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Merkel ist genial

Dass die Corona-Krise so schlimme Auswirkungen hat, ist auch eine Folge einer verfehlten Globalisierungspolitik. Schon vor der Krise gab es Warnzeichen: Verschiedene Medikamente, auch lebenswichtige, waren auf einmal nicht mehr erhältlich, weil deren Produktion ins Ausland verlagert war. So war es auch kein Wunder, dass Atemschutzmasken und Schutzkleidung bei Ausbruch der Corona-Krise nicht in aus reichendem Maße zur Verfügung standen, was mancher vom Krankenhauspersonal mit dem Leben bezahlte.
Ein weiterer Fehler der Globalisierungspolitik war, dass man zunächst nicht daran dachte, den Reiseverkehr einzuschränken: Die Wirtschaft behielt zu lange den Vorrang vor dem Leben.
Aber von solchen Fehlern ist im Mainstream weniger die Rede, denn nun geht es darum, mit der Krise fertig zu werden. Und da sind die Deutschen schwer beschäftigt mit der Beachtung der Verhaltensregeln. Und im Zuge dieser Beschäftigung vergisst das Volk, nach den Ursachen und Fehlern zu fragen.
Das ist Diversionspolitik: Man richtet den Focus in eine Richtung, um anderes vergessen zu lassen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/02/merkels-erfolg-die-deutschen-sind-zufrieden/
So ist das Volk immer recht zufrieden.
Wenn ich allerdings weniger zufrieden bin, so muss ich doch der Regierung eines zugestehen: Deutschland zählt am Ende wohl zu den Ländern, die am besten durch die Krise gekommen sind: „Unter den Blinden ist der Einäugige König.“

Corona und Globalisierung


In den Augen der Jüngeren bin ich ja einer der uneinsichtigen Alten, die immer behaupten: Früher war alles besser.
So frage ich mich oft: Bringt die Globalisierung mehr Vorteile als Nachteile? Ist nicht auch die Ausbreitung des Corona-Virus über die ganze Welt eine Folge der Globalisierung?

Was haben wir denn von der Globalisierung gehabt? Die gesamte Produktion wandert dorthin, wo es am billigsten ist. Dadurch gingen ganze Industriezweige kaputt wie die Fotoindustrie und viele Werften. Die Bekleidungsproduktion findet nun weitgehend in Bangladesch statt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und unsere Autoindustrie ist gerade auf dem Weg, das Schicksal der einst so angesehenen deutschen Fotobranche zu teilen.
Outsourcing heißt eine der Devisen der Globalisierung. Die Folge davon ist ein gewaltiger Druck auf die deutschen Löhne. Wenn diese zu hoch sind, wird die Produktion ins billigere Ausland ausgelagert. So ist der Lohn in der Bekleidungsindustrie von Bangladesch zum Maßstab in jener Branche geworden. Und andere Branchen werden folgen: Vielleicht bestimmen bald schon die indischen Arbeiter die Löhne unserer Autoindustrie, bei der die prekären Arbeitsverhältnisse schon jetzt immer mehr werden: Zeitarbeiter, Minijobber, Leiharbeiter, Aufstocker…
Die Folgen der Globalisierung sehen wir gerade in dieser Zeit: Schon vor Corona gab es Engpässe bei den Medikamenten. Deren Herstellung wurde ja zu einem großen Teil nach China und Indien ausgelagert und so gab es auf einmal viele Arzneien – sogar lebenswichtige – nicht mehr, weil ein Werk im fernen Osten ausfiel.
Bei der Autoproduktion ist es nun ähnlich: Die Teile eines deutschen Autos werden ja in den verschiedensten Ländern hergestellt. Ein Bekannter, der in einem deutschen Automobilwerk arbeitet, sagte einmal: „Was sind wir denn anderes als Zusammenschrauber von Autoteilen, die anderswo hergestellt werden. Wenn dann ein Werk in China durch Corona ausfällt, stehen die Bänder still.“ Nun stehen sie sowieso still.
Wir befinden uns also in einer gefährlichen Lage der Abhängigkeit. In der Nachkriegszeit war uns durch die Kriegserfahrungen vor allem wichtig, dass wir wirtschaftlich autark waren: Deutschland sollte sich von seinem eigenen Grund und Boden ernähren können. Und der Steinkohlebergbau wurde aufrecht erhalten, um die Energie zu sichern. Heute sind wir von Gas und Öl aus dem Ausland abhängig. Während wir nach der Ölkrise einen Notvorrat in still gelegten Salzstöcken einlagerten, beuten wir nun unsere eigenen Ölquellen aus, anstatt sie als Reserve im Boden zu lassen.
Und aus den freien deutschen Bauern hat man subventionierte Lohnsklaven gemacht, die in ihrer Not gezwungen sind, das Grundwasser durch Überdüngung zu vergiften. Die negative Entwicklung bei der Landwirtschaft ist eine Folge der Globalisierung: Weil wir von anderen Ländern verlangten, dass sie uns unsere Autos abnehmen, mussten wir natürlich als Gegengeschäft deren landwirtschaftliche Produkte abnehmen. So wurden unsere Bauern dem rauen Wind der Weltwirtschaft ausgesetzt und können nun nur mit Subventionen überleben, die im Grunde genommen Subventionen für die Autoindustrie sind.
In meinen Augen ist die Globalisierung auch eine Art Fortsetzung der Kolonialzeit. Was früher mit Waffengewalt erzwungen wurde, erreicht man nun dadurch, dass man arme Länder mit wirtschaftlicher Überlegenheit ausbeutet: Wir lassen Kinder in Afrika nach Kobalt schürfen. Wir machen in Chile durch Lithiumabbau für unser E-Mobilität die Landwirtschaft kaputt. Wir sichern uns Fischereirechte vor Afrika und nehmen den einheimischen Fischern die Nahrungsgrundlage. Wir vernichten in Afrika Existenzen, indem wir unseren Überfluss dort abladen: Hähnchenflügel, Milchpulver, Altkleidung…
Wir holen uns die Arbeitskräfte, die wir brauchen, aus dem Ausland und zerreißen damit oft viele Familien. Überhaupt ist es unfair, wenn wir Wissenschaftler, die in ärmeren Ländern für viel Geld ausgebildet wurden, zu uns locken, so dass sie in der Heimat fehlen.
Die Globalisierung ist ein Teil des Kapitalismus und daher in der derzeitigen Ausprägung nicht akzeptabel.
Bisher waren wir ja mit unserer wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Überlegenheit auf der Gewinnerseite der Globalisierung, aber nun dreht sich der Wind: Deutschland stürzt ab, wie ich schon in 17 Beiträgen beschrieben habe:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/03/12/deutschland-stuerzt-ab-17/

Unsere besten Wissenschaftler wandern in die USA aus und unsere Universitäten verlieren ihre Spitzenstellung;
https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/03/deutschland-stuerzt-ab/

Wir lebten vom Blaupausenexport. Das geht nun zu Ende. Überall findet eine Amerikanisierung statt: in der Filmindustrie, in der IT-Branche, bei Facebook, E.bay, Tesla…
Gerade hieß es, Trump wolle eine unserer Firmen aufkaufen, die einen Impfstoff gegen Corona erforscht, und wolle diesen exklusiv nutzen. Gott sei Dank war dies eine Fake-News in den Mainstream-Medien, die ja sonst über solche Erscheinungen im Internet schimpfen. Aber die Nachricht zeigt doch eine Tendenz an, wohin die Reise geht. Wir werden zu Verlierern der Globalisierung.
Ja, wie schön und gemütlich war es doch bei uns in Deutschland in der Nachkriegszeit.

Sterbende Innenstädte

Sehen unsere Innenstädte bald so aus? Gerade lesen wir über Bad Reichenhall: „Die Zahl der leeren Geschäfte rund um die Fußgängerzone liegt bei etwa 35.“
Was für einen deprimierenden Eindruck machen die sterbenden Innenstädte. Das gilt besonders für Kurorte, die ja teilweise auch vom Erscheinungsbild ihrer Straßen leben.
Schuld ist der Online-Handel, der nicht nur die Geschäfte  in den Innenstädten kaputt macht, sondern die Steuereinnahmen, die man einmal aus  dem ortsansässigen Handel hatte, zu sich und damit ins Ausland verlagert.
Nun könnte unsere Politik natürlich den vernünftigen Grundsatz einführen, dass die Steuern dort zu zahlen sich, wo die Umsätze gemacht werden. Aber so etwas hat sich bisher nur Macron getraut. Bei uns geht das nicht, weil Trump dann sofort unsere Autoindustrie mit Strafzöllen belegen würde.
Wir sind Opfer unserer eigenen Politik geworden: Wir fanden es normal, dass wir beispielsweise Hähnchenflügel oder Altkleidung nach Afrika exportierten und dort den einheimischen Handel kaputt machten. Nun trifft diese Art von Politik uns selbst.
Wenn ich mir all dass so anschaue, frage ich mich, ob die Globalisierung wirklich ein Vorteil für alle und nicht nur für die Reichen ist. Wir haben doch vorher sorgenfreier gelebt:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Was uns fehlt, ist eine globale Verhandlung über Moral und Verantwortung im Welthandel. Aber davon haben wir beim kürzlichen Treffen in Davos nichts gehört.

 

Zum Teufel mit der Globalisierung!

Heute habe ich meinen 85. Geburtstag, und da denke ich nicht nur über mein eigenes Leben nach, sondern auch über die vielen Veränderungen, die es in all den Jahren bei uns gegeben hat. Und manchmal fragt ich mich: Wie haben wir damals nur so leben können?
Es gab keine Supermärkte, keine dieser neuen riesigen Gewerbegebiete, kein Plastik, keine Chemie in den Nahrungsmitteln,
keine Billigkleidung aus Fernost, und es hat funktioniert!
Ich gehöre zu den Leuten, die moderne Menschen als die „ewig Gestrigen“ bezeichnen, wenn ich behaupte: Früher war alles besser.
Es gab noch keine Globalisierung und wir lebten in der BRD gemütlich für uns.
Man konnte sich
damals irgendwann einen VW-Käfer leisten und Adenauer sorgte dafür, dass man sich sogar einmal ein Haus bauen konnte, denn er meinte: Jeder Hausbesitzer wird ein CDU-Wähler. In Urlaub fuhr man an die See oder in die Berge und die ersten besuchten Italien. Das Wohnen in der Stadt war eine Selbstverständlichkeit, die sich auch Alte und Geringverdiener leisten konnten. Und die Frauen waren als Hausfrauen daheim bei ihren Familien, denn das Einkommen des Mannes reichte aus, um alle zu ernähren. Die Bevölkerung war rundum zufrieden.
Aber wie beim Märchen vom Fischer und seiner Frau wollte man immer mehr. Die deutsche Autoindustrie wollte exportieren; also musste man unsere Märkte öffnen und auch ausländische Produkte ins Land lassen. Und so gab es Opfer: Die Werften, die Foto- und die Bekleidungsindustrie konnten mit dem billigeren Ausland nicht mithalten und verschwanden so ziemlich.
Die Landwirtschaft war früher noch nicht der internationalen Konkurrenz ausgeliefert und so bekamen die Bauern für ihre Produkte Preise, die ihnen ein gutes Auskommen ermöglichten. Aber auf einmal bekamen sie internationale Konkurrenz. Das führte zum einen dazu, dass sie subventioniert werden müssen. Viele geben überhaupt auf und wurden im Grunde genommen indirekt Opfer der protegierten Autoindustrie, die exportieren will. Andere Bauern behaupten sich durch Massentierhaltung: Das ist Tierquälerei und Verseuchung des Grundwassers zugunsten des Billigfleischexports nach China. Und die landwirtschaftlichen Abfallprodukte wie Hähnchenflügel und Milchpulver gehen nach Afrika und machen dort die Kleinbauern kaputt.
Was ist das für ein Unsinn! Die Globalisierung führt auch dazu, dass Autos um die halbe Welt transportiert werden, um im Ausland verkauft zu werden, wo man eine eigene Autoindustrie hat. Dies führt zu einem erbitterten Preiskampf, der bei uns immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse zur Folge hat. So gibt es nun etwas, was es noch nie gegeben hat, nämlich dass viele von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben können.
Die als großartig hingestellte freie Marktwirtschaft hat in Afrika dazu geführt, dass man zwar von dort aus Waren in die EU ausführen darf, dafür musste man aber zulassen, dass moderne Fischkutter vor der afrikanischen Küste die Meere leer fischen, was die einheimischen Fischer zu Piraten werden ließ.
Der Massentourismus – auch ein Teil der Globalisierung – bewirkt, dass sich die Menschen nicht mehr mit den Sehenswürdigkeiten im eigenen Land befassen, so dass die „Leitkultur“ ihren Wert verliert. Man strebt heute dahin, wo „man gewesen sein muss“: Venedig, Barcelona, Palma… mit der Folge, dass Einheimische sich dort das Wohnen nicht mehr leisten können. Verkehrte Welt: Die Chinesen kommen zu uns, um den Königssee, Hitlers D-Haus und die Wieskirche anzusehen, und die Deutschen schauen sich die chinesische Mauer und die verbotene Stadt an.
Wenn man die Entwicklung so verfolgt, fragt man sich, wo das alles hinführen soll: Immer mehr Firmen werden von größeren geschluckt und diktieren immer niedrigere Löhne. Am Schluss bleiben so wenige übrig, dass sie die Welt regieren, wie es jetzt schon manche von der Bilderberg-Konferenz vermuten.
Dies sollen nur ein paar Denkanstöße sein. Vielleicht denken Sie ja auch darüber nach, ob das alles richtig ist, was uns die Wirtschaftswissenschaftler als allei
n selig machend hinstellen. In meinen Aphorismen liest man dazu:

Nichts kann so falsch sein, dass es nicht Wissenschaftler gäbe, die dies als einzig richtiges Forschungsergebnis hinstellen würden.

Zeitalter des Freihandelspessimismus

Gerade las ich in einem Artikel über den Brexit, dass wir im Klima des Freihandelspessimismus leben. Das war mir neu.
An sich bin ich kein Pessimist. Aber jedenfalls bin ich ein Gegner des freien Handels, also ein Freihandelspessimist. Dessen Nachteile werden uns ständig vor Augen geführt:
♦ Autos werden um die halbe Welt transportiert in Länder, die selbst eine Autoindustrie haben. Was für eine unnötige Umweltbelastung!
♦ Völlig absurd ist es doch, wenn wir sogar die Teiglinge für unsere Semmeln aus China herfliegen lassen. Der Effekt von einer solchen Globalisierung ist letztlich, dass immer größere Firmen entstehen, die zwar billiger produzieren können, dafür aber die Löhne drücken. So gesehen ist das Ganze ein Null-Summen-Spiel, bei dem nur die großen Unternehmen profitieren.
♦ Wenn wir eine durch Zollschranken geschützte Landwirtschaft hätten, könnten unsere Bauern gut leben, denn Nahrungsmittel muss jeder kaufen und die Preise würden nicht von ausländischen Billigproduzenten diktiert, die Arbeitskräfte oft wie Sklaven halten. Aber wir müssen unsere Grenzen ja offen halten, weil wir unsere Autos in andere Länder verkaufen wollen und erwarten, dass diese Länder sich nicht abschotten. Weil dadurch unsere Bauern dem Konkurrenzdruck aus aller Welt ausgesetzt sind, müssen sie subventioniert werden, was indirekt eine Unterstützung des Autoexports ist.
♦ Wie soll es denn weiter gehen mit der Globalisierung?
Reiche Chinesen kaufen sich in europäischen Großstädten Wohnungen als bloße Kapitalanlage.
♦ Wer die prekärsten Arbeitsverhältnisse hat, kann am billigsten produzieren und siegt im Konkurrenzkampf. Typisches Beispiel ist unsere Bekleidungsindustrie. Sie ging kaputt, weil in Bangladesh unter menschenunwürdigen Verhältnissen Billigkleidung hergestellt wurde.
♦ Immer weniger Reiche sammeln immer mehr Kapital an und können sogar gegen Währungen spekulieren.
♦ Diejenigen, die auf der Strecke bleiben, greifen zu immer mehr Gewalt.
♦ Die reichen Staaten bestehlen die ärmeren, indem sie denen die besten Wissenschaftler, die dort mit viel Geld ausgebildet wurden, weg locken.
♦ Die reichen Staaten zerstören die Wirtschaft in Ländern der Dritten Welt, indem sie dort ihren Überfluss abladen: Chicken-Wings, alte Kleidung und Müll. Sie fischen mit ihren hochtechnisierten Fischereiflotten vor Afrika und rauben den einheimischen Fischern die Existenzgrundlage …
♦ Zusammenfassend kann man sagen: Wir befinden uns im Zustand des Wirtschaftskriegs, bei dem die Stärksten überleben und die Welt regieren. Da brauchen wir heutzutage keine Eroberungskriege mehr. Eine Bilderberg Konferenz schafft das vielleicht auch.
Von Horst Seehofer stammt der weise pessimistische Satz, der sich mehr und mehr erfüllt: »Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.« Große Firmen können den Staat erpressen, indem sie drohen, ihre Produktion auszulagern. Auch das ist eine Schattenseite des Freihandels, weil wir in einem solchen Fall nicht antworten können: „Dann importieren wir eure Produkte eben nicht mehr.“

Trump hat recht!


Ich habe hier ja schon einmal Verständnis für Trumps Strafzölle geäußert:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/30/germany-first-trump-hat-recht/
Und nun habe ich nun auch Verständnis für die USA, wenn sie auf dem G-20-Treffen einen freien Handel ohne Zölle und Beihilfen fordern. Sollten unsere Politiker da nicht begeistert zustimmen, wenn sie die Globalisierung, die ich ablehne, voran treiben wollen? Sie müssten doch einsehen, dass es so nicht weiter gehen kann wie bisher: Die Amis verlangen beim Import deutscher Autos zur Zeit noch weniger Zoll als wir umgekehrt für den Import amerikanischer Fahrzeuge. Und Trump hat recht, wenn er uns Dumpinglöhne vorwirft, weil bei uns die prekären Arbeitsverhältnisse ständig zunehmen (Leiharbeit, Zeitarbeit, Aufstocker, Minijobs…).
Aber nun haben offenbar unsere Politiker Angst vor einem freien Handel mit fairen Löhnen, denn dann wären unsere Fahrzeuge auf einmal vielleicht nicht mehr so konkurrenzfähig. Die Politiker reden zwar dauernd von Globalisierung, doch wollen sie diese nur, wenn sie dabei vorteilhafte Bedingungen heraus schinden können. Das wäre dann eigentlich keine echte Globalisierung, denn die funktioniert nur gut für den, der technisch überlegen ist oder billiger produziert. Da werden wir nicht mehr lange mithalten können, denn die Amis dürften beim autonomen E-Auto bald die Nase vorn haben und die Chinesen werden billiger sein können als wir.

Die Globalisierungslüge

Globalisierung: Denken wir mal ganz schlicht, wie es meine Art ist. Wenn wir wissen wollen, wo wir stehen, sollten wir mal einen Blick zurück werfen, um zu sehen, wie sich alles entwickelt hat.
In alten Zeiten blieb man in den meisten Ländern für sich. Dann begann man, Handel zu treiben: Die einen hatten etwas, was die anderen brauchten: Salz, Gewürze, Seide… Und so bildeten sich entsprechende Handelsstraßen.
Später kam es zu einem größeren Warenaustausch: Die einen stellten technisch hochwertige Produkte her und die anderen lieferten Rohstoffe. Insoweit ist gegen eine Globalisierung des Handels nichts einzuwenden.
Aber nun haben wir eine Entwicklung des freien Handels, die zu einer Entartung führt und die zu Recht immer wieder zu Protesten gegen die G-20-Gipfel führt:
Weil inzwischen fast jedes Land Autos herstellen kann, bräuchte eigentlich insoweit eigentlich kein Warenaustausch stattfinden. Jedes Land könnte sich insoweit durch Zölle abschotten, was zwei Vorteile hätte: Autos würden nicht um die halbe Welt transportiert, bevor sie verkauft werden, und die entsprechende Umweltbelastungen könnte man so vermeiden. Außerdem würde ein Preiskampf, der zu immer mehr prekären Arbeitsverhältnissen führt, auf diese Weise vermieden. Wer also wirklich unbedingt ein ausländisches Auto fahren will, soll halt auch dementsprechend Zoll bezahlen. Freilich würden die Autos bei einer Abschottung teurer, aber die Menschen hätten entsprechend mehr Lohn, weil kein Lohndumping stattfände.
Am schlimmsten sieht die Globalisierung bei der Landwirtschaft aus: In meiner Jugend ernährte man sich in Deutschland im wesentlichen aus dem eigenen Land. An einen Import und Export von Nahrungsmitteln kann ich mich aus meiner frühen Jugend nicht erinnern außer an eingeführte Südfrüchte. Auch Subventionen dürfte es kaum gegeben haben. Weil die Menschen sich ernähren mussten, mussten sie halt dafür die verlangten Preise zahlen. Alles war im Lot. Aber seit der Globalisierung kommen Billigprodukte ins Land und unsere Bauern müssen nun subventioniert werden. Sie sind schon fast zu Angestellten des Staates geworden, weil sie 42 % ihres Einkommens aus Subventionen beziehen, Man könnte sich ja durch höhere Zölle abschotten, aber die Landwirtschaft hat sich immer mehr industrialisiert und kann immer billiger produzieren; sie will daher auch exportieren – bis nach China (Was für ein Unsinn, weil die Chinesen ja selbst Landwirtschaft betreiben!). Die Bauern haben aber eine mächtige Lobby – Abschottung geht daher nicht mehr.
So produzieren die Bauern auf Teufel komm raus, sprich: auf Kosten von Böden, die immer mehr ausgelaugt werden, und auf Kosten des Grundwassers, das mit Nitrat und Glyphosat belastet wird. Wir zahlen dafür also nicht nur die Subventionen, sondern die immer mehr steigenden Kosten für die Reinigung des Grundwassers. Das alles kann nicht so weiter gehen. Früher war es einfach: Da wurde die Brunnenvergiftung mit dem Tode bestraft. Heute bekommen die Bauern Geld dafür, dass sie im Einzugsbereich von Gewässern nicht oder wenig düngen.
Eigentlich sind ja die Subventionen an die Landwirtschaft im Grunde genommen eine Unterstützung der Autoindustrie: Weil VW & Co. exportieren wollen, brauchen sie offene Märkte, was bedeutet, dass wir als Ausgleich für den Export der Autos billige Lebensmittel ins Land lassen müssen.
Unsere Politik ist zwar begeistert von der Globalisierung, weil wir noch davon profitieren: Wir erzielen allerdings unsere Profite auf Kosten der Entwicklungsländer. Wir machen nämlich dort mit unseren Billigprodukten die Landwirtschaft kaputt und setzen damit eine der Ursachen für die Flüchtlingswelle, die uns auch wieder viel Geld kostet.
Unsere derzeit noch blühende Autoindustrie wird mit Sicherheit einmal von den billigeren Chinesen überholt werden oder von autonomen Elektroautos aus den USA. Eines Tages wird uns jedenfalls auch dämmern, dass die Globalisierung immer mehr Macht bei den großen Unternehmen konzentriert und die Arbeiter immer weniger Lohn bekommen. Einst gab es die Gewerkschaften als Gegengewicht: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“ Aber nun ist dieser einst so starke Arm verkümmert. Wenn die Gewerkschaften bei uns schon quasi abgemeldet sind, kann kaum das kommen, was notwendig wäre: eine mächtige internationale Arbeiterbewegung.
Jedenfalls dauert es nicht mehr lange, dann merken wir, wie sich die Globalisierung anfühlt, wenn man auf der Verliererstraße ist.

Merken Sie das nicht, wie Sie belogen werden?

  • Die Lüge vom Aufschwung: Es wird der Eindruck erweckt, als würde es uns immer besser gehen. Tatsächlich aber konnte früher ein normal verdienender Mann eine Familie ernähren und in der Stadt wohnen. Heute müssen Mann und Frau arbeiten und können sich nur eine Wohnung weiter außerhalb leisten. Das mittlere Markteinkommen sank in den Jahren 1991 bis 2005 zunächst von etwa 20.700 Euro auf 19000 Euro und ist im Anschluss bis auf 20300 Euro im Jahr 2014 gestiegen. Damit hat das mittlere Markteinkommen real lediglich das Ausgangsniveau des Jahres 1991 wieder erreicht.

  • Die Lüge von der Inflation: Warum redet man dauernd von der „gefühlten Inflation“? Weil die Menschen fühlen, dass bei der Berechnung der offiziellen Inflationsrate etwas nicht stimmen kann. Ein Beispiel: Wenn sich die Menschen ein Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können, ziehen sie in die Umgebung. Ihre Ausgaben für Miete bleiben also in etwa gleich hoch, wirken sich also bei der Inflation kaum aus. Dabei haben die Menschen einen immer höheren Kostenaufwand für die Fahrten zur Arbeitsstelle: Zwischen 2000 und 2014 stieg die mittlere Pendeldistanz sozialversicherungspflichtig Beschäftigter von 8,7 auf 10,5 Kilometer. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozent, wie das IAB (Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) kürzlich mitteilte. Die Menschen haben also immer weniger Geld. Auch das ist Inflation.

  • Die Lüge von der Privatisierung: Es wird immer so getan, als würde alles besser, wenn staatliche Unternehmen privatisiert werden. Das Gegenteil ist der Fall: Nehmen wir das Beispiel Post: Die Postgebäude wurden verkauft. Aus den sicheren Postbeamtenstellen wurden Minijobs, in denen oft nicht einmal der Mindestlohn bezahlt wird. Und Sie zahlen bei der Post nicht weniger, obwohl die Postgeschäfte in irgend einem Laden hinten drin abgewickelt werden oder Sie nun in die nächste Stadt zur Post fahren müssen.
    https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/01/privatisierung-ich-bin-entsetzt/

  • Die Lüge von der Globalisierung: Die Globalisierung setzt eine Lohnspirale nach unten in Gang. Wer am billigsten produziert, kann am meisten verkaufen. Also müssen die Löhne gesenkt werden. Daher nehmen die prekären Arbeitsverhältnisse bei uns zu. Mit unseren Billigprodukten machen wir dann die Industrie und Landwirtschaft in den Entwicklungsländern kaputt. Und wir ziehen uns u.U. Strafzölle zu:
    https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/08/die-globalisierungsluege/

  • Die Lüge über die Rolle der Frau: Während es früher notwendig war, dass die Frau als Hausfrau zu Hause blieb, hat sie heute häufig die Wahl, ob sie im Beruf bleibt oder sich um die Familie kümmert. Im letzteren Fall zählt sie zu denen, die womöglich als „Heimchen am Herd“ oder „Glucken-Mütter“ verunglimpft werden. Das geschieht deshalb, weil die Industrie Arbeitskräfte braucht und je mehr man hat, umso weniger muss man zahlen. Man propagiert, dass tüchtige Frauen Karriere machen und gleichzeitig Kinder groß ziehen können. Aber das funktioniert nicht. Sogar die bekannteste deutsche Frauenrechtlerin, nämlich Alice Schwarzer, sagte in einem Interview auf die Frage, ob sich für eine Frau Kind und Top-Karriere vereinbaren lassen: „Frauen, die glauben, dass es selbstverständlich sei, alles hinzukriegen, machen sich etwas vor. Sie drücken sich vor der Realität. Heute wird behauptet, es sei doch kein Problem, beides hinzukriegen. Das ist eine furchtbare Lüge. Frauen, die Karriere und Kinder wollen, müssen Abstriche machen. Es tut mir leid, das ist die bittere Wahrheit.“
    Übrigens führen die „Heimchen am Herd“ ein Leben, um das sie Männer beneiden:
    https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/31/frauen-haben-es-besser/

Globalisierung oder Abschottung?


Manchmal denke ich mir, dass uns nirgendwo so viel vorgelogen wird wie in der Wirtschaftspolitik. Was die angeblich so großartige Privatisierung anbetrifft, habe ich ja schon öfter darüber geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/01/privatisierung-ich-bin-entsetzt/
Bei der Globalisierung und
bei dem damit verbundenen Freihandel scheint es ähnlich zu sein. Sie sind ein Krebsgeschwür des Kapitalismus. Sie ermöglichen es großen Firmen, ihre Produkte irgendwo auf der Welt herstellen zu lassen, wo es gerade am billigsten ist. Bangladesch ist dafür ein instruktives Beispiel. Die dort billig hergestellte Mode wird bei uns teuer verkauft.
Und weil es meist Länder gibt, die billiger sind als wir, dreht sich die Lohnspirale bei uns immer mehr nach unten. Wir sehen das daran, dass früher ein Mann allein seine Familie ernähren konnte und dass nun Mann und Frau arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Es gibt nun als Neuigkeit unseres Wirtschaftssystems die Aufstocker, also Menschen, die von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben können. Sie sind auf staatliche Unterstützung angewiesen und werden immer mehr. So etwas hat es bei uns noch nie gegeben. Weil wir auf diese Weise Dumpinglöhne zahlen, sind unsere Waren billig. Das ist heute unser Trumpf, während wir früher mehr auf unsere technische Überlegenheit bauen konnten. Trump hat recht, wenn er sich über unser Lohndumping beklagt und Strafzölle einführen will.
Wir sehen: Der freie Handel ist für uns
nur so lange von Vorteil, als wir entweder bessere Produkte oder billigere anbieten können. Dann sind wir in der Lage, enorme Handelsüberschüsse zu erzielen, die auch wieder nicht gut sind, weil andere Staaten das nicht hinnehmen wollen. Aber das Blatt wendet sich: So wie u.a. unsere Bekleidungs- und Fotoindustrie kaputt gingen, könnte es auch unserer Autoindustrie ergehen. Anscheinend haben die Amis bei den Elektroautos und beim autonomen Fahren die Nase vorn. Wir werden halt immer mehr abgehängt. Bald könnten wir die Kehrseite des freien Handels zu spüren bekommen und es würde auf dann auch bei uns der Ruf nach Abschottung laut.
Unter dem freien Handel leidet zur Zeit besonders Afrika: Während wir aus der Massentierhaltung vo
m Geflügel hauptsächlich die Hähnchenbrüste essen, verkaufen wir den Rest nach Afrika und machen damit die Kleinbauern kaputt. Entsprechendes gilt für Milchpulver.
Ist es nicht ein Unsinn, dass die USA Schweinehälften nach China exportieren?
Die könnten doch die Chinesen selbst aus ihrer Landwirtschaft beziehen. Und ist es nicht auch ein Unsinn, dass die Teiglinge für unsere Semmeln aus China kommen?
Dass der Welthandel mit dem enormen Energieverbrauch schrumpfen muss, ist allein schon
zum Schutz des Klimas notwendig. Gerade hat die Weltbank errechnet, dass 143 Millionen Menschen bis 2050 durch Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigende Meeresspiegel ihr Zuhause verlieren und fliehen müssen. Wenn die zu uns kommen, ist das sicherlich ein Nährboden für Unruhen und Nationalsozialismus. Allein schon deshalb wäre es notwendig, dass möglichst wenig, was im Lande selbst hergestellt werden kann, von außen importiert wird.
Ist Ihnen diese Folge der Globalisierung auch schon aufgefallen nämlich, dass Unternehmen wie Amazon unsere Städte ausbluten lassen? Die Geschäfte in den Innenstädten gehen kaputt, und was diese einst als Steuern in den Haushalt der Bundesrepublik zahlten, fließt nun nach Belieben von Amazon in irgendein Land, wo die Steuern extrem niedrig sind.
Wie dünn die Argumente der Verfechter des freien Handels sind, sah ich im ZDF, wo eine Sendung kam mit dem Titel: „Spiel ohne Grenzen: Die
Lüge vom freien Handel“. Dort hieß es, früher einmal habe es eine Abschottung gegeben mit zwei üblen Folgen: Der Welthandel sei stark geschrumpft und habe dadurch den Nationalsozialismus ermöglicht. Wie gesagt ist die Schrumpfung des Welthandels kein Übel, sondern eine Notwendigkeit, die keineswegs zu einem Anwachsen der Nazis führen muss.
Wir brauchen sowieso eine Rückkehr zur Bescheidenheit, weil wir so wie bisher nicht weiter leben können:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/01/14/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen/

Germany first! Trump hat recht.


Trump hat es in Davos gesagt: „America first“ bedeute auch, dass natürlich auch andere Staaten ihr Land an die erste Stelle setzen können. Recht hat er. Merkel tut demgegenüber immer so, als sei Deutschland ein Wohltätigkeitsverein. Selbstverständlich sollte jeder Politiker in erster Linie das Wohl der eigenen Wirtschaft im Auge haben. Und das tut unser Land so sehr, dass es Trumps Reaktion geradezu heraus gefordert hat.
Zwei Sumpfblüten des modernen Wirtschaftslebens werden uns immer als die großartigen Antriebe des dauerhaften Aufschwungs vorgestellt. Doch was uns da erzählt wird, sind gewaltige Lügengebilde:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/08/die-globalisierungsluege/
Die Globalisierung war ja aus unserer Sicht deshalb ein Erfolgsmodell, weil wir es einmal durch unseren technischen Fortschritt zum Exportweltmeister gebracht haben. Und nun erreichen wir eine gute Exportquote mehr und mehr durch niedrige Löhne. Zu recht sprach Trump davon, dass er sich gegen Dumpinglöhne in anderen Ländern zur Wehr setzen wolle. Und da wird er wohl gerade Deutschland im Auge gehabt haben. Sind es nicht im Grunde genommen Dumpinglöhne, die unsere Wirtschaft zahlt, wenn ein erheblicher Teil der „hart arbeitenden Menschen“ von seiner Hände Arbeit nicht leben kann, sondern „aufstocken“ muss? So etwas hat es früher in Deutschland noch nie gegeben. Und all die sonstigen prekären Arbeitsverhältnisse in Deutschland (Leiharbeit, Zeitarbeit, Minijobs …) sind natürlich aus Trumps Sicht ein Grund, uns Lohndumping vorzuwerfen, und das mit Recht. Hinzu kommen ja auch noch die staatlichen Subventionen, die bei uns so üppig fließen und den freien Wettbewerb beeinträchtigen.
Der globalisierte Wettbewerb findet entweder über den technischen Fortschritt statt oder über den Preis. Beim technischen Fortschritt können wir immer weniger punkten, sondern werden insbesondere von China überholt:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/11/deutschland-stuerzt-ab-ii/
Nun versuchen wir es, unsere Stellung über niedrige Preise zu halten. Das löst einen traurigen Wettbewerb nach unten aus: Wer in einer globalisierten Welt die niedrigsten Löhne zahlt, kann am billigsten verkaufen. Es ist gut, dass Trump dieser Art von Wettbewerb Einhalt gebietet, indem er Strafzölle einführt. Die EU hat schon mit Gegenmaßnahmen gedroht, falls sie betroffen sein wird. Es läuft also darauf hinaus, dass die Globalisierung gestoppt wird und die Länder sich abschotten.
Die Folgen wären:
>Unsere Exportindustrie bekäme Probleme.
>Ein weiterer Nachteil wäre, dass die Waren teurer würden, aber das würde dadurch ausgeglichen, dass weniger Steuermittel für Aufstocker und Subventionen bezahlt werden müssten, die Steuern also gesenkt werden könnten.
>Es wäre gut für die Umwelt, wenn Waren, insbesondere Autos nicht um die halbe Welt transportiert würden, um verkauft zu werden.
>In Afrika würde die Wirtschaft nicht darunter leiden, dass unsere alte Bekleidung, unsere Hähnchenabfälle und unser Milchpulver dort auf den Markt kommt.
Kurzum: Trumps Warnschuss kam zur rechten Zeit, damit einmal darüber nachgedacht wird, wie die durch die Globalisierung ausgelöste Lohnspirale nach unten gestoppt werden kann:
Seit 1980 sinken bei uns die Reallöhne trotz steigender Produktivität:
http://www.das-kapital.eu/lohnentwicklung.html