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Unsere Schreihalsdemokratie: Corona bringt die schäbigen Prinzipien der Politik ans Licht (II)

Über dieses Thema habe ich ja schon einmal geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/09/10/unsere-schreihalsdemokratie-corona-bringt-die-schaebigen-prinzipien-der-politik-ans-licht/
Nun zeigt der Umgang mit den Alten, wie auch hier das Prinzip der Schreihalsdemokratie wirkt: Haben Sie vielleicht in den Diskussionen über den Lockdown etwas über die Situation der Alten gehört? Nur hier:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/16/corona-hoert-endlich-aufs-volk/
Gerade habe ich im Radio ein Interview mit dem Leiter eines Seniorenheims gehört. Der erzählte, dass viele Alte nichts mehr essen wollten. als sie keinen Besuch bekamen.
Stellen wir uns also einmal vor, wie es um die Alten steht, die nur deshalb noch nicht im Seniorenheim sind, weil sie den Gang ins nächste Gasthaus und zum Lebensmittelladen noch schaffen: Viele von Ihnen können nicht mehr kochen und vielen ist das zu aufwendig. Sie finden dann: „Ach, ich brauche heute nichts.“ So ist zu erwarten, dass viele Alte unterernährt sind mit schlimmen Folgen. Sie sind zu alt, um ihre Stimme zu erheben und sich bei den Politikern bemerkbar zu machen.
In einer Demokratie, die alle ihre Bürger im Auge hat, müsste doch mindestens bei der Frage „Wie weiter?“ auch über die Ernährung der Alten gesprochen werden: Was wäre denn dabei, wenn man die sicheren Lokale für ein Mittagessen offen hielte? 

Corona: Hört endlich aufs Volk!

Nach einer Umfrage sind 78% der Bundesbürger für eine Wiedereröffnung der Lokale. Also, Ihr Politiker, macht endlich die Lokale jedenfalls mittags wieder auf, wenn Ihr Angst habt, dass die Gäste abends über die Stränge schlagen könnten.
Erinnert Ihr Euch noch, was Demokratie eigentlich bedeutet? Volksherrschaft! Also macht doch mal, was das Volk will. Wenn Ihr meint, das Volk sei in dieser Hinsicht halt unvernünftig, so stimmt das nicht, denn die Menschen sind durchaus für eine Beibehaltung der sonstigen Kontaktbeschränkungen.
Unvernünftig wäre es vielmehr, die komplette Schließung der Lokale beizubehalten. Wie soll man sich denn in einem Lokal anstecken, wo man am Empfangstisch warten muss, bis man vom Personal einen Platz angewiesen bekommt, der einen gebührenden Abstand zum Nachbartisch hat und womöglich noch durch eine Plexiglasscheibe getrennt ist? Bevor Ihr weiter die viel zu pauschale Schließung der Gaststätten aufrecht erhaltet, fragt doch jedenfalls mal vorher die Fachleute, was die von einer Teil-Öffnung der Gasthäuser halten. Es geht nicht nur um viel Geld und Existenzen, sondern auch um eine ausreichende Ernährung der vielen Alten. Es geht doch nicht an, dass Ihr Euch (virtuell) zusammensetzt, ohne die Virologen dabei zu haben.
Eigentlich sollten ja die Gastronomen aktiv werden und ihrerseits ein Gutachten von Virologen darüber vorlegen, dass eine Öffnung  der Lokale am Mittag unbedenklich ist. Aber vielleicht haben die Gastronomen ja kein Interesse an diesem Schritt, denn sie erhalten eine großzügige Entschädigung: also ein Einkommen ohne Arbeit. Und vielleicht würden sie bei Öffnung ihrer Lokale auch nicht mehr verdienen, weil viele Gäste aus Besorgnis ausbleiben könnten.

Merkels harter Winter darf nicht kommen!

Die Kanzlerin stimmt uns in einem Podcast auf einen harten Winter ein. Das lässt das Schlimmste befürchten: Kommt nun der totale Lockdown und bleibt der bis ins nächste Jahr? Davor möchte ich hier mit allem Nachdruck warnen. Es darf zu keinen pauschalen Regelungen kommen, deren Sinnhaftigkeit die Menschen nicht einsehen:
Bevor man die Menschen nach österreichischen Muster einsperrt, sollte man doch fragen, ob man da nicht weitere Ausnahmen zulassen sollte: Warum soll man beispielsweise nicht in der einsamen Natur wandern dürfen, um sich zu erholen? Und wer soll denn auch einsame Waldwege und Bergpfade überwachen?
Und warum muss man die Gastronomie pauschal zu sperren? Kann man nicht jedenfalls Lokale mit ausreichenden Schutzvorkehrungen mittags offen halten? Sie haben eine wichtige Funktion für die Alten: Sie ersparen ihnen das Altenheim. Wir sehen am Lebensmittelhandel, dass dort das Personal bei Beachtung der Regeln gesund bleibt trotz Begegnung mit vielen Menschen. Da fragt man sich doch: Wie sollen sich Gäste in einem Lokal anstecken, wenn sie mit ausreichendem Anstand vom nächste Tisch – womöglich noch getrennt durch eine Plexiglasscheibe – ihr Essen einnehmen? Das weitere Schließen der Lokale führt dazu, dass viele Alte sich nicht genügend ernähren und dass manche in Depressionen verfallen, weil sie den Kontakt zu anderen Menschen vermissen.
Also meine eindringliche Bitte oder besser gesagt: Aufforderung:
Maßhalten beim Lockdown und keine pauschalen Regelungen!

Corona: Die falsche Politik – Schulen schließen oder Gastronomie?

Jetzt wird es klar: Es war die falsche Politik, als man die Schulen offen ließ und die Gastronomie zu sperrte.
Hier wurde ja schon vielfach kritisiert, dass die Gastronomie geschlossen wurde, obwohl sie Maßnahmen durchgeführt hat, die eine Ansteckung praktisch unmöglich machten:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/03/corona-hier-irrt-die-kanzlerin/
Das Offenhalten der Schulen war schon deshalb ein großer Fehler, weil hier Schutzmaßnahmen wie in der Gastronomie fehlten (Welche Schüler wurden denn mit Plexiglasscheiben voneinander getrennt?) und weil man nicht fehl geht in der Annahme, dass Kinder kaum so gezähmt werden können, dass sie sich so umsichtig verhalten wie die Gäste eines Lokals. Was aber gravierender ist, ist die Tatsache, dass viele Kinder sich mit Corona infiziert haben, ohne es zum merken und ohne Symptome zu zeigen. So gesehen sind also die Schulen genau so „Super-Spreader“ wie die unvernünftigen demonstrierenden Maskenverweigerer von Leipzig.
Nun bewahrheitet sich also meine Warnung:
Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf den Deutschen Lehrerverband schreibt, sind mittlerweile 300.000 Schüler in Quarantäne. Ende September waren es noch rund 50.000.
Auch etwa 30.000 Lehrer befinden sich demnach in häuslicher Isolation.
Es wird so weiter gehen und zwar exponentiell. Eine Verschärfung des Teil-Lockdowns steht bevor, wenn es so weiter geht. Keine guten Aussichten für Weihnachten.

Corona: Wirte, wehrt Euch!

Liebe Gastwirte, was Euch angetan wird, ist himmelschreiendes Unrecht: In den Verkehrsmitteln und den Geschäften kommen sich die Menschen bedenklich nahe und da kommt es zu keinem Lockdown, wohl aber bei Euch.
Ihr habt große Investitionen auf Euch genommen, um Eure Lokale sicher zu machen, und nun müsst Ihr erleben, dass dies alles umsonst war. Eure Lokale werden geschlossen, obwohl es offensichtlich kaum möglich ist, dass jemand sich bei Euch ansteckt, wenn Ihr die Regeln beachtet.
Das Traurige an den Corona-Schutzmaßnahmen ist ja, dass die Regierung sich offensichtlich kaum auf belastbare Daten stützen kann. Sie hätte Daten darüber sammeln müssen, wo sich die Menschen angesteckt haben. Und da weiß man nur, dass Familienfeiern und Partys Hotspots sind. Aber zu wie vielen Prozentpunkten die Gastronomie beteiligt ist (wenn überhaupt), das weiß man nicht. Ein so schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte ist also offenbar nicht mit Fakten belegbar.
Die Bundesregierung hat anscheinend nicht berücksichtigt, welch wichtige Funktion Ihr für die Gesundheit habt: Weil es Euch gibt, brauchen viele Alte nicht ins Altenheim, so lange sie es noch irgendwie schaffen, ein Lokal zu erreichen. Das ist für sie auch psychisch wichtig, weil sie Abwechslung haben und unter Menschen kommen. Nun hocken sie zu Hause und haben keinen Appetit: „Ach ich brauche heute nichts!“ so sagen viele, weil sie den Aufwand für das Kochen scheuen, so weit sie dazu in der Lage sind, denn viele sind ja dement.
Also Ihr Wirte, schließt Euch zusammen zu einer Protestaktion: Hängt Schilder an Eure Gasthaustüren mit Bildern und dem Hinweis: „Liebe Gäste! So sicher sind unsere Lokale, aber die Kanzlerin gönnt Euch das Essen nicht.“ Nehmt Euch ein Beispiel am Protest der Künstler:
https://www.suedost-news.de/region-und-lokal/regionales-traunstein/grabenstaett_artikel,-musikerprotest-im-netz-gegen-buehnenverbot-_arid,598179.html
Habt Ihr denn nicht mitbekommen: Wir leben in der „Schreihals-Demokratie„.  Wer am lautesten schreit (oder die beste Lobby hat), bekommt das meiste Geld oder braucht nicht zu schließen.

Corona: Kinder als Superspreader?

Das ist ja eine Horrormeldung: Sechsmal so viele Kinder haben sich mit dem Coronavirus infiziert, als bisher angenommen:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117871/Bayern-Sechsmal-mehr-Kinder-mit-SARS-CoV-2-infiziert-als-gemeldet
Das Schlimme an dem Virus ist ja, dass die Krankheit einen völlig unterschiedlichen Verlauf nimmt: Die einen, besonders Kinder, merken oft überhaupt nicht, dass sie infiziert sind und andere sterben daran.
So kann es also durchaus sein, dass die Kanzlerin die falsche Wahl getroffen hat, wenn sie die Schulen offen halten will und die Gasthäuser schließt, wie ich schon im letzten Beitrag dargestellt habe.
Womöglich werden also die Schulen zu den wahren Superdpreadern und bescheren uns ein trauriges Weihnachtsfest.

Corona: Hier irrt die Kanzlerin


Wo ist hier der Infektionsherd?

Die Kanzlerin hat in einer Pressekonferenz ihre Corona-Maßregeln verteidigt. Mir will das alles nicht einleuchten. Was für ein Drama wäre doch es nach ihrer Meinung gewesen, wenn die armen Kinder statt 2 Wochen Ferien 4 Wochen lang ohne Unterricht gewesen wären. Da warnen andere gleich vor einer verlorenen Generation.
Statt der Schulen werden nun die Lokale geschlossen. Das kann ich nicht verstehen. Da haben sich die Gastronomen viel Mühe gegeben, ihr Lokal sicher gegen Infektionen zu machen und nun müssen sie einen Lockdown erleben. Wenn die Kanzlerin hier einen Infektionsherd ausmachen will, ist das verfehlt. Ich gehe häufig zum Essen und habe einen Überblick, wie es mittags in den Gasthäusern aussieht: 95% aller Besucher sind allein oder zu zweit . Wenn sie an einem separierten Tisch mit Plexiglasscheiben sitzen, können sie andere nicht anstecken. Und was die restlichen 5% der Gäste anbetrifft, handelt es sich meist um Firmenangehörige, die dort zum Essen gehen. Es wäre also durchaus vertretbar, diese Leute nicht an einem Tisch sitzen zu lassen.
Man sieht, mit vernünftigen Regeln könnte man die Gasthäuser mittags durchaus offen halten. Das wäre vor allem für die vielen Alten wichtig, die dort zum Essen gehen, weil sie nicht mehr kochen können oder wollen.
Die Regel sollte also lauten: Gaststätten mit Sicherungseinrichtungen können mittags offen bleiben. Es dürfen aber nicht mehr als zwei erwachsene Personen an einem Tisch sitzen.

Corona: Unglaubliche Schlamperei beim Lockdown

 

In der Heute-Show wurde berichtet, dass die Lockdownregeln von den Gerichten schon 60-mal gekippt wurden. Und wenn nun die Entscheidungen über die Schließungen von Lokalen anstehen, so kann ein vernünftiges Urteil nur so lauten: Alles zu pauschal, weil auch sichere Orte und sichere Gaststätten erfasst werden.
Mindestens müssten die Gerichte fordern, dass sich sichere Lokale von der Schließung befreien lassen können. Es ist ja traurig: Da haben viele Gastronomen mit einem hohen Kostenaufwand ihr Lokal sicher gegen Ansteckungen gemacht, indem sie beispielsweise Plexiglasscheiben zwischen die auseinander liegenden Tische gehängt haben. Und nun soll das alles umsonst gewesen sein?
Sankta Justitia, hilf ihnen!
Die SPD will sich am Dienstag mit den Regeln befassen. Das hier wäre doch ein wichtiges Thema.

Corona: Nun wird es spannend: Hält der Lockdown light einer gerichtlichen Nachprüfung stand?

Das erste Urteil über die Lockdown-Maßnahmen ist da. Und es ist nicht gut ausgefallen für die Politik: Das niedersächsische OVG hat eine Sperrstundenregelung gekippt.
Mit Spannung warten wir nun auf Gerichtsentscheidungen über die Schließung der Gastronomie. Ein weises Urteil sähe nach meinem Dafürhalten so aus, dass die von den Gesundheitsämtern für sicher befundenen Gaststätten offen bleiben dürfen: Wie soll sich auch ein Gast anstecken, der durch eine Plexiglaswand 2m entfernt vom nächsten Nachbarn sitzt? Und warum müssen Bayern in coronafreien Dörfern auf ihr Gasthaus verzichten?
Man darf gespannt sein, wie die Justiz entscheidet. Anscheinend weiß man dort nicht recht, was man machen soll, denn über die Eilanträge sollte doch so langsam mal entschieden werden.
Vielleicht verlangen ja die Gerichte eine nähere Begründung für die Schließung der Gaststätten: Die Gesundheitsämter können auf Grund der zurück verfolgten Ansteckungsketten genau sagen, wo die größten Gefahren lauern.  Die Gastronomen behaupten, von ihnen gingen laut Statistik nur 2 % der Infektionen aus. Der Wert würde gegen Null schrumpfen, wenn man all die Pubs und Discos abziehen würde, wo man sich nicht an die Regeln gehalten hat gemäß dem bayerischen Motto: „A Guater hält’s aus und um an andern is net schad!“
Man stelle sich vor, der Flugverkehr habe doppelt so viele Ansteckungen zu verantworten. Müsste dann nicht eher der Flugverkehr gestoppt werden, bevor man die Gaststätten schließt?
Man sieht, wir bewegen uns auf sehr schwankendem Grund.

Corona: Der große Verfassungsbruch

Wie oft habe ich hier geschrieben; „Deutschland erwache!“ Es hat nichts genützt, denn der deutsche Michel ist in Tiefschlaf verfallen.
Und wie oft habe ich schon beim ersten Lockdown hier die Gastronomie aufgefordert, sich zu wehren, aber nichts ist geschehen.
Immerhin ist FDP-Politiker Kubicki jetzt aufgewacht und hat die Gastronomie aufgefordert, sich zu wehren. Wo blieben solche Stimmen beim ersten Lockdown?
Und warum war das Parlament auf Tauchstation, bis sich Verchwörungstheoretiker mit etlichen Verfassungsrechtlern einig waren: So geht es nicht; das ist Verfassungsbruch. Und traurig ist, dass sich die anderen Parteien das von der AfD sagen lassen mussten.

Was nun die Gastronomie anbetrifft, fragt sich der normale Bürger, zu denen ich mich rechne: Warum dürfen die Leute im Flugzeug beieinander sitzen, aber nicht ins Gasthaus gehen? Im herrlichen Mai waren die Biergärten geschlossen, obwohl die Ansteckungsgefahr dort schon ohne Vorsichtsmaßnahmen 1:1000 betrug.
Und wenn ich nun ins Gasthaus gehe, frage ich mich, wie ich mich da anstecken soll: Mir wird ein Platz angewiesen, bei dem der Nachbartisch 2 m entfernt und noch durch eine Plastikscheibe abgetrennt ist. Die Gastronomie hat hohe Ausgaben gehabt, um ihre Räume sicher zu machen, und nun wird gegen sie der Lockdown verhängt. Unbegreiflich!
Der richtige Weg wäre, dass die Gesundheitsämter die Vorsichtsmaßnahmen in den Gaststätten überprüfen und sie dann zur Benutzung freigeben.
Und verfassungswidrig ist es sowieso, wenn man pauschal einen solchen Lockdown verhängt, ohne auf die individuellen Verhältnisse ein zu gehen.
Warum soll ein Lokal in einem coronafreien Ort nicht geöffnet bleiben?