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Die feige Sprache der Politiker

Politiker trauen sich oft nicht, die Dinge beim Namen zu nennen:
https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/
Das können wir auch im Koalitionsvertrag feststellen. Darin heißt es:
„Wir wollen, dass Wölfe, die Weidezäune überwunden haben oder für den Menschen gefährlich werden, entnommen werden.“
Hört sich das nicht viel besser an, als wenn man stattdessen „erschossen“ oder „getötet“ geschrieben hätte? Das Wort „entnommen“ ermöglicht es übrigens auch, mehrere Interpretationen zuzulassen. Falls es wegen dieser Äußerung Ärger von Seiten der Tierfreunde gibt, kann man sich immer noch darauf hinaus reden, man habe gemeint, solche Wölfe mit einem Betäubungsgewehr einzuschläfern und nach Polen zu verfrachten. Mich erinnert das Wort „entnommen“ an die Geschichte des Bären Bruno, der Auf Anordnung des Ministers Schnappaufauf aus der Natur „entfernt“ wurde und dem ich damals dieses Gedicht gewidmet habe:

Nachruf auf Bruno
(„Problembär“, erschossen  im Juli 2006
auf Anordnung von Minister Schnappauf)

Bruno, unser Lieblingsbär,
Weilt leider unter uns nicht mehr.
Nachdem man wochenlang geheuchelt,
Wurde er dahin gemeuchelt.
Dem Schnappauf war er nicht genehm,
Der sprach: „Der Bär ist ein Problem.
Weil er nicht so lebt wie ein Bär,
Drum dulden wir ihn nun nicht mehr,
Hat er doch ganz unverhohlen,
Ein Pfund Honig sich gestohlen.
Dieser Bär hat kein Gewissen,
Hat kleine Lämmchen aufgerissen.
Und dann ist er ganz ungeniert
In Kochel auf der Straß’ spaziert.
Auch am Haus der Polizei
Ging er ohne Gruß vorbei.
Ein Bär, der Anstand nicht gelernt,
Wird nun aus der Natur entfernt.“
(Zu deutsch: „…zum Abschuss freigegeben.“)
Und so endete sein Leben.
Wir suchen Trost im Alkohol:
„Prost, Bruno – auf dein Seelenwohl!“
Und die Moral von der Geschicht?
Reize einen Schnappauf nicht!
Und so raten wir den Tieren:
Lasst euch schleunigst gut dressieren!
Nehmt euch ein Beispiel an dem Schaf:
Gebt Wolle, Milch und seid recht brav!
Haltet’s Maul und gebt a Ruh,
Als Vorbild nehmt die CSU.

Lexikon des politischen Sprachgebrauchs und des sonstigen Geschwafels


Immer wenn ich auf meinen Hausberg, den Hochfelln, gestiegen bin, kam ich an einer steinernen Gedenktafel für einen gefallenen Soldaten vorbei, der sein Leben „für Führer, Volk und Vaterland geopfert“ hatte. Die Tafel wurde nach dem Krieg „entnazifiziert“: das Wort „Führer“ wurde heraus gemeißelt. Und wenn ich nun die beiden übrig gebliebenen Worte anschaue, frage ich mich, ob die noch lange tragbar sind:

Statt des Wortes „Volk“ benutzen die Politiker heute lieber die Floskel „Menschen draußen im Lande“ und das Wort „Vaterland“ ist inzwischen auch verdächtig geworden, seit es von der AfD benutzt wird. Auffallend ist, dass Bundespräsident Steinmeier stattdessen in seiner letzten Ansprache unerträglich oft das Wort „Heimat“ benutzte, als wenn er es uns als neues Vaterland einimpfen wollte. Und auch andere Politiker taten es ihm plötzlich – wie verabredet – gleich, so dass die Heute-Show die Aneinander-Reihung solcher „heimatlichen“ Redeausschnitte als Lachnummer benutzte. Was sehen wir aus der neuen Ausdrucksweise? Die Worte „Volk“ und „Vaterland“ werden vielleicht bald so verpönt sein wie der harmlose „Neger“. Dumm nur, dass das „Vaterland“ nicht nur in AfD-Reden vorkommt, sondern auch in der deutschen National-Hymne. Man wird sie vielleicht doch einmal umdichten müssen.
Wenn Sie die Politiker richtig verstehen wollen, sollten sie unbedingt ins Lexikon des politischen Sprachgebrauchs und des sonstigen Geschwafels schauen.

Ergänzung des "Lexikons des politischen Sprachgebrauchs und des sonstigen Geschwafels":


„Pack“ = neue Bezeichnung für politisch anders Denkende
„Willkommenskultur“ = Feldbett für die nicht im Mittelmeer Ertrunkenen
„Wir stemmen das“ = Foskel, die gern von Leuten benutzt wird, die von Gewichtheben keine Ahnung haben
„Schwarze Null“ = Outsourcing von Schulden

Verstehen Sie wirklich deutsch?

Natürlich! Sonst wären Sie ja nicht auf dieser Seite. Wissen Sie aber auch wirklich, was mit einem Wort gemeint ist oder gemeint sein kann? Der Ratgeber „Definitionen“ hilft Ihnen zu verstehen, was andere so von sich geben oder was dem Sprachgebrauch entspricht. Hier beispielsweise die Erklärung des Wortes „Geschenk“:
„Als Geschenk bezeichnet man eine Zuwendung von etwas, was man sich passender und treffender selbst hätte kaufen können.“
Weitere wichtige Informationen, die Sie nicht versäumen sollten, finden Sie hier:
https://autorenseite.wordpress.com/definitionen/
Und Politiker können Sie nur verstehen, wenn Sie das Lexikon des politischen Sprachgebrauchs und des sonstigen Geschwafels“ gelesen haben. Also tun Sie was für Ihre politische Bildung und gönnen Sie sich den Spaß!
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Hier einige Sprichwörter, wie Politiker sie verstehen:

Sprichwörter enthalten Weisheiten, die manche nicht wahr haben wollen. Hier einige Sprichwörter, wie Politiker sie verstehen:

Spare nicht in der Zeit, dann hast du einen Grund zum Schuldenmachen.
Verbrechen lohnt sich. (Wenn es dumm läuft, wirst du zwar nicht frei gesprochen, aber du kriegst eine Bewährungsstrafe.)
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis der Brunnen leer ist.
Lügen haben lange Beine.
Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, rede ihm ein, dass dies ein toller Badeplatz ist.
Immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommen die Politiker und sagen dir, wie gut es dir doch geht.
Verschulden und Borgen macht uns keine Sorgen.
Geld macht nicht glücklich, das sieht man am Euro.
Man muss den Tag schon vor dem Abend loben, denn dann wird es ganz finster.
Eigenlob stinkt dem politischen Gegner.
Schon zerronnen bevor gewonnen.
„Panem et circenses“ übersetzt man heute mit „Fußball und Fernsehen“.
Ohne Fleiß kein Preis, aber ein Haufen Kohle.

Sie wollen die Politiker richtig verstehen? Dann schauen Sie unbedingt in dieses Lexikon des politischen Sprachgebrauchs des sonstigen Geschwafels: