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Entlarvung von Lindner und Co


FDP-Chef Lindner wiederholte bei seinem Fernsehinterview das Mantra seiner Partei: Spitzenverdienende müssten besonders entlastet werden, denn das seien Menschen, die Arbeitsplätze schaffen.
Wir wissen ja, dass im Zeitalter des Merkelismus die Reichen unter dem besonderen Schutz des Staates stehen: Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter, besonders nun auch in der Coronazeit. Da will natürlich Lindner nicht abseits stehen. Ihn interessiert nicht, was man dagegen tun muss, dass immer weniger Menschen immer mehr besitzen und dass sie dadurch zu einer Gefahr für die Demokratie werden, denn wer Geld hat, bestimmt, wo es lang geht.

Die These, dass die Spitzenverdiener Arbeitsplätze schaffen, sollte doch einmal von Wissenschaftlern untersucht werden: Nehmen wir einen Fußballspieler, der Millionen verdient: Interessieren den überhaupt die Arbeitsplätze? Wohl kaum! Er investiert dort, wo es am meisten Geld bringt, vielleicht in australische Silberminen oder japanische Container.
Auf jeden Fall aber würden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, wenn man den weniger Bemittelten mehr gönnen würde: Die würden das Geld nämlich ausgeben und damit der Konjunktur eine Spritze verpassen.

Überfällig ist also eine Studie darüber, was aus dem Geld wird, wenn man es den Reichen zuschiebt oder den Ärmeren zukommen lässt. Ich glaube, dann würde Lindner sehr schlecht aussehen.
Übrigens erweckt Lindner mit seiner These den Eindruck, als könnten die reichen Unternehmer das Geld, das sie in ihr Unternehmen investieren und dadurch Arbeitsplätze schaffen, nicht sowieso von der Steuer absetzen.

 

Die Katholische Skandalkirche


Die Missbrauchsfälle sind immer noch nicht aufgearbeitet und schon erschüttert ein neuer Skandal die Katholische Kirche:
Es geht um den „Peterspfennig“. Dabei handelt es sich nach der offiziellen Darstellung des Vatikans um
„den guten Brauch, die Verkünder des Evangeliums materiell zu unterstützen, damit sie sich sowohl ihrer apostolischen Aufgabe ganz widmen, als auch der Bedürftigen annehmen können.“
In diesem Zusammenhang sind Fälle von Korruption aufgedeckt worden. Man muss schon Papst sein, um daran etwas Positives zu erkennen, nämlich dass die Fälle „von innen“ aufgedeckt wurden (also nicht so wie die Missbrauchsfälle unter der Decke gehalten wurden).
Was ich aber als den eigentlichen Skandal ansehe, ist die Tatsache, dass die Gelder in Luxusimmobilien in London angelegt wurden. Muss die Kirche, der ein Viertel von Rom gehört, auch noch einen Teil von London erwerben? Der Papst sagte hierzu laut Web.de:
»Es sei an sich noch keine Straftat, Gelder in Immobilien zu investieren. Eine gute Verwaltung, müsse Geld vernünftig anlegen, dazu gehöre auch, Immobilen zu kaufen und zu vermieten. Geld in den Sparstrumpf zu stecken, sei schlechte Verwaltung. Man müsse aber sichere und moralische Investitionen tätigen. „Wenn ich mit dem Peterspfennig in eine Waffenfabrik investiere, dann ist die Spende keine Spende.“«
So etwas vom Papst zu hören, hat mich doch erschreckt:
Zunächst einmal muss ich Seiner Heiligkeit widersprechen, wenn er meint, es sei keine Straftat, Gelder in Immobilien zu investieren: Doch, das ist eine Straftat, wenn man diese Gelder zur Verkündung des Evangeliums und zur Unterstützung der Bedürftigen gesammelt hat. Nehmen wir an, Sie sammeln im Internet für Bedürftige, beispielsweise für die Tafeln und kaufen sich dann von dem Geld ein Grundstück: Dann landen Sie hinter Gittern!
Die Anlage des Peterspfennigs in Immobilien ist auch deshalb unmoralisch, weil die Kirche sich dadurch in den Kreis der Spekulanten einreiht, die durch ihre Geldanlagen im Immobilienmarkt die Preise für Wohnungen so in die Höhe treiben, dass Wohnen zum Luxus geworden ist. Immerhin tröstet der Papst die Gläubigen damit, dass das Geld nicht in eine Waffenfabrik investiert wurde. Was haben wir da schon erleben müssen: Investitionen in die Pornobranche:
Lesen Sie bitte dazu auch: https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/

Reiches, armes Deutschland

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In Bayern gibt es immer weniger Freibäder. Eine Liste des Innenministeriums spricht von 51 Hallen- und Freibädern, deren Schließung zur Debatte steht, 44 mussten seit 2005 schon schließen. Ein Drittel der Bäder sind sanierungsbedürftig.
Bis zum Jahr 2030 müssen 10 000 Straßenbrücken in Deutschland ganz ersetzt werden, jede zweite ist in schlechtem Zustand und dringend sanierungsbedürftig, um von den herunter gekommenen Straßen gar nicht zu reden. Der Investitionsbedarf allein für die Brücken summiert sich auf 17 Milliarden Euro.
Und noch ein Beispiel: 33,7 Milliarden Euro werden benötigt, um alle deutschen Schulen zu sanieren. Die Stiftung Bildung schlägt Alarm und startet deshalb die Kampagne „Einstürzende Schulbauten“.
Ich gehöre zu der Generation, die Deutschland nach dem Krieg aufgebaut hat und frage die Politiker: Wie kann das sein, dass heute das, was seinerzeit aufgebaut wurde, heutzutage nicht einmal mehr richtig unterhalten werden kann, wo uns doch seit damals nur immer ein wirtschaftlicher Aufschwung gemeldet wurde?

Armes Deutschland

Wie arm wir geworden sind, sieht man am besten am Straßennetz. Wir haben nicht einmal das Geld, die Straßen, die früher viel Aufwand gebaut wurden, in gutem Zustand zu unterhalten. Die Erbauer mussten ja auch damals noch die Grundstücke erwerben, wovon wir heute noch profitieren.
Auch viele Schulen und andere öffentliche Gebäude sind heute herunter gekommen. Es hat sich ein Investitionsstau von einer Billion Euro gebildet, wie das DIW errechnet hat.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/diw-fordert-milliardeninvestitionen-in-infrastruktur-a-907378.html
Die vorigen Generationen haben also enorme Aufbauleistungen erbracht (neben dem Straßennetz auch noch u.a. Bahn und Post mit teuersten Innenstadtgrundstücken). Wie kann es sein, dass wir das, was geschaffen wurde, nicht einmal mehr in Schuss halten können und teilweise sogar verkaufen müssen? 221 Autobahnbrücken sind dringend erneuerungsbedürftig. Eine der meistbefahrenen Brücken ist die Leverkusener, die für den Schwerverkehr gesperrt werden musste. Das bringt allein für einen betroffenen Spediteur Mehrkosten von 1700 Euro täglich. Mit diesem Beispiel soll beleuchtet werden, dass der Investitionsstau für die Volkswirtschaft einen enormen Schaden zur Folge hat.
Man müsste einmal den Schaden, den die Wirtschaft infolge der maroden Infrastruktur erleidet, mit dem jetzt fälligen Investitionsaufwand vergleichen. Wer nicht das Geld hat, einen wesentlich höheren Schaden abzuwenden, ist eigentlich pleite.
Die Sanierung der Straßen wird übrigens nur äußerst sparsam betrieben. Das kann ich bei uns in Oberbayern sehen. Viele Brücken, die wenig benutzt werden, werden einfach entfernt. – Und früher hatte man das Geld, sie und die Zufahrtsstraßen zu bauen!
Vor diesem Hintergrund sollte man auch die Wahlversprechen der CDU/CSU sehen. Wahrscheinlich kommt die PKW-Maut, um nur die notwendigsten Investitionen im Straßenbau bezahlen zu können. Auch hier nähert sich die Regierung also der SPD an, die Steuererhöhungen in Aussicht stellt. Die Maut ist ja auch nur eine Steuer mit anderem Etikett.