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Tag des Faulenzens – Können Sie so etwas noch?

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Es ist ja erstaunlich, dass wir im Kalender gleich drei Tage der Faulheit widmen. Im Oktober kommt der Tag des Faultiers, heute ist der Tag des Faulenzens  und dann gibt es auch noch den Faulpelzes. Anscheinend haben wir das nötig in unserer hektischen Zeit.

Die Tiere haben uns etwas voraus:
Sie können einfach so da liegen und das Leben genießen. Das ist eine Form des Glücklich-Seins, die wir verlernt haben. Wir müssen immer etwas tun. Und wenn wir nur so da liegen, dann wollen wir jedenfalls etwas lesen oder Musik hören. Deswegen sagen wir ja inzwischen statt „ausruhen“ „chillen“, denn einfach nur so da liegen und nichts tun: das hält der Mensch von heute kaum aus, es sei denn, er sonnt sich. Dabei sind solche Phasen des Lebens ganz wichtig: Man lässt die Gedanken schweifen und folgt ihnen.
Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Damals lagen sie halt auch häufig nur da und manchmal ging ein Kräuseln über ihre Stirn. Dann pflegte die Oma zu sagen: „Schau hin: Da sieht man richtig, wie sich der Geist bildet.“
Und solche Phasen braucht der Mensch auch, wenn er älter wird. Er soll sich nicht immer voll stopfen mit Vorgefertigtem, seien es nun Bücher oder Melodien. Er sollte halt auch versuchen, seinem eigenen Geist ein wenig Raum für das Schöpferische lassen.
Aber immer mehr Menschen halten es mit einem gewissen Typen überhaupt nicht aus: mit sich selbst. Daher brauchen sie die Ablenkung. Nur wenige ruhen noch in sich.

„Roboterisierung“ der Sprache

lara

Kürzlich kam im Radio ein Bericht darüber, wie viele Jobs in Zukunft dem Computer zum Opfer fallen werden. Es waren erschreckend viele und es fragt sich, was man mit den Massen ohne Job anfangen soll. Da bleibt am Schluss nur das Tittitainment.
Der Sprecher im Rundfunk, der den Bericht verlas, fürchtete auch um seinen Job und meinte, dass die Nachrichten wohl auch einmal von einem Roboter gesprochen werden. Das wird dann so ähnlich sein wie beim Navi: Man kann einstellen, ob man eine Männerstimmer hören will oder lieber eine Frau. Und um das Stichwort Tittitainment aufzugreifen: im Fernsehen wird man bei weiblichen Sprachrobotern einstellen können, wie die Frau aussehen soll, welche Haarfarbe sie haben soll oder welche Oberweite. Das sind Aussichten!
Anscheinend sollen wir jetzt schon auf die Zukunft eingestimmt werden. Ich höre morgens immer ARD-info. Da lesen alle Sprecher die Nachrichten ohne Punkt und Komma herunter. Irgendwie kommt mir das vor wie ein Zeichen der Hektik unserer Zeit. Normalerweise sollte es doch so sein, dass man am Satzende die Stimme absenkt und eine kurze Atempause einlegt, bevor man sich dem nächsten Thema zuwendet. All das ist vorbei. Nicht nur ein Sprecher macht das so, sondern fast alle bei der Info-Sendung. Das hört sich schrecklich an, dann lieber her mit dem Sprachroboter!

Heute ist der Faulpelztag

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Es ist ja erstaunlich, dass wir im Kalender gleich drei Tage der Faulheit widmen. Im Oktober kommt der Tag des Faultiers, heute ist der Tag des Faulpelzes  und dann gibt es auch noch den Faulenzens. Anscheinend haben wir das nötig in unserer hektischen Zeit.

Die Tiere haben uns etwas voraus:
Sie können einfach so da liegen und das Leben genießen. Das ist eine Form des Glücklich-Seins, die wir verlernt haben. Wir müssen immer etwas tun. Und wenn wir nur so da liegen, dann wollen wir jedenfalls etwas lesen oder Musik hören. Deswegen sagen wir ja inzwischen statt „ausruhen“ „chillen“, denn einfach nur so da liegen und nichts tun: das hält der Mensch von heute kaum aus. Dabei sind solche Phasen des Lebens ganz wichtig: Man lässt die Gedanken schweifen und folgt ihnen.
Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Damals lagen sie halt auch häufig nur da und manchmal ging ein Kräuseln über ihre Stirn. Dann pflegte die Oma zu sagen: „Schau hin: Da sieht man richtig, wie sich der Geist bildet.“
Und solche Phasen braucht der Mensch auch, wenn er älter wird. Er soll sich nicht immer voll stopfen mit Vorgefertigtem, seien es nun Bücher oder Melodien. Er sollte halt auch versuchen, seinem eigenen Geist ein wenig Raum für das Schöpferische lassen.
Aber immer mehr Menschen halten es mit einem gewissen Typen überhaupt nicht aus: mit sich selbst. Daher brauchen sie die Ablenkung. Nur wenige ruhen noch in sich.

Ist das Volk wirklich so blöde?


Weihnachten wirft schon längst seine Schatten voraus:
https://autorenseite.wordpress.com/?s=lidl
Und die
ersten Weihnachtsmärkte gibt es auch schon. Tja, man kann nicht früh genug anfangen, denn am Schluss bricht Hektik aus. Sonderbar, was der kleine Jesus da vor mehr als 2000 Jahren durch seine Geburt angerichtet hat. Die ganze Welt bricht in einen Kaufrausch aus:

Vor dem Fest:
Endlich nun ist es soweit,
Es naht die liebe Weihnachtszeit.
Doch nicht lang, dann wär’s uns lieber:
Der ganze Zauber wär’ vorüber.

Nur ganz wenige Menschen bringen es fertig, Weihnachten als besinnliches, geruhsames Fest zu feiern. Für die meisten bedeutet das Fest Stress und Hektik.
Am schlimmsten an dem Kaufrausch finde ich, dass immer mehr Prominente für die Werbung eingesetzt werden:

https://www.suedost-news.de/startseite_artikel,-vor-weihnachten-setzt-der-einzelhandel-auf-promis-_arid,528068.html
Es mag ja noch angehen, dass Aldi Süd für kleines Geld den Kunden ab Anfang November Jacken, Jeans und Stiefeletten anbietet, die von der Oscar-Preisträgerin Halle Berry »entworfen« worden sein sollen. Da besteht immerhin ein Zusammenhang zwischen Ware und Promi. Aber warum soll jemand in den Media-Markt gehen, weil der mit Boris Becker wirbt? Ist das Volk wirklich so blöde, dass es auf solche Werbung herein fällt? Kauft wirklich jemand im Media-Markt ein, weil der den alten Tennisspieler auf dem Plakat hat?

Weisheiten und Wahrheiten

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Einen Teil der Hektik verdanken wir der Werbung: Wenn wir gerade noch beim Baden sind, erfahren wir aus dem Radio, dass es nur noch 120 Tage bis Weihnachten sind. So verlernen wir es langsam, uns nur dem Augenblick hinzugeben und ihn zu genießen.

H. Pöll, Aphoristiker und Buchautor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/