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Abkassieren der „Raser“ – Wann muss Scheuer endlich gehen?

Scheuers Sündenliste ist lang und man fragt sich, warum der Mann nicht schon lange gehen muss:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/27/unglaublich-scheuer-erholt-sich-ein-gutachten-fuer-240-000-euro/

Nun hat sich gezeigt, dass er nicht einmal in der Lage ist, einen fehlerfreien Bußgeldkatalog zu erstellen. Er hat damit ein Chaos angerichtet. Nun ist der Streit wieder ausgebrochen, wie hart die „Raser“ bestraft werden sollen. Was mich dabei stört, ist die pauschale Ahndung solcher Ordnungswidrigkeiten. Das ist ja noch angemessen bei Geldstrafen, aber bei Fahrverboten, die existenzbedrohend sein können, müsste doch ein individueller Maßstab angelegt werden. Es macht doch einen gewaltigen Unterschied, ob jemand bei Tag durch eine 30-km/h-Zone bei einem Kindergarten fährt oder um 3.00 Uhr nachts, wenn alles menschenleer ist. Außerdem ist es ja so, dass viele Geschwindigkeitsübertretungen an reinen Abzockfallen zu verzeichnen sind.

Schauen Sie sich mal diese beiden Bilder an:
Das erste Bild zeigt die geschlossene Ortschaft Hammer. Obwohl die B 305 am Ortseingang und -ende je eine leichte Kurve aufweist und manche Häuser nahe an der Straße stehen, sind hier 6o km/h ausdrücklich erlaubt:

Hammer.jpg

Wenn man dann weiter fährt kommt man nach Weißbach. Dort ist die Straße schnurgerade und die Häuser sind weiter weg vom Straßenrand. Alles ist schön übersichtlich. Fußgänger sind eine Seltenheit, aber trotzdem darf man hier nur 50 km/h fahren:

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Warum gibt es diesen Unsinn? Weil man die Autofahrer abzocken will. Deshalb gönnt man ihnen keine vernünftige Geschwindigkeit, sondern lässt sie hier in eine Falle tappen. Wer auch nur ein bisschen zu schnell fährt, wird abkassiert.
In unserer Gegend existieren mehrere solche Fallen: schnurgerade, fast autobahnartige Ortsdurchfahrten mit weit abseitigen Häusern ohne Fußgängerverkehr. Hier schlagen die Verkehrsüberwacher zu. Nur dort habe ich bisher die Starenkästen gesehen.
Ich erinnere mich an einen Fall in Nordrhein-Westfalen, wo man an einer völlig übersichtlichen Autobahnbaustelle, an der nur gelegentlich ein bisschen gearbeitet wurde, die Geschwindigkeit auf absolut indiskutable 60 km/h reduziert hatte, weil man von den Bußgeldern einen Kindergarten bauen wollte. Na ja, wenn man so arm ist wie die da oben, verfällt man schon auf solche abstrusen Ideen. Immerhin hat sich damals wieder einer erfolgreich gegen diese Abzockerei gewehrt.
Es wird immer darauf verwiesen, dass überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache Nr. 1 ist. Das stimmt zwar, gilt aber mit Sicherheit nicht für die Stellen, die man als Fallen für die Autofahrer bestehen lässt, indem man sie entgegen aller Vernunft zu „Schleichstraßen“ degradiert. Ich lese ja täglich meine Heimatzeitung, in der auch über den läppischsten Verkehrsunfall berichtet wird. Es war noch nie einer dabei, der sich auf den „Abzockstraßen“ ereignet hätte.
Deshalb wundert uns nicht, was in Österreich passiert ist: Dort hatte ein Landtagsabgeordneter
wegen einer Geschwindigkeitsbeschränkung ein Schreiben an die Polizeidirektion geschickt. Darin äußerte er den Verdacht des Amtsmissbrauchs. Die Polizei schaltete die Staatsanwaltschaft ein mit der Bitte um strafrechtliche Beurteilung des Vorwurfs. Respekt!
Ich bin durchaus dafür, gefährliches Rasen streng zu bestrafen, aber ich bin gegen die übliche Abzockerei, die zur Aufbesserung der Staatsfinanzen so üblich geworden ist.
Ich fahre zwar punktefrei, bin mir aber dessen bewusst, dass ich ein Mensch bin, der Fehler machen kann. Soll also ein harmlosses Versehen wie das Übersehen eines Verkehrsschilds wirklich mit einer möglichen Existenzvernichtung bestraft werden?
Was die Fahrverbote anbetrifft, so sind sie ja bei vielen Menschen keine wirkliche Strafe: Bei Ehepaaren fährt dann eben der Ehepartner. Und viele werden das Fahrverbot einfach missachten. Ich fahre seit sechzig Jahren Auto und bin in dieser Zeit erst einmal nach dem Führerschein gefragt worden.