Schlagwort-Archive: gute Nacht

Gute-Nacht- Geschichte

Was ist Gl+ck? Wie werde ich glücklich? Das sind Fragen, die viele Menschen bewegen. Deshalb lesen Sie heute hier eine Geschichte über dieses Thema. Mehr interessante Lektüre finden Sie hier:
https://autorenseite.wordpress.com/home/

  Glück

Ein paar junge Leute hatten sich zusammengefunden, um einen Geburtstag zu feiern. Wie es halt auf solchen Festen zugeht: Erst war die Stimmung sehr lebhaft. Man tauschte eine Fülle von Neuigkeiten aus. Spät abends schließlich, nachdem man einige Gläser Wein getrunken hatte, wurde man etwas elegisch und geriet sogar ins Philosophieren. Man versuchte, eine Antwort darauf zu finden, was denn das Glück sei und wie man es vielleicht für sich gewinnen und erhalten könne. Die Diskussion drehte sich zunächst um die üblichen Themen Geld, Gesundheit, Liebe, Familie, eigenes Haus.
„Geld macht nicht glücklich“, meinte ein junger Mann.
„Kein Geld auch nicht!“ entgegnete ein anderer sarkastisch.
In diesem Augenblick kam der Urgroßvater des Geburts­tagskindes, um die Gäste kurz zu begrüßen. Einer aus dem Kreis berichtete ihm, über was sie sich gerade unterhielten, und fragte ihn, ob er vielleicht auf Grund seiner größeren Lebenserfahrung eine Antwort beisteuern wolle.
„Nun“, begann er, „mit dem Glück ist das so eine Sache: Immer wenn du etwas erreicht hast, was dir einmal als einmal als besonders erstrebenswert erschienen ist, wird es dir zur Selbstverständlichkeit. Man sollte sich also immer wieder bewusst machen, was es einem bedeutet, dass man gesund ist, eine nette Familie hat usw. Aber das wird für euch ja wohl auch nichts Neues sein. Deshalb will ich euch eine kurze Geschichte erzählen, die zeigt, wie das Glück oft in kleinen Dingen oder sogar nur in Gesten liegen kann.
Wie ja wohl die meisten von euch wissen, war ich im letzten Krieg Soldat. Ich war auch in Stalingrad dabei, und ich will euch hier nicht von der Entscheidungsschlacht berichten und von dem, was die Soldaten dabei mitgemacht haben. Jedenfalls gehörte ich zu den wenigen Überlebenden auf deutscher Seite und kam in russische Kriegsgefangenschaft. Ich will euch nun auch nicht Einzelheiten darüber erzählen, wie sich die Russen verständlicherweise entgegen der Genfer Konvention an uns gerächt haben. Es ist ja eine historische Tatsache, dass nur wenige von uns das überlebt haben.
Weihnachten mussten wir in einem Bergwerksstollen arbeiten, in dem man sich nur auf dem Bauch kriechend bewegen konnte. Das Schlimmste war, dass am Boden des Schachts lauter Pfützen mit eingedrungenem Wasser standen. Man kann sich kaum etwas Scheußlicheres vorstellen, als total durchnässt in einer dreckigen Schlammschicht liegend arbeiten zu müssen. Als einer von uns trotzdem auf einmal das Lied „Stille Nacht“ anstimmte, schoss einer von unseren Bewachern von oben in den Schacht. Es war ein solcher Knall, dass ich dachte, es hätte mir das Trommelfell zerrissen. Der Mann schrie etwas, was sicherlich soviel bedeutete wie:
„Ruhe! Weiterarbeiten!“
So malochten wir vielleicht noch zwei Stunden, als ich auf einmal das Gefühl hatte, dass es heller würde. Ich schaute mich um und sah, dass von oben ein geschmückter Tannenbaum mit Kerzen an einem Seil heruntergelassen worden war. Und nun hörten wir von weit oben einen Chor russischer Frauen das Lied „Stille Nacht“ in ihrer Sprache singen. Da wussten wir, dass unsere Wächter ihren Posten verlassen hatten, denn wir hatten gehört, dass es ein todeswürdiges Verbrechen gewesen sein soll, mit uns Gefangenen Kontakt aufzunehmen. Wir versammelten uns um den Christbaum, fassten uns instinktiv bei den Händen und sangen mit.
Und ich sage euch: Da war keiner dabei, dem nicht die Tränen in den Augen standen. Und als dann noch ein Korb mit Gebäck zu uns herunter gelassen wurde, da begann mein ganzer Körper zu zittern und ich wusste, dass ich in meinem Leben wohl nie wieder von einem so gewaltigen Glücksgefühl erfasst, ja geradezu gerade zu erschüttert werden würde wie in diesem Augenblick.“

Gute-Nacht-Geschichte

Hier kommt heute mal was ganz anderes:
Denken Sie manchmal auch über Gott oder die Bibel nach? Und sind Sie dann ein linientreuer Denker im Sinne Ihrer Religion oder kommen Ihnen vielleicht Ideen, die Ihnen Ihre Kirche eigentlich gar nicht erlauben würde – etwa so ähnlich wie in der folgenden Gute-Nacht-Geschichte?

Der Teufel im Paradies

Der Herrgott hatte Tage mit schwerster Arbeit hinter sich. Er hatte nicht nur Himmel und Erde erschaffen, sondern auch den Garten Eden angelegt. Als nun alles fertig war, setzte er sich auf einen Stein in den Schatten eines Apfelbaumes, ruhte sich aus und er sah, dass alles gut war.
Er verfolgte die Rehe mit seinen Blicken und hatte seine Freude daran, wie sie hurtig umher sprangen; er erfreute sich an den Affen, die wieselflink die Palmen erklommen und mit Kokosnüssen um sich warfen und er lauschte dem vielstimmigen Gesang der Vögel. Aber er hatte das Gefühl, dass noch etwas fehlte, nämlich Lebewesen nach seinem Ebenbilde. Und so schaute er in einen Teich, auf dessen Oberfläche er sich spiegelte. Er war zufrieden mit dem, was er sah und sprach zu sich selbst:
„Genauso soll der erste Mensch aussehen.“
Und so formte dann aus Lehm den ersten Menschen: Adam. Dieser war sein getreues Abbild und damit der Mann nicht so allein sei, entnahm ihm der Herrgott eine Rippe und schuf daraus die erste Frau: Eva.
Gerade in diesem Augenblick kam Luzifer zufällig daher und schaute zu. Er hatte nur Augen für Eva und konnte vor lauter Staunen zunächst nur ein bewunderndes „Wow!“ herausbringen. Dann blickte er etwas mitleidig auf Adam und sagte zum Herrgott:
„Also, der ist dir nicht so geglückt. Der sieht ja aus wie du.“
„Er ist ja auch nach meinem Ebenbilde geschaffen, denn er soll die Krone der Schöpfung sein. Und was heißt hier: ‚nicht so geglückt’? Ist er nicht ein Prachtkerl? Er strotzt nur so vor Kraft und Schönheit.“
„Wenn du mich fragst: Die Eva sieht einfach um Klassen besser aus. Und was die ‚Krone der Schöpfung’ angeht: da muss du schon gestatten, dass ich so meine Zweifel habe.“
Und dann warf er einen verliebten Blick auf Eva, die mit einem entzückenden Augenaufschlag zurück flirtete. Luzifer ging auf sie zu, legte den Arm um sie und sagte:
„Komm mal her, mein Kind!“
Und ehe noch der Herrgott dazwischen gehen konnte, hatte er ihr schon ein Bonbon in den Mund gesteckt, in dem Hormone enthalten waren.
Der Herrgott sagte zornig: „Ich sage dir hiermit ein für allemal: Finger weg von dieser Frau!“
„… und wenn es mich in den Fingern gar so juckt?“
„Dann lass es jucken, aber lass diese Frau in Ruhe!“
„Das wird mir aber sehr schwer fallen.“

Wie man sieht, hatten der Herrgott und Luzifer keinesfalls das feindschaftliche Verhältnis, das uns die Kirche immer glauben machen will. Nein, im Gegenteil schätzten sich die beiden sehr. Der Herrgott sah in Luzifer einen interessanten Gesprächspartner, mit dem er gelegentlich auch spielte, beispielsweise um die Seelen von Hiob oder Faust.
Luzifer hingegen war immer neugierig, was dem Lieben Gott so alles einfiel. Als er nun das neu geschaffene Paradies erstmals richtig näher betrachtete, war er voll von Bewunderung und drückte dies auch in den höchsten Lobeshymnen aus. Das hörte der Herrgott natürlich gern und sagte geschmeichelt:
„Dein Lob habe ich mir auch schwer erarbeitet. Schau dir nur alles ganz genau an: Absolut perfekt!“
„Vielleicht ist aber gerade das auch ein Fehler. Stell dir vor: Adam hockt mit seiner Eva ewig in einem Garten, wo ihm die Früchte in den Mund fallen. Wie langweilig!“
„Und wie soll ich das ändern?“
„Ganz einfach: Verbiete ihnen irgendetwas und schon wird das Leben für sie interessanter.“
„Das ist doch wieder eine typische Schnapsidee von dir. Wenn ich jetzt beispielsweise Adam und Eva verbieten würde, Äpfel von diesem Baum zu pflücken, unter dem wir gerade sitzen: Was soll daran so interessant für sie sein? Dann essen sie eben andere Äpfel oder vielleicht auch Datteln oder Feigen.“
„Mach nur! Du wirst schon sehen, was passiert!“
Und so nahm das Drama der Menschheit seinen Lauf.

Moral: Wenn du mit deiner Frau Probleme hast, denke daran, dass es dir nicht anders geht, als dem Lieben Gott höchstpersönlich.

Wenn Sie mehr solche Geschichten lesen wollen, lesen Sie doch bitte das Buch: „Teufel, Teufel! Das Buch der unfrommen Geschichten“.