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Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Ein Zeichen der Zeit ist, das der Begriff „Arbeit“ im Verhältnis zu „Freizeit“ immer mehr negativ bewertet wird.“


Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Risiko Urlaubsreise


Wenn man die Leute über ihren Urlaub reden hört, äußern sie sich selten ehrlich, sondern beschreiben ihn als „traumhaft“. Allerdings sprechen die Fakten eine andere Sprache: Heuer sind zig Tausende schon auf dem Flugplatz gestrandet, weil wegen mangelhafter Sicherheitskontrollen oder Streiks Hunderte von Flügen ausgefallen sind.
Und diejenigen, die dann tatsächlich ihr Urlaubshotel erreicht haben, werden nicht selten mit erschreckenden Mängeln konfrontiert, wie oft in RTL dokumentiert wird. Viele Reisende werden im Urlaub krank: 35 bis 50 Prozent aller Fernreisenden bekommen gleich „Montezumas Rache“ zu spüren und damit ist ihre Urlaubswoche schon völlig verdorben. Und für die anderen Urlauber gibt es weitere Gesundheitsprobleme, die nun sogar einen eigenen Namen haben: „Leisure Disease“, eine Art Freizeit-Erkrankung. Nicht vergessen darf man auch, dass viele Urlauber im Ferienland Angst vor Terroranschlägen haben, was auch nicht gerade erholsam ist: Sie suchen sich abseitige Plätze am Strand und schauen ständig herum, ob nicht vielleicht ein Terrorist erscheint.
Tropenstürme, Monsunregen und – wie wir gerade sehen – auch Erdbeben können den Urlaub zu einem Erlebnis der anderen Art machen.

Wenn man all diese Urlaubsrisiken ins Auge fasst, ist ein Urlaub daheim eigentlich gar nicht so übel. Man hat schon deshalb mehr davon, weil die stressigen Hin- und Rückflugstage wegfallen. Man gewinnt also zwei Tage Lebenszeit und die zählt besonders im Alter immer mehr.

Medienhit: Gräberverlosung


In Berchtesgaden werden Gräber, die im alten Friedhof frei geworden sind, verlost. Diese Verlosung ist zu einem Medienhit im Sommerloch geworden:
https://www.suedost-news.de/startseite_artikel,-berchtesgaden-grabverlosung-wird-bundesweiter-medienhit-per-los-in-die-letzte-ruhe-_arid,424658.html
Ganz anders sieht es anderswo in vielen Friedhöfen aus. Die alte Friedhofskultur geht verloren. Immer mehr Gräber werden aufgegeben, weil die Erben aus Kostenersparnisgründen ein Urnengrab, einen Waldfriedhof oder eine Seebestattung vorziehen. Viele Familien sterben auch aus, so dass problematische Lücken auf den Friedhöfen entstehen, die ja doch irgendwie gepflegt werden müssen.
So wird man in Zukunft mehr über den Erholungs- und Freizeitwert eines Friedhofs nachdenken. Vorläufig wahrt man dabei die Würde des Ortes, aber es wird nicht lange dauern, bis Frauen sich im Bikini auf einem Handtuch dort sonnen und dann die unschuldige Frage stellen, inwiefern dies Würde des Ortes schadet.
Wie so etwas aussieht, erlebte ich bei meinem letzten Besuch in Berlin. Dort lagen spärlich bekleidete Damen auf den warmen schwarzen Steinen des Denkmals für den Holocaust und genossen die Sonne. Ich wunderte mich, dass kein Ordner erschien, um sie zu vertreiben.

Badeseen und Strände: Die blaue Flagge täuscht

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Zu Beginn der Badesaison wird immer der Zustand der Badeseen und Meere veröffentlicht. Und da lesen wir, dass wir in Deutschland angeblich überall sauberstes Badewasser haben. Natürlich wird das in den Medien bejubelt, jedoch besteht dazu überhaupt kein Grund, denn die Gewässer werden normalerweise auf zwei Bakteriensorten geprüft: Darmenterokokken und E.coli, die beide auf Verunreinigungen durch Fäkalien hindeuten.
http://www.eea.europa.eu/themes/water/interactive/bathing/state-of-bathing-waters
Aber wie steht es wirklich um unsere Badeseen? Im Chiemsee beispielsweise befinden sich ganze Mengen winziger Plastikteile. Außerdem ist der See durch die Düngung der umliegenden Felder mit Nitrat so stark belastet, dass das Algenwachstum zum Problem geworden ist:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Was sonst noch alles im Wasser ist, kann man nur ahnen. Zufällig erfährt man mal etwas: Nach den Daten der bayerischen Staatsregierung ist Glyphosat in 60 Prozent der bayerischen Bäche nachgewiesen, muss also auch in die Badeseen gelangt sein.
Aber keine Angst: Wahrscheinlich ist der Chiemsee trotzdem noch besser als die meisten anderen Badegewässer.

Die Versklavung der Menschen nimmt weiter zu

Der Spiegel berichtet: 2007 hätten sieben Prozent der Geringverdiener wenigstens einmal pro Woche zusätzlich Geld verdient, 2014 waren es schon zwölf Prozent. Und 2007 gaben 13 von 100 der Befragten an, mindestens einmal pro Monat in ihrer Freizeit für zusätzliches Geld in der Tasche zu arbeiten. 2014 war es schon fast jeder vierte Befragte.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/immer-mehr-buerger-suchen-zweitjob-fuer-die-freizeit-a-987656.html
Da denken manche der Geringverdiener vielleicht etwas neidisch, wie gut es den Besserverdienern gehen dürfte. Aber bei denen ist auch nicht alles eitler Sonnenschein, denn 34 % beklagen sich, dass ihre Freizeit immer weniger wird. Sie würden lieber weniger verdienen und mehr Freizeit haben.
Zusammenfassend kann man also feststellen, dass offenbar alle immer mehr arbeiten müssen. Die Versklavung der Menschen nimmt demnach immer mehr zu. Dabei möchte man meinen, dass die Steigerung der Produktivität jedes einzelnen Arbeitnehmers dazu führen müsste, dass weniger gearbeitet werden könnte.
Aber die Blutsauger sind unter uns und eine Schmutzschicht hat Deutschland überzogen.

Schämt Euch!

Von Open-Air-Konzerten lesen wir: Im Jahr 2006 hinterließ jeder Besucher durchschnittlich vier Kilo Abfall, aber im vergangenen Jahr waren es fast 15 Kilo. Bei rund 70.000 Fans summiert sich das auf 1000 Tonnen Müll.
http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/festivals-muell-bei-open-air-konzerten-a-970876.html
Man findet das zwar vielleicht nicht in Ordnung, kann aber die Leute verstehen: Sie zahlen einen Haufen Eintritt und finden, da müsste die Müllentsorgung mit inbegriffen sein.
Schlimm ist es aber, wenn die Leute in öffentlichen Parks, in denen einst das Betreten des Rasens strengstens verboten war, grillen und dort ihren Müll hinterlassen.
Am schlimmsten aber ist es, wenn meist junge Leute die Natur versauen: Da macht man Feuer auf Kiesinseln in Seen und Flüssen und dabei wirft man zum Zeitvertreib mit Glasflaschen herum, so dass dort niemand mehr ins Wasser gehen kann, ohne sich zu schneiden. Man möchte meinen , dass es menschlicher Abschaum ist, der sich so verhält und dass der sich so an der Gesellschaft rächen will. Aber dann liest man diesen Artikel über junge Leute, die gerade ihr Abitur feiern.
http://www.suedost-news.de/region+lokal/landkreis-traunstein/traunstein_artikel,-Wenn-das-Feiern-ausartet-_arid,141161.html
Ich würde sagen, diesen Leuten sollte man rückwirkend das Abitur aberkennen, weil sie eben nicht die Reife besitzen, die ihnen im Zeugnis bescheinigt wurde.

TUI oder der Niedergang des Tourismus

Gestern Abend brachte die ARD zur Hauptsendezeit einen Bericht über die TUI. Ich bin entsetzt darüber, wie es da heute zugeht. In 5*-Hotels arbeitet Personal für einen Stundenlohn in Höhe von 1,40 Euro. Völlig übermüdete Busfahrer bringen die Touristen in die Hotels und bekommen dafür 1300 Euro im Monat einschließlich aller Auslagen für ihr Fahrzeug.
Deshalb möchte ich hier einmal schildern, wie wir den Niedergang des Tourismus‘ miterlebt haben:
Den ersten teuren Urlaub leisteten wir uns im Hotel RIU Maspalomas, das zwar heute nur noch 4 Sterne hat, aber seinerzeit zu den besten auf der Insel gehörte. Damals wurden wir von einem Schwarzen in Livree mit einem Rolls Royce am Flugplatz abgeholt. Bei einem späteren Urlaub kam dann ein Bus, der zwar auch andere Hotels anfuhr, aber doch dann in absehbarer Zeit zu unserem Hotel kam. Schließlich erlebten wir, dass wir erst einmal eine längere Rundfahrt hinter uns bringen mussten, bis wir endlich im Hotel ankamen. Das kostete einen halben Urlaubstag.
Verschiedene Hotels haben ganz unterschiedliche Zimmer. Damals war es selbstverständlich, dass die TUI als größter Reiseunternehmer bevorzugt bedient wurde und die besten Zimmer erhielt. Das war dann eines Tages auch vorbei.
Was die Flüge anbetrifft, haben wir den Verdacht, dass da inzwischen vielleicht Betrug im Spiel sein könnte. Wir buchten beispielsweise einmal bei einem Reiseunternehmen frühzeitig den Hinflug für den Morgen und den Rückflug für den Abend. Als wir dann in den Urlaub flogen, wurde uns kurz vorher mitgeteilt, dass die Flugzeiten geändert würden: Hinflug abends und Rückflug morgens. Verlust: 2 Urlaubstage. Ob das Reiseunternehmen wirklich nicht gewusst hat, dass die Flugzeiten sich ändern würden?
Was die Behandlung von Reklamationen anbetrifft, entnehme ich dem Fernsehbericht, dass eine Einheitspauschale von 70 Euro die Normalentschädigung für einen schief gelaufenen Urlaub ist. Früher war das anders: Man war bemüht, Beanstandungen großzügig zu regeln. Als wir einmal in einem 4*-Hotel reklamierten, wurden wir sofort in das beste Hotel der Insel umquartiert. Das waren noch Zeiten! Was heute bei den Entschädigungen für berechtigte Reklamationen übersehen wird, ist dies: Wer statt des Zimmers am Meer im Hinterhof einquartiert wird, verlebt dort keinen Urlaub, sondern ärgert sich und wäre lieber daheim geblieben. Das kann man eigentlich nicht entschädigen. Was hat ein Reisender davon, wenn er dann einen vom Geiz diktierten Geldbetrag als Entschädigung erhält? Auch die Gerichte scheinen da von „beamtischer“ Sparsamkeit befallen zu sein, so dass die Reiseunternehmen schon fast einen Freibrief für Mängel haben.
Nach vielen Urlaubsflügen ist uns die Lust für diese Art von Massentourismus vergangen. Wir bleiben zu Hause und lassen es uns dort gut gehen bei ein wenig Wellness u.a. Und wir fahren wieder wie ganz am Anfang unserer Urlaubsreisen nach Italien.