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Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen. Es wäre nett, wenn Sie daraus einmal etwas zitieren würden.

Der größte Sieg, den du erringen kannst, ist der über den inneren Schweinehund .
(Philosophisch tiefsinniger heißt es in der
Bhagavad Gita: Der Erhabene sprach: Dem ist das Selbst sein eigener Freund, der durch das Selbst das Selbst besiegt.)

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Das Beste, was man im Urlaub tun kann: Bergsteigen


> Zunächst einmal ist man dort, wo die Natur am schönsten ist. Zweimal habe ich am Berg Frauen weinen sehen, weil sie von den herrlichen Eindrücken so sehr überwältigt waren:
Einmal am Watzmannhaus sah ich eine weinende Frau und wollte sie trösten. Aber sie sagte:
„Ich weine einfach, weil es so schön hier ist.“
Ein anderes Mal weinte eine Frau aus einer Wandergruppe auf der Zwieselalm. Der Bergführer fragte sie natürlich nach dem Grund und sie antwortete:
„… dass ich im Herbst meines Lebens noch so was erleben darf!“
Und der Bergführer nahm sie in den Arm und sagte: „Madel, wer wird denn von Herbst reden? Sommer ist‘s no bei dir.“
„Dann aber Spätsommer.“
Das sind zwei Erlebnisse die zeigen, wie sehr einen das Erleben der Natur aufwühlen kann. Leider ist vielen die Antenne für ein derartiges Erlebnis verloren gegangen.

> „Der Berg nimmt dir die Beichte ab!“ pflegte mein Vater zu sagen. Das stimmt wirklich, denn wenn man hoch hinauf steigt, merkt man, wie es um den Gesundheitszustand steht:
„Wenn i mit meiner Wampen kannt.
Aufi auf die Kampenwand…“
(Wampe ist bekanntlich der bayerische Ausdruck für Bauch.)
Man sollte schon als normaler Mensch im gemessenen Bergsteigerschritt mehrere Stunden aufsteigen und das „derschnaufen“ können.
Bergsteigen ist also gesund. Das kann ich mit meinen 86 Jahren mit Fug und Recht behaupten: Gerade stellte beispielsweise ein Arzt bei mir fest, das ich noch „jungfräuliche Knie“ habe. Oder anderes Beispiel: Die alten Bergsteiger sind meist keine Brillenträger…
> „Der größte Sieg, den du erringen kannst, ist der über den inneren Schweinehund.“ So lesen Sie es in meinen Aphorismen.
(Philosophisch tiefsinniger heißt es in der Bhagavad Gita: „Der Erhabene sprach: Dem ist das Selbst sein eigener Freund, der durch das Selbst das Selbst besiegt.“)
Einen anstrengenden Berg bezwungen zu haben, womöglich auf einer schwierigen oder anstrengenden Route, macht unheimlich glücklich. Das stärkt das Selbstbewusstsein und befähigt einen, auch andere schwere Aufgaben, die das Leben stellt, ohne kopflosen Stress zu bewältigen.
> Wenig bekannt ist, dass das Bergsteigen wie Doping wirkt. Weil die Luft oben dünner wird, nimmt das Blut mehr Sauerstoff auf und so kommt ein Bergwanderer wie ich auf Blutwerte, die – wie mein Arzt feststellte – im Dopingbereich liegen. Welchen Auftrieb kann also eine Bergwanderung geben!
> Bergsteigen ist so ähnlich wie eine Wallfahrt, nur eben nicht religiös. Aber viele Religionen setzen die Wallfahrten ein, um das religiösen Erlebnis zu vertiefen.
Auch beim Bergsteigen denkt man natürlich über vieles nach. Aber das Denken ist hier umfassender: Man befasst sich nicht nur mit Gott und der Welt, sondern auch mit sich selbst.
Bergsteigen ist sozusagen auch die Selbstjustierung der Persönlichkeit. Wie sagte einmal ein alter Bergsteiger zu einem Touristen:
„Geh‘ mal aufi auf‘n Watzmann! Da kimmst als völlig anderer Mensch wieder runter.“ (mindestens als müder)
> Aber vor allem: Bergsteigen macht unheimlich viel Spaß.