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Vorsicht: das parfümierte Gift!

Wenn man heute zu Putzmitteln greift, verströmen diese einen angenehmen Duft nach Parfüm, Zitrone oder Apfel. Das ist der Fortschritt der Chemie: Zeug, das giftig und gefährlich ist, soll jedenfalls gut riechen. Wir wollen die Wahrheit nicht mehr wahr haben, was wir auch bei der Sprache beobachten können. So traut sich heute niemand mehr, den Abschuss von Wölfen zu fordern, sondern man spricht von der „Entnahme aus der Natur“.
https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/

Wie anders war das Putzen früher: Meine Mutter reinigte die Kloschüssel mit Salzsäure und die stank schrecklich. Da musste man natürlich hinterher gut lüften. Anders ist es bei den heutigen Putzmitteln: Weil die gut riechen, lässt man den erfrischenden Geruch oft gern im Raum. Und das ist falsch. Die Düfte sind in der Regel giftig und sollten durch Lüftung entfernt werden.

Wie gefährlich diese Düfte sein können, konnte man vor einiger Zeit in der Zeitung lesen: Da hatte eine Reinigungskraft erst ein Putzmittel verwendet, das aber gleich aufgebraucht war. Dann hat sie mit einem anderen weiter gemacht. Die „Düfte“ der beiden Putzmittel bildeten ein tödliches Gasgemisch, an dem die Frau gestorben ist.

Eigentlich sollte daher vorgeschrieben werden, dass Putzmittel so riechen sollten, wie die darin enthaltenen Wirkstoffe, ohne dass deren Geruch kaschiert werden darf. Giftiges muss auf jeden Fall scheußlich riechen, damit jeder die Gefährlichkeit erkennt.

Vorsicht, giftige Pakete!

Zur Zeit findet der Weltwirtschaftsgipfel statt. In den Nachrichten kam die Meldung, dass die Banken einen Haufen giftiger Papiere im Keller haben und dass sie diese in „Paketen verschnüren“ und  verkaufen. Da wird man sich dann auf die Suche nach a+b-Kunden machen, denen man einredet, es handele sich um „Anlagen mit Potenzial“. (a+b-Kunden sind solche in meiner Altersklasse, die nach der Diktion einer Bank „alt und blöd“ sind und  denen man alles Mögliche aufschwatzen kann. Hier ein erschütterndes Beispiel:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/30/egoismus-der-alten-forts/
Wenn Sie das gelesen haben, brauchen Sie nun etwas zur Aufheiterung: Beim Stichwort „Paket“ fällt mir ein Erlebnis ein, das ich in meinen Anekdoten geschildert habe:

Als junger Student war ich Mitglied der Bergwacht, und weil ich viel Zeit hatte, half ich gelegentlich dem bekannten Wiggerl Gramminger beim Bau und der Reparatur von Akias, die er ja erfunden hatte. Dabei gab es nur ein Problem: Als ich aufs Klo musste, fragte ich den Wiggerl, wo diese Lokalität sei. Er antwortete:
„So was ham mir hier net. Hier muass‘t halt in d‘ Hosen machen!“ So verstand ich ihn und hielt das für einen Scherz.
Tatsächlich aber hatte er gemeint: „Hier musst du in Dosen machen.“
Der Wiggerl klärte mich auf, was zu tun sei: „In der Garage steh’n alte leere Konservendosen, da machst ’nei. Pass aber auf, dass nix daneben geht. Beim großen Geschäft musst’d abwechselnd vorn und hinten schließen. Das ist nicht einfach und des muass ma üben. Am Anfang muasst a Zeitung drunter legen.“
Tatsächlich gelang es mir beim ersten Mal, alles zielgenau in eine Dose zu bekommen.
„Und was jetzt?“ fragte ich ihn.
„Jetzt kommt der Hauptspaß. Nun wickelst’d das Ganze in Packpapier und klemmst es in den Gepäckständer von dein’m Radl. Und dann wart’st, bis dir des Zeug g’stohl’n wird. Mir san hier nämlich im Glasscherbenviertel von München.“
„Aber wohin damit, wenn das Packerl nicht gestohlen wird?“ wollte ich noch wissen.
„Des gibt’s net! Aber in dem Fall muasst d’as halt abends mit heim nehmen.“
Ich war gespannt. Kaum hatte ich mein Packerl auf dem Rad vor dem Haus untergebracht, war es schon weg. Der Wiggerl freute sich ganz diebisch darüber, dass seine Prognose zugetroffen hatte.