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Sterbende Innenstädte

Sehen unsere Innenstädte bald so aus? Gerade lesen wir über Bad Reichenhall: „Die Zahl der leeren Geschäfte rund um die Fußgängerzone liegt bei etwa 35.“
Was für einen deprimierenden Eindruck machen die sterbenden Innenstädte. Das gilt besonders für Kurorte, die ja teilweise auch vom Erscheinungsbild ihrer Straßen leben.
Schuld ist der Online-Handel, der nicht nur die Geschäfte  in den Innenstädten kaputt macht, sondern die Steuereinnahmen, die man einmal aus  dem ortsansässigen Handel hatte, zu sich und damit ins Ausland verlagert.
Nun könnte unsere Politik natürlich den vernünftigen Grundsatz einführen, dass die Steuern dort zu zahlen sich, wo die Umsätze gemacht werden. Aber so etwas hat sich bisher nur Macron getraut. Bei uns geht das nicht, weil Trump dann sofort unsere Autoindustrie mit Strafzöllen belegen würde.
Wir sind Opfer unserer eigenen Politik geworden: Wir fanden es normal, dass wir beispielsweise Hähnchenflügel oder Altkleidung nach Afrika exportierten und dort den einheimischen Handel kaputt machten. Nun trifft diese Art von Politik uns selbst.
Wenn ich mir all dass so anschaue, frage ich mich, ob die Globalisierung wirklich ein Vorteil für alle und nicht nur für die Reichen ist. Wir haben doch vorher sorgenfreier gelebt:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Was uns fehlt, ist eine globale Verhandlung über Moral und Verantwortung im Welthandel. Aber davon haben wir beim kürzlichen Treffen in Davos nichts gehört.

 

Trump hat recht!


Ich habe hier ja schon einmal Verständnis für Trumps Strafzölle geäußert:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/30/germany-first-trump-hat-recht/
Und nun habe ich nun auch Verständnis für die USA, wenn sie auf dem G-20-Treffen einen freien Handel ohne Zölle und Beihilfen fordern. Sollten unsere Politiker da nicht begeistert zustimmen, wenn sie die Globalisierung, die ich ablehne, voran treiben wollen? Sie müssten doch einsehen, dass es so nicht weiter gehen kann wie bisher: Die Amis verlangen beim Import deutscher Autos zur Zeit noch weniger Zoll als wir umgekehrt für den Import amerikanischer Fahrzeuge. Und Trump hat recht, wenn er uns Dumpinglöhne vorwirft, weil bei uns die prekären Arbeitsverhältnisse ständig zunehmen (Leiharbeit, Zeitarbeit, Aufstocker, Minijobs…).
Aber nun haben offenbar unsere Politiker Angst vor einem freien Handel mit fairen Löhnen, denn dann wären unsere Fahrzeuge auf einmal vielleicht nicht mehr so konkurrenzfähig. Die Politiker reden zwar dauernd von Globalisierung, doch wollen sie diese nur, wenn sie dabei vorteilhafte Bedingungen heraus schinden können. Das wäre dann eigentlich keine echte Globalisierung, denn die funktioniert nur gut für den, der technisch überlegen ist oder billiger produziert. Da werden wir nicht mehr lange mithalten können, denn die Amis dürften beim autonomen E-Auto bald die Nase vorn haben und die Chinesen werden billiger sein können als wir.

Danke Mr. Trump!


Wie ist der amerikanische Präsident wohl auf seinen Slogan „America first“ gekommen? Ganz einfach: Die Handelsbilanz zwischen Deutschland und den USA fällt für ihn sehr ungünstig aus: Deutschland erzielt einen gewaltigen Exportüberschuss und der Präsident sieht auch die Ursache: Er wirft Deutschland vor, Lohndumping zu betreiben. Recht hat er. Die deutschen Arbeitgeber haben es mit Hilfe der Regierung verstanden, die Höhe der Löhne ständig sinken zu lassen. Die prekären Arbeitsverhältnisse wurden immer mehr. Teilweise ist der Lohn so weit abgesunken, dass die Menschen davon nicht mehr leben können. So etwas hat es in der BRD noch nie gegeben. Diese Leute müssen „aufstocken“. Aber auch die normalen Arbeitnehmer geraten immer mehr ins Hintertreffen:
Der Direktor des Forschungsinstituts der Gewerkschaften stellt fest: „Ein Maßstab, um das richtige Lohnniveau herauszufiltern, ist es, wenn man es in Beziehung setzt zum Inflationsziel der EZB von knapp 2 %. Also sollten auch die Lohnkosten unter Berücksichtigung der Produktivitätszuwächse auch um 2 % pro Jahr steigen. Wenn man das als Maßstab nimmt, dann sind die Lohnzuwächse in Deutschland um 16 % hinter dem zurückgeblieben, was eigentlich erforderlich gewesen wäre.“ Das Lohnniveau hat sogar den Internationalen Währungsfonds (IWF) auf den Plan gerufen. Er fordert von Deutschland Steuerentlastungen sowie höhere Löhne und zusätzliche Investitionen: „Der zur Verfügung stehende finanzielle Spielraum sollte genutzt werden für Initiativen, um das Wachstumspotenzial ebenso zu verbessern wie Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung, Kinderbetreuung, Flüchtlingsintegration und für eine Senkung der Steuerlast auf Arbeit.“
Die deutschen Arbeitnehmer sollten dem amerikanischen Präsidenten dankbar sein, dass er mit seinem „America first“ Druck gemacht hat. Die deutschen Unternehmer müssen nun überlegen, was sie tun, um das Ungleichgewicht im Handel zu beseitigen. Gerechtere Löhne wären ein Mittel, was sich bei uns im Lande als Konjunkturspritze auswirken würde.