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Bayern kaputt

Geht man auf die Seite des Landesamts für Umwelt in Bayern, um sich über den Flächenverbrauch in Bayern zu orientieren, dann liest man dort, dass täglich 17 Hektar zugebaut werden.
http://www.lfu.bayern.de/umweltqualitaet/umweltbewertung/ressourcen/flaechenverbrauch/index.htm
Das Landesamt ist aber nicht auf der Höhe der Zeit, denn in den Nachrichten wurde heute gemeldet, dass nun täglich 18,8 Hektar verbraucht werden. Das ist aufs Jahr gerechnet eine Fläche so groß wie Bamberg. 11,6 % der Fläche von Bayern sind schon bebaut. Mit immer scheußlicheren Bauten frisst sich Gewerbegebiet für Gewerbegebiet in die Landschaft.

Die Entwicklung verläuft offenbar so schnell, dass die zuständige Behörde gar nicht mehr mitkommt.
Man möchte meinen, dass sich der Trend irgendwann einmal umkehrt, denn es gibt ja immer mehr Flächen mit heruntergekommenen Gebäuden, die man durch neue ersetzen könnte. Aber es ist halt billiger, neu zu bauen, weil die Gemeinden Gewerbeflächen sehr günstig anbieten. Deshalb ist auch in den Gewerbegebieten zu beobachten, dass beim Flächenverbrauch nicht gespart wird: Statt dass man dichter, also auch höher baut, stellt man ein- bis zweigeschossige Geschäftshäuser in die Gegend. Und Tiefgaragen sind offenbar auch zu teuer. Deshalb legt man die Parkflächen in der Landschaft an. All das ist billiger als vernünftig zu bauen. Und beunruhigender ist, dass der Flächenverbrauch zunimmt. Ein jüngerer Mensch wird vielleicht fragen, wie wir denn früher überhaupt leben konnten ohne all diese Gewerbegebiete. Und dann würde ich antworten: „Es war alles besser. Wir kauften sogar damals unser ganzes Inventar in der Innenstadt, wo heute dunkle Fensterhöhlen an leeren Geschäften die Straßen verschandeln.“
Wenn man mit offenen Augen durch Bayern fährt, merkt man, dass die Landeshymne ihren Sinn verloren hat: Gott ist nicht mehr mit dir, du Land der Bayern!
Lesen Sie bitte auch „Bayern kaputt“!

Gewerbegebiet2