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Wir gewöhnen uns an alles – dank Merkel


Die Kanzlerin betreibt eine Politik der sanften Gewöhnung des Volkes an den Abstieg. Wo wir hinschauen, geht es bergab.
Gerade werden wir damit konfrontiert, dass es bei allen möglichen Medikamenten Engpässe gibt, sogar bei lebensrettenden. In den Salzburger
Nachrichten lesen wir, dass bei einem einzigen Pharmahersteller fast 1000 Medikamente nicht lieferbar waren:
https://www.sn.at/panorama/oesterreich/apotheker-fuer-versachlichung-der-debatte-um-lieferengpaesse-77865649
Bei uns müssen Menschen sterben, weil die Notaufnahmen und Intensivstationen aus Kostenersparnisgründen immer weniger und kleiner werden:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/26/schlimme-nachricht-2/
Und doie Palliativ-Medizin können wir uns auch nicht mehr recht leisten:
https://ostblog.wordpress.com/2019/10/18/bis-zur-bahre/
Das nehmen die Bürger hin mit stoischer Gelassenheit: Ist eben Kismet (solange sie nicht selbst dran sind).
Daneben fällt es gar nicht besonders ins Gewicht, dass unsere Sparguthaben langsam durch Inflation und Nullzinspolitik enteignet werden – ist ja nur Geld!
Dass die Armen immer mehr werden und die Tafeln immer mehr Zulauf haben, hindert die Bürger nicht, Parteien zu wählen, die „christlich“ und „sozial“ in ihrem Namen tragen.
Und wenn die Reichen und Unternehmer ihre Einkünfte ständig gewaltig steigern können, freuen sich die Arbeitnehmer schon, wenn sie einen kleinen Inflationsausgleich erstreiken können.
Wenn man den Umfragen glauben kann, fühlt sich das Volk trotzdem dank Merkel wohl und die Kanzlerin erzielt die höchsten Sympathiewerte bei den Umfragen.
Nur ein paar Quertreiber wie ich rufen hier öfter auf: „Deutschland erwach
e!“ und fordern eine radikal-soziale Partei. Das einzige, was passiert, ist, dass die AfD immer stärker wird trotz aller organisierten Aufmärsche und aller Vorwürfe, die sogar in Schuldzuweisungen an Morden gipfeln.

Werden wir immer dümmer? (II)


Wenn man so alt wird wie ich, staunt man, wie schnell und wie sehr sich alles ändert:
Früher wurden Schwule bestraft, heute findet man das gut so.
Früher war das Zusammenleben Unverheirateter ein strafbares öffentliches Ärgernis, heute ist es normal.
Früher gab es Umstandsmoden, die die Schwangerschaft verbergen sollen, heute stellen Frauen ihre Babybäuche in Illustrierten zur Schau.
So gäbe es noch viele Beispiele, aber ich will hier ein besonderes herausgreifen, das zeigt, wie dumm wir geworden sind:
Früher gehörten die Krankenhäuser überwiegend der öffentlichen Hand oder kirchlichen Orden und alles hat bestens funktioniert. Da erschien sogar der Koch am Krankenbett und fragte, ob man besondere Wünsche habe. Und heute? Da werden die kostenintensiven Notaufnahmen oft zu klein gehalten mit der Folge, dass Sanitätswagen oft mehrere Krankenhäuser anfahren müssen, um einen lebensgefährlich Verletzten unterbringen zu können. Die ersten Menschen müssen sterben, weil die Intensivstationen keinen Platz für sie haben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/11/17/schlimme-nachrichten-10/
Die Krankenhäuser leiden genauso wie die Pflegeheime an Personalmangel. Und warum ist das so? Uns wird gesagt, das würde am fehlenden Nachwuchs liegen. Das stimmt aber so nicht: Wir hätten genügend Menschen, nur arbeiten die am falschen Arbeitsplatz. Eine Krankenschwester sagte mir neulich, sie müsse sehr hart arbeiten und der Nachtdiens falle ihr schwer, während ihre Freundin in einem Bekleidungsgeschäft „eine ruhige Kugel schieben“ würde und dabei wesentlich besser bezahlt würde.
Wir sind nicht mehr wie früher in der Lage, die Menschen dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden, denn sie arbeiten dort, wo sie das meiste Geld einbringen:
Heutzutage sind die Innenstädte voll von Bekleidungsgeschäften, weil die Leute gerne shoppen gehen. Ein solches Vergnügen konnte man sich früher nicht leisten. Dadurch war das Personal, das heute für das Einkaufsvergnügen der Menschen in den vielen Modeläden arbeitet, für wichtigere Tätigkeiten wie die Krankenpflege frei.
Noch schlimmer ist es in der Unterhaltungsindustrie: Schauen Sie allein schon einmal die vielen überflüssigen Fernsehsender an und überlegen Sie mal, wie viele Menschen dort beschäftigt sind, um etwas zu produzieren, auf das man gerne verzichten könnte. Ein Dutzend Sender wäre schon mehr als genug.
Warum bringen wir es nicht fertig, die Menschen wieder dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden? Sind wir dazu zu dumm? Die Politiker versuchen, das zu vertuschen, indem sie fälschlich die Schuld dem fehlenden Nachwuchs zuschreiben.
Wir verhalten uns im Grunde genommen so ähnlich, wie ein Straßenfeger, der einen Unfall beobachtet, aber nicht hilft, weil er meint, erst die Straße kehren zu müssen.

Schlimme Nachrichten

In den USA sind die Medikamente teurer als anderswo. Arme können sie daher nicht mehr bezahlen. Mancher Zuckerkranke kann sich kein Insulin mehr kaufen und muss halt an seiner Krankheit sterben. Gott sei Dank ist es bei uns nicht so – werden viele denken. Das wäre aber ein Irrtum. Bei uns müssen Menschen sterben, weil wir an den Intensivstationen sparen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/27/schlimmer-als-alles-bisher-erlebte/
Und auch die kostenintensiven Notaufnahmen sind ihren Aufgaben oft nicht mehr gewachsen, weil auch hier der Rotstift regiert.
In Trier gibt es keine Kinderkrebsstation mehr. Da müssen nun die ohnehin stark belasteten Eltern weit fahren, um jeden Tag ihr Kind zu besuchen.
Warum können wir uns heute nicht mehr leisten, was früher selbstverständlich war? Sind wir zu dumm oder sind bei uns die Machtstrukturen so pervers, dass das Geld wichtiger ist als die Menschen?

„Schlimmer als alles bisher Erlebte!“


Diese Äußerung des Nothilfe-Koordinator der Vereinten Nationen, Marc Lowcock, zum Jemen könnte auch für unseren Krankenhausbetrieb gelten. Lesen Sie doch mal die schlimme Nachricht von gestern! Und dann versetzen Sie sich mal in die Lage der betroffenen Eltern. Die fahren vielleicht im Krankenwagen mit ihrem schwer verletzten Kind in die Klinik. Dort sind schon drei weitere Elternpaare in vergleichbarer Lage und der Arzt eröffnet ihnen, er habe in der Intensivstation nur Platz für zwei dieser Kinder. Das bedeutet das Todesurteil für die anderen beiden. Stellen Sie sich vor, eines dieser Kinder wäre das Ihre! Welche wahnsinnige Verzweiflung, Wut und Trauer würde über Sie herein brechen!
Oder versetzen Sie sich mal in die Lage jenes Arztes, der ja helfen will, aber nicht kann, weil die träge Bürokratie nicht das notwendige Personal beibringen kann. Wie hält man das aus?
Wir haben uns daran gewöhnt, statistisch zu denken: Wir hören zwar, wie viel Personal in den Krankenhäusern fehlt. Aber welche Schicksale dahinter stehen, blenden wir aus.
Dasselbe ist es beim Dieselskandal. Wir haben zwar die statistischen Luftwerte im Auge, aber nicht deren Folgen. In London sterben beispielsweise jährlich 9000 Menschen an Luftverschmutzung. Wie viel es in Berlin oder München sind, wird uns vorenthalten nach dem Motto: Nur keine Panik! Und wer will auch schon im Fernsehen eine Dokumentation über das grausame Schicksal eines Menschen sehen, der ständig wegen der Luftverschmutzung kurz vor dem Sterben ist? Von einem solchen Betroffenen hörte ich einmal den Satz: „Tausend Tode bin ich schon gestorben.“