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Wie der Anstand, der Kitt der Gesellschaft, schwindet

Mein Senf dazu:

Das tut man nicht!“ Diesen Satz bekamen wir als Kinder meiner Generation häufig zu hören. Und dann tat man es halt auch nicht. Das war eine allgemeine Übereinkunft der Bevölkerung und die war stärker als die Gesetze, die nun immer mehr das regulieren müssen, was früher einmal allgemeine Anstandsregeln waren.
Upskirting und Downblousing oder das Fotografieren von Verkehrsopfern – all das sind Erscheinungen, die es früher nie gegeben hätte. Aber heute bedarf es gesetzlicher Regelungen.
Oder nehmen wir als Beispiel den Abfall. Heute werfen viele Menschen ihren Abfall einfach auf die Straße. Das beginnt mit den kleinen Zigarettenkippen (früher war es verpönt, auf der Straße zu rauchen, weil es als Zeichen von mangelnder Beherrschung galt) und es endet mit dem Wegwerfen von Coffee-to-go-Bechern. Wenn Ordnungskräfte die Leute zur Rede stellen, ernten sie nur Beschimpfungen oder die Betroffenen meinen, sie würden Arbeitsplätze bei der Stadtreinigung schaffen.
Einst hieß es: „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.“ Heute werden Wände mit Graffiti besprüht und Verkehrsschilder mit Aufklebern verunziert. Der Vandalismus nimmt zu.
Die Polizei, einst „Dein Freund und Helfer“, ist für viele zum Gegener geworden, der mit Steinen beworfen wird.

Der moralische Verfall betrifft sogar für die „Creme der Gesellschft“, die Regierungsmitglieder.
Früher besaß man so viel Anstand, dass man als Regierungsmitglied nicht in eine Spitzenposition bei einem Konzern wechselte. „Wie sieht das aus?“ oder: „Wie stehe ich dann da?“, so hätte man sich gefragt. Aber inzwischen zählt das Geld mehr als eine Frage nach der Ehre. Nun, nach immer dreisteren „Seitenwechseln“, bedurfte es der Einführung einer Karenzzeit.

Zitat zum Tag

 

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften eignen.

Toleranz nennen es viele Eltern, wenn sie zu faul sind, ihre Kinder zu erziehen und wenn sie ihnen fast alles durchgehen lassen.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Helikopter-Eltern – Wie erziehe ich mein Kind?

„In Deutschland herrscht zur Zeit eine geradezu hysterische Aufgeregtheit – etwa so, als ob man in einen Hühnerstall hinein geschossen hätte.“
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/oma-die-umweltsau-was-sind-wir-doch-fuer-ein-humorloses-hysterisches-volk-geworden/

So ist es auch beim Thema „Erziehung“. Man überbietet sich geradezu bei dem zur Zeit aktuellen Thema „Helikopter-Eltern“. Da ist nun sogar von „Rasenmäher-“ oder auch „Curling-Eltern“ die Rede. Der letzte Schrei sind nun sogar die „Schneepflug-Eltern“.
Im Zentrum der Kritik stehen auf einmal Eltern, die ihre Kinder – womöglich mit dem SUV – in die Schule fahren. Pauschale Urteile sind hier völlig unangebracht, denn es kommt doch sehr auf die Gefährlichkeit des Schulwegs und auf das Alter und das Wesen des Kindes an. Ich halte es jedenfalls für lächerlich, wenn behauptet wird, ein Kind würde dadurch unselbständig, dass es von der Mutter auf deren Weg zur Arbeit bis zur Schule
im Auto mitgenommen wird. Diejenigen, die allzu sehr beim Schulweg mehr Selbständigkeit fordern, sollten sich einmal vor die orthopädische Kinderklinik in Aschau stellen und ansehen, welches Elend hier durch verunglückte Kinder zusammen kommt. Auch gut erzogene Kinder sind halt Kinder und dadurch gefährdet. Die Gewissensfrage, vor der Eltern stehen, ist halt: Wie viel Gefährdung nehme ich dafür in Kauf, dass das Kind dadurch vielleicht ein bisschen selbständiger wird als sonst sowieso.
Die Psychologen wenden sich auch dagegen, dass Eltern die Schularbeiten der Kinder beaufsichtigen und korrigieren. Ich halte das für verfehlt. Die Behauptung, die Lehrer würden dadurch den Überblick darüber verlieren, was das Kind selbst leisten könne, ist völlig falsch, denn der Lehrer sieht das ja im Unterricht und bei den Klassenarbeiten.
1,2 Millionen Kinder bekommen bei uns Nachhilfestunden. Ist es da nicht besser, wenn die Eltern das übernehmen, soweit sie das können?
Man beklagt immer, dass das schulische Fortkommen der Kinder bei uns zu sehr vom Bildungsstand der Eltern abhängt. Die Ursache dafür ist ja gerade, dass Eltern mit höherem Bildungsstand zum einen wollen, dass ihre Kinder diesen auch erreichen, und zum anderen alles tun, damit es so wird. Wenn diese Eltern also ihre Kinder bei den Schularbeiten unterstützen, so muss man das nicht negativ sehen als Verlust der Selbständigkeit bei den Kindern, sondern positiv:
Wir sind eine Familie und stehen einander bei! Und Teamwork ist doch auch etwas Positives.
Wenn ich so die Kinder in unserer großen Familie anschaue, dann sehe ich eine frappierende Unterschiedlichkeit: Die einen lernen ganz von selbst lesen und gehen problemlos selbständig durch die Schule.
Witzig war auch ein kleines Kindergartenkind, das immer bei der älteren Schwester schaute, was die in der Schule gelernt hatte. „Was haben wir denn heute auf?“ pflegte das Kind zu fragen und löste die Schulaufgaben der älteren Schwester.
Auf der anderen Seite haben wir auch Kinder mit Schulproblemen gehabt. Ein Mädchen war Legasthenikerin und wäre damals auf der Sonderschule gelandet, wenn es nicht von ihrer Mutter bis zum Abitur geführt worden wäre. Das Mädchen hat sich als Frau im Beruf selbständig gemacht und ist eine echte Powerfrau geworden. Es ist also lächerlich, wenn Psychologen behaupten, solche Kinder würden unselbständig. Das zeigte sich auch bei einem anderen Kind in der Familie, das mit Nachhilfe seiner Eltern durchs Abitur kam dann erfolgreich ins Leben gestartet ist.
Ich las einmal den Buchtitel: „Kinder brauchen kluge Eltern!“ Also liebe Eltern, seien Sie klug und lassen sich nicht von Pauschalurteilen irre leiten. Sie wissen am besten, was gut für Ihr Kind ist: Nicht jedes Kind muss Abitur machen oder gar studieren: Es ist allemal besser, wenn ein Mädchen eine fröhliche Bedienung wird als eine grantige Professorin. Und wenn in einer Akademikerfamilie ein Sohn Handwerker wird, so ist das nicht gleich der soziale Abstieg, sondern der Weg, der den Anlagen des Kindes entspricht und das Kind glücklich werden lässt. Das ist doch die Hauptsache!

Heute ist Weltmännertag – ein trauriger Tag

Was ist aus den Männern geworden?
Als ich in die Schule ging, war war ich auf einem Gymnasium nur für Jungen. Und da war es neben der Vermittlung von Wissen auch noch Ziel der Erziehung, „ganze Kerle“ bzw. „richtige Männer“ und „künftige Führungskräfte“ aus uns zu machen.
Dagegen sind die jungen Männer, die heute bei der Koedukation heraus kommen, Softies. Sie sind auf dem Weg zur völligen Entmannung;
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/06/die-vernichtung-des-mannes/
Und keiner tut etwas dagegen. Ein Aufschrei sollte durch die Männerwelt gehen. wenn bereits jeder vierte Mittvierziger über Erektionsprobleme klagt. Opa im zweiten Frühling war einmal der Stoff für so viele herrliche Komödien. Die müssten heute abgelöst werden von Tragödien über Männer „in den besten Jahren“, die zu traurigen Gestalten geworden sind.
Typisch ist, dass die Outdoor-Branche jammert. Sie leidet unter Umsatzrückgängen, weil die jungen Leute heute die Herausforderung nicht mehr suchen, wie es heißt. Herausforderungen sind es aber, an denen gerade junge Männer wachsen sollten.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Schon Plutarch hat gefordert, die Menschen müssten zur Tugend erzogen werden. Heute weiß man kaum noch, was Tugend ist und sieht darin allenfalls einen aus der Mode gekommenen Keuschheitsbegriff.


Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

Schlimme Nachrichten

Mein Senf dazu:

Die KKH teilt mit: Rund 1,1 Millionen von insgesamt 9 Millionen Schülern sind in therapeutischer Behandlung. Die Zahl der an Burnout Erkrankten hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt, ebenso die Zahl der unter Depressionen leidenden älteren Schüler. Das ist die eine schlimme Seite des Problems.

Die andere habe ich hier beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/28/was-fuer-eine-jugend-waechst-da-heran/

Was ist los mit der Jugend von heute? Ich bin ja auch einmal vor vielen Jahrzehnten in die Schule gegangen. Da hat es so etwas nicht gegeben, obwohl damals Krieg herrschte. Meine Sommerferien verbrachte ich damit, dass ich auf der Kohlenhalde des Gaswerks den rußigen Abfall durchsiebte, um noch ein paar übrig gebliebene Koksstückchen zum Heizen zu finden. Und dann haben wir die abgeernteten Kartoffelfelder durchwühlt, um noch einige vergessene Kartoffeln zu ernten. Hätten wir nicht viel eher an Burnout leiden müssen?

Auch von meinen Kindern habe ich darüber nie etwas über Burnout in ihrer Schule gehört. Das hat es einfach noch gar nicht gegeben.

Meine Diagnose für diese Erscheinungen ist ganz einfach: All dies sind Folgen der Zerstörung der Familie. Wie anders wuchsen die Kinder früher auf: Wenn sie nach den Anspannungen in der Schule nach Hause kamen und wenn dann die Familie gemeinsam am Mittagstisch saß, dann konnten die Kinder „abladen“ und dann waren die Probleme nur noch halb so schlimm. Kinder die in der liebevollen Umgebung einer Familie aufwachsen, werden wohl auch kaum gewalttätig.

Zitat zum Thema Erziehung

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Heutzutage greift die Service-Mentalität immer mehr um sich. Für alles Mögliche gibt es Zuständigkeiten und so meinen viele Eltern, für die Erziehung ihrer Kinder seien Kita und Schule zuständig.

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

Zitat zum Thema Erziehung

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Liebe, Geduld, Konsequenz und Einfallsreichtum sind die Schlüssel für die Kindererziehung.

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

Zitat zum Thema Erziehung

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Unser Schulsystem stiehlt den Kindern das Wertvollste, das sie haben: ihre Kindheit.

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

Zitat zum Thema Erziehung

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Erziehung ist der meist vergebliche Versuch der Eltern, aus ihren Kindern bessere Menschen zu machen, als sie selbst sind.

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.