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Wohin geht die Reise? Vom Ende her denken!

Man müsse alles vom Ende her denken, ist ein bekannter Ausspruch der früheren Kanzlerin. Doch leider handelte sie nicht nach diesem Grundsatz und so kam es zum Merkelismus und zum Niedergang ihrer Partei.

Wenn man nüchtern vom Ende her denkt, kann es sowieso nicht so weiter gehen, weil die Ressourcen so ausgebeutet werden, dass wir 1 1/2 Erden bräuchten, um so weiter leben zu können:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/07/29/alarm-welterschoepfungstag-rueckt-wieder-vor/
Aber auch wenn man davon absieht, geht die Entwicklung dahin, dass die Lebensqualität immer weiter absinkt: Bald wird es kein Dorf ohne Windrad geben, ohne Gewerbegebiet,  ohne Autobahn usw.

Ich demonstriere das einmal an unserem Dorf Bergen in Oberbayern. Als ich hier mein Haus bauen wollte, wurde mir das verwehrt, weil man den Kamin von der Autobahn aus hätte sehen können; das hätte das Bild einer intakten bayerischen Landschaft gestört. Damals gab es noch kein Gewerbegebiet bei uns. Heute hat unser kleines Dorf mit knapp 5000 Einwohnern 4 (!) Gewerbegebiete, eines davon direkt an der Autobahn. Man fragt sich: Wie haben wir damals so völlig anders leben können?
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Wie bedroht das Leben sogar im kleinsten Dorf ist, merkten wir, als uns die Regierung mitteilte, man könne die schönen Orte nicht immer schonen. Daher wolle man bei uns eine Mülldeponie bauen. Umweltschützer warnten, man gefährde damit den Chiemsee, aber Wissenschaftler der Regierung fegten diese Bedenken hinweg, und so begann man mit dem Bau. Kaum kam es zu den ersten Einlagerungen, sind sämtliche Fische in einer Fischzucht zwischen unserem Ort und dem Chiemsee verreckt. Nun hat man die Deponie mit Gras überwachsen lassen und Rohre, aus denen Gase entweichen, geben nachts ein gespenstisches Licht..

Eines Tages, wenn die Menschen hinter einem Windrad hocken, Lärm von Autobahnen oder Flugplätzen zu ertragen haben, nebenan ein Gewerbegebiet haben … . dann werden sie fragen: Könnte nicht alles so wie früher sein?

 

Sterbende Innenstädte

Über dieses Thema habe ich ja schon öfter geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/09/01/sterbende-innenstaedte-2/
Der Online-Handel macht viele Geschäfte kaputt, denn immer mehr kaufen im Internet. Dadurch werden die Städte ärmer, weil sich die Gewerbesteuer mindert, und so fehlt Geld für notwendige Investitionen. Schließlich trägt auch die ständig wachsende Zahl der Gewerbegebiete mit Outlet-Centern zum Niedergang der Innenstädte bei.
Und noch etwas beobachte ich: Die Bauten werden immer hässlicher und menschenfeindlicher.
Jedes Mal, wenn ich Berichte aus Brüssel im Fernsehen anschaue, kommt mir das Grausen wegen der kalten Hochhausarchitektur.
Es gab einmal eine Zeit, in der man auf die Schönheit von Bauten Wert legte. Heute diktieren der Preis und die Zweckmäßigkeit das Aussehen der Gebäude. Das setzt sich bis in die Kleinstädte fort. Mitten im Zentrum von Traunstein wurde an spektakulärster Stelle neben dem schönen „Palast“ des Pfarrheims der oben abgebildete scheußliche gesichtslose graue Bau errichtet. Warum kann das Stadtbauamt dem Bauherrn nicht mindestens ein paar kleine Balkone oder eine Fensterumrandung abringen?
Wir bräuchten wieder einen Hundertwasser zu dessen Haus in Wien die Leute auch heute noch pilgern, um es zu bewundern. Und was hätte wohl Gaudi gemacht, wenn er einen Bauauftrag in Brüssel bekommen hätte? Wohlgemerkt: Ich bin nicht für eine Rückkehr zu alten Baustilen, aber man könnte doch von den Alten lernen, wie man die Schönheit im Auge behält.

Bayern kaputt

Geht man auf die Seite des Landesamts für Umwelt in Bayern, um sich über den Flächenverbrauch in Bayern zu orientieren, dann liest man dort, dass täglich 17 Hektar zugebaut werden.
http://www.lfu.bayern.de/umweltqualitaet/umweltbewertung/ressourcen/flaechenverbrauch/index.htm
Das Landesamt ist aber nicht auf der Höhe der Zeit, denn in den Nachrichten wurde heute gemeldet, dass nun täglich 18,8 Hektar verbraucht werden. Das ist aufs Jahr gerechnet eine Fläche so groß wie Bamberg. 11,6 % der Fläche von Bayern sind schon bebaut. Mit immer scheußlicheren Bauten frisst sich Gewerbegebiet für Gewerbegebiet in die Landschaft.

Die Entwicklung verläuft offenbar so schnell, dass die zuständige Behörde gar nicht mehr mitkommt.
Man möchte meinen, dass sich der Trend irgendwann einmal umkehrt, denn es gibt ja immer mehr Flächen mit heruntergekommenen Gebäuden, die man durch neue ersetzen könnte. Aber es ist halt billiger, neu zu bauen, weil die Gemeinden Gewerbeflächen sehr günstig anbieten. Deshalb ist auch in den Gewerbegebieten zu beobachten, dass beim Flächenverbrauch nicht gespart wird: Statt dass man dichter, also auch höher baut, stellt man ein- bis zweigeschossige Geschäftshäuser in die Gegend. Und Tiefgaragen sind offenbar auch zu teuer. Deshalb legt man die Parkflächen in der Landschaft an. All das ist billiger als vernünftig zu bauen. Und beunruhigender ist, dass der Flächenverbrauch zunimmt. Ein jüngerer Mensch wird vielleicht fragen, wie wir denn früher überhaupt leben konnten ohne all diese Gewerbegebiete. Und dann würde ich antworten: „Es war alles besser. Wir kauften sogar damals unser ganzes Inventar in der Innenstadt, wo heute dunkle Fensterhöhlen an leeren Geschäften die Straßen verschandeln.“
Wenn man mit offenen Augen durch Bayern fährt, merkt man, dass die Landeshymne ihren Sinn verloren hat: Gott ist nicht mehr mit dir, du Land der Bayern!
Lesen Sie bitte auch „Bayern kaputt“!

Gewerbegebiet2

Verfehlte Politik

Wir nehmen den Klimawandel nicht ernst und haben die vereinbarten Klimaschutzziele nicht erreicht. Jeder Bürger kann es täglich sehen, wie wenig vernünftig wir mit der Energie umgehen: Es entstehen immer mehr Gewerbegebiete außerhalb der Stadt. Die Geschäfte dort werden immer größer. Vor einiger Zeit las ich, dass ein neu errichtetes Möbelkaufhaus eine so große Verkaufsfläche hat wie alle Geschäfte in der City unserer Nachbarstadt mit 50.000 Einwohnern zusammen. Dieser Möbelmarkt muss natürlich beheizt und beleuchtet werden, wird also auch einen Energieverbrauch haben, wie die Innenstadtgeschäfte zusammen. Und dieser Möbelmarkt ist nur ein Geschäft von vielen im Gewerbegebiet. So bluten die Innenstädte aus und die meisten Menschen werden gezwungen, mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren, denn die Autoindustrie will ja ihre Fahrzeuge verkaufen. Wenn ich früher einen Nagel brauchte, ging ich in einen Eisenwarenladen in der Stadt. Heute muss ich deswegen hinaus ins Gewerbegebiet und gleich eine ganze Packung kaufen, die gar nicht benötige.
Warum plant man nicht eine menschengerechte Stadt, in der man zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln alles in überschaubarer Zeit erledigen kann? Was wir zur Zeit erleben ist eine totale Fehlsteuerung in der Politik. Aber wenn es ums Geld geht, bleibt die Vernunft auf der Strecke.
Die Leute können sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie wir früher gelebt haben: Als ich heiratete, gab es keine Gewerbegebiete, sondern nur Möbelgeschäfte mitten in der Stadt. In München im „Tal“ kauften wir alles, was wir für unseren Hausstand brauchten. Und unsere täglichen Einkäufe erledigten wir zu Fuß und nicht im Gewerbegebiet bei ALDI und Co.
Und noch abschließend eine Bemerkung zum Tagfahrlicht, das die Österreicher einmal mangels positiver Auswirkungen abgeschafft hatten: Nun verbrauchen wir durch das Tagfahrlicht so viel Strom, wie ein Atomkraftwerk erzeugt.
Zusammenfassend kann man also feststellen, dass wir immer mehr Energie verbrauchen. Daneben nimmt sich das Verbot der Glühbirnen aus wie ein Tropfen auf einem heißen Stein.
Da kann man nur sagen: Klimaschutz – ade!