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Ärger für Papst Franziskus


Wie sich die Zeiten geändert haben: Ich erhielt zu meiner Erstkommunion ein Bild des damaligen Papstes Pius XII  geschenkt, auf dem er betend mit einer Art Heiligenschein dargestellt war: Um seinen Kopf war ein gepunkteter gelber Kreis abgebildet. Der Mann war damals quasi zu Lebzeiten heilig und Kritik an ihm wäre gleichsam Gotteslästerung gewesen. Aber nun sieht es anders aus. Papst Franziskus ist ständig auch im Kreis seiner Katholiken heftigen Attacken ausgesetzt:
Der Papst hatte
kürzlich gesagt, wenn sich Homosexualität schon in der Kindheit zeige, gebe „es viel, das mit Psychiatrie gemacht werden kann, um zu sehen, wie die Dinge liegen“. Das musste natürlich einen Aufschrei der Schwulen und Lesben zur Folge haben. Nun hören wir ausgerechnet von einer Sprecherin (!) eine Korrektur des Papstes: Franziskus habe nicht sagen wollen, dass es sich bei Homosexualität um eine Krankheit handle, „sondern dass man vielleicht schauen muss, wie sich die Dinge auf psychologischer Ebene darstellen.“ Soweit ist es also nun gekommen, dass ein Papst von einer Frau korrigiert werden muss.
Der Papst hat sich allerdings nicht getraut zu sagen, wie die Situation ist, wenn weder Beten noch Psychiater bzw. Psychologen eine Änderung erreicht haben: Gilt dann noch Lev 20,13: Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen? Die Kirche hat sich ja, soweit ich weiß, nie richtig vom Alten Testament distanziert, sondern im Katechismus geschrieben: „Gott ist der Urheber [Autor] der Heiligen Schrift. Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift schriftlich enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden.“

Nicht nur das Problem der Homosexualität bereitet dem Papst Probleme. Schlimmer ist, dass der Apostolische Nuntius Bischof Vigano die Abdankung des Papstes gefordert hat, weil der angeblich den damaligen US-Kardinal Theodore McCarrick, gegen den Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden, fünf Jahre lang „bis zum bitteren Ende gedeckt“ und Strafmaßnahmen gegen den Geistlichen aufgehoben haben soll.

Tipp für den Papst

Papst
Neulich habe ich mit Staunen festgestellt, dass die Scheidung in der Katholischen Kirche immer mehr durch die Hintertür eingeführt wird.
https://autorenseite.wordpress.com/2014/11/29/endlich-klammheimlich-scheidung-katholisch-19774364/
Und da ist mir eingefallen, dass die Kirche doch genauso beim Zölibat verfahren könnte. Sie befindet sich da ja in einem Dilemma: Wenn man liest, was führende Persönlichkeiten der Katholischen Kirche dazu gesagt haben, dann ist man nicht sicher, wie der Zölibat zu bewerten ist. Die einen bezeichnen ihn als Opfer, die anderen als Gottesgeschenk.
Ich bezeichne ihn als Missachtung von Gottes Gebot: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ Und ich betrachte ihn als unmenschlich, weil einem jungen Menschen ein Gelübde abverlangt wird, dessen Folgen er für sein späteres Lebensalter gar nicht einzuschätzen vermag.
Der Papst könnte nun ein Zeichen der Menschlichkeit seiner Kirche setzen und den Zölibat etwas lockern, indem er sagt, dass in besonderen Fällen das Keuschheitsgelübde aufgehoben und die Eheschließung eines Priesters genehmigt werden kann. Und auf diese Weise könnte man den Zölibat so langsam aufheben wie viele andere strenge Gebote, die die Kirche außer Kraft gesetzt hat.
Wäre es nicht vernünftig, jeden Priester nach seiner Fasson selig werden zu lassen?
(Ursprungsnachweis: Das Wappen des Papstes stammt von Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Papstwappen)

Kirche im Aufbruch?

Der Erzabt des ältesten durchgehend bestehenden Klosters im deutschen Sprachraum, des Benediktinerstifts St. Peter, Salzburg Korbinian Birnbacher wurde gefragt:
Was erhoffen Sie vom neuen Papst Franziskus?
„… Das Sympathischste an diesem Papst ist, dass man wieder sagen kann, was man wirklich denkt, ohne dafür gleich Prügel zu bekommen.“
Kommentar: Was war das nur für eine traurige Kirche, die ihren Priestern nicht erlaubt hatte zu sagen, was sie dachten?

Der neue Papst: Totaliter aliter – ganz anders!

Jede Familie hat ihre eigene Sprache. Bei uns gehören zwei Worte zu unserem Vokabular: „Totaliter aliter!“ Diese lateinischen Worte bedeuten: „Ganz anders!“
Sie sind in unsere Familie gekommen durch eine Geschichte über den Hl. Franz von Sales. Dieser war neugierig, wie es denn im Jenseits zugehen würde und vereinbarte deshalb mit seinem Freund, wer zuerst sterben würde, müsste dem anderen im Traum erscheinen und ihm berichten, wie es nach dem Tode sei. Der Freund starb und erschien dem Hl. Franz von Sales. Alles, was er sagte, waren die zwei Worte: „Totaliter aliter!“
Unser neuer Papst ist auch totaliter aliter. Nach seiner Wahl fuhr er ganz normal im Mannschaftsbus ins Quartier zurück. Und anlässlich seiner Amtseinführung bat er das argentinische Fernsehen, kein eigenes Team zu entsenden, sondern das Geld lieber den Armen zu spenden. Ich denke so ähnlich wie er und habe mich in meinem Blog vom 14.3. sehr darüber aufgeregt, dass wir gleich 3 Fernsehteams zur Papstwahl entsandt haben.
Der Papst wird im Sommer das Programm seines Vorgängers abarbeiten müssen, also zum Weltjugendtag der Katholiken fliegen. Der Mann wird es glatt fertig bringen, mit einer Linienmaschine zu reisen und das wäre gut so: ein Papst zum Anfassen, der den Kontakt zu Menschen sucht und nichts Besonderes aus sich macht.

Da muss ich mich schon wieder aufregen:

Gestern Abend wollte ich mir eine der wenigen erfreulichen Sendungen im Fernsehen anschauen: „Heiter bis tödlich – Polizeirevier 7“ Das ist Bayern aus dem Bilderbuch mit netten Episoden und guten Schauspielern. Ich habe eine Zeit gebraucht, bis ich darauf gekommen bin, dass unter dem Titel „Heiter bis tödlich“ nicht nur unansehbare Sendungen kommen, sondern eben am Mittwoch die erwähnte amüsante bayrische Folge.
Kaum war aber gestern die Sendung bis zur Werbepause gelaufen, wurde sie wegen der Papstwahl unterbrochen. Ich blieb also vor dem Fernseher sitzen und wartete auf die Fortsetzung, aber die kam nicht. Statt dessen wurde live vom Petersplatz in Rom gesendet, obwohl dort überhaupt noch nichts los war. Aber darüber habe ich mich weniger aufgeregt als über die Tatsache, dass gleich 3 Sender darüber berichteten, dass eben noch nichts los war. Alle 3 Sender füllten die Zeit mit Geschwafel darüber, wer wohl gewählt worden sein dürfte usw. Und da wurde wieder das gesagt, was man schon vorher mal gehört oder gelesen hat. Und dann wurden Leute auf dem Petersplatz interviewt, wobei man schon vorher wusste, was die sagen würden. Und so ging es ewig weiter: Unerträglich! Dann habe ich mich dafür interessiert, was sich denn im überwiegend katholischen Österreich tut. Der Sender brachte im ersten Programm eine stumpfsinnige Serie und im zweiten ganz normal die Nachrichten. Nur bei uns überschlugen sich 3 Sender mit nichtssagenden Berichten beispielsweise auch darüber, mir welchen Chemikalien der weiße Rauch erzeugt wurde usw.
Das alles ist doch kein Grund zur Aufregung, werden Sie sagen. Ich hätte ja auch ausschalten können. Habe ich auch! Aber was ich unerträglich finde, ist die Tatsache, dass mit meinen Gebühren drei Teams nach Rom entsandt werden, um ein Mordsbrimborium um eine Meldung zu veranstalten, die im Kern höchstens 10 Minuten beansprucht hätte.
Mehrere Teams wären vielleicht angebracht gewesen, wenn es um ein Geschehen gegangen wäre, dem man unterschiedliche Perspektiven hätte abgewinnen können. Aber das erste Auftreten eines Papstes ist dazu viel zu wenig ergiebig.