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Mein Covid-Gutachten ist besser

Nun liegt also das Sachverständigen-Gutachten über die Corona-Abwehrmaßnahmen vor. Als Bayer sage ich dazu: „Nix G’wisses woaß ma.“
Die viele Arbeit hätte man sich sparen können, wenn man einfach die Augen offen gehalten hätte. Dann hätte man die Wirksamkeit der FFP2-Masken ganz einfach beim Personal der Supermärkte feststellen können, das trotz enger Kundenkontakte gesund geblieben ist:
Ich sprach hier vom Wunder bei ALDI.

Ein großer Fehler war die Schließung der Gastronomie. Selbst die Außenflächen der Lokale blieben im herrlichen Sommer zu, obwohl dort eine Ansteckung so gut wie ausgeschlossen war:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/10/17/gastronomie-selbst-schuld/
Und wie sollte man sich anstecken, wenn in den Lokalen Plexiglascheiben zwischen den Tischen hingen? Die pauschale Schließung der Lokale war also Unsinn. Hat sich die Gastronomie vielleicht deshalb zu wenig gewehrt, weil sie 75 % ihres Verdienstausfalls ersetzt bekam?
Jedenfalls wurde das Volk grundlos um eine Lebensfreude betrogen. Das sollte sich nicht wiederholen.
Zu wenig untersucht worden ist die Frage, ob die derzeitige Omikron-Variante vielleicht auch nur eine Grippe ist wie viele andere zuvor, um die man kein Tamtam gemacht hat.

Unglaublich: Scheuer erholt sich ein Gutachten für 240.000 Euro


Ich habe ja schon vor längerer Zeit gefordert, dass der Verkehrsminister Scheuer zurücktreten muss, weil er durch die voreilige Vergabe von Aufträgen im Zusammenhang mit der Maut einen Schaden von über einer Milliarde verursacht hat. Nicht verstehen konnte ich allerdings, dass man da noch einen Untersuchungsausschuss brauchte. Das hat sich nun bitter gerächt.
Erst dachte ich ja, dass man Scheuer auf diese Weise so richtig grillen wollte. Aber anscheinend ist es so, dass man Scheuer bis zu den Neuwahlen im Amt halten wollte, um einen Imageschaden zu vermeiden, den ein Rauswurf ja bedeutet hätte. Von daher ist zu erklären, dass Söder im Zusammenhang mit seiner Forderung nach einer Umbildung des Kabinetts ausdrücklich Scheuer (sicherlich wider besseres Wissen) gelobt hat.
Mir geht es bei Scheuer so ähnlich wie bei dem bayerischen Minister Wiesheu: Man konnte nach seiner Trunkenheitsfahrt mit tödlichem Ausgang nicht verstehen, warum er trotzdem noch im Amt gehalten wurde. Ein höheres CSU-Mitglied erklärte mir das so: „Der Mann weiß zu viel.“ Ist es bei Scheuer genau so?
Dieser Mann besitzt die Dreistigkeit, den angerichteten Schaden noch zu vergrößern, indem er ein Gutachten zu seiner Entlastung erholt, für dessen 90 Seiten bei einem ein Stundensatz von 410 Euro mehr als 240.000 (!) Euro in Rechnung gestellt wurden. Wozu gibt es denn den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages?

CO2-Steuer-Gutachten – nicht der Weisheit letzter Schluss

Mein Senf dazu:

Die Wirtschaftsweisen haben ihr Gutachten zum CO2-Preis für mehr Klimaschutz übergeben. Ob die darin gemachten Vorschläge etwas bringen, erscheint zweifelhaft. Die Menschen werden weiter heizen müssen, nur eben erheblich teurer. Sicherlich werden manche an ihrem Haus eine Wärmedämmung anbringen oder den Ofen erneuern. Aber auch dies kostet Energie und wird nur allmählich wirken.
Und was die Fahrten zum Arbeitsplatz angeht, wird mehr die Bequemlichkeit als der Preis ausschlaggebend sein: Wer geht schon 10 Minuten zum Bahnhof, wartet 10 Minuten auf den Zug und geht dann 10 Minuten nach Hause, wenn er gleich nach Arbeitsschluss sofort schneller mit dem Auto heim kommt?
Was aber offenbar im Gutachten völlig fehlt, ist die Forderung nach einer Kerosinsteuer. Warum müssen Kreti und Pleti nach Neuseeland billig fliegen, wenn sie nicht einmal ihre Heimat richtig kennen? Die schauen sich die Chinesen an. Was für ein Unsinn, gegen den man offenbar nur deshalb nichts unternimmt, weil die Lobby der Fluggesellschaften zu stark ist.
Sind vielleicht auch die Wirtschaftsweisen ein Opfer der Lobby, wenn sie das Flugbenzin nicht erwähnen? Sie werden wohl ihre Gründe gehabt haben, wenn sie das Thema nicht aufgegriffen haben. Schade; denn steter Tropfen höhlt den Stein.

Der schwule Spahn ist der falsche Mann!


Die CDU verhält sich so, als sei sie von ihren Gegnern unterwandert: Schon die Wahl von AKK war ein schwerer Fehler:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/05/29/akk-irreparabel-beschaedigt/

Und nun ist neben Merz auch der Gesundheitsminister als Kanzlerkandidat im Gespräch. Er ist aber schon in seinem Ressort der falsche Mann. Er ist schwul und wenn man ihn zum Gesundheitsminister machte, dann erscheint mir das so ähnlich, als würde man den VW-Chef zum Verkehrsminister ernennen. Spahns Lieblingsprojekt ist offenbar: Er will nun die Konversionsbehandlung („Umpolung“ von Schwulen) verbieten. Und wie „sorgfältig“ er dabei vorgegangen ist, beweist die Tatsache, dass er 2 (!) Gutachten dazu eingeholt hat. Das war eigentlich schon deshalb überflüssig, weil es schon genügend wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gibt.
Was die Gutachten betrifft,
möchte ich erwähnen, dass ich mit weit über 100 solcher Untersuchungen zu tun hatte. Ich kannte ihre Verfasser so genau, dass ich exakt vorher sagen konnte, wie der eine die Zurechnungsfähigkeit eines Straftäters beurteilen würde im Gegensatz zu seinem Kollegen, der etwas völlig anderes vertreten würde.
Mit anderen Worten: Die beiden von Spahn erholten Gutachten, besagen also nicht viel.
Ich bin weder homosexuell noch bin ich Wissenschaftler, aber ich bin ein wacher, denkender Mensch und deshalb stört mich die apodiktische, immer wiederholte These, dass Schwulsein nicht nur keine Krankheit, sondern sogar „gut so“ ist (so Wowereit). Damit täuschen die Lautstarken der Homosexuellen darüber hinweg, dass es viele gibt, die unter ihrer Andersartigkeit leiden und sich deshalb therapieren lassen wollen, denn sie möchten auch ein „normales“ Sexual- und Familienleben haben, wenn freilich auch die Homosexuellen ihre Lebensform als genauso normal betrachten. Und wehe dem, der etwas dagegen sagt: So sorgte die Ministerin Karliczek  laut den Medien „für Entsetzen“, weil sie fand, dass mit der Einführung der Schwulen-Ehe ein Fehler gemacht worden sei.

Was nun die Therapiemöglichkeiten bei Homosexualität angeht, so betreten wir also hier eine Tabu-Zone. Jeder, der so etwas ins Gespräch bringt, erntet heftige Schmähungen, obwohl es zweifelsfrei Fälle gibt, in denen eine solche Therapie Erfolg hatte. So schildert der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler in einem Buch über die Homosexualität eine Vielzahl von Fällen geglückter „Heilung“. Mögen auch manche Theorien des Wissenschaftlers überholt sein, so ist doch das, was er aus seiner Praxis beschreibt, die Wahrheit. Um nur ein mir noch erinnerliches Beispiel zu erwähnen: Er berichtet von einem Fall, in dem sich Eltern ein Mädchen gewünscht hatten, jedoch einen Buben bekamen. Den kleideten sie und zogen ihn auf wie ein Mädchen, bis er in die Schule kam und plötzlich ein Junge sein musste. Er wurde schwul, litt darunter und wurde erfolgreich therapiert. Mit diesem Beispiel möchte ich nicht sagen, dass alle Schwulen therapiert werden sollen, aber denjenigen, die unter ihrer Andersartigkeit leiden und therapiert werden wollen, sollte man diese Möglichkeit nicht verbieten. Schließlich leben wir in einem freien Land. Wenn man solche Leute mit einem neuen Gesetz vor schwer wiegenden psychischen Schäden bewahren will, so fragt man sich, ob es nicht genau so psychische Schäden verursachen kan, wenn man solchen Menschen eine Therapiemöglichkeit verbietet. Wenn man dies trotzdem tut, ist dies ein Misstrauen gegen Psychologen und Psychiater. Warum vertraut man nicht darauf, dass diese Leute wissen, was sie tun?
Wohlgemerkt: Ich behaupte nicht, dass Homosexualität eine Krankheit ist, die dazu noch generell therapierbar ist, sondern ich glaube den Wissenschaftlern, die sagen, dass bei manchen Schwulen eine Therapie Erfolg haben kann. Wenn nun ein schwuler Gesundheitsminister eine solche Möglichkeit verbieten und sogar bestrafen will, so zeigt das nach meiner Meinung, dass er nicht nur befangen, sondern sogar verbohrt ist. Man hört dauernd von den Politikern das Schlagwort: „Da darf es keine Denkverbote geben!“ Hier aber offensichtlich schon, denn hier sind Überzeugungstäter am Werk.

Gleichgültig, ob Homosexualität eine Krankheit oder eine Spielart der Natur ist, sollte man doch einmal wissenschaftlich genau untersuchen, was die Ursachen dafür sind. Als ich dies einmal Wissenschaftlern vorgeschlagen habe, hieß es, dies sei „nicht opportun“; man wollte auch nicht untersuchen, inwieweit Homosexualität durch Erziehung und durch Gene bestimmt wird; man wollte nicht einmal feststellen, ob die Homosexualität zu- oder abnimmt. Hier bestehen bedauerliche Tabus. Eine Aufklärung läge ja im Interesse des Staates, denn der braucht Kinder. Wir haben ja neuerdings auch das Kinderkriegen inzwischen teilweise „outgesourct“, so dass wir auf Zuwanderung angewiesen sind.
Warum sollten werdende Eltern nicht erfahren können, wie eventuell Homosexualität entsteht? Dann können sie frei entscheiden, ob sie solche Ursachen vermeiden wollen oder nicht. So behauptet beispielsweise der Wissenschaftler Janus, bei der Homosexualitäti würden mit Sicherheit psychologische und biologische Gegebenheiten zusammen wirken; bei der Homosexualität gebe es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass vorgeburtlicher Stress das Gleichgewicht der Sexualhormone störe.
Wie empfindlich die Sexualhormone sind, zeigt dieses Beispiel:
So führt der Kokainmissbrauch der Londoner dazu, dass das Rauschgift in die Themse gelangt und die Aale an der Fortpflanzung hindert. Bedenkt man, welch winzige Mengen genügen, um solche Wirkungen zu haben, dann fragt man sich, ob nicht auch vielleicht die Grenzwerte unseres Trinkwassers zu hoch sein und Folgen haben könnten, wie auch ein anderes Beispiel lehrt: Fische, die in der Nähe eines Klärwerks schwimmen, wechseln ihr Geschlecht, weil dort winzige Mengen der Pillen, die Frauen schlucken, im Wasser vorhanden sind.
Ob auch Menschen vergleichbaren Einflüssen ausgesetzt sind, wäre eigentlich von einem Gesundheitsminister zu erforschen, anstatt apodiktisch festzustellen, was er als Wahrheit vorschreibt.
Bis dies genau erforscht ist, sollte man in unserer liberalen Demokratie den Schwulen die Freiheit lassen, über ihr Schicksal selbst zu bestimmen: Wer seine Homosexualität wie Wowereit „gut so“ findet, sollte genau so akzeptiert werden, wie ein anderer Schwuler, der sich unwohl fühlt und sich deshalb behandeln lassen möchte. Schließlich lässt man den Leuten ja auch bei überflüssigen und gefährlichen Schönheitsoperationen freie Hand. Wenn es bei  den Schwulen anders sein soll, ist dies ein Zeichen dafür, dass hier eine Art von Glaubenskrieg ausgebrochen ist.
Mich erinnert der Reformeifer all dieser verbissenen Gegner der Konversionstherapie an die früheren Betrebungen der Grünen, das Verbot der Pädophilie abzuschaffen.

Noch eine Frage: Wenn man schon die Konversionstherapie abschaffen will, müsste der Gesundheitsminister nicht auch die Homöopathie in seine Pläne mit einbeziehen? Ist nicht auch sie umstritten und kann es nicht schlimme Folgen haben, wenn Patienten ihr und nicht der Schulmedizin vertrauen?

 

Der Mensch ist schizophren


Stellen Sie sich vor: Flugzeuge eines Typs stürzen gelegentlich ab. Der Hersteller behauptet, seine Produkte seien einwandfrei: die Piloten hätten also Fehler gemacht. Demgegenüber behaupten Experten, die Software weise offensichtlich Fehler auf.
Was passiert in einem solchen Fall? Die Flugzeuge müssen am Boden bleiben.
Anders ist es bei Glyphosat: Obwohl Gutachten den Unkrautvernichter als krebserregend bezeichnen und dies sogar von einem US-Gericht festgestellt wurde, bleibt das Mittel auf dem Markt, weil der Hersteller sich auf gegenteilige Gutachten beruft.

Warum werden diese Fälle so unterschiedlich behandelt? Ganz einfach: Flugzeugabstürze sind spektakuläre Ereignisse, die durch die Medien gehen. Krebskranke dagegen sterben still und einsam. Da kann man also so weiter machen wie bisher und alles bestreiten.

Wir brauchen unbedingt und sofort noch ein 4. Geschlecht

Dies ist kein Mensch vom 4. Geschlecht, sondern das soll Mozart sein. Sie haben ihn hoffentlich erkannt! (Statue in Salzburg)


Gerade haben wir erfahren, dass bei uns etwas eingeführt wurde, was es bisher nicht gegeben hat: ein drittes Geschlecht. Wie haben wir nur Jahrhunderte lang ohne so etwas leben können.
Aber nun fragt man sich: Brauchen wir dann nicht auch ein 4. Geschlecht, nämlich das der Asexuellen? Das sind Menschen, die mit der Sexualität nicht zu tun haben wollen. Versetzen wir uns mal in deren Lage: Werden die nicht diskriminiert, wenn sie sich in irgendeine „sexuelle Schublade“ einordnen müssen. Stellt sich nicht aus deren Sicht vielleicht der Sex als abstoßend oder gar ekelerregend dar? Und dennoch können sie sich nicht davon distanzieren, sondern sind gezwungen, ein Geschlecht auszuwählen, mit dem sie nichts zu tun haben wollen. Verstößt das nicht gegen die Menschenwürde? Ja, Leute, es gibt noch viel zu tun. Da wird aber die Bundesregierung erst einmal ein teures Gutachten einholen müssen. (Ich würde das zum halben Preis machen! Ich bin mir nicht zu schäbig, einen Beratervertrag für wenige Hunderttausende abzuschließen, Frau von der Leyen.)
Zum Ganzen fällt mir noch ein Satz ein, den einmal ein Bürger zu einem Beamten sagte: „Mann, deine Probleme möcht‘ ich haben!“

Justitia – die Blinde mit der Binde

Richter sein in der heutigen Zeit ist völlig anders als früher. Immer mehr wird ihm die Initiative aus der Hand genommen und auf die Sachverständigen verlagert. Das kann fatale Folgen haben, wie gerade der Justizskandal in den USA zeigt.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fbi-skandal-um-falsche-dna-proben-a-1029599.html
Heute entscheiden mehr und mehr die Sachverständigen, was Recht ist. Das geht bei schlichten Verkehrsunfällen an, bei denen die Sachverständigen aus dem Endstand der Fahrzeuge errechnen, wer auf der falschen Seite unterwegs war. Dem Richter ist es unmöglich, solche Berechnungen nach zu vollziehen, weil diese auf Erkenntnissen beruhen, die er nicht nachprüfen kann. In der Regel bemühen sich die Richter nicht einmal, die Gutachten jedenfalls insoweit zu überprüfen, als es ihnen möglich ist. Hierzu der Ausspruch eines Richters, der den Kern dieser Einstellung trifft: „Der muss wissen, was er auf sein Gewissen nimmt…“
Auch Mordprozesse mit DNA-Analysen zeigen häufig, dass nicht die Richter, sondern die Sachverständigen den Fall entscheiden. Der Justizskandal in den USA, der auf fehlerhaften FBI-Gutachten beruht, belegt, dass die Gerichte in den USA selbst da nachlässig sind, wo es um Tod oder Leben geht. Auch hier wurde wahrscheinlich nicht einmal der Versuch unternommen, die Gutachten kritisch zu hinterfragen: Die Gutachter des FBI hatten Haare, die an einem Mordopfer gefunden worden waren, mit denen des Täters verglichen und festgestellt, dass diese identisch gewesen sein sollten. Warum haben die Gerichte nicht selbst durchs Mikroskop geschaut und andere Haare als Vergleich hinzu gezogen? Dann hätten sie wohl gemerkt, auf welch wackeligen Füßen die FBI-Gutachten standen.
Ein typischer Fall aus Deutschland sei zur Illustration angefügt. Ein Mann saß 8 Jahre unschuldig hinter Gittern, weil ein Sachverständiger ihn auf Grund eines Bankautomaten-Fotos identifiziert haben wollte. Auf dem Foto war zwar nur recht schlecht ein Ohr zu erkennen, weil der Täter maskiert war. Aber der Sachverständige war sich sicher. Hätte das Gericht nicht aus erbkundlichen Gutachten Vergleichsfotos heraussuchen können oder selbst welche von den Ohren des Personals anfertigen können, um zu schauen, wie sicher der Sachverständige wirklich war?
Manchmal ist ja das Sachverständigengutachten nur das Tüpfelchen auf dem „i“. Und wenn ein Staatsanwalt für die Überführung eines Beschuldigten gerade noch dieses Tüpfelchen braucht, ist natürlich die Versuchung für einen Sachverständigen groß, dieses Tüpfelchen zu liefern. Die Erstattung von Gutachten ist schließlich ein einträgliches Geschäft, und da ist es natürlich gut, wenn man mit der Staatsanwaltschaft kooperiert.
Zum Thema lesen Sie bitte auch alles, was Sie in der Fundgrube über die Justiz finden.
Oder wie wär’s hiermit?
JustitiaTitel
https://autorenseite.wordpress.com/

Kranke deutsche Wirtschaft?

Manchmal stelle ich mir unsere Wirtschaft wie einen Menschen vor. Sie ist ja auch wie ein gewaltiger Organismus, bei dem eines ins andere greift. Aber wie sieht es denn aus mit diesem Organismus? Wenn er ein Mensch wäre, läge er auf der Intensivstation. Er kann nicht selbständig leben, sondern braucht dauernd Konjunkturspritzen, Subventionen, billigste Kredite…
Gerade haben die führenden Wirtschaftsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Danach erwarten sie in diesem Jahr nur noch 1,3 Prozent Wachstum statt der vor einem halben Jahr prognostizierten 1,9 % und für 2015 ein Plus von 1,2 Prozent (statt 2,0 %).
Bei Übergabe des Gutachtens erklärte die Kanzlerin, dass nun Investitionsanreize gesetzt werden müssten. Also schon wieder eine Spritze für den Todkranken?
Kann die Wirtschaft nur mit Wachstum existieren und ist es schon ein Katastrophe, wenn dieses Wachstum etwas geringer ausfällt?
Ursache dieser Katastrophe ist ja eigentlich, dass die EU auf Druck der USA widerwillig Sanktionen gegen Russland beschlossen hat. Dass Deutschland ein Vasallenstaat der USA ist, ist ja nicht neu. Dass aber auch ganz Europa den USA gehorcht, ist traurig.
Und nun stellen Sie sich mal vor, Sie bekommen heuer nicht die von Ihnen erwarteten 1,9 % mehr Lohn, sondern nur 1,3 % mehr. Was würden Sie sagen? Sie würden es wohl bedauern, aber es wäre doch nicht so eine Katastrophe wie für unsere Wirtschaft. Da sieht man wieder einmal, wie nahe am Abgrund wir ständig wandeln.

Wie unvoreingenommen sind Sachverständige?

JustitiaTitel
Das ist ein Titelbild eines Buches.

Wir haben bei den Gerichten eine wahre Inflation von Sachverständigen. Die Hinzuziehung eines Sachverständigen hat für den Richter verschiedene Vorteile. Allein schon die Ankündigung, dass man einen Sachverständigen braucht, setzt viele Parteien aus Angst vor den Kosten unter Druck und macht sie vergleichsbereit, so dass der Richter sich die Arbeit eines Urteils erspart. Das Gutachten eines Sachverständigen ist auch so gut wie unanfechtbar – im Gegensatz zu einem Urteil. Um es an einem einfachen Beispiel zu verdeutlichen: Ein Mietrichter weiß auf Grund seiner beruflichen Erfahrung mehr über die Miethöhen als ein Sachverständiger, der von Beruf Architekt ist. Aber wenn ein Richter auf Grund seiner Berufserfahrung selbst entscheidet, geht die unterlegene Partei in die Berufungsinstanz und die zieht dann einen Sachverständigen hinzu. Der müsste ja seinen Beruf verfehlt haben, wenn er dem Amtsrichter bescheinigen würde, dass der auch ohne sachverständigen Beistand zum richtigen Ergebnis gekommen sei.
Viele Sachverständige haben sich ihre Qualifikation durch Gutachten für Versicherungen erworben und das ist keine gute Voraussetzung für ergebnisoffenes Denken. Wenn ein Sachverständiger von der Staatsanwaltschaft hinzu gezogen wird, um einen Täter zu überführen, so fühlt er seine Hilfsbereitschaft gefordert, wie mit einem bekannten Fall (einem von vielen) belegt werden soll: Von einem maskierten Bankräuber ist bei einem Überfall nur ein Ohr auf dem Foto der Überwachungskamera zu sehen. Auf Grund dieses Ohrs identifiziert der Sachverständige einen Angeklagten mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“. Der Angeklagte wird natürlich verurteilt und eingesperrt. Nachdem er 8 Jahre abgesessen hat, stellt sich heraus, dass ein anderer der Täter war.
Nun befasst sich das Ärzteblatt damit, dass den Sachverständigen oft schon eine Tendenz für das Ergebnis vorgegeben wird:
http://www.aerzteblatt.de/archiv/154014/Gerichtsgutachten-Oft-wird-die-Tendenz
Übrigens wird bei Sachverständigengutachten, die im Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft erholt werden, immer eine Tendenz vorgegeben: Natürlich erwartet der Staatsanwalt vom Gutachten einen Beweis gegen den Täter, obwohl er ja eigentlich auch zugunsten eines Beschuldigten ermitteln müsste. Gute Staatsanwälte und Verteidiger kennen die Sachverständigen genau und wissen, welcher bei einem Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit eines Täters zu welchem Ergebnis kommt. Deshalb arten viele Strafverfahren zu wahren Gutachterschlachten aus. Vernünftig wäre es, wenn einem Täter schon ganz früh ein Verteidiger bestellt wird und dieser sich mit dem Staatsanwalt auf einen Gutachter einigt.