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So feiert man Weihnachten mit der „Rentner-Bravo“ (AU)

Die Leute verstehen es nicht mehr zu feiern. Als wir jung waren, hatten wir nicht viel. Im Krieg mussten wir sogar hungern. Und da war dann das Weihnachtsfest richtig glanzvoll, weil man sich mal satt essen konnte. Es gab sogar Süßes: Marzipankartoffeln aus Grießbrei mit Mandelaroma. Ja, und heute? Da kann man sich alles leisten. Wie soll man da noch feiern, zumal die Fastenzeit des Advent in Vergessenheit geraten ist. Stattdessen gibt es für manche eine Diät nach den Feiertagen. So feiert man also heute vielfach so, wie in meinen Gedichten zu lesen ist:

Weihnachten heute:

Vor dem Fest:

Endlich nun ist es soweit,
Es naht die liebe Weihnachtszeit.
Doch nicht lang, dann wär’s uns lieber:
Der ganze Zauber wär’ vorüber.

Nach dem Fest:

Wie ist denn nun das Fest gelaufen?
Nichts als Stress vom vielen Kaufen!
Und dann drei Tage Fressen, Saufen!
Man kann nur sagen: Blöder Haufen!

Erfreulicherweise gibt uns die Apotheken Umschau (genannt: „Rentner-Bravo“) einen Tipp für den Alkoholkonsum:
„Wer sich im Griff hat, darf auch unter dem Weihnachtsbaum einen Schnaps trinken und auf den Jahreswechsel anstoßen, oder mit einem Glas Wein den Abend genießen.“
Also ein Glas Alkohol an Weihnachten gleich auch für Silvester? Also: Nee!
Da kann man nur sagen: Frohes Fest!
Übrigens habe ich für die Verfasserin des Tipps einen Hinweis: Irgendwo las ich, dass es gesund sein soll, mal richtig über die Stränge zu schlagen. Gut dass es so viele verschiedene Tipps gibt. Da kann man sich dann den richtigen aussuchen.

Gedanken zum Sonntag: Eine Religion ist nur erträglich…

Eine Religion ist nur erträglich, wenn man sich von ihr emanzipiert. Die Kirche hat die Menschen Jahrhunderte lang durch Sündenangst geprägt, denn wer gesündigt hatte, ist reumütig zum Beichten gegangen, um nicht in der Hölle zu landen. So hielt man die Schäfchen bei der Stange. Heute wagt es die Kirche kaum noch, von Teufel und Hölle zu reden. Das glauben die meisten sowieso kaum noch.
Die Knechtung der Christen ging sogar so weit, dass es einmal eine Sünde war, wenn ein Ehepaar Sex an einem Tag hatte, der ein Gedenktag für einen Märtyrer ist. Da der Kalender voll von solchen Tagen ist, blieben nur wenige Tage für ein sündenfreies Eheleben, das natürlich auch in der Fastenzeit verboten war. Einfach lächerlich – findet man in der heutigen Zeit. Und so haben sich die Menschen einfach über solche Regeln hinweg gesetzt, also sich von der Religion emanzipiert.
Ob Sie’s glauben oder nicht: Kakao trinken war einmal verboten, weil es angeblich sinnlich macht. Ja,die Kirche hat erfasst, was ich in meiner Schöpfungsgeschichte beschrieben habe, die nichts verschweigt: Es war Luzifer. der Gottes Produkte, also die Menschen, mit der Zugabe von Hormonen „verbessert“ hat.
Verboten neu
Auch beim Fasten war man erfinderisch: Aus der Zeit des Darbens wurde dann eben die Starkbierzeit.
Und schließlich hat die Pille dazu geführt, dass das Sexualleben revolutioniert wurde und die Menschen machen, was sie wollen. Die Kirche traut sich nicht mehr, gegen den außerehelichen Geschlechtsverkehr zu wettern.
Ich bin noch in der Zeit der Prüderie aufgewachsen. Da hingen Theater- und Filmkritiken aus, damit die Gläubigen wussten, was sie anschauen durften, also beispielsweise nicht ein Ballett, „bei dem sich die Männlichkeit des Solotänzers zu sehr ausprägte“. Alles vorbei!
Heute schauen sich die Leute an, was sie wollen, sogar Pornos, ohne das Gefühl zu haben, damit zu sündigen.
Je mehr sich die Christenheit von all diesen Irrwegen ihrer Kirche emanzipieren, umso mehr denken sie darüber nach, ob sie überhaupt auf dem richtigen Weg sind, wozu natürlich auch die unglaublichen Missbrauchsfälle beitragen.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften eignen.

Früher fastete man vor Weihnachten und Ostern. Heute machen die Leute nach diesen Festen Diäten.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Deutschland entchristianisiert sich

Heute am Buß- und Bettag merkt man es wieder: Deutschland entchristianisiert sich. Wer weiß denn heute noch, dass dieser Tag eine Aufforderung an ihn richten soll? Wer weiß auch noch überhaupt, dass es diesen Tag gibt? Und wer büßt und betet wirklich?
Ähnlich verhält es sich mit dem Allerheiligenfest der Katholiken: Es wird mehr und mehr zum Halloween.
Wie anders war das alles noch in meiner Jugend! Zur Erstkommunion erhielt ich ein Gebetbuch mit einem Bild des Papstes Pius XII. Darauf war er beim Beten abgebildet – mit einem Heiligenschein! Und wenn er im Petersdom eine Messe las, ließ er sich in einer Sänfte hinein tragen. Ja, das waren noch Zeiten! Niemand hätte damals geahnt, was noch alles auf diese Kirche zukommen würde. Erst konnte die Kirche ja noch die Missbrauchsfälle und all die sonstigen Verfehlungen unter der Decke halten. Wer traute sich schon, gegen einen Priester schmutzige Vorwürfe zu erheben? Wenn man so etwas gemacht hätte, hätte man ja befürchten müssen, wegen Verleumdung bestraft zu werden oder schlimmer: von der Gemeinde geächtet zu werden. Aber dann brach der Schmutz überall hervor, denn die Kirche hatte missachtet, was in der Bibel steht:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher konnte die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
Dadurch hat die Kirche viel an ihrer Autorität verloren und ihre Mitglieder treten in Massen aus. Das hätte früher kaum einer gewagt aus Angst vor der Hölle, aber an die oder den Teufel glauben nur noch die Erzkonservativen.
Was sich doch alles seit meiner Kindheit geändert hat: Früher gab es eine echte Fastenzeit. Heute hält man höchstens eine Diät ein. Und die Abstinenz am Freitag ist auch sanft entschlafen.
Man musste damals nüchtern zur Kommunion gehen und im Religionsunterricht lernten wir, ob man nach einem versehentlichen Wasserschlucken beim Zähneputzen noch nüchtern war.
Man hatte ein Kreuz im Esszimmer und man betete vor und nach dem Essen.
Und man hatte ein kleines Weihwasserbecken im Haus, mit dem man sich segnete, bevor man es verließ.
Natürlich ging man am Sonntag in die Messe. Sogar in der oben abgebildeten kleinen Kirche von Bernhaupten, einem Ortsteil des Dorfes Bergen, wurden gut besuchte Messen gelesen. Solche Filialkirchen gibt es nicht mehr und immer mehr Kirchengemeinden werden zu einer einzigen zusammengefasst. Oft wird aus vier ehemaligen eine einzige neue Gemeinde – angeblich wegen Priestermangel, aber wirklich wohl eher wegen Mangels an Kirchgängern.
So gibt es vieles, was darauf hin deutet, dass wir im Zeitalter der Entschristianisierung leben. Umso eifriger scheinen uns die Moslems zu sein, bis auch für sie die Einkaufstempel der Stadt zu den neuen Moscheen werden.

Unorthodoxe Gedanken zur Fastenzeit

Ich bin Gott sei Dank schon alt und brauche – wenn ich es aus dem Religionsunterricht recht in Erinnerung habe, – nicht mehr zu fasten. Aber ich finde es doch ganz interessant, was in dieser vorösterlichen Zeit so an Gedanken über das Fasten verbreitet wird.
Früher war ja einmal alles ganz einfach: Fasten bedeutete: nur einmal am Tag satt essen und Verzicht auf Genussmittel wie Süßigkeiten und Alkohol.
Nun aber hat man Methoden des Fastens erfunden, die der heutigen Zeit angemessen sein sollen, z.B. Handy-Verbot oder Verzicht aufs Auto. Beides wird für viele kaum machbar sein. Und ist nicht das Handy bei rechtem Gebrauch ein Kommunikationsmittel, also etwas Positives?
Es wunderte mich also nicht, wenn man über andere Formen des Fastens nachdenkt. Und da hörte ich, wenn ich mich recht erinnere, sogar von einer Bischöfin den Rat, man solle nicht abends nach der Arbeit die Füße hochlegen und die Glotze einschalten, sondern ein Glas Rotwein einschenken und sich mit seiner Frau unterhalten.
Was? Alkohol in der Fastenzeit? Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll! Man sieht als Katholik wieder einmal, dass die Protestanten auf einem Irrweg sind. Wie anders war doch einmal der Vorschlag von Kardinal Wetter, die Ehepaare sollten wieder öfter vom göttlichen Geschenk der Sexualität Gebrauch machen.
Und für die Frau, die sich den neuen Vorschlag für das Fasten einfallen ließ, hätte ich auch einen Rat: Verbales Fasten für Frauen als göttliches Geschenk …
Lesen Sie bitte unbedingt „Verbotene Zone„! Sie werden nicht nur Ihren Spaß daran haben, sondern eine Menge Stoff zum Nachdenken haben.