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Wiesen einst und jetzt

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Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, erinnere ich mich immer noch gern an die Zeit, die wir in Teisendorf verbrachten. Ich war ja eigentlich ein Stadtkind und noch dazu ein Preuße. Aber ich habe mich ganz gut in die Einheimischen „integriert“, wenn es auch nicht leicht war. Am Schluss des Sommers hatte ich noch einen Test zu bestehen: Ich musste barfuß über ein abgemähtes Kornfeld laufen. Und weil ich nur immer barfuß unterwegs war, hatte ich eine Lederhaut unter den Füßen und daher keine Probleme bei dem Test. Da sagten die Einheimischen: „Jetzt bist’d einer von uns.“ Da war ich stolz!
Und mit Teisendorf ist in meiner Erinnerung auch immer das Bild hoher bunter Wiesen verbunden. Gras und Blumen reichten mir bis zum Bauch und oft brachte ich meiner Mutter einen bunten Strauß mit nach Hause. Damals blühten die Wiesen noch in allen Farben, wo heute nur noch Grün zu sehen ist – gemischt mit dem Gelb vom Löwenzahn und Hahnenfuß.
Ich habe hier ja schon öfter über mein Leben in der Todeszone geschrieben und bin dabei auch auf das Sterben der Bienen eingegangen. Was ich bisher nicht gewusst habe, ist, dass der Löwenzahn immer weniger Honig liefert: Zwei Drittel dieser gelben Pest pflanzen sich durch Klonen, also ohne Bestäubung fort. Und die Energie, die die Pflanzen früher im die Honigproduktion stecken mussten, wenden sie nun für die vermehrte Samenproduktion auf.

Früher las man schöne Frühlingsgedichte mit solchen Zeilen:

„…Der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.
Drum komme, wem der Mai gefällt
und freue sich an der schönen Welt
und Gottes Vatergüte.“
(Hölty)

 

Aber heute würde das Gedicht vielleicht so aussehen:

„Nun sind die Wiesen fast nur grün,
Weil nur noch wenig Blumen blüh’n.
Durch des Menschen Größenwahn
Wächst neben Gras nur Löwenzahn.
Früher blühte es in Fülle,
Das tötet nun jedoch die Gülle.
Sie verpestet uns die Luft –
Vorbei ist’s mit dem Blumenduft.“

Ist die Menschheit schizophren?

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Jährlich sterben 58.000 Tierarten aus:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/artensterben-jaehrlich-verschwinden-58-000-tierarten-a-982906.html
Auch Tiere, die unter Artenschutz stehen, werden massenhaft vernichtet. Zur Zeit werden die unter Naturschutz stehenden Maulwürfe ausgerottet, weil die Bauern mit immer schwererem Gerät auf den Wiesen herum fahren und immer mehr Gülle ausbringen:
https://autorenseite.wordpress.com/todeszone-in-bayern-und-anderswo/
Kein Mensch interessiert sich dafür – nur die zitierte Seite.

Aber nun auf einmal haben ein paar Eidechsen das Glück, dass man sie auf dem Gelände von Stuttgart 21 entdeckt hat. Da ist nun eine große Rettungsaktion angelaufen. 15 Millionen Euro hat man für diese Tiere ausgegeben. Und da frage ich mich, ob die Menschen nicht vielleicht schizophren sind: Auf der einen Seite vernichten sie ständig Tiere. 40% sind in den letzten Jahren ausgestorben. Aber auf der anderen Seite schlägt ihnen plötzlich das Gewissen und sie retten ein paar Eidechsen. Wie rührend!

Vergiftete Luft, vergiftetes Grundwasser

Die EU hat gerade neue Grenzwerte für die Luft erlassen. Dabei wurde auch ein strengerer Grenzwert für Ammoniak festgelegt. Natürlich hat der Bauernverband sofort protestiert und behauptet, dann sei keine Viehhaltung auf der Weide mehr möglich. Von was reden diese Leute? Viehhaltung auf der Weide gibt’s bei uns nicht mehr:
Bayern kaputt
Die armen Kühe stehen oft im finsteren Stall und ihre Exkremente werden auf den Wiesen ausgestreut, so dass diese oft so dunkel aussehen, als wären sie gepflügte Äcker.

Gülle

In unserem Dorf stinkt es nach der Gülleausbringung manchmal so penetrant, dass es einem die Tränen in die Augen treibt, und das in einem Luftkurort. Bisher dachte ich immer, das gehört nun einmal dazu, wenn man auf dem Lande lebt. Eine alte Tante pflegte immer zu sagen: „Kinderchen, tief atmen: das ist die gesunde Landluft!“ Nein, das ist eine Luft, die krank macht. Ein Experte schätzte gerade im Fernsehen die gesundheitlichen Schäden, die die schlechte Luft verursacht, auf bis zu 800 Milliarden Euro! Zum Vergleich: Der gesamte Produktionswert der Landwirtschaft betrug nur rund die Hälfte, nämlich 364,8 Milliarden Euro. Wie blöde wir leben, ergibt sich aus solchen Zahlen: Je kränker die Menschen sind, um so höher sind die Behandlungskosten, und diese steigern das Wirtschaftswachstum, denn beim Wirtschaftswachstum wird nicht nach der Qualität gefragt, bzw. danach, was uns voran bringt.
Was nützen auch all die Grenzwerte, wenn diese nicht überprüft werden?
Ich habe ja schon einmal die Frage aufgeworfen, ob es nicht Betrug ist, wenn mit der Bezeichnung „Luftkurort“ geworben wird.
https://autorenseite.wordpress.com/2015/12/09/ist-luftkurort-ein-betrug/
https://autorenseite.wordpress.com/2016/10/11/luft-zum-durchatmen/

Schlimm ist, dass die Landwirtschaft nicht nur die Luft, sondern auch das Grundwasser vergiftet. Auch darüber habe ich mehrfach berichtet:
Der Bauer – ein Landschaftsversauer„.

 

Leben in der Todeszone

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Dieses Leben habe ich hier schon ausführlich beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/todeszone-in-bayern-und-anderswo/

Nun lese ich in der Zeitung wieder etwas, was ganz typisch ist: In Unterau (Berchtesgadener Land) ist es in einer Fischaufzuchtanlage, die mit dem Wasser des Kainbachs gespeist wird, zu einem Fischsterben gekommen, wovon insbesondere die seltenen und sensiblen Seesaiblinge betroffen waren. Ursache ist eine Verseuchung des Bachs mit Gülle, die auf eine Überdüngung der Wiesen zurück zu führen ist. Es erweist sich immer wieder: Der Bauer – ein Landschaftsversauer:

https://autorenseite.wordpress.com/2016/09/24/der-bauer-ein-landschaftsversauer/

Der Bauer – ein Landschaftsversauer

Diesem Thema habe ich schon den Beitrag „Bayern kaputt“ gewidmet.
Jahr für Jahr werden die Maisfelder in unserer Landschaft mehr. Wo man früher einen freien Blick über die Felder hatte, versperren nun Maisfelder den Ausblick:

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(Man muss ja direkt dankbar sein, wenn hier noch kein Energiemais angebaut wird, der ja vertrocknet und dann die Landschaft noch mehr veröden lässt.)

Und wenn dann das Maisfeld zu Ende ist, sieht es auf einmal anders aus:

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Das ist zwar keine Vorzeigelandschft, die sich nun auftut, aber man fühlt sich befreit.
Nun gibt es auf einmal Menschen, die sich zur Wehr setzen: In den Nachrichten wird gemeldet, dass in etlichen Maisfeldern Eisenstücke versteckt wurden, die die landwirtschaftlichen Maschinen beschädigen. Man nimmt an, dass das ein Protest gegen die Biogaswerke ist. Es ist ja auch nicht hinnehmbar, dass wir Pflanzen, die Nahrung für Hungernde bieten könnten, für unsere Energieverschwendung benutzen.

Einst waren die Bauern Landschaftspfleger. Heute machen sie die Landschaft kaputt:
https://autorenseite.wordpress.com/?s=odeszone
https://wordpress.com/post/autorenseite.wordpress.com/20724900
Sie vergiften das Grundwasser durch Überdüngung der Wiesen:
http://www1.wdr.de/verbraucher/gesundheit/nitrat-100.html
Sie belasten es zusätzlich mit Glyphosat.
Sie versauen unsere Seen. Früher konnte man im Chiemsee auch an der tiefsten Stelle auf den Grund sehen. Heute trüben Algen das Bild. Der Seeboden muss nun mit zwei Spezalschiffen gemäht werden. (s. „Bayern kaputt“)

 

 

Bayern stinkt

Gülle
Dies ist kein Acker, sondern ein Feld, das mit Gülle gedüngt wurde.

Am Sonntag bin ich von Bad Reichenhall zur Padinger Alm gewandert: An sich ist das ein netter Spaziergang. Nur wurde der mir vergällt, weil die Felder so stark mit Gülle gedüngt waren, dass mir der Ammoniak-Gestank beißend in die Nase stieg. Die Luft in der Kurstadt scheint überhaupt nicht die beste zu sein, denn im Bayerischen Fernsehen verschweigt man auf der Tafel 633 doch lieber die Schadstoffwerte. Und so ein Ort wirbt mit dem Slogan: „Durchatmen im Alpenklima!“ Aber der Kurgast ist abgehärtet: Er badet ja auch in einem Thermalbad mit beachtlichem Uringehalt:

https://autorenseite.wordpress.com/2015/05/16/wenn-sie-eine-kur-machen/

Übrigens geht es mir zu Hause nicht viel besser. Auch hier wird ständig gedüngt und es regnet einfach nicht, so dass die Gülle nicht in den Boden gespült wird:
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Wir versauen unsere Landschaft, um landwirtschaftliche Waren nach China liefern zu können, obwwohl die Cinesen ihre Nahrung ohne Probleme selbst hestellen könnten. Daher sind unsere Gewässer überdüngt mit verheerenden Folgen, wie ich es hier am Beispiel Chiemsee gezeigt habe. Unser Grundwasser ist durch die zu starke Düngung mit Nitrat über den Grenzwert hinaus belastet und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat findet sich inzwischen sogar in de Muttermilch.

 

Vergiften uns die Bauern?

Ich bin zeitweise auf einem Bauernhof aufgewachsen. Wie einfach war doch damals alles. Die Kühe weideten. Sie fraßen Gras und lieferten Milch. Ihre Exkremente wurden in der Jauchegrube gesammelt und dann als Dünger ausgestreut. Ein perfekter Kreislauf, der die Natur nicht schädigte. Und das Heu für den Winter lagerte im Heuboden.
Und heute? Alle Bauern in unserer Gegend bis auf einen lassen ihre Kühe im Stall – und das in Oberbayern! Auf den Wiesen sieht man also keine Kühe mehr, sondern die Bauern donnern mit ihrem monströsen Traktoren herum, um zu mähen und zu düngen. Sie verfüttern Gras, Mais und Kraftfutter und können dadurch mehr Kühe halten als früher. Weil jetzt viel mehr Gülle anfällt, muss die natürlich auf die Wiesen. Die sehen manchmal dadurch gar nicht mehr wie eine Wiese aus, sondern eher wie ein gepflügter Acker.
Düngen
Oft breitet sich nach dem Düngen ein bestialischer Gestank in der Gegend aus, den man manchmal sogar in der Wohnung riechen kann, denn die Häuser sind ja nicht luftdicht.
Und weil so stark gedüngt wird, gelangt auch zu viel Nitrat ins Grundwasser. Die Bauern vergiften unser Trinkwasser nicht nur mit Nitrat, sondern auch mit Glyphosat und Pestiziden und man unternimmt nichts dagegen, denn die Bauern genießen bei uns Vorrechte. So mussten wir von der EU ermahnt werden, die Nitratgrenzwerte einzuhalten, und weil das nichts genützt hat, wird es nun wohl zu einem Strafverfahren gegen unser Land kommen.
Die Folgen der Überdüngung sehen wir beispielsweise im Chiemsee. Das Algenwachstum hat so zugenommen, dass nun zwei Schiffe fahren müssen, um den Bewuchs unter Wasser abzumähen und zu entsorgen.
Es wird auch immer mehr Mais angebaut, inzwischen auf zweieinhalb Millionen Hektar, davon gehen 40 % in die Biogasproduktion. Viele Bauernhöfe werden dadurch zum Industriebetrieb. Der Mais hat zur Folge, dass man heutzutage vielfach nicht mehr den freien Blick in die Landschaft hat, sondern an grünen Wänden entlang fährt. Sehr hässlich sieht es aus, wenn man sie verwelken lässt, damit sie zur Energiegewinnung verwendet werden können. Aber auch wenn die Bauern keinen Mais anbauen, sondern Gras, verschandeln sie häufig die Landschaft, indem sie das gemähte Gras in Plastikballen auf den Wiesen herum liegen lassen. Und ich stelle mir vor, welche Massen an Plastikmüll bei dieser neuen Form der Landwirtschaft anfallen.
Nein, unsere Bauern sind nicht mehr wie früher die Bewahrer der Natur, sondern sie sind zu Ausbeutern geworden. Aber so läuft sowieso unser System. Warum sollten die Bauern da eine Ausnahme machen?
Wir sehen in der Landschaft keine bunten Blumenwiesen mehr und deshalb müssen viele Bienen verhungern.
Bayern geht immer mehr und immer schneller kaputt:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/