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Wer macht unsere Städte kaputt? Galleria Kaufhof, Karstadt …


So war es einmal: C&A war unsere „modische Heimat“, die wir uns leisten konnten.

Wer hat den Niedergang der Städte zu verantworten?
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Zunächst einmal ist das Missmanagement in den Firmenetagen schuld. Ich erinnere mich an frühere Zeiten, wo man bei einer Kaufhauskette arrogant sagte, Leute von der Uni könne man nicht brauchen; man ziehe sich seinen besseren Führungsnachwuchs lieber selbst. Das hatte dieselben Folgen wie Inzucht: Früher gab es die günstigen PCs in den Kaufhäusern, bis ALDI kam mit unschlagbaren Preisen. Dafür schlugen sich die Leute vor dem Geschäft. Dasselbe war es mit der Kleidung. Günstige modische Kleidung gab es einmal in den Kaufhäusern. Aber die waren modisch nicht mehr auf dem neuesten Stand, so dass billige Modeboutiquen sich in dieses Geschäftsfeld drängten. So kam Fehler zu Fehler, der den Kaufhäusern zu schaffen machte.
> Die Hauptfehler aber liegen bei der Politik: Man hat den Online-Handel zu groß werden lassen. Firmen wie Amazon zahlen ihre Steuern dort, wo es am billigsten ist und den Kommunen gehen die entsprechenden Gewerbesteuern verloren. Die Investitionskraft der Städte sinkt: Immer mehr Schwimmbäder und Theater müssen geschlossen werden und die Städte werden weniger attraktiv. Weil man den Online-Handel nicht mit einer Steuer zum Schutz des Einzelhandels belegt hat, konnte diese neue Handelsform billiger sein als die Geschäfte in der Stadt. Das bedeutete für den Einzelhandel einen gewaltigen Aderlass an Kundschaft. Die Besteuerung des Online-Handels unterblieb offenbar aus Angst davor, dass die USA sonst die deutschen Autos besteuern würden und das würde Arbeitsplätze kosten. Diese Politik kostet nun also Arbeitsplätze beim Einzelhandel, der keine so starke Lobby hat wie die undankbare Autoindustrie.
> Der zweite große Fehler der Politik liegt in der Ausbreitung der Gewerbegebiete. Jedes Mal, wenn ich durch Bayern fahre, sehe ich wieder neue Betriebe: ein Paketverteilungszentrum mitten im Wald, ein Outlet-Center im Dorf… So geht Bayern kaputt. Mein kleines Dorf mit 5000 Einwohnern verfügt über 4 Gewerbegebiete. Da fragt man sich: Wie haben wir nur früher ohne all diese Neuerungen leben können?
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Als ich im Jahr 1965 heiratete, kauften wir uns unseren gesamten Hausstand im Münchener Zentrum, nämlich im Tal. Dort waren die Möbel in den Geschäften ausgestellt und man bestellte sie in den Fabriken. Und die Möbel behielt man ein Leben lang (wie übrigens auch die Frau).
Fast dieser gesamte Handel ist aus den Städten abgezogen worden und in die Gewerbegebiete verlegt worden mit einem entsprechenden Bodenverbrauch. Als in Rosenheim ein neuer Möbelmarkt eröffnet wurde, las man, dass der eine Verkaufsfläche hatte so groß wie die Geschäfte in der Innenstadt.
Wenn einmal spätere Generationen auf unsere Zeit zurück blicken, werden die sagen: „wie konntet ihr nur …“

Unglaublich, aber wahr: Wir sind Weltspitze!

Endlich einmal eine Nachricht, die uns aufhorchen lässt. Während wir und auf vielen Gebieten im Absturz befinden, lesen wir erstaunt, dass wir auch auf einem Gebiet Weltspitze sind:

Allerdings nur im Papierverbrauch: Im vergangenen Jahr waren es 241,7 Kilogramm. Sogar die USA verbrauchen mit knapp 211 Kilogramm weniger als wir.
Manchmal kommen mir diese ganzen Entwicklungen vor wie üble Geschwüre, die sich immer mehr ausbreiten:
Um beim Papier zu bleiben: Früher erhielt ich von der Postbank einen Kontoauszug, der etwa so groß war wie eine Drittel-DIN-A-4-Seite. Heute bekomme ich auch bei nur einer Kontobewegung zwei DIN-A-4-Seiten: eine für die Aktion und eine mit Hinweisen.
Und so ist es überall: Man wird zugemüllt mit Zeug, was kein Mensch liest. Ein Unternehmen hat sich einmal den Scherz erlaubt und in den Geschäftsbedingungen am Ende demjenigen 3000 Euro versprochen, der diese Klausel als erster liest und sich meldet. Es hat sehr lange gedauert, bis die 3000 Euro abgerufen wurden.
Noch so ein übles Geschwür: So wie beim Papier ist es auch sonst: Wir lebten früher ohne Plastik. Heute wird das immer mehr. Und wenn die Plastiktüten verboten werden, ist das nur ein Herumkurieren an Symptomen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/09/08/schulzes-grosser-erfolg-plastiktuetenverbot/
Die Umwelt wird immer mehr verschmutzt und  die Umweltministerin greift selbst da nicht durch, wo dies mit einfachen Mitteln möglich wäre:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/08/11/der-mensch-is-a-sau-frau-schulze-greifen-sie-durch/

Und noch vielleicht noch ein letztes Beispiel: Immer mehr Gewerbegebiete fressen sich in die Natur. Da frage ich mich, wie wir denn überhaupt ohne diese Erscheinungen gut leben konnten:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/