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Programm der Grünen gegen den IS: Da fehlt doch noch etwas

Die Grünen haben einen Elf-Punkte-Plan vorgestellt, wie man gegen den IS vorgehen soll. Er enthält viele Selbstverständlichkeiten, aber etwas ganz Wichtiges fehlt. Mann sollte mit dem IS und den Islamisten reden. Viele werden das sinnlos finden, weil diese Leute so verbohrt sind, dass sie sachlichen Argumenten unzugänglich sind. Aber ein Versuch lohnt sich doch, denn wenn so auch nur ein einziger potenzieller Täter von einem Massaker abgehalten wird, hat sich der Versuch gelohnt.
Was man also sagen sollte, wäre dies: Ich vermisse bei den üblichen Bekenntnissen zur Liberalität einen leisen Hinweis auf die Achtung der religiösen Gefühle anderer. Nicht umsonst haben im Nahen Osten nicht nur Muslime, sondern auch Christen gegen die Mohammed-Karrikaturen protestiert.  In übrigen ist der Frieden wichtiger als das Witze-Machen. So viel zur Meinungsfreiheit.
Genau so wichtig wäre es, wenn man den potenziellen Terroristen die Frage nach dem Sinn ihres Handelns fragt: Glauben sie wirklich, dass sie Allah eine Freude machen, wenn sie mit einem Terroranschlag Unbeteiligte – u.U. auch Frauen und Kinder – umbringen? Und was bringen solche Taten? Unermessliches Leid für die Betroffenen und ihre Familien und für den Täter den Tod oder eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Aber der Staat wird dadurch nicht erschüttert. Es wird höchstens eine feindliche Gesinnung gegen die Moslems erzeugt, die solche Täter sicherlich nicht wollen.
Und man sollte die Täter auch fragen, ob sie sich wirklich anmaßen sollten, sich mit solchen Taten als Richter aufzuspielen, anstatt es Allah zu überlassen, was er bestrafen will oder nicht.
Schließlich sollte man fragen, wo denn die wirklich nachhaltig wahrnehmbaren Zeichen der Verdammung solcher Taten durch die Moslems bleiben: starke Worte von allen Imamen und Demonstrationen der Moslems für ein Ende solcher Gewalttaten – vielleicht verbunden mit einem Signal der Dankbarkeit der vielen Flüchtlinge unter den Moslems dafür, dass sie hier ein nobles Asyl gefunden haben.
Überlegen Sie mal, Herr Habeck: Das wären doch mal neue Töne, die notwendig sind und Ihnen gut anstehen würden. zumal nicht ausgeschlossen ist, dass Sie einmal Kanzler werden könnten.
Wenn es so weiter geht wie bisher, könnte sich irgendwann einmal die Lage so zuspitzen, wie ich es in der Geschichte „Bartholomäusnacht in Berlin“ in der Leseecke geschildert habe, Wie leicht sich das Volk aufhetzen lässt, haben wir in der Reichskristallnacht gesehen.

Die schwere Schuld der Kirche

Heute wissen es viele genau: Der Islam ist kriegerisch und das Christentum friedlich. Dabei sollten wir doch etwas bescheidener sein. Es waren die Christen, die im 30-jährigen Krieg mit unvorstellbarer Grausamkeit halb Europa ausgerottet haben. Auch waren es die Christen, die Kreuzzüge geführt haben, die den Islam bis heute geprägt haben: Der IS nennt uns daher noch heute „Kreuzfahrer“.
Auch an den letzten beiden Kriegen waren die Kirchen beteiligt, indem sie die Waffen geweiht haben.
Als Beispiel für die Einstellung der Katholischen Kirche sei hier nur Kardinal Faulhaber erwähnt:
Für ihn war der 1. Weltkrieg für Deutschland ein gerechter Krieg im Sinne der katholischen Moraltheologie: „Nach meiner Überzeugung wird dieser Feldzug in der Kriegsthematik für uns das Schulbeispiel eines gerechten Krieges werden. … Es geht um eine heilige, gerechte Sache, die diesen furchtbaren Einsatz an Blut und Gut wert ist.““
Und als Hitler an die Macht kam, forderte er von seinen Kollegen „mehr Toleranz gegen die neue Regierung zu üben, die heute nicht bloß im Besitz der Macht ist, was unsere Grundsätze nicht umstoßen könnte, sondern rechtmäßig wie noch keine Revolutionspartei in den Besitz der Macht gelangte.“
Und als Faulhaber Hitler auf dem Obersalzberg besuchte, sagte er zu ihm: „“Sie sind als das Oberhaupt des Deutschen Reiches für uns gottgesetzte Autorität, rechtmäßige Obrigkeit, der wir im Gewissen Ehrfurcht und Gehorsam schulden. Herr Reichskanzler haben so klar gesagt, Missachtung der staatlichen Autorität erschüttere die Achtung vor jeder Autorität.“ Ich glaube, dass der Autoritätsgedanke in keiner Religionsgesellschaft so stark betont wird wie in der katholischen Kirche.“
Kein einziger deutscher Bischof verurteilte seinerzeit öffentlich die Deportationen der Juden, obwohl sie alle davon wussten.
Und wenn man heute immer wieder von der Schuld der Deutschen spricht, besteht diese darin, dass die frühere Generation zu fromm und autoritätsgläubig war. Gemäß dem Gesetz des Dondolismus erleben wir nun den umgekehrten Trend: Respektlosigkeit und Austrittswellen bei den Kirchen.

Vorbild Islam?


Ich habe die Bücher über die „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Deschner gelesen und bin zutiefst erschrocken über die unglaublichen Verbrechen, die u.a. bei den Kreuzzügen geschehen sind.
Es verwundert nicht, dass solche Ereignisse sich tief in das Gedächtnis der Moslems eingeprägt haben.
Ähnlich verhält es sich mit dem
Zusammenleben von Christen und Moslems in Spanien: Welch kulturelle Blüte hat das Land durch den Einfluss der maurischen Kultur erlebt – bis dann die christliche Inquisition die friedliche Koexistenz von Christen und Moslems beendete, wie wir in dem eindrucksvollen Buch von Tariq „Im Schatten des Granatapfelbaums“ lesen können.
Umso erstaunter war ich, als ich bei der Vorbereitung auf meinen Urlaub die Geschichte von Rhodos las. Die prächtigen Bauten auf der Insel wurden vom Johanniter-Orden errichtet.
Und man kann es sich kaum vorstellen, wie die gewaltigen Festungsanlagen von Süleyman erobert worden sind. Damals begingen viele Einwohner von Rhodos Selbstmord, weil sie das Schlimmste befürchteten, als die Osmanen kamen. Aber – oh Wunder! Süleyman war ganz anders, als man gedacht hatte: Er rächte sich nicht für die Gräuel, die die Christen begangen hatten, sondern schenkte seinem Gegner, dem Großmeister des Ordens, ein prächtiges Pferd und gewährte den Christen Religionsfreiheit.
Was wir diesen Beispielen entnehmen können ist dies: Hier hatte sich der Islam als moralisch und kulturell überlegene Religion gezeigt. Wie schön wäre es, wenn der Islam an diese Tradition anknüpfen würde und er den Kampf um Rhodos mit der anschließenden Versöhnung auch den Taliban sowie dem IS als Vorbild predigen würde.

Zum Sonntag: Bibel als wahres Wort Gottes?

Wenn wir sehen, welche Verbrechen der IS begeht, sind wir geneigt zu sagen: „So etwas hat es früher nicht gegeben.“ Und manche finden, dass hier der Islam sein wahres kriegerisches Gesicht zeigen würde. Wirklich? Ist nicht auch das Christentum ähnlich gewesen? Was lesen wir denn in der Bibel:
„“Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts erschlagen. Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, und alle Beute sollst du unter dir austeilen… Aber in den Städten dieser Völker hier sollst du nichts leben lassen, was Odem hat.“
(5. Mose 20, 2-4.13-14.16)
Oder:
„So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.“*
(4. Mose 31, 17-18)
„Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert.“
(Psalm 137, 9)
Warum distanziert sich die Kirche nicht von solchen Teilen des Alten Testaments, sondern schreibt im Katholischen Katechismus:
„“123 Die Christen verehren das Alte Testament als wahres Wort Gottes.“ Wirklich?
Den Gedanken, das Alte Testament aufzugeben, weil das Neue es hinfällig gemacht habe [Markionismus], wies die Kirche stets entschieden zurück.“
Das brutalste Abschlachten, das es je in Europa gegeben hat, fand im 30-jährigen Krieg statt. Dabei handelte es sich um eine Auseinandersetzung der Religionen, die typischerweise mit aller Brutalität ausgetragen wurde. Die halbe Bevölkerung wurde damals in Europa ausgerottet.
Ausgerechnet diejenigen, die die Kirche als ihre schärfsten Gegner betrachtete, nämlich die Freimaurer, sorgten dann für eine gewisse „Humanisierung“ des Krieges, die schließlich in der Genfer Konvention ihren Niederschlag fand.
Aber leider wurde dieses Abkommen schon im letzten Krieg quasi außer Kraft gesetzt. Der Terrorangriff der Alliierten auf Dresden, der sich nur gegen die Zivilbevölkerung richtete, war sozusagen der Gipfelpunkt dieser Kriegsverbrechen beider Seiten. Das ist insofern sehr bedauerlich, als wir den Westen in den heutigen Kriegen nicht als leuchtendes Beispiel hinstellen können, sondern der Terrorismus findet seine moralische Rechtfertigung in den Untaten, die in den letzten Kriegen geschehen sind und vom Westen zu verantworten sind.
Nun tritt die Kriegführung in eine neue Dimension ein. Man tötet nicht mehr die gegnerischen Soldaten, sondern deren Familien. So hat es gerade jedenfalls der IS angekündigt und die Adressen von französischen Soldaten abgegriffen.
Spannend würde es, wenn wirklich mal eine deutsche Familie getötet würde, weil ein Angehöriger in Afghanistan kämpft. Wie schnell würde Deutschland wohl kriegsmüde werden.

Afghanistan – alles umsonst?


Afghanistan ist ein Fass ohne Boden: Seit 17 Jahren bemühen sich Truppen aus allen möglichen Nationen, das Land zu stabilisieren, doch hat man den Eindruck, als würden die Taliban und der IS immer stärker.
Ausgerechnet in dieser heiklen Lage will US-Präsident Donald Trump die Hälfte der 14.000 amerikanischen Streitkräfte aus dem Land abziehen. Warum dies kurzsichtig und unmoralisch ist, habe ich gestern hier beschrieben.

Was aber werden die Konsequenzen von Trumps Plänen sein? Natürlich wird die Terrorgefahr nicht nur in Afghanistan, sondern auch in den westlichen Ländern ansteigen, wenn die Taliban und der IS weniger im Zaum gehalten werden können. Und unsere Truppen werden stärker gefährdet sein, wenn die Unterstützung von 7000 Amis fehlt.
Da haben wir nun zwei Alternativen: Wir und die anderen Verbündeten stocken unsere Truppen entsprechend auf. Die Frage ist nur, ob dies politisch durchsetzbar ist. Die Menschen werden sagen: Was sollen wir das Leben unserer jungen Männer opfern, wenn dabei nichts heraus kommt: Was man in 17 Jahren nicht erreicht hat, wird man auch in Zukunft nicht erwarten können.
Die zweite Alternative wäre: Wir ziehen unsere Truppen ab und überlassen das Land seinem Schicksal. Das wäre wohl auch keine befriedigende Lösung: Es wird nämlich den Taliban und dem IS einen gewaltigen Auftrieb geben, wenn der Westen die Waffen streckt. Und dann werden die Terroristen eine sichere Basis haben, von der aus sie ihre Terroraktionen gegen den Westen planen können.
Eines steht jedenfalls fest: Unsere Verteidigungsministerin ist nicht zu beneiden.

Trumps beschränkte Sichtweise

„Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein“, sagte Trump gerade bei seinem ersten Truppenbesuch. Es ist aber doch ein bisschen anders, als er die Lage sieht:
Die USA haben mit ihrem auf Lügen basierenden Irakkrieg den ganzen Nahen Osten destabilisiert. Wer so etwas tut, hat die verdammte moralische Pflicht, dort wieder Ordnung zu schaffen.
Entsprechendes gilt für Afghanistan. Es waren doch die USA, die die Taliban unterstützt und bewaffnet haben. Nun sind es die USA, die eigentlich allein das Land wieder befrieden müssten.
Abgesehen von den moralischen Aspekten, die Trump sicherlich nicht versteht, geht es auch um die Sicherheit der USA: Wenn man dem IS und den Taliban eine Aufmarschbasis überlässt, werden sie das mit Sicherheit auch ausnutzen. Dann werden die USA wohl wieder einen Nine-eleven erleben oder Schlimmeres. Manchmal frage ich mich, wie lange wohl dauert, bis die Terroristen über eine Atombombe verfügen. Aber ein bisschen Plutonium im Trinkwasser von New York täte es auch.

Soldat oder Mörder?


Gerade hat ein Mann in Marseille 2 Mädchen erstochen und dabei „Allah akbar!“ gerufen. Der IS beansprucht die Tat für sich und behauptet, der Mann sei sein „Soldat“ gewesen. Was sollen das denn für „Soldaten“ sein, die harmlose Mädchen umbringen? Auftragskiller sind sie! Und wer meint, mit solchen Taten Gott einen Gefallen zu tun, muss geisteskrank sein. Dies allein schon deshalb, weil solche Taten völlig sinnlos sind. Sie wirken eher kontraproduktiv: Je mehr solche Taten begangen werden, umso stärker werden die Rechtsextremen. Und wenn es ganz schlimm wird, kann es einmal überhaupt zur Vertreibung aller Moslems kommen, wie Sie in der Geschichte „Bartholomäusnacht in Berlin“ lesen können (die zweite in der Leseecke). Wie schnell sich Massen gegen eine Bevölkerungsgruppe mobilisieren lassen, hat die Reichskristallnacht gezeigt.

Der Mensch ist von Natur aus ein krankes Raubtier, das mit einer dünnen Tünche von Zivilisation überstrichen ist.
H. Pöll, Autor

Deshalb sollten Politiker nicht ihren stereotypen Abscheu über die Taten des IS äußern, sondern die schäbige Feigheit und Sinnlosigkeit herausstellen und insbesondere auf die Konsequenzen für die hier lebenden Moslems hinweisen.

Die „Merkeltoten“

Merkel
Ein Aufschrei ging durch die Mainstream-Medien und die Parteien, als der AfD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, der Kanzlerin die Schuld am Attentat von Berlin gab. Die Regierung blieb ihrer Linie treu und beharrte auf ihrer Devise: „Kein Generalverdacht gegen Flüchtlinge!“ Ich habe mich von vornherein gegen diese Devise gewehrt:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/10/12/generalverdacht-ein-bloedes-wort/
https://autorenseite.wordpress.com/2016/06/11/generalverdacht-gegen-fluechtlinge/
Und ich habe damit Recht gehabt. Der Fall Amri (er ist nicht der einzige) hat klar gezeigt, dass natürlich der IS die Chance ausgenutzt hat, seine Leute im Zuge der Flüchtlingswelle nach Deutschland einzuschleusen. Wenn die Chefs von BND und BKA so etwas ausgeschlossen hatten, so zeigt sich, dass sie fehl an ihrem Platz sind. Wie naiv argumentierte doch der BKA-Chef: „Wenn Sie schauen, welchen Risiken man sich auch aussetzt, wenn man zum Beispiel über das Mittelmeer nach Deutschland kommt, dann glaube ich, gibt’s einfachere Möglichkeiten, um hierher zu kommen, wenn man das planen würde. Dafür braucht man keinen Flüchtlingsstrom, den man nutzen muss.“ Der BKA-Chef übersieht völlig, dass die IS-Kämpfer nicht mit einem Schlauchboot übers Mittelmeer kommen mussten, um sich in den Flüchtlingsstrom einreihen zu können. Sie verfügen über so viel Geld, dass sie sich ein eigenes Schiff mieten oder sogar kaufen konnten.
Die offizielle Linie, nämlich Terrorismus und Flüchtlingswelle zu trennen, ist nun endgültig gescheitert. Und so hat es nun auch die ARD gewagt, in der Sendung „Report München“ v.17.1. auf solche Zusammenhänge hinzuweisen.
Wann endlich setzt sich die allgemeine Überzeugung durch, dass Merkels Flüchtlingspolitik ein kapitaler Fehler war. Trump hat es ihr in aller Deutlichkeit gesagt. Aber die Kanzlerin bleibt uneinsichtig wie schon corher bei ihrer Devise „Wir schaffen das!“. Sie sagte zu Trumps Kommentar, der Anti-Terror-Kampf sei eine große Herausforderung für alle. „Ich würde das von der Frage der Flüchtlinge noch einmal deutlich trennen.“ Nein, Frau Merkel, jetzt nach Berlin können Sie das nicht mehr tun!
Die Kanzlerin hätte ihrem Entwicklungshilfeminister folgen müssen und die Flüchtlingscamps in der Türkei besser unterstützen müssen, dann hätten die Flüchtlinge dort abwarten können, dass sich die Lage in ihrer Heimat wieder normalisiert und sie hätten nicht die lebensgefährliche Flucht übers Mittelmeer antreten müssen.
Eine ehrliche, umsichtige Politik hätte übrigens den Bürgern anlässlich der Flüchtlingswelle gesagt: „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass mit den Flüchtlingen IS-Kämpfer zu uns kommen. Und es ist auch zu erwarten, dass sich unter den vielen Moslems der Salafismus ausbreitet. Wir haben uns aber entschlossen, den Flüchtlingen trotzdem zu helfen, obwohl dies einige unserer Bürger das Leben kosten wird.“

Die Wurzel des Terrors

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Haben Sie einmal darüber nachgedacht, wo die Wurzeln des Terrors liegen?
Manche finden sie in den Religionen. Auch ich habe einmal in meinen Aphorismen geschrieben, wie schön eine Welt ohne Religionen wäre: Keine Hexenverbrennungen, keine Kreuzzüge, kein 30-jähriger Krieg, der halb Europa ausgerottet hat, kein IS…
Nicht nur im Koran, sondern auch in der Bibel finden wir Beispiele des Terrors:

„Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?“ (4. Mose 31,14-15)
„So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.“ (4. Mose 31,17-18)
Auch Gott selbst soll laut Bibel zur Gewalt aufgefordert haben, indem er gesagt haben soll: „So zieh nun hin und schlage die Amalekiter und verbanne sie mit allem, was sie haben; schone ihrer nicht, sondern töte Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel!“(1. Samuel 15,3)
Und auch der IS beruft sich auf eine Religion, nämlich den Islam. Wenn der IS Attentate verübt, die sich unterschiedslos gegen Männer, Frauen und Kinder richten, so sieht er darin eine gerechte Strafe für die amerikanischen Drohnenangriffe, bei denen ja oft mehr unschuldige Zivilisten ums Leben kommen als IS-Kämpfer.
Wahrscheinlich spielt auch beim Terror die allgemeine Entwicklung der Kriegsführung eine Rolle: Betrachtet man die Kriege bis einschließlich zum 1. Weltkrieg, so kann man feststellen, dass sich trotz aller Brutalität eines Krieges doch auch eine gewisse Humanität einstellte: Es kämpften Soldaten gegen Soldaten und die Zivilbevölkerung blieb weitgehend verschont. In der Kriegsführung selbst konnte man sogar manchmal sogar eine Art von Ritterlichkeit beobachten. Mein vor Verdun gefallener Onkel hatte ein Bild aufgenommen, auf dem französische Soldaten in die Gefangenschaft marschierten und die Deutschen vor ihnen das Gewehr präsentierten, weil die Franzosen so tapfer gekämpft hatten.
Der 2. Weltkrieg brachte dann einen Rückfall in die übelste Brutalität: Schuld war sicherlich Hitler, der den Briten drohte, er werde „ihre Städte ausradieren“. Aber dass die Alliierten das auch dann noch mit gleicher Rücksichtslosigkeit heimzahlten, indem sie Terrorangriffe auf das am Boden liegende Deutschland flogen (z.B. Dresden), war ein Kriegsverbrechen besonderer Qualität. Ich erinnere mich noch an die Tieffliegerangriffe der Briten: Da wurden wir Kinder beim Kartoffelsammeln beschossen oder auch die endlosen elenden Flüchtlingstrecks, die durch unsere Straßen zogen.
Die unglaubliche Art, wie zivilisierte Völker im 2. Weltkrieg auf einander los schlugen, hat die Unmenschlichkeit wieder salonfähig gemacht, die zuvor eher ein Anachronismus aus früheren Zeiten war. Und so stehen die IS-Mitglieder aus ihrer Sicht als Kämpfer da, die die gleichen Mittel anwenden wie der sog. zivilisierte Westen. Nur eines will der IS nicht sehen: Der Terror der Alliierten war nicht nur sinnlos, sondern kontraproduktiv, weil die Deutschen lieber bis zum letzten Blutstropfen kämpften, als sich den Alliierten auszuliefern. Und auch die RAF ist ein Beispiel dafür, dass Attentate nichts bringen.
Man sollte den IS an den Sultan Suleiman erinnern. Obwohl die Christen ihre Kreuzzüge mit unmenschlicher Härte geführt hatten, zeigte er sich bei der Eroberung von Rhodos bewundernswert großzügig: Er gewährte u.a. Religionsfreiheit.