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Es war zu schön, um wahr zu sein

Bei Notfällen gab es keine Grenzen: Die österreichischen Notärzte halfen bei Notfällen in Bayern aus und umgekehrt. Das beschränkte sich nicht auf ein Paar Ausnahmefälle, sondern alljährlich half man sich einige hundert Mal gegenseitig.
Nun aber bremst die Bürokratie. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns verlangt eine vorherige schriftliche Anmeldung. In Salzburg ist man alarmiert.
https://www.sn.at/salzburg/politik/notaerzte-aus-bayern-kommen-im-extremfall-nicht-mehr-nach-salzburg-106915402
Scheitert nun die Nachbarschaftshilfe an der Bürokratie? Wenn „schriftlich“ bedeutet, dass ein Schriftstück gefertigt werden muss, sieht es düster aus. Wenn aber eine E-Mail genügt und die KVB schon ein vorgefertigtes Exemplar zur Verfügung stellt, dann genügt ein Knopfdruck, um die Anforderungen zu erfüllen. Nur: Was hat die KVB davon?
Auf keinen Fall darf das Erfordernis der schriftliche Mitteilung dazu führen, dass Menschenleben wegen der Bürokratie gefährdet werden.

CDU – CSU: Ein ganz fauler Kompromiss

Beim Asylkompromiss von CDU und CSU kann man nur sagen: Der Berg kreißte und gebar eine Maus!
Was da heraus gekommen ist, kann man am besten mit einem Beispiel verdeutlichen:
Nehmen wir an, Sie sind ein Autohändler und ich will mir bei Ihnen einen PKW kaufen. Nach langen Debatten einigen wir uns endlich auf einen Preis und ich sage dazu, den wird Herr Kurz aus Österreich bezahlen. Sie werden natürlich eine Garantie verlangen. Die besitze ich nicht. Dann werden Sie fragen, ob ich denn mit Herrn Kurz geredet habe. Ich müsste bekennen, das würde ich morgen tun.
Werden Sie unter diesen Umständen finden, dass ein Kaufvertrag zustande gekommen ist und würden Sie mir dann ein Auto aushändigen?
Sie werden sicherlich auch finden, dass der Asylkompromiss der Schwesterparteien ein vergleichbarer Unsinn ist: Man einigt sich auf etwas, über das man mit Österreich erst noch reden muss.
Aber die Franzosen sagen: „Les extrêmes se touchent“. Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander, ebenso Unsinn und Geniestreich:
Gewisse Züge von Genialität kann man nämlich bei gutem Willen auch im Asylkompromiss sehen. Entweder machen die Österreicher nicht mit: Dann können CDU und CSU sagen, sie hätten sich jedenfalls bis zum Äußersten bemüht. Oder Österreich macht mit, dann freilich nur mit Einschränkungen und so wird schließlich der Asylkompromiss im Sande verlaufen, zumal sich die Flüchtlinge nicht mehr im Ausland registrieren lassen oder andere Grenzübergänge als die bayerischen benutzen.
CDU und CSU werden dann aber jedenfalls finden, sie hätten Großartiges geleistet und sie werden das als Wahlkampfmunition im bayerischen Landtagswahlkampf benutzen. Nur fürchte ich: Das wird ein Rohrkrepierer.

Haben Tiere Humor?

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Ich glaube schon. Ich war einmal in Salzburg im Zoo Hellbrunn. Da hatten sich die Affen einen tollen Spaß ausgedacht. Sie lockten erst durch allerhand Theater die Menschen ganz nah an ihren Käfig. Dann pieselte ein Affe von oben auf die Zuschauer herunter. Die nass Gewordenen schrien natürlich auf, und die Affen quiekten und hüpften alle vor Vergnügen nach dem Motto: Wir haben euch so richtig reingelegt.
Noch schlimmer war dieser Schimpanse hier, der eine Frau mit Exkrementen bewarf.
http://www.salzburg.com/nachrichten/diverse/verrueckt/sn/artikel/schimpanse-bewarf-zoobesucherin-mit-kot-241824/
Also, da hört der Humor langsam auf. Aber auch da scheinen sich Affen und Menschen zu gleichen, denn beide wissen oft nicht, wo die Grenze des Spaßes überschritten ist.

Polizei: Jetzt wird’s spannend!

Tag für Tag sehen wir, wie viele Polizeibeamte durch die Flüchtlingskrise gebunden sind: an der Grenze, bei Demonstrationen, bei Gewalt in den Heimen oder bei Übergriffen von Rechtsextremen. Das werden wir zu spüren bekommen, meint Polizeigewerkschaftschef Wendt und fügte als Beispiel an: Wenn man die Geschwindigkeitskontrollen einschränken müsse, werde das Menschenleben kosten.
Ich bin gespannt, ob das stimmt und werde die Statistik genau beobachten. Womöglich ergibt sich keine signifikante Veränderung. Das würde belegen, dass die Autofahrer vernünftiger fahren, als die Polizei behauptet. Sie überschreiten die zulässige Höchstgeschwindigkeit normalerweise nur dort, wo dies gefahrlos möglich ist, wo aber die Polizei lauert. Es wird spannend, ob das so stimmt.
Lesen Sie hierzu bitte unbedingt auch: „So kassiert man Autofahrer ab“.
Interessant wird auch, ob die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt, wenn nicht, würde das beweisen, dass die Polizei bisher zu wenig für die Prävention getan hat. Auch hier wird die Zukunft interessant.

Falsch, Herr de Maizière!

Der Innenminister sprach im Fernsehen darüber, dass die Grenze zu Österreich nicht abgeschottet werde. Dabei sagte er, das sei aus topografischen Gründen gar nicht möglich. Das ist nachweislich falsch. Österreich hat sich nach dem Krieg gegenüber Deutschland abgeschottet und das hat funktioniert. Natürlich hat es ein paar Ortskundige gegeben, die Schleichwege kannten und wussten, wann dort keine österreichischen Zöllner unterwegs waren, aber das waren ganz wenige Ausnahmen. Und auch in der Zeit vor dem Schengener Abkommen war unsere Grenze keineswegs durchlässig. Also, Herr de Maizière, machen Sie den Bürgern nicht etwas vor, was nicht stimmt.