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Es gibt noch tolle Menschen

(Diesen Stein haben Kinder auf einem hiesigen Bauernhof bemalt und in das Fenster ihres Zimmers gelegt, um die vorbei gehenden Wanderer zum Nachdenken zu bringen.)

Wir leben in einer Zeit, in der eine Krankheit erschreckend zunimmt: die Geldgier. Und wenn dann mal einer von seinem Jahreseinkommen von 40 Millionen eine Million für einen guten Zweck opfert, dann ist er kurz vor der Heiligsprechung.
Wenn die Menschen solidarisch wären, würde beispielsweise der DFB die Fußballvereine zu einer großen Aktion aufrufen: So könnten die Vereine mit ihren Bussen Flüchtlinge an der Grenze abholen und für deren Unterbringung sorgen. Oft ist viel Platz in den sehr großen Vereinsheimen. Gelb-blau beleuchtete Stadien sind zu wenig!

Aber plötzlich sieht man Menschen, die bei dem sich ausbreitenden Elend nicht zuschauen können, sondern zur Tat schreiten. In einem Interview an der polnischen Grenze sah ich zwei junge Männer, die mit ihren Autos dort hingefahren waren, um ukrainische Familien dort abzuholen und in ihrem Haus unter zu bringen. Der eine sagte, ihn hätte die Bilder von den armen Menschen nicht schlafen lassen, und so sei er spontan los gefahren. Man sollte solchen Menschen einen Orden verleihen.

Wie wird es mit den Flüchtlingen weiter gehen? Bricht in der EU wieder ein Streit darüber aus, wer wie viele aufnehmen sollte?

Sind wir Deutschen zu langweilig?

Belgien hat seit gestern einen Staatstrauertag für die Opfer der Flutkatastrophe hinter sich:
https://www.stern.de/news/staatstrauertag-in-belgien-zum-gedenken-an-opfer-der-ueberschwemmungen-30623958.html
Warum haben wir keinen solchen Staatstrauertag, obwohl wir viel mehr Opfer zu beklagen haben? Sind wir so langweilig, dass die Trauer erst später kommt? Oder ist die Trauer vielleicht nur Ländersache? Das dürfte doch nicht sein: Eine solche Katastrophe sollte doch ganz Deutschland trauern lassen als Symbol dafür, dass man im Volk zusammen steht – nicht nur beim Trauern, sondern auch beim Helfen.