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Gleich zu Beginn: Von der Leyens erster Tritt ins Fettnäpfchen

Schon bevor sie ihren Amtsvorgänger ablöst tritt Frau von der Leyen ins Fettnäpfchen. Das verheißt nichts Gutes!
Frau von der Leyen hat verkündet, die EU-Kommision solle zur einen Hälfte aus Frauen und zur anderen Hälfte aus Männern bestehen. Klar, dass es Widerstand gibt. Der erste kommt aus Österreich. Das Land benennt trotzig einen Mann für die Kommission.
Der Vorschlag von Frau von der Leyen ist aus zwei Gründen falsch:
Leider wird es immer mehr üblich, dass nicht die Tüchtigkeit, sondern der Proporz darüber entscheidet, wer was wird. In Deutschland achtet man auf Ausgewogenheit zwischen Ost und West oder katholisch und evangelisch usw. Nun soll laut von der Leyen diese Ausgewogenheit auch zwischen Frauen und Männern hergestellt werden. Der Fehler einer solchen Planung liegt darin, dass die Frauen sich weniger für Politik interessieren: Die CSU hat nur einen Frauenanteil von 20% und nicht einmal die Grünen haben gleich viele Frauen wie Männer als Mitglieder.
Wenn man schon die Kommissionsmitglieder nicht nach Eignung, sondern nach Geschlecht auswählen will, wäre es gerecht, die Frauen nach ihrem Anteil an der politischen Betätigung auszuwählen. Für die CSU würde das bedeuten, dass nur 20% einen Anspruch auf ein politisches Amt haben. Und für die EU müsste entsprechendes gelten.
Im Extremfall führt Frau von der Leyens Vorschlag dazu, dass auch unfähige Frauen allein schon deshalb Anspruch auf höchste Ämter haben, weil sie eben Frauen sind.

Söder und die Dankbarkeit


Söder sagte gerade:„Wir sorgen dafür, dass Bayern finanziell stabil ist, wir sorgen über den Länderfinanzausgleich dafür, dass jedes Jahr sechs bis acht Milliarden Euro an andere Länder gehen, die sich finanziell sonst nicht über Wasser halten können. Das hätte etwas mehr Dankbarkeit verdient.“
Da ist er im Wahlkampf mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten. Diese Arroganz wird sich im Wahlkampf nicht auszahlen. Hat der Mann denn keine Berater, die ihm Tipps geben?
Was die Dankbarkeit angeht, frage ich mich, wie die aussehen soll? Sollen die Ministerpräsidenten der Empfängerländer jedes Jahr mit einem Blumenstrauß im der Bayerischen Staatskanzlei erscheinen und „Danke!“ sagen?
Und Söder vergisst in seiner Überheblichkeit, dass auch er sich bedanken müsste. Schließlich ist Bayern einmal durch die Hilfe anderer Länder vom Agrarland zum High-Tech-Land geworden und steht deshalb heute so gut da.
Wenn Söder Dankbarkeit einfordern wollte, dann sollte er sich vielleicht einmal an die Flüchtlinge wenden, aber das ist wohl ein zu heißes Eisen im Lande der Gutmenschen. Dann würde er hören müssen, dass die Aufnahme von Flüchtlingen keine Wohltat ist, sondern Erfüllung einer Verpflichtung.
Außerdem ist es in unserer Zeit sowieso nicht mehr üblich, „Danke!“ zu sagen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/21/welttag-der-dankbarkeit-world-gratitude-day/