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Der blöde Blitzmarathon

Gebührenpflichtige Verwarnung – die schäbige Abzockerei

Schauen Sie sich mal diese beiden Bilder an:
Das erste Bild zeigt die geschlossene Ortschaft Hammer. Obwohl die B 305 am Ortseingang und -ende je eine leichte Kurve aufweist und manche Häuser nahe an der Straße stehen, sind hier 6o km/h erlaubt:

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Wenn man dann weiter fährt kommt man nach Weißbach. Dort ist die Straße schnurgerade und die Häuser sind weiter weg vom Straßenrand. Alles ist schön übersichtlich, aber trotzdem darf man hier nur 50 km/h fahren:

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Warum gibt es diesen Unsinn? Weil man die Autofahrer abzocken will. Deshalb gönnt man ihnen keine vernünftige Geschwindigkeit, sondern lässt sie hier in eine Falle tappen. Wer auch nur ein bisschen zu schnell fährt, wird abkassiert. Er muss binnen einer (!) Woche zahlen. Dass er vielleicht in Urlaub ist, planen die forschen Verkehrsüberwacher nicht ein.
In unserer Gegend existieren mehrere solche Fallen: schnurgerade, fast autobahnartige Ortsdurchfahrten mit weit abseitigen Häusern ohne Fußgängerverkehr. Hier schlagen die Verkehrsüberwacher zu.
Ich erinnere mich an einen Fall in Nordrhein-Westfalen, wo man an einer völlig übersichtlichen Autobahnbaustelle, an der nur gelegentlich ein bisschen gearbeitet wurde, die Geschwindigkeit auf absolut indiskutable 60 km/h reduziert hatte, weil man von den Bußgeldern einen Kindergarten bauen wollte. Na ja, wenn man so arm ist wie die da oben, verfällt man schon auf solche abstrusen Ideen. Gelegentlich hat sich mal wieder einer erfolgreich gegen die Abzockerei gewehrt.
Es wird immer darauf verwiesen, dass überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache Nr. 1 ist. Das stimmt zwar, gilt aber mit Sicherheit nicht für die Stellen, die man als Fallen für die Autofahrer bestehen lässt, indem man sie entgegen aller Vernunft zu „Schleichstraßen“ degradiert. Ich lese ja täglich meine Heimatzeitung, in der auch über den läppischsten Verkehrsunfall berichtet wird. Es war noch nie einer dabei, der sich auf den „Abzockstraßen“ ereignet hätte.
Deshalb wundert uns nicht, was in Österreich passiert ist: Dort hatte ein Landtagsabgeordneter
wegen einer Geschwindigkeitsbeschränkung ein Schreiben an die Polizeidirektion geschickt. Darin äußerte er den Verdacht des Amtsmissbrauchs. Die Polizei schaltete die Staatsanwaltschaft ein mit der Bitte um strafrechtliche Beurteilung des Vorwurfs. Respekt!
Bei uns müsste doch der ADAC in der Lage sein, jedenfalls die schlimmsten Auswüchse des Abzockens zu bekämpfen, aber der ist ja leider angeschlagen und auf Tauchstation gegangen.

 

Zum Urlaubsbeginn: Erschreckende Bilanz

Übermüdung ist in Kombination mit Unachtsamkeit die Hauptursache für tödliche Unfälle auf der Autobahn. Nach Angaben der österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag) ist bereits jeder zweite Unfall auf Österreichs Straßen auf diese Ursache zurückzuführen. Dies hat die Asfinag veranlasst, die Fahrtüchtigkeit der Leute zu untersuchen, die auf Urlaubsreisen mit dem PKW unterwegs waren. Das Ergebnis war erschreckend:
Aus medizinischer Sicht waren normalerweise rund 30 Prozent der Autofahrer zu müde, um sich wieder hinters Steuer zu setzen. An vier Testtagen stieg der Wert sogar auf 50 Prozent an.
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/chronik/sn/artikel/muedigkeitstest-jeder-zweite-faellt-durch-158538/
Wundern muss man sich nicht, denn ein Drittel aller Urlaubsreisenden startet nachts. An diesem Samstag beispielsweise war schon morgens um 4.00 Uhr praktisch die ganze Autobahn A8 von München bis Salzburg verstopft.

Bahnfahren in Deutschland – der Horror!

Ich gebe zu: Ich fahre meist mit dem Auto. Als ich aber nach München zu einer Feier eingeladen war, dachte ich mir, dass es im Hinblick auf den Alkoholgenuss besser ist, mit der Bahn zu fahren.
Ich suchte mir also im Internet einen passenden Zug heraus und staunte nicht wenig: Da war doch tatsächlich neben der Abfahrtszeit noch eine Prognose angegeben „+ 0“. Eine grüne „0“ mit einem Pluszeichen: Das klang gut! Die deutsche Bahn – so modern?
Am Fahrkartencomputer hatte ich dann schon einige Probleme, mein Bayernticket einzugeben. Was machen denn bloß die Leute, die keinen PC haben?
Und dann stand ich da auf dem Bahnsteig und wartete. Der Zug kam nicht. Da es regnete, stellte ich mich in einem kleinen Wartehäuschen unter und dort las ich etwas, was sonst nirgendwo zu lesen war: „SEV“ – zu deutsch: Schienenersatzverkehr. Die Züge fuhren ganz anders, als im Fahrplan und im Internet angegeben. Ich fuhr also später von Bergen bis Prien mit dem Zug. Von Prien bis Rosenheim musste ich mit dem SEV (Bus) fahren. Und dann nach einiger Wartezeit konnte ich mit dem Zug nach München weiter fahren. Überall war es überfüllt. Ich fühlte mich an die Kriegszeit erinnert. Kein Wunder, dass in den Zügen grölende Jugendliche mit Bierkästen unterwegs waren, denn ohne Alkohol ist das Ganze kaum zu ertragen.
Auch auf der Rückfahrt kamen in Rosenheim wieder Betrunkene in den Zug. Sie fragten mich, ob sie richtig nach Holzkirchen unterwegs seien. Ich verneinte und sagte, da müssten sie schnell aussteigen und in der Gegenrichtung fahren. Aber sie blieben trotzdem sitzen, weil einer von ihnen meinte: „Das schaffen wir nie.“
„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“, heißt es.
Nun habe ich wieder die Nase voll vom Bahnfahren.