Gewalt? Fast könnte man das befürchten, wenn man dies liest:
In Italien hat ein katholischer Priester ernsthaft zur Tötung des bei der Bevölkerung beliebten italienischen Innenministers Matteo Salvini (Foto) aufgerufen. Dies berichtet die Zeitung „Wochenblick“.

 

Macht Kirche geil?

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„Macht Kirche geil?“ Diese Frage muss man sich angesichts der ungeheuren Masse an Missbrauchsfällen tatsächlich stellen. Woran liegt es denn eigentlich, dass man fast den Eindruck gewinnen kann, in der Kirche sei eine Negativauslese am Werk. Vergleicht man die abscheulichen Vorkommnisse in der Kirche mit anderen Institutionen, dann steht die Kirche als quasi heilige Gemeinschaft mit Abstand am schlechtesten da, denn wann hört man schon einmal davon, dass sich ein Lehrer über eine Schülerin oder einen Schüler her gemacht hat?
https://autorenseite.wordpress.com/2019/02/21/zur-antimissbrauchskonferenz-macht-froemmigkeit-schwul/
Der Papst hat mit seiner Missbrauchskonferenz viel Kritik geerntet. Die hat er allein schon dadurch verdient, dass er den Missbrauch als allgemeines Phänomen begreift, von dem auch die Priesterschaft nicht ausgenommen sei. Er hätte umgekehrt argumentieren müssen: Warum ist die Priesterschaft besonders davon betroffen? Und was kann man dagegen tun?
Da wäre schon einmal eine andere Einstellung zur Homosexualität ein erster wichtiger Schritt. Der würde voraus setzen, dass die Kirche das Alte Testament als jüdisches Geschichtsbuch begreift.
https://autorenseite.wordpress.com/2019/01/13/zum-sonntag-bibel-als-wahres-wort-gottes/
Stattdessen heißt es im Katholischen Katechismus:
„123. Die Christen verehren das Alte Testament als wahres Wort Gottes.“
Und da hat es natürlich ein besonderes Gewicht, wenn es im Alten Testament heißt:
Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Gräuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.“ (3. Mose 20,13)
Dies führt m. E. dazu, dass sehr fromme schwule junge Männer sich als Sünder begreifen und alles tun wollen, um dagegen anzukämpfen. Sie werden Priester, weil sie glauben, so ihre Sündhaftigkeit in den Griff zu bekommen. Aber wie es halt bei sexuellen Versuchungen ist: da sind viele Menschen einfach machtlos wie bei Hunger oder Durst.
Würde man die Homosexualität ganz schlicht als eine Spielform der Sexualität begreifen, die zwar nicht wünschenswert ist, weil Staat und Kirche Kinder brauchen, die aber dennoch zu tolerieren ist, dann wäre schon viel Luft aus dem Problem heraus genommen.
Wahrscheinlich ist es ja wohl so, dass das Zusammentreffen von Heiligkeit mit der alttestamentarisch todeswürdigen Sündhaftigkeit eine ganz unerträgliche Spannung schafft, die irgendwann zur Explosion kommt.
https://autorenseite.wordpress.com/2019/02/21/zur-antimissbrauchskonferenz-macht-froemmigkeit-schwul/
Diese Explosivität zu beseitigen sollte eines der wichtigsten Anliegen der Kirche sein neben der Streichung des Zölibats und neben dem Ausschluss der Frauen von den höheren Weihen.
Wann sieht der Papst endlich ein, dass die reine Männerkirche in schlimmer Weise gescheitert ist?

Zur Antimissbrauchskonferenz: Macht Frömmigkeit schwul?

Zur Zeit findet ja die Antimissbrauchskonferenz der Katholischen Kirche im Vatikan statt. Und da stellt sich mancher die Frage: Macht Frömmigkeit eigentlich schwul? Ist es nicht merkwürdig, dass gerade die Kirche von einer solchen Masse von Missbrauchsfällen belastet ist, während vergleichbare weltliche Institutionen in dieser Hinsicht kaum auffallen. Hat man je gehört, dass ein Justizvollzugsbeamter Sex mit einem jugendlichen Gefangenen hatte? Und wann kommt es schon vor, dass ein Lehrer an einer Mädchenschule sich über eine Schülerin her macht?

Bei den kirchlichen Missbrauchsfällen gibt es kumulativ verschiedene Ursachen:
Neben dem Zölibat ist es die Tatsache, dass ein sündhaftes Begehren mit einem heiligen Ort zusammen trifft. Das steigert den Reiz des Verbotenen, wie wir beispielsweise bei Graham Greene über den Sex hinter den Altären italienischer Kirchen (noch dazu mit einer verheirateten Frau) lesen können.
Hinzu kommt bei der Kirche, dass es sich um eine reine Männergesellschaft handelt, die wohl auch durch die Art ihrer Kleidung (Soutane) einen Reiz auf Schwule ausübt. Von denen fühlen sich viele entsprechend der katholischen Lehre als Sünder und sie hoffen daher, durch den Dienst in der Kirche diese Sündhaftigkeit in den Griff zu bekommen, was sich dann aber häufig als Fehlschluss erweist. Sexualität ist halt wie Hunger und Durst ein Grundbedürfnis des Menschen, aber die Kirche verteufelt sie. An sich heißt es ja in der Bibel: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ Doch die Kirche meint, sie könne sich einfach bei Priestern, Mönchen und Nonnen über dieses Gebot hinweg setzen, indem sie  entgegen Gottes Willen behauptet, Keuschheit sei etwas Heiliges. In Wirklichkeit geht es aber der Kirche wohl um Machtausübung nach dem Motto: Regele die Sexualität von Menschen, dann hast du sie zu deinen blinden Untertanen gemacht.
Welch eine perverse Mentalität steckt eigentlich dahinter, dass man glaubt, Gott eine Freude zu machen, indem man keinen Sex hat? Ist es nicht eher eine Sünde, vom „göttlichen Geschenk der Sexualität“ keinen Gebrauch zu machen? (Es war Kardinal Wendel, der angesichts der steigenden Scheidungszahlen seine „Schäfchen“ aufforderte, doch öfter von diesem „göttlichen Geschenk“ Gebrauch zu machen.)
In dem Buch „Verbotene Zone“ lesen Sie übrigens eine instruktive Kurzgeschichte darüber, wie Luzifer ein Nonnenkloster in ein reizendes Bordell verwandelte.