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Volkstrauertag: Die andere Art zu trauern

Der Volkstrauertag hieß einst „Heldengedenktag“
Und da gedachte man so seiner „Helden“:

Die meisten zeitlich nachfolgenden Denkmäler für den Ersten Weltkrieg ließen auch noch echte Trauer vermissen:

In Bayern sahen diese Denkmäler meist heroisierend aus mit dem kämpferischen bayerischen Löwen:
Diese Denkmäler. die meist an spektakulärer Stelle stehen, hat man dann für die Toten des Zweiten Weltkriegs mit verwertet, indem man eine zusätzliche Tafel angebracht hat.

Eine völlig andere moderne Form des Trauerns findet sich in der „schönsten Stadt der Welt“, in Traunstein:


 Vier Seiten mit Inschriften bilden einen Raum, in dem zwei Pulte sind mit Büchern, in denen die Namen der Gefallenen verzeichnet sind. Erst fand ich das Kunstwerk ja schrecklich, weil die Schrift nur schwer lesbar ist. Dann aber beim Entziffern erschloss sich mir der Sinn: Man soll sich dabei auf das Leid derer besinnen, die nicht den „Heldentod“ gestorben sind, sondern die unter grausamen Umständen ums Leben kamen. Die Inschrift lautet:

Verführt zum Krieg
im Glauben an den Sieg
verraten, belogen ins Unheil gestürzt
erfroren, verhungert, getötet, verstümmelt,
in den Meeren ertrunken
gestorben 1939-1945

Für König und Kaiser
im Namen der Ehre
das Leben verschenkt
verblutet auf dem Schlachtfeld Europa
Gezwungen, Erben zu opfern,
im Glauben gestorben
1914-1918