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Warum heute nicht nur mein Tag ist

Prost!

Nach dem Kalender der kuriosen Feiertage haben wir heute einen dreifachen Grund zum Feiern:

Da bin ich gleich dreimal dabei, denn erstens schreibe ich nicht nur Gedichte, sondern ich pflege mich auch ein wenig zu pflegen (mit kaltem Wasser*) und schließlich bin ich auch schon sehr alt.
Wenn das alles bei Ihnen nicht zutrifft, wäre es doch auch ein Grund zum Feiern, dass heute Freitag ist und das Wochenende vor der Tür steht.

*) Zu meiner Körperpflege noch eine Anekdote:  Als ich bei einer Hautärztin war, um einen Hautcheck zu machen, bekam ich mit, dass sie einen Patienten fragte, wie er seine Haut pflegen würde. Er sagte: „Mit nix!“ Dann verwies sie auf ein Bild einer alten faltigen Bäuerin, dass sie zur Warnung in der Praxis aufgehängt hatte und sagte:
„Wollen Sie einmal so aussehen wie die Frau auf dem Bild oder wollen Sie sich nicht doch eincremen und auch im Alter noch so eine Pfirsichhaut haben wie der alte Herr hier?“
Damit war ich gemeint. Beinahe hätte ich gesagt, dass ich keine Creme benutze (außer Sonnencreme). Und das mit der Pfirsichhaut war auch völlig falsch, wie mein kleiner Enkel einmal feststellte:
„Gell Opa, du musst bald sterben?“
„Wieso?“
„Schau doch deine alte Haut an!“
Was lernen wir daraus? Es ist eben alles eine Sache der Perspektive.

Heute ist der Tag der Erholung

Ein wirklicher Tag der Erholung ist allerdings nur den Rechtgläubigen gegönnt, den Katholiken. In Bayern wird nämlich heute Mariä Himmelfahrt gefeiert, obwohl kaum noch ein Katholik an dieses Wunder glaubt.
An sich ist ja  der Tag der Erholung heute überflüssig, weil wir gerade den Tag des Faulpelzes hinter uns gebracht haben:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/08/10/feiern-sie-mit-heute-ist-der-tag-des-faulpelzes/
Schauen Sie mal in diesen Beitrag, damit Sie wissen, wie das mit der Erholung funktioniert.

Halloween oder die Rache der Heiligen

Es gibt den Reformationstag, Allerheiligen und Allerseelen. Früher wurde an Allerseelen der Verstorbenen gedacht. Da dieser Tag aber kein Feiertag ist, verlegte man das Totengedenken auf den Feiertag davor, also auf Allerheiligen. Die Heiligen wurden dadurch ihres eigenen Festtages beraubt, der an sich ein recht fröhlicher sein sollte. Aber es wurde ein trauriger daraus. Morgens geht es schon an mit getragener Musik im Bayerischen Rundfunk. Tanzverbot herrscht auch, obwohl der Hl. Augustinus einmal gesagt hat: „Mensch, lerne Tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen!“
Und nun regt sich Widerstand gegen den traurigen Festtag. Nicht nur die Atheisten, sondern auch die Christen wehren sich dagegen, dass ihnen vom Staat vorgeschrieben wird, wie sie den Tag verbringen sollen, nämlich ohne Tanz und Disco.
Vielleicht ist die Übernahme von Halloween gerade dem Umstand zuzuschreiben, dass sonst nichts los ist in dieser tristen Novemberzeit, in der nun Volkstrauertag und Totengedenktag folgen.
Oder rächen sich vielleicht doch die Heiligen dafür, dass man ihnen ihren Festtag gestohlen hat?

Ihr tut mir leid!

Wir Bayern, jedenfalls der rechtgläubige Teil von uns, nämlich die Katholiken, haben heute einen gesetzlichen Feiertag: Mariä Himmelfahrt. Recht so, denn schon im alten Rom wurde an diesem Tag nicht gearbeitet:
Weil der 15. August in Italien als Wendepunkt des Sommers und als heißester Tag des Jahres galt, ordnete Augustus seinerzeit einen arbeitsfreien Tag für alle Römer einschließlich der Sklaven an.
Ihr armen Protestanten und Preußen tut mir wirklich leid, wenn ihr heute arbeiten müsst. Ihr habt es ja schlechter als die Sklaven im alten Rom. Kommt aber nicht auf die Idee, nach Bayern zu ziehen und Euch umtaufen zu lassen, denn zum einen ist es hier schon voll genug und zum anderen glaube ich, dass diesem Feiertag kein langes Leben mehr beschert ist. So werde ich mir selbst also auch bald leid tun müssen. Das tue ich übrigens sowieso schon: Als ich meinen Dienst in Bayern begann, gab es eine ganze Reihe weiterer Feiertage: So war man beispielsweise an Josefi gemeinsam beim Starkbier. Aber solche Bräuche werden im Zuge der zunehmenden Versklavung der Menschen abgeschafft. („Versklavung“ ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort, denn die Sklaven hatten ja heute frei.)
Übrigens habe ich einen Trost für diejenigen, die heute nicht feiern dürfen: das Buch „Geschenk für Dich„. Da geht es um Liebe. Das wär doch was, oder?