Schlagwort-Archive: Ethik

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften eignen.

Das „Dürfen“ ist des „Wollens“ Maß.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften eignen.

Tue nie etwas nur deshalb, weil andere es auch tun oder weil es von dir verlangt wird, sondern tue nur das, was du als richtig erkannt hast und was du auch mit deinem Gewissen vereinbaren kannst.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Das Gesetz

Überflüssige Gesetze tun den notwendigen in ihrer Wirkung Abbruch
(Montesquieu)

Gesetze, deren Einhaltung nicht kontrolliert wird, schädigen die Rechtstreue der Bevölkerung (H. Pöll).

Es gab einmal Zeiten, in denen das Gesetz respektiert wurde. Der Bürger war gesetzestreu bis ins Kleinste, und die Polizei sorgte für Ordnung auch auf dem Lande. Inzwischen sind Polizeibeamte das Ziel von Steinwürfen geworden und sogar Feuerwehr und Sanitätspersonal werden angegriffen.  Die Gesetze werden nicht mehr richtig durchgesetzt.
Heute haben wir zwar immer mehr Gesetze, aber kaum einer kümmert sich um deren Einhaltung: Es beginnt schon bei den Kleinigkeiten. Beispielsweise haben wir beim Baden am Chiemsee festgestellt, dass täglich etwa 1000 Radler auf ihrer Tour um den See auf einem gesperrten Weg fahren, oft mit hohem Tempo, obwohl dort Kinder baden und spielen. Oder: Die Straßen in unserem Dorf werden mit immer höheren Hecken umsäumt, ohne dass das vorgeschriebene Sichtdreieck frei gehalten wird. Oder: Lebensmittelskandale werden nur selten von den wenigen Lebensmittelkontrolleuren aufgedeckt, sondern von Ökotest oder durch Anzeigen aus dem Betrieb. Vielleicht finden Sie ja auch, dass die Polizei etwas anderes zu tun hat, als sich um solche Dinge zu kümmern. Wozu dann aber Gesetze, wenn man deren Einhaltung nicht kontrolliert?
Die schlimmsten Gesetzesbrecher aber leben in Berlin: Die Verfassung wird von der Regierung bewusst ständig missachtet. Von einem Minister ist sogar der zynische Satz in Erinnerung geblieben, er könne nicht dauernd mit dem Grundgesetz unter dem Arm herum laufen.
Ein bekannter Rechtslehrer hat einmal gesagt: „Recht ist das ethische Minimum.“ Und die überall zu beobachtende Missachtung des Rechts ist ein Zeichen für moralischen Verfall.
Nun wird vielleicht jemand sagen: Was hat das mit Moral zu tun, wenn einer eine Zigarettenkippe auf den Boden wirft und damit eine Ordnungswidrigkeit begeht? Die Antwort ist einfach: Nicht viel, aber er entwürdigt damit die Leute, die diese Kippen zusammen kehren oder oft mühevoll aufheben müssen.
Übrigens gab es einmal in Washington ein interessantes Experiment: Der Stadtchef ließ unnachsichtig alle Gesetzesverstöße ahnden, auch die kleinsten. Und dann geschah ein Wunder: Sogar die Mordraten gingen zurück.

Unorthodoxe Gedanken zum Sonntag

Der Dalai Lama hat eine lesenswerte Botschaft an die Welt gerichtet. In ihr stellt er die Ethik über die Religion.
Dazu sei hier ein weiterer Aspekt beleuchtet: Ein Gebot der Ethik ist es, die Menschenwürde zu achten. So steht es nicht nur im Grundgesetz, sondern auch die Religionen würden wohl dieses Gebot nicht bestreiten. Für meine Begriffe verstoßen aber die Religionen gegen die Menschenwürde, wenn sie sich schon der kleinsten Kinder bemächtigen durch die Taufe oder durch die Beschneidung der Wehrlosen. Warum können sie nicht warten, bis sie einen mündigen Menschen befragen können, für was er sich entscheidet? Die Frage ist einfach zu beantworten: Die Religionen wollen die Menschen schon früh prägen (Das ist etwas anderes als erziehen). Und wenn sie sich so im Gehirn festgesetzt haben, so ist das, wie ein Psychiater einmal in einem Gutachten über einen religiösen Wahn erklärte, nur ganz schwer wieder heraus zu bekommen. Auf diese Weise nehmen die Religionen ihren kleinen Mitgliedern die Freiheit und unterwerfen sie so schlimmen Ritualen wie der Beschneidung. Es ist traurig, dass so etwas in der Bundesrepublik unter dem Stichwort „Religionsfreiheit“ zugelassen wird.
Aber auch die christliche Taufe ist in ihrer derzeitigen Praxis ein Verstoß gegen die Menschenwürde:
Man macht schon die Kleinsten zu Mitgliedern einer Kirche und die Erfahrung lehrt, dass man damit für ihr späteres Leben eine Entscheidung trifft, bei der die meisten durch ihre Prägung nicht mehr die Freiheit besitzen, aus dieser Gemeinschaft auszutreten. Erst in letzter Zeit,
in der der Glaube immer mehr an Bedeutung verliert, haben viele  ihre Kirche verlassen.
Die Kirche rechtfertigt die frühe Taufe mit dem Ausspruch Jesu: „Lasset die Kindlein zu mir kommen…“ Aber damit hat er nicht gemeint, dass die Kinder gleich nach ihrer Geburt getauft werden sollen. Er selbst hat sich ja erst mit etwa 25 Jahren von Johannes dem Täufer taufen lassen und das sollte doch wohl auch in der Kirche als Vorbild gelten.
Nichts gegen die Religionen, wohl aber etwas gegen die Praxis, dass sie sich schon der Kleinsten bemächtigen und sie zu Opfern ihrer Prägung machen.
Es wird sich aber wohl kein Politiker finden, der sich so etwas zu sagen traut.