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Der Landrat von Ahrweiler und sein Rücktritt

Der Mensch, besonders der Homo politicus, reagiert träge, wie wir gerade bei der Evakuierung aus Afghanistan sehen. Da fragen die Politiker: Wer hätte denn voraussehen können, dass die Taliban schneller kommen, als sich unsere träge Bürokratie zum Handeln entschloss?

Was das träge Handeln anbetrifft: Bei der Hochwasserkatastrophe von Ahrweiler ermittelt nun die Staatsanwaltschaft, ob der Landrat zu spät gewarnt hat. Der Mann ist inzwischen krank geworden, was man nachfühlen kann, und er ist zurück getreten.
Was ich mich nur frage ist dies. Wenn der Wetterdienst vor Unwettern gewarnt hat: Konnte man wirklich ahnen, dass schlagartig eine solche Menge Wasser daher kommt, dass Ortschaften zerstört werden? Normalerweise hätte man doch annehmen können, dass das Wasser in einer Geschwindigkeit ansteigt, die Menschen Zeit lässt, auf die Gefahr zu reagieren, aber doch nicht so schnell und stark, dass ganze Häuser weggerissen werden. Schließlich gab es ja beim Oderbruch oder in Passau auch keine Toten.

Ähnlich ist es auch gerade in der Höllenbachlamm, wo infolge des starken Regens zwei Todesopfer zu beklagen sind. Auch dort scheint die Katastrophe so schlagartig herein gebrochen zu sein, dass deren Ausmaß verkannt wurde.

Hochwasser: Das wäre Baerbocks Chance

Man sagt ja, dass Schröder seinen Wahlsieg dem Oderbruch verdanke, weil er damals in gelben Gummistiefeln am Unglücksort erschienen war und mit den Menschen gesprochen hat. Nun wandeln sie alle auf Schröders Spuren: Laschet, Scholz,  Merkel, Steinmeier… Das gibt halt „tolle Bilder“ im Fernsehen.
Das letzte, was ich von Frau Baerbock gehört habe, ist, dass sie ihren Urlaub abgebrochen hat. Sie wird also nun wohl auch noch als Nachzüglerin im Katastrophengebiet erscheinen. Das macht sich nicht gut. Aber sie hätte eine gute Chance, es besser zu machen als all die „Polit-Touris“ vor ihr: Sie könnte einen Tag lang mit den verzweifelten Menschen nicht nur reden, sondern auch zupacken. Auf so etwas warten die Menschen bei jeder Katastrophe vergeblich (anstatt der üblichen Sprechblasen in die Kameras).
Wenn wir eine dreckverschmierte erschöpfte Frau Baerbock bei der Arbeit sehen würden, sähen die bisherigen alten Ortsbesichtiger daneben wie Behinderte oder Gaffer aus, besonders ihr Hauptkontrahent Laschet, der während einer Rede des Bundespräsidenten völlig unangemessen gelacht hat:
https://web.de/magazine/panorama/lachender-laschet-erftstadt-sorgt-empoerte-reaktionen-36002874
Aber die Frau wird wohl weiter beratungsresistent bleiben.

Hochwasserkatastrophe: Aus dem Oderbruch nichts gelernt

Eines der Hauptprobleme bei solchen Katastrophen ist die Tatsache, dass in den voll gelaufenen Kellern die Öltanks vom Boden an die Decke schwimmen. Dabei reißen die Leitungen und das Öl vermischt sich mit dem Wasser.  So läuft eine stinkige verschmutzte ölhaltige Brühe durch Orte und Landschaften. Das Üble ist, dass sich der Ölgeruch nicht so einfach verflüchtigt, sondern die ölgetränkten Hauswände stinken noch wer weiß wie lange.
Schon beim Oderbruch-Hochwasser habe ich daher vorgeschlagen, dass Öltanks in hochwassergefährdeten Gebieten befestigt werden, so dass sie nicht schwimmen können. Das ginge ganz einfach durch eine Abstützung von der Kellerdecke her. Aber leider wurde diese Vorschlag nicht aufgegriffen. So müssen die Menschen im Katastrophengebiet in ihrem Leid auch noch mit dem unerträglichen Gestank leben.
Wussten Sie schon, dass die Menschheit erwiesenermaßen immer dümmer wird?

Kontrastwetter: Hier ist es zu trocken

Man könnte es bei der Hochwasserkatastrophe kaum glauben: In Österreich war es im letzten Halbjahr zu trocken. Es gab ein Viertel weniger Niederschläge im Vergleich zu den Vorjahren. Bei uns im südöstlichen Zipfel Deutschlands dürfte es ähnlich aussehen.
Die Folge des Regenmangels ist, dass in der Hälfte der Messstellen der Grundwasserspiegel niedrig oder sehr niedrig ist.
https://www.sn.at/panorama/oesterreich/rund-ein-viertel-weniger-niederschlaege-im-ersten-halbjahr-106659151
Keine guten Aussichten!

Hochwasserschäden – wie bezahlen? Ganz einfach!

Zur Zeit ist ein Streit darüber ausgebrochen, wie man die Hochwasserschäden bezahlen soll: durch mehr Schulden, durch Steuererhöhung oder durch eine Sonderbriefmarke mit Hochwasserspende:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-06/hochwasser-opfer-hilfe-finanzierung
Ich kann mich da nur wundern und hätte einen ganz einfachen Gegenvorschlag. Gerade haben wir doch gelesen, dass der Bund 100 Milliarden durch die niedrigen Zinsen gespart hat.
http://www.welt.de/wirtschaft/article117003446/Bund-spart-100-Milliarden-Euro-durch-Niedrigzinsen.html
Haben die Politiker das schon wieder vergessen oder verplant? Wie wäre es denn, wenn man nur den zehnten Teil dieser Ersparnisse für die Hochwasserschäden aufwänden würde?

Hochwasser: Versagen der Behörden?

Jetzt am Ende des Hochwassers beginnen die Schuldzuweisungen: Österreich meint, darunter leiden zu müssen, dass die Donau bei uns denaturiert wurde und dadurch Hochwasser verursacht hat. Auch der Bund Naturschutz weist – wie schon oft – darauf hin, dass die Begradigung der Flüsse und die Dezimierung der Auenlandschaften die Situation verschärft habe.
Umgekehrt meinen die Freilassinger, die österreichischen E-Werke hätten sie unter Wasser gesetzt.
Was offensichtlich fehlt, ist eine EU-weite Regelung über die Bekämpfung des Hochwassers.
Und was noch fehlt, ist ein Gesetz über die Sicherung der Ölheizungen. Es kann doch im Zeitalter der Technik nicht sein, dass Heizöltanks im Keller oder sogar draußen herumschwimmen und die ganze Gegend verseuchen. Das hätte man mit einfachen Maßnahmen verhindern können, wie wir im Blog weiter unter schon ausgeführt haben ( http://die-andere-seite.blog.de/2013/06/05/hochwasser-schief-laeuft-16091359/ ). Wie rückständig wir in der Beziehung sind, mag ein Vergleich mit der Kriegszeit zeigen: Damals wurden die Luftschutzkeller in den Häusern gasdicht gemacht. Wir mussten also durch eine doppelte Gasschleuse (das waren zwei Türen mit Gummiabdichtung) in den Keller gehen. Heute schafft man es nicht einmal, die Heizkeller und Öltanks gegen Wasser abzudichten.
Das Traurige an der Situation ist, dass man jetzt vielleicht wieder zu hören bekommt, was alles getan werden muss, um Hochwasserkatastrophen in Zukunft zu verhindern, aber das wird bald alles vergessen sein, wenn ein trockener Sommer kommt.

Hochwasser: Was schief läuft

Wir hören es immer wieder, dass bei Hochwasser die Ölheizungen beschädigt werden mit der Folge, dass das Heizöl ausläuft und ins Hochwasser gelangt. Auf diese Weise verbreitet sich in manchen Teilen der überschwemmten Gebiete ein unerträglicher Ölgestank. Und was das Schlimme daran ist: Der Geruch lässt sich nicht so einfach beseitigen. Das Öl gelangt mit dem Wasser in den Putz der Häuser und stinkt. Deshalb muss der Putz abgeschlagen werden, um die Situation zu verbessern. Das verursacht natürlich hohe Kosten.
All das wäre völlig überflüssig, wenn man in den Gebieten, die vom Hochwasser bedroht sind, die Ölheizungen, besonders die Öltanks, entsprechend sichern würde. Das wäre ganz einfach. In der Regel ist es so, dass die am Ende des Winters wziemlich leeren Tanks im Keller zu schwimmen beginnen, wenn das Hochwasser dort eindringt. Man bräuchte also nur die Tanks von der Kellerdecke her abzustützen, dass sie nicht hoch geschwemmt werden können. Man könnte auch längere Schläuche von den Tanks zur Heizung einbauen, damit bei einem Aufschwemmen der Tanks die Ölleitung nicht abreißt. Auch selbstschließende Ventile wären eine Lösungsmöglichkeit.
Aber dass man einfach zuschaut, wie das austretende Öl die Häuser und die ganze Umwelt belastet: Das dürfte doch wohl nicht sein. Wenn man bedenkt, dass wir nicht einmal ein Auto selbst waschen dürfen wegen der Gefahr einer angeblichen Umweltbelastung, da kann man nur den Kopf schütteln, wenn man sieht, wie viel Öl nun bei der Hochwasserkatastrophe ausfließt, ohne das man etwas dagegen getan hat.