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Drei Weiber sind einfach zu viel für mich

Mein Tag beginnt normalerweise so: Kurz vor 6.00 Uhr schalte ich das Radio ein und höre bei Bayern 1 den Spruch zum Tag (meist nicht so gut wie meiner hier im Blog). Dann höre ich noch etwa 3 Minuten lang die Nachrichten, und anschließend treten drei Weiber vors Mikrofon. (Der Ausdruck „Weiber“ ist in diesem Fall angebracht, denn er bezeichnet nicht nur die positiven Erscheinungen jenes anderen Geschlechts, das ich normalerweise bewundere, sondern auch die unerträglichen.)
Erst kommt also nach den Nachrichten eine Sprecherin mit den Meldungen aus Oberbayern, die in der Regel aus einem Satz bestehen. Ist denn in Oberbayern nichts los? Dann meldet sich die Wetterfee und sagt auch wieder nur einen Satz. Und schließlich hören wir einen dritten Satz von einer weiteren Sprecherin über den Straßenzustand, der normalerweise nur lautet: „Noch nichts los auf Bayerns Straßen.“
Warum ich mich darüber aufrege, und das schon am frühen Morgen? Erstens finde ich, dass es eine Personalverschwendung ist, wenn drei Personen schon morgens um 6.00 Uhr Dienst tun, indem sie je einen Satz vorlesen, den der Nachrichtensprecher ohne weiteres auch noch mit vorlesen könnte. Früher hat es so etwas nicht gegeben, aber jetzt zahlen wir anscheinend zu viel Gebühren, die ja irgendwie ausgegeben werden müssen.
Was aber ganz schrecklich an dieser neuen Form von ergänzten Nachrichten ist: Die drei Weiber säuseln das, was sie rüber bringen sollen, in einem Ton, den sie für charmant halten, den ich aber unerträglich finde. Anscheinend haben sie das Bedürfnis, den einen läppischen Satz, den sie sagen dürfen, zu einem echten Ereignis zu machen. Solche Süßholzraspelei passt einfach nicht zu schlichten Meldungen. Und so werde ich mich halt von Bayern 1 verabschieden.

Ärzte als Geldschneider?

Der Arztberuf ist etwas ganz Besonderes. Er zeigt uns, zu was Menschen fähig sind, nicht nur leistungsmäßig, sondern auch charakterlich, und zwar im Positiven wie im Negativen. Da gibt es diejenigen, die diesen Beruf aus Berufung ergriffen haben und die in erster Linie anderen helfen wollen. Sie arbeiten bei „Ärzte ohne Grenzen“ mit oder verbringen jedes Jahr einen Urlaub als Arzt in einem afrikanischen Krankenhaus. Diese Nachfolger Albert Schweitzers nötigen uns den höchsten Respekt ab.
Aber gleichen Sie das aus, was ihre Kollegen aus Profitgier so alles treiben? Gerade erleben wir den Organspendenskandal, aber das ist halt nur einer von vielen: Bei Abrechnungen wird in großem Stil betrogen. Allein bei der Staatsanwaltschaft Köln wird gegen 360 Ärzte ermittelt, die einen Millionenschaden verursacht haben sollen. Oder: Ärzte werden von der Pharmaindustrie geschmiert, damit sie bestimmte Medikamente verschreiben…
Und obwohl das Gesundheitswesen kaum noch zu bezahlen ist, haben es die Ärzte verstanden, Einkommenssteigerungen zu erzielen, die anderen Berufsgruppen versagt bleiben. Trotzdem hören wir gerade, dass sie vom Staat geschult werden, IGEL-Leistungen zu verkaufen, also solche, für die die Kassen nicht aufkommen.
Vielleicht sind ja andere Staaten uns ein Stück „voraus“: In Spanien werden schon den ersten Krebskranken die Medikamente verweigert.
Viele Ärzte nutzen übrigens bei uns die Gebührenordnung unverschämt aus: Zwei Beispiele aus eigener Erfahrung: Ich wurde um 7.55 Uhr in eine Praxis bestellt und wunderte mich. Hinterher staunte ich, dass dafür eine Nachtdienstgebühr berechnet wurde. Oder: Meine Frau ließ sich die Ohren ausspülen. Hinterher bekam ich eine saftige Rechnung und hielt das für ein Versehen. Der Ohrenarzt klärte mich auf, weil bei der Spülung Hautpartikel mit abgingen, sei das nach der Gebührenordnung als Operation zu bewerten. Gerade musste ich am Herz etwas machen lassen, was ganz einfach ambulant gegangen wäre. Aber wegen der „Fallpauschale“ musste ich stationär aufgenommen werden. Ich könnte ein Buch mit dem Titel: „Der verarschte Patient“ schreiben. Aber ich habe schon genug geschrieben. Besuchen Sie mich doch mal hier!

Zum Anwaltstag

Heute ist der deutsche Anwaltstag. Auch wer keine Ahnung davon hat, über was gesprochen wird, kann es erraten: Wie bei den Ärztetagen auch geht es in erster Linie ums Geld. Die Anwälte wollen höhere Gebühren. Schon jetzt ist das Streiten vor Gericht so teuer, dass es sich häufig nicht lohnt – und davon leben viele Unternehmen, denen es darum geht, auf krummen Touren abzukassieren.
Was die Gebühren in Zivilprozessen angeht, richten sich diese nach dem Streitwert, steigen also mit der Inflation. Insoweit bedarf es demnach keiner Anhebung.
Womit sich die Anwälte aber einmal in erster Linie befassen sollten, wäre dieses Thema: Es gibt zahlreiche Firmen, die in gesetzwidriger Weise bei Telefon-Nutzern oder Internet-Besuchern abkassieren. Obwohl die Gesetzwidrigkeit offenkundig ist, finden diese Unternehmen immer wieder Anwälte, die mit üblen Drohungen gegen die Opfer vorgehen, bis diese schließlich den Nervenkrieg aufgeben und zahlen.
Gegen diese Unrechtsanwälte vorzugehen sollte das oberste Ziel des Anwaltstages sein. Aber da scheint nicht viel Interesse zu bestehen. Wenn man dieses Anliegen der Standesorganisation vorträgt, erhält man nicht einmal eine Antwort.

Weg mit der Fernsehgebühr…

…und den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern!
Warum gibt es überhaupt bei uns die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF? Sie wurden einmal eingeführt, als es noch wenige Sendekanäle gab. Damals wollte der Staat dafür sorgen, dass der Bürger nicht einseitig von Privatsendern informiert wird. Nun aber ist die Beschränkung auf ein paar Kanäle längst gefallen und für das öffentlich-rechtliche Fernsehen besteht überhaupt keine Existenzberechtigung mehr, wie es ja auch keine staatliche Zeitung gibt.
Warum kann in einem freien Land ein freier Bürger nicht selbst entscheiden, welches Programm er ansehen und bezahlen will?
Wir sehen, dass der Erfolg der Piratenpartei nicht von ungefähr kommt, sondern auf der Hoffnung der Bürger beruht, alles demokratisieren zu können und solche Missstände wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen abstellen zu können. Jetzt sollen wir demnächst sogar auch dann noch Gebühren bezahlen, wenn wir überhaupt nicht fernsehen. Wenn so etwas nicht vom Bundesverfassungsgericht gestoppt wird, ließe sich diese Abkassiererei noch ausbauen: Maut, auch wenn man nicht fährt; Toilettengebühr, auch wenn man nicht aufs Klo geht… Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.