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Söder und die Dankbarkeit (II)

Sehr geehrter Herr Söder,

Sie verlangen Dankbarkeit von den Ländern, die von Bayern Geld erhalten. Warum das nicht angebracht ist, habe ich heute Morgen geschrieben (s. oben).
Aber nun möchte ich Sie doch an Ihre Zeit als Finanzminister erinnern: Haben Sie sich jemals bei mir als bravem Steuerzahler für das viele Geld bedankt, das Sie bei mir kassiert haben? Ich habe ja ständig mehr als die Hälfte des Jahres für die Steuer gearbeitet. Es wäre doch schön gewesen, wenn Sie Ihre Finanzämter angewiesen hätten, dem Steuerbescheid ein kurzes Danke-schön anzufügen.
Und ich verstehe eigentlich auch nicht, warum sich nach Ihrer Meinung nur die Bundesländer bedanken sollen. Sollten dann nicht auch die Empfängerländer der EU „Danke “ sagen? Und die Flüchtlinge und Moslems sowieso!
Allerdings sehen diejenigen, von denen Sie Dank erwarten, das ein bisschen anders: Aus deren Sicht wird von uns investiert, damit wir mehr verkaufen können.
So werden Sie wohl weiter auf einen Dank warten müssen.

Mit freundlichen Grüßen

ein mehr und mehr versklavter Bürger

 

Datenschutz: Das ist nun wieder typisch

Es gab einmal eine besondere Ausprägung des Datenschutzes, nämlich das Bankgeheimnis. Weil das aber auch zur Steuerhinterziehung benutzt wurde, wurde es durchlöchert. Der Protest der Bevölkerung war gewaltig. Die Regierung beschwichtiigte: Auskünfte würden von den Finanzbehörden nur in ganz seltenen Fällen des begründeten Verdachts einer strafbaren Handlung erholt; darauf werde streng geachtet. Aber wie es halt so ist bei den Politikern. Sie handeln nach dem Grundsatz: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?“ Demgemäß stieg die Zahl der Auskunftsbegehren der Finanzämter allein im vergangenen Jahr um 60 % und das auch noch bei dem hohen Niveau, das man vorher schon erreicht hatte.
Ich frage mich manchmal, warum die Bürger überhaupt Steuererklärungen abgeben müssen: Meine Altersbezüge erholt das Finanzamt sowieso von sich aus. Warum muss ich da zwei Seiten ausfüllen? Wo bleibt da der Datenschutz? Bin ich vielleicht verdächtig?
Wenn das Finanzamt dann noch bei den Banken nachschauen würde, wie viele Zinsen ich bekommen habe, dann wäre meine Steuererklärung so gut wie fertig. Im Wege des Lohnsteuerausgleichs könnte ich dann vielleicht noch meine Autohaftpflichtversicherung absetzen und die Sache wäre erledigt.
Da redet man dauernd von Bürokratieabbau, tut aber das Gegenteil. Die Bürokratie sollte sich ein Beispiel am Datenschutz nehmen: Da klappt der Abbau bestens.

Der Tag X rückt näher – der Tag des Finanzcrashs

Mein Vater pflegte zu sagen: „Das Schicksal winkt dreimal mit dem Zaunpfahl, dann schlägt es zu!“ Gerade spüren wir wieder einen Wink mit dem Zaunpfahl:
Die größte Bank Portugals meldet, dass sie die Zinsen auf ihre Schulden nicht mehr zahlen kann, und das bei dem minimalen Zinsniveau, das wir derzeit haben. Plötzlich ist ein massiver System-Fehler zu erkennen: Aufgrund der billigen Kredite seien diese Länder extrem verwundbar, warnt die Bank für Internationale Zahlungsausgleich (BIZ). Jede kleine, regionale Krise könne zu einem Crash im globalen Finanz-System führen, schreiben die Deutschen Wirtschafts Nachrichten:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/10/biz-warnt-jede-regionale-krise-kann-systen-crash-ausloesen/
Die Anzeichen mehren sich also. Der Tag X, an dem alles zusammenbricht, rückt immer näher, wie hier schon beschrieben wurde:
https://autorenseite.wordpress.com/2014/07/02/der-tag-x-kommt-naher-der-grose-crash/
Von Zusammenbruch redet man allerdings nicht. Die Politiker bestreiten, dass es ihn jemals geben könnte, denn das Wort „Zusammenbruch“ erinnert auch zu sehr an 1945. Deshalb sagt man lieber „Crash“. Das hört sich mehr nach kleinem Blechschaden an. Aber wird es wirklich so harmlos zugehen, wenn der Crash kommt?
Und wenn die Sparer einen erheblichen Teil ihres Vermögens verlieren wie gerade bei einer österreichischen Bank, dann ist das im heutigen Sprachgebrauch keine Katastrophe mehr, sondern ein „Haircut“.
Damals in der Adenauerzeit wurden wir auf Katastrophen vorbereitet und von der Regierung aufgefordert, uns ein Lebensmittellager für Notzeiten anzulegen. Wie anders sind doch die Zeiten geworden. Heute würde es eine Regierung nie wagen, eine solche Aufforderung an die Bevölkerung zu richten. Wir leben nach dem Motto: Nur keine Panikmache, obwohl eine vernünftige Vorsorge für den Fall eines Finanzcrashs durchaus nicht verkehrt wäre. Aber allein schon das Darüber-Reden würde zu einer unerwünschten Beunruhigung der Bevölkerung führen, also lässt man das lieber – so sieht man das heute.

Verbraucher um 50 Milliarden betrogen

Nach einer Studie der Uni Bamberg, die von den Grünen in Auftrag gegeben wurde, zahlen die Verbraucher infolge schlechter Beratung, mangelnder Kundenorientierung und wegen des Fehlens wirksamer Verbraucherschutzregeln jährlich insgesamt 50 Milliarden Euro zu viel. Besonders die Riesterrente hat sich als großer Reinfall erwiesen. Sie wurde ja seinerzeit von der Regierung als das Mittel gegen Altersarmut propagiert und unterstützt. Tatsächlich aber hat sich die Regierung von der Versicherungsbranche über den Tisch ziehen lassen, wie schon frühzeitig Mathematiker und Finanzfachleute festgestellt haben. Wegen der staatlichen Unterstützung der Riesterrente glaubten die Verbraucher, mit dem Abschluss eines solchen Vertrages ein gutes Geschäft zu machen. Denn auch die Banken und Versicherungen warben so, als ob man enorme Vorteile durch die Riesterrente erzielen könne. Bei der Sparkasse etwa konnte man lesen:
„Eine Altersvorsorge auf freiwilliger Basis, die gleich mehrfach finanziell gefördert wird.
Sichern Sie sich jetzt die Vorteile der Riester-Rente und profitieren Sie von der finanziellen Förderung durch den Staat. Damit Sie auch im Alter gut versorgt bleiben.“
Alles Humbug! Schlimm, wie mit den Verbrauchern umgegangen wird! Noch schlimmer aber ist, dass sich hier offensichtlich die Lobby der Banken und Versicherungen eine Verdienstquelle erschlossen hat, die die Regierung entweder nicht bemerkt hat oder nicht bemerken wollte.
Wir schlichten Beobachter dieses Dramas fragen uns: Wie können Leute, die nicht in der Lage sind, eine einfache Rente richtig zu berechnen, eine Finanzkrise bewältigen?