Schlagwort-Archive: Freude

Was mir Freude macht


Ich habe mein Verfalldatum nun schon etliche Jahre überlebt und habe immer noch viel Freude am Leben.
Zunächst einmal freue ich mich jeden Tag darüber, dass ich gesund mit meiner Frau in einem schönen Haus wohne und das genießen kann.
Und weil wir beim Alter sind: Ich freue mich an alten Ehepaaren, die Arm in Arm durch die Stadt gehen und miteinander lachen.
Natürlich erfreuen mich gerade auch die kleinen Kinder, die vor lauter Energie gar nicht gehen können, sondern immer laufen müssen und die überall etwas zum Staunen finden, wenn es auch nur ein Stein ist.
Und wenn ich auf das Inzeller Kienbergl gehe, freue ich mich an den jungen trainierenden Eisläuferinnen, die mir fröhlich mit wippendem Pferdeschwanz begegnen und lächelnd grüßen. Anni Friesinger war mal eine von ihnen.
Schließlich freut mich noch etwas, was immer seltener wird: ein offenes Gesicht mit liebenswürdiger Ausstrahlung.
 

Vermissen Sie den Urlaub? Hier kommt der Trost

Ja, so schön könnte Urlaub sein – wie gesagt: „könnte“! Wenn Sie nun traurig sind, dass Sie nicht in Urlaub fahren oder fliegen können, sollten Sie sich die Urlaubsgesetze aus dem Buch „Mit spitzer Feder“ vergegenwärtigen:
Urlaubsgesetz Nr. 1: Je schöner die Gegend ist, desto grantiger ist das Hotelpersonal.
Urlaubsgesetz Nr. 2: Vergleiche die Freude auf den Urlaub mit der, die du beim Heimkommen empfindest: Dann bleibe zufrieden zu Hause.
Urlaubsgesetz Nr. 3: Freue dich, wenn du gesund nach Hause kommst. Das ist nicht selbstverständlich.
Urlaubsgesetz Nr. 4: Der Urlaub ist meist nur halb so schön, wie die Heimkehrer berichten.
Urlaubsgesetz Nr. 5: Der Urlaub ist anders als im Prospekt, denn wenn du einen Urlaub buchst, bedenke, dass du damit nur eine Chance erwirbst, dass alles so abläuft, wie du es dir vorgestellt hast.
Urlaubsgesetz Nr. 6: Montezuma lebt und hat was gegen Urlauber.
Urlaubsgesetz Nr. 7: Jeder Urlaub ist in der heutigen Zeit ein Abenteuerurlaub: Wie kommst du wieder heim?
Urlaubsgesetz Nr. 8: Der Reiz des modernen Urlaubs besteht oft im Kontrast: Erst übernachtest du im Luxushotel, dann auf dem Boden des Flughafens.

In diesem Sinne: Genießen Sie Ihr Zuhause!

Was für ein Tag ist denn eigentlich heute?

Wenn Sie diese Frage im Internet stellen, erfahren Sie, dass heute der Tag der Bierdose sein soll. Wenn Sie aber weiter forschen, werden Sie überrascht sein, welche Gedenken heute viel wichtiger wären:

Heute ist zunächst einmal der UNESCO-Tag der Bildung. So einen Tag brauchen wir, weil die Bildung immer mehr durch Ausbildung ersetzt wird. Das heutige Wirtschaftsleben braucht keine nachdenklichen Menschen, sondern gut funktionierende Arbeiter, die möglichst schnell durch die Schule und Uni geschleust werden.

Dann wäre heute noch de Tag des herzhaften Lachens. Deshalb bemühe ich mich hier jeden Tag, meinen Lesern jedenfalls mit dem Witz zum Tag ein Lächeln zu entlocken.

Und schließlich ist heute auch noch der Tag der Komplimente: Also an die Arbeit! Sie glauben gar nicht, wie einfach sich wie viel Freude bereiten lässt!

 

 

Ein bisschen nett sein zur Weihnachtszeit

Wenn ich zur Weihnachtszeit durch die Straßen fahre und am Müllabfuhrtag die Tonnen am Straßenrand stehen, dann sehe ich, wenn ich Glück habe, vielleicht einmal an einer Tonne ein Kuvert mit einem Trinkgeld. Wie anders war das früher, als die Müllabfuhr vom öffentlichen Dienst gemacht wurde. Ein Fahrer und zwei Mann waren unterwegs und trotzdem war die Müllabfuhr billiger als heute. Und um Weihnachten herum läuteten die Müllmänner an den Haustüren, um ein frohes Fest und glückliches neues Jahr zu wünschen. Natürlich kassierten sie dabei nicht wenig Trinkgeld.
Nun kommt ein Privatunternehmen zum Müllsammeln. Ein Mann wurde eingespart. Der übrig Gebliebene leert die Tonnen allein. Zeit zum Trinkgeldsammeln hat er nicht. Er bekommt also auch in der Regel nichts. Denken Sie doch mal darüber nach, ob sie ihm nicht eine kleine Freude machen sollten, indem Sie ihm ein Kuvert mit guten Wünschen und einem Scheinchen an die Tonne hängen.
In diesem Zusammenhang fällt mir mein Vater ein. Er hat sich bis ins hohe Alter einen Brauch aus der Kindheit bewahrt: Am 1. Advent stellte er eine leere Krippe auf. Für jede gute Tat durfte er einen Strohalm hinein legen, damit das Christkind an Weihnachten schön weich liegen konnte. Das Trinkgeld für den Müllmann wäre also doch vielleicht einen Strohhalm wert gewesen!

Neulich im Café – eine Gardinenpredigt zum Sonntag

Ich bin gerne in Bad Reichenhall und habe dort auch zeitweise gewohnt. Dort gibt es ausgezeichnete Cafés. Und da erlebte ich eine nette Szene: Eine alte Frau las bei einer Tasse Kaffee verschiedene Zeitschriften. Unsere Bedienung erzählte uns, dass ihre Kollegin ihr fast täglich diese Tasse Kaffee spendieren würde, damit die alte Frau eine Freude habe und aus ihrer Einsamkeit heraus ein wenig unter die Leute käme; die Frau habe einmal bessere Zeiten erlebt und sei immer nett und großzügig mit dem Trinkgeld gewesen. Nun revanchiere sich die Bedienung.
Ich meinte dann, dass die Kollegin ja wohl kaum den Kaffee bezahlen würde.
Aber meine Bedienung erklärte mir: „Selbstverständlich muss sie den bezahlen. Anders geht das bei uns nicht.“
Als ich dann wieder einmal in dem Café war, setzte ich mich in den Service-Bereich der netten Bedienung und sprach sie auf ihr gutes Werk an. Sie sagte:
„Ach, das ist doch nichts Besonderes. Die Leute hier sind großzügig mit dem Trinkgeld und wenn ich ein bisschen davon abgebe, tut mir das nicht weh. Außerdem lohnt sich die Ausgabe für mich: Ich kann mit wenig Geld einem Menschen eine große Freude machen und das macht auch mir eine genau so große Freude.“
Natürlich ließ ich einen Schein für die nächsten Tassen Kaffee da. Und dann dachte ich an die Sonntagsmesse: Da sitzen die Leute in der Kirche und rappeln ihr Sündenbekenntnis herunter; „… bekenne ich euch, Brüder und Schwestern, das ich Gutes unterlassen und Böses getan habe…“ Und dann fragte ich mich, wie viele von den Gläubigen wohl wirklich darüber nachgedacht haben, was sie denn an Gutem unterlassen haben. Interessant an dem Sündenbekenntnis ist ja, dass die Unterlassung des Guten vor dem Bösen genannt wird, also wichtiger ist. Aber wer kümmert sich schon wirklich darum?
Fragen Sie mal einen Priester, ob jemand gebeichtet hat, dass er Gutes unterlassen hat. Die Antwort wird wohl lauten: „Da kann ich mich momentan nicht daran erinnern.“

Haben Sie das im Fernsehen versäumt? Dann klicken Sie hier!

Das war für mich seit langem das Beste, was ich im Fernsehen gesehen habe: Brettlspitzen
Da sah man Bayern in Reinkultur. Aber auch wenn Sie an Bayern kein Interesse haben, werden Sie auf jeden Fall an etlichen Beiträgen der Sendung Ihre helle Freude haben, z.B. „sexuelle Belästigung“ oder ganz anders: „Frau von Format„. Die Beiträge lassen sich einzeln abrufen, so dass sie diejenigen auslassen können, bei denen Sie den Dialekt nicht verstehen.
Viel Spaß! Den werden Sie haben.

Da staunt man!

Wenn im Fernsehen Reklame kommt, schalte ich meist auf den Video-Text um. Und da habe ich diese Meldung entdeckt:

Da staunt man. Die Menschen haben am liebsten das Fernsehen (50%). Die Familie ist weniger beliebt (6,3%). Ein bisschen vorbereitet war ich schon auf dieses Ergebnis. Ich las nämlich einmal einen Artikel über eine Umfrage, in der nach dem Spaßfaktor gefragt wurde. Da rangierte das Reisen an der Spitze vor Familie und Kindern. Nun ist freilich die Frage nach dem Spaßfaktor von Familie und Kindern eigentlich falsch gestellt. Familie und Kinder sollten eher bei der Frage nach Erfüllung im Leben obenan stehen. Aber diese Frage wird leider immer weniger gestellt.
Immerhin haben solche Umfragen durchaus ihren Sinn: Viele Menschen sind unglücklich, weil sie Singles sind oder keine Kinder bekommen haben. Ihnen wird vorgeführt, dass man auch so Freude im Leben haben kann.

Haben Sie Spaß an der Arbeit?

Arbeit

Mal nachgedacht:
Gerade las ich unter „Gute Zitate“ diese verfehlte Erkenntnis:


„Eine Arbeit die Anerkennung findet, verdient es nicht Arbeit genannt zu werden, sie ist Spaß, Freude und verkörpert die Leichtigkeit einer Sommerbrise.“
Günter Seipp


Das brachte mich auf die Idee, mich einmal selbst mit dem Thema Arbeit zu befassen. Und da bin ich gleich bei meinen eigenen Aphorismen fündig geworden:

Glücklich ist, wer eine Arbeit hat, die ihm so viel Freude macht, dass sie und nicht unbedingt auch der Gewinn die Quelle seines Wohlbefindens ist.
(H. Pöll, Zitat aus dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt)

Ich hoffe, Sie gehören zu diesen Glücklichen. Aber auch wenn Ihnen Ihre Arbeit keine Freude macht, denken Sie mal darüber nach, wie es wäre, wenn Sie nichts zu tun hätten:

„Mit der Arbeit verhält es sich wie mit den Frauen: Wenn du eine hast, nervt sie dich vielleicht gelegentlich, wenn du keine hast, wirst du depressiv.“ (H. Pöll)

Und nun zu Herrn Seipp: Der Mann hat anscheinend noch nie schwer gearbeitet, wenn er meint, dass eine Arbeit die Leichtigkeit einer Sommerbrise bekommt, wenn sie anerkannt wird. Auf so eine Idee kann nur ein Soziologe kommen, der eine lebensfremde Idee als großartige Erkenntnis verbreiten will.
Deshalb will ich Herrn Seipp einmal schildern, wie die Arbeit in meinem Leben aussieht: Schon als Kind musste ich im Krieg mithelfen, für das Überleben der Familie zu sorgen: Die Sommerferien verbrachte ich damit, auf den abgeernteten Äckern noch nach ein paar übrig gebliebenen Kartoffeln zu suchen, und in den Herbstferien siebte ich wie ein Goldsucher auf der Abfallhalde des Gaswerks den Kohlengrus durch, um noch einige kleine Koks-Stückchen für die Heizung zu finden. Natürlich wurde ich von meiner Mutter gelobt, aber deshalb machte mir diese Ferienarbeit keinen Spaß. Und ich hätte es übel vermerkt, wenn meine Mutter gesagt hätte, das Ganze sei doch leicht wie eine Sommerbrise gewesen.
Später habe ich mein Studium auch mit ganz schrecklichen Arbeiten finanziert, denn die brachten am meisten Geld.
Und dann im Beruf wäre ich nie auf die Idee mit der Sommerbrise gekommen: Meinen Dienst bei der Justiz begann ich in einem Referat, in dem sich mein Vorgänger erschossen hatte, weil er die Arbeit nicht bewältigen konnte. Der Justizminister sagte damals: „Meinen Staatsanwälten gehört nur die Nacht, und die auch nicht ganz!“ Das war alles belastend und kein Spaß – bei aller Anerkennung. Und wenn man dann zu schweren Verkehrunfällen oder zu einem Flugzeugabsturz gerufen wurde, dann kann sich der Außenstehende nicht vorstellen, was man da mitgemacht hat – ohne psychische Betreuung, wie sie heute üblich ist.
Schließlich als Richter habe ich schwer an der Verantwortung und der beruflichen Belastung getragen. Glauben Leute wie Herr Seipp wirklich, dass ein Spaß ist und leicht wie eine Sommerbrise, wenn man einen Prozess zu leiten hat wie derzeit der Vorsitzende des Zschäpe-Verfahrens?
Nicht einmal in meiner Freizeit ist mir meine Beschäftigung als Ausbilder bei der Bergwacht immer leicht gefallen. Eine Totenbergung oder auch nur der Abtransport eines Verletzten vom Berg waren oft Tätigkeiten, die einen an die Grenze der Belastbarkeit bringen konnten.
Im Ruhestand kommen dann die Ehrenämter auf einen zu. Aber der Vorstand eines Vereins mit mehreren Hundert Mitgliedern zu sein, das ist harte Arbeit und kein „Honigschlecken“.
Und schließlich wartet im hohen Alter die Aufgabe der Pflege von Angehörigen – auch keine Sommerbrise trotz Anerkennung:
Pflege.jpg

Zusammenfassend kann ich sagen: Ich habe mit all meinen Tätigkeiten Befriedigung und Erfüllung gefunden und – wenn auch nicht immer – viel Freude gehabt. Spaß gab es auch manchmal, aber „die Leichtigkeit einer Sommerbrise“ wäre Kitsch gewesen.

Zum Thema „Ehrenamt“ zum Abschluss ein Gedicht von Wilhelm Busch, der sich offenbar mit der Arbeit besser auskennt als ein Soziologe:

Willst Du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Wieviel Mühen, Sorgen, Plagen
wieviel Ärger mußt Du tragen;
gibst viel Geld aus, opferst Zeit –
und der Lohn? Undankbarkeit!

Ohne Amt lebst Du so friedlich
und so ruhig und so gemütlich,
Du sparst Kraft und Geld und Zeit,
wirst geachtet weit und breit.

So ein Amt bringt niemals Ehre,
denn der Klatschsucht scharfe Schere
schneidet boshaft Dir, schnipp-schnapp,
Deine Ehre vielfach ab.

Willst du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Selbst Dein Ruf geht Dir verloren,
wirst beschmutzt vor Tür und Toren,
und es macht ihn oberfaul
jedes ungewaschne Maul!

Drum, so rat ich Dir im Treuen:
willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen,
soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen,
laß das Amt doch and’ren Dummen.