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Wie sich die Großen um die Strafe herumdrücken

Zwar hat es die Deutsche Bank kürzlich hart getroffen. Sie muss wegen Zinsmanipulationen auf Grund eines Vergleichs mit den amerikanischen und britischen Behörden 2,5 Mrd. Dollar Strafe zahlen. Ich frage mich nur: Warum haben nicht auch deutsche Ermittler zugeschlagen und warum muss Die Bank nicht auch an uns zahlen? Auch Deutschland wäre ja zuständig für eine Bestrafung, denn die Zinsmanipulationen dürften sich auch hier ausgewirkt haben. Deutschland dürfte also auch ein Tatort sein, der unser Eingreifen rechtfertigen würde. Aber die deutschen Behörden sagen vielleicht: Wenn die Amis schon so hart zugelangt haben, brauchen wir es nicht auch noch zu tun. Vielleicht ist da ja auch hinter den Kulissen ein wenig nachgeholfen worden. Leider sehen wir also von der hohen Geldstrafe keinen Cent.
Ähnlich verhält es sich bei den hohen Bußgeldern, die das Kartellamt verhängt. Wenn wir uns freuen, dass diejenigen mal hart bestraft werden, die die Preise manipulieren, dann haben wir uns zu früh gefreut. Bei hohen Geldbußen wird wird ganz einfach die betroffene Firma umstrukturiert und unser Staat „schaut mit dem Ofenrohr ins Gebirge“, bekommt also nichts. Wie heißt es so schön? Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen.“