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Neue Spaltung: Jung gegen Alt?

Auf einmal hört man bei uns in der Politik immer öfter die Forderung, die Alten sollten abtreten und den Jüngeren Platz machen. Richtig daran ist, dass wir sicherlich etliche Alte in der Politik haben, die sich nicht mit Ruhm bekleckert haben. Wenn AKK und Altmaier gehen, ist das wohl nicht gerade ein Verlust. Und andere hätten auch längst ihren Hut nehmen sollen.
Aber wir hatten gerade in guten Zeiten unserer Republik hervorragende Alte an ihrer Spitze, beispielsweise Adenauer oder Schmidt, um nur zwei zu nennen. Und wenn es viele Institutionen gibt, die Senate (zu deutsch: Ältestenräte) aufweisen, so zeigt dies, dass gerade Menschen mit viel Lebenserfahrung in leitenden Posten gefragt sind. Ihr Rat ist wertvoll.
Andererseits bringen junge Kräfte oft mit neuen Ideen und anderen Perspektiven wieder neuen Schwung in die Politik. Leute wie Daniel Günther zeigen, wie so etwas gut funktioniert. Als Gegenbeispiel sei Amthor genannt.
Wir sollten also keine Fronten zwischen Alt und Jung bilden, sondern zwischen Verkrusteten und Ideenreichen, also zwischen guten Leuten und solchen, die von Parteien einfach nur auf Grund ihrer langen Zugehörigkeit nach oben gebracht werden.
Deshalb ist es unsinnig, wenn der Vorsitzende der JU Bayern fordert, der alte Schäuble solle auch sein Bundestagsmandat aufgeben, um Jüngeren Platz zu machen. Damit ruft er in unserer ohnehin gespaltenen Gesellschaft zu einer neuen Frontstellung auf, nämlich Jung gegen Alt. Wer so schlicht denkt,  sollte wohl eher selber zurück treten als Schäuble. Schäuble war oft der Mahner gerade dort, wo etwas schief lief, beispielsweise beim Wahlgesetz. Solche Leute braucht die CDU gerade jetzt in unruhigen Zeiten als Kompass.

 

Machtdemonstration und Machtlosigkeit des Staates

Mein Senf dazu:
Wenn ich die Bilder vom Strafprozess gegen den mutmaßlichen Mörder Lü
bckes sehe, frage ich mich: Was soll diese Schau? Der Angeklagte wird von mindestens 4 schwarz vermummten voll ausgerüsteten Polizeibeamten vorgeführt. Was will der Staat auf diese Weise demonstrieren? So hart greifen wir durch? Oder ist das Wiedereinführung des Prangers? Oder soll das davon ablenken, dass die Justiz in den Augen vieler Bürger zu lasch ist und sogar Mörder laufen lässt?
Ich war Jahrzehnte lang Richter und habe es mit RAF-Mitgliedern und Mafiosi zu tun gehabt, aber gefesselt war keiner. Es gab höchstens Sicherheitskontrollen am Eingang des Justizgebäudes:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/12/10/fesselung-von-straftaetern-ein-entwuerdigender-show-effekt/
Auf der anderen Seite sehen wir in unserem Staat eine merkwürdige – wie man heute zu sagen pflegt – „Kultur“ der Untätigkeit: Wir erfahren beispielsweise in den Nachrichten, dass 11-jährige eine Schule demoliert haben. Einer soll schon 25-mal Straftaten aller Art begangen haben. Da fragt man sich: Ab wie vielen Straftaten greift denn der Staat endlich durch? Und wenn ja: wie?
Man darf es ja nicht sagen, aber i
ch tue es trotzdem: Manches war in der Nazi-Zeit besser. Da kamen junge Straftäter sehr schnell in Erziehungsheime und die waren wegen ihrer Strenge gefürchtet. Heute haben uns Psychologen eingeredet, man müsse solche Jugendlichen mit einem Sozialarbeiter auf einen Segeltörn oder in ein exotisches Ferienland schicken. All dies ist schon mal da gewesen. Und ich frage mich, mit welchen weichen Samthandschuhen man nun wohl die „armen fehlgeleiteten Knaben“ anfassen wird.

Deutschland stürzt ab (V)

Fortsetzung

Die Jungen jammern zwar immer über die unerträgliche Rentenlast, die ihnen die Alten aufbürden, und daher ist sogar schon – wenn auch satirisch – die Forderung nach einem „sozialverträglichen Frühableben“ laut geworden. Die Jungen sollten sich aber mal öfter die Bilder von Aleppo anschauen und sich vergegenwärtigen: So sahen auch die deutschen Städte nach dem Krieg aus. Die heutige alte Generation hat also eine ganz gewaltige Aufbauleistung vollbracht, von der die Jungen heute profitieren. Aber wie sieht es heute aus? Die Brücken oder Schulen, die damals gebaut wurden, sind heute marode und man ist nicht mal in der Lage, diese Bauten zu unterhalten. Wir haben also einen gewaltigen Investitionsstau, der die „schwarze Null“ als übles Täuschungsmanöver erscheinen lässt.

Wir sind also genau genommen überschuldet und nicht einmal in der Lage, in der Zeit des jetzigen Booms unsere Schulden zu tilgen.

Was viele übersehen, ist die Tatsache, dass wir zur Zeit auch in sehr starkem Maße von dem leben, was die Alten geschaffen haben: Der Staat verscherbelt dieses von den Alten aufgebaute Vermögen: Grundstücke, Post, Kasernen, Versicherungen, Krankenhäuser, Altenheime… alles wurde verkauft, und uns wird eingeredet, die Privaten würden es besser können (Die Wahrheit sieht aber leider so aus: https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/26/schlimme-nachricht-2/)

Wir leben zur Zeit in einer Illusion. Lesen Sie bitte dazu unbedingt die Wahrheit:

Märchen vom reichen Land: Wie sich Merkels Regierung die Finanzen schön rechnet | HuffPost Deutschland

Oder besser: Lesen Sie das nicht, wenn Sie ruhig schlafen wollen.

Wie wahnsinnig schnell sich die Verhältnisse auch in Deutschland ändern können, sehen wir am Beispiel von Argentinien oder Venezuela: Auf einmal stehen die Bürger vor dem Nichts und haben nicht einmal etwas zum Essen. Die Menschen in Venezuela profitieren nicht einmal vom Ölreichtum.

Ich bin oft froh, dass ich schon so alt bin, denn ich bin der Überzeugung, dass wir ganz Alten ein so schönes Leben gehabt haben, wie es keine andere Generation je hatte oder haben wird:

Wir haben zwar den Bombenhagel des Krieges und die damalige Hungersnot überleben müssen, aber dann ging es immer aufwärts: Es kamen: das Wirtschaftswunder mit der „Fresswelle“, die erste Urlaubsreise ins Ausland, ein eigenes Auto, später sogar ein eigenes Heim und Flugreisen in alle Welt. Das hätten wir uns in den kühnsten Träumen nicht erträumt.

Aber auch der dümmste Mensch weiß: Es kann so nicht weiter gehen und deshalb genießen die Leute alles, was geboten wird, ohne Rücksicht auf die Zukunft.

Reisen: Das fiel mir auf

Ich war wieder einmal in Nürnberg nach 60 Jahren. Als ich durch die schöne Stadt spazierte, ging ich an einer Gruppe junger Frauen vorbei, die vielleicht ihre Abi-Reise unternommen haben könnten. Eine von ihnen rief gerade aus: „I love Germany! It’s so beautiful!“ Recht hat sie. Und deshalb waren sogar auch Touristen aus dem fernen Japan und China hier unterwegs. Was ich mich dann immer frage: Wohin fährt die deutsche Jugend? Wenn ich mich so umschaue bei den jungen Leuten, die ich im Blickfeld habe, waren die in folgenden Ländern: Israel, USA, Kroatien, Türkei, sogar in Neuseeland, China, Japan… Keiner von ihnen hat sich mal in Deutschland umgesehen. Da kann man nur mit Laotse sagen: „Je weiter einer in die Ferne schweift, um so geringer wird seine Erkenntnis .“
Oder um es mit meinen Aphorismen zu sagen:
Es mag sein, dass Reisen bildet. Tourismus jedenfalls verblödet.“