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Erdogan ausbremsen

Erdogan hat wieder einmal üble Parolen losgelassen. Und da fiel mir mein Zitat von gestern ein:sol
Wie wäre es denn, wenn sich die Deutschen solidarisch verhalten würden, wenn wir also einfach nicht mehr in einem Land Urlaub machen würden, wo man uns als „Nazis“ beschimpft? Wie klein und bescheiden würde Erdogan dann werden.

Der Islam gehört nicht zu Deutschland

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Etwa 25.000 Alewiten und Kurden haben am Samstag in Köln gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Umgekehrt hat Erdogan früher einmal in Köln bei einem Auftritt das Fußballstadion gefüllt. Und wenn ich nun daran denke, wie viele Attentate im Namen des Islam geschehen, dann frage ich mich, warum nicht noch viel mehr Moslems gegen den Missbrauch ihres Glaubens demonstrieren. Auch sie sollten doch ein eindrucksvolles Zeichen setzen, mit dem sie bekunden, dass sie hinter unserem Staat stehen und Morde im Namen ihres Glaubens verabscheuen. Weil sie dies aber nicht so tun, wie sie für andere Themen demonstrieren, ist dies für mich ein Anzeichen dafür, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört – sonst würde man anders reagieren. Der Islam ist nur hier – und das ist ein Unterschied.

Köln: In bin Gedanken bei euch

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Meine Gedanken waren bei den armen2700 Polizeibeamten in Köln.
Die Polizeibeamten sind ein Musterbeispiel für das Zurückweichen des Staates: Früher konnten sie eine Demonstration normal in Uniform begleiten. Heute brauchen Sie eine martialische Ausrüstung, um gegen Steinwürfe und Molotow-Cocktails gesichert zu sein. Die Innenminister haben zwar kürzlich versprochen, etwas zum Schutz der Beamten zu tun. Geschehen ist aber offenbar nichts. Es geht ja „nur“ um Polizeibeamte! Oder habe ich da etwas überlesen? Warum gibt es nicht eine Mindeststrafe von 6 Monaten ohne Bewährung für derartige Angriffe?
Die Demonstration, mit der es die Beamten in Köln zu tun hatten, ist ein Auswuchs unseres Demonstrationsrechts: Da gingen Leute mit türkischen Wurzeln in Deutschland auf die Straße, um Stimmung für einen türkischen Despoten zu machen. Die Folge könnte ein Kleinkrieg sein, der dann drei Parteien hat: Kurden, Erdogan-Befürworter und -gegner. Dieser Krieg hat schon begonnen, indem Erdogan-Befürworter die Namen der Gülen-Anhänger im Internet veröffentlichen. Diese leben nun in Angst. So etwas gehört verboten!
Was haben wir uns da nur alles eingebrockt!
Was lernen wir daraus? Vielleicht sollte man den Ausländern bei ihrer Einbürgerung ein entziehbares Demonstrationsrecht gewähren. Oder man sollte überlegen, ob man das Demonstrationsrecht nicht einschränken sollte: Man könnte Kundgebungen, in denen es um ausländischen Interessen geht, unter einen Genehmigungsvorbehalt stellen.

Lesen Sie bitte auch diesen Beitrag: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“.

Der Islam gehört nicht zu Deutschland

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Es kommt auf die Perspektive an, wenn man die Frage beantworten will, ob der Islam zu Deutschland gehört. Schaut man die historisch-kulturelle Entwicklung unseres Landes an, so hat der Islam wohl zu wenig dazu beigetragen, dass Deutschland so geworden ist, wie es jetzt ist. Aber wir haben nun viele Moslems im Land, die man nicht ausgrenzen will. Und so sagt man halt, dass der Islam zu Deutschland gehört.

Wenn ich jedoch nun höre, dass am Wochenende 30.000 türkisch-stämmige Menschen für Erdogan demonstrieren wollen, und wenn ich daran denke, wie zig-Tausend von ihnen einmal Erdogan bei seinem Besuch in Deutschland begeistert empfangen haben, dann meine ich doch eher, dass die türkischstämmige Bevölkerung sich mehr als Gastarbeiter betrachtet, als dass sie sich als integrierten Teil unseres Landes fühlt. Diese Moslems gehören offenbar nach ihrem eigenen Verständnis nicht zu Deutschland, sondern wohnen nur hier.
Was ich am Islam vermisse und weshalb ich ihn nicht als zu Deutschland gehörend betrachte, ist dies: Wir haben in Deutschland in der letzten Zeit viele Demonstrationen gehabt, aber keine wirklich eindrucksvolle islamische Kundgebung gegen den islamistischen oder salafistischen Terror. Natürlich hörte man von den oberen Geistlichen eine Distanzierung von den Verbrechen, aber das, was notwendig gewesen wäre, hat gefehlt, nämlich dass sich mehr Moslems gegen den Terror gewandt hätten, als nun für Erdogan demonstrieren. Dann hätten sie gezeigt, dass das Wohlergehen unseres Landes auch für sie ein wichtiges Anliegen ist, und dann hätten sie für mich wirklich zu Deutschland gehört.

Türkei: Wer glaubt denn so was?

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Bei dem Militärputsch in der Türkei ist es offensichtlich nicht mit rechten Dingen zugegangen: Das ganze Unternehmen erscheint als „getütkt“. Entschuldigung, liebe Türken, aber dieses Wort ist hier ausnahmsweise einmal angebracht.
Drei Indizien offenbaren für mich ganz klar, dass es sich bei dem Putsch um eine von Erdogan inszenierte Veranstaltung handelt:
1. Mein Vater, der Offizier war, pflegte zu sagen: „Ein schneidiger Leutnant und ein paar Mann können einen Staat aus den Angeln heben.“ In der Türkei brachten das nicht einmal größere Teile des Militärs mit einigen der höchsten Führungskräften fertig. So dumm können diese Leute doch gar nicht sein, dass sie einen solchen Putsch so dilettantisch angehen: Das Erste, was sie bei einem solchen Unternehmen hätten machen müssen, wäre die Festsetzung von Erdogan gewesen. Das wäre ganz leicht möglich gewesen, denn er befand sich in Marmaris in Urlaub, wo man einen problemlosen Zugriff auf ihn gehabt hätte. Und man hätte vielleicht auch gleich alle Fernsehsender besetzen müssen, um die Hoheit über die Informationen zu besitzen. Weil man dies nicht gemacht hat, musste der Putsch einfach scheitern. So viel Dummheit kann man dem türkischen Militär nicht zutrauen.

2. In den Putsch waren viele Militärs mit eingebunden. Es kann doch kaum sein, dass die alle dicht gehalten haben und dass Erdogans Geheimdienst nichts davon erfahren hat. Ein Geheimdienst schläft doch nicht.

3. Schließlich hat Erdogan schon am Tag nach dem Putsch fast 3000 Richter und etliche militärische Führungskräfte entlassen. Es kann nicht sein, dass die Beteiligung all dieser Personen am Putsch schon am Morgen nach dem Aufstand bewiesen war. Diese Leute müssen also auf einer von Erdogan geführten schwarzen Liste gestanden sein. Das Ganze erweckt den Eindruck, als sei der Putsch inszeniert worden, um alle unliebsamen Leute los zu werden. Es war von vornherein klar, dass nach der Niederschlagung des Putsches niemand genau hinschaut und fragt, wieso all diese Leute entlassen wurden. Das ist Demokratie auf türkisch. Das Volk wird sagen: Es gehört sich nicht, einem Helden wie Erdogan, der einen Aufstand niedergeschlagen hat, genauer auf die Finger zu sehen.

Sind wir Deutschen Krämerseelen?

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Erdogan hat es der Kanzlerin ins Gebetbuch schreiben müssen: Wir sollten uns doch erst einmal um unsere eigenen Untaten kümmern, bevor wir der Türkei einen Genozid vorwerfen. Recht hat er, denn Deutschland hat sich eines Genozids an den Hereros schuldig gemacht. Bundestagspräsident Lammert hat dies auch klar anerkannt und bedauert, dass sich der Bundestag bisher nicht dazu bekannt hat.
Woher kommt die unterschiedliche Behandlung der beiden Genozide? Eigentlich müsste die Ermordung der Hereros doch zuerst behandelt werden, denn sie ist älter und wir sind allein dafür verantwortlich.
Hat der Bundestag mit seinem Genozidvorwurf gegen die Türkei verhindern wollen, dass die Türkei in die EU kommt? Wohl kaum, denn wir mit unserem Holocaust sind ja auch dabei. Der Grund für die unterschiedliche Behandlung der beiden Genozide ist offensichtlich ein anderer: Der Genozidvorwurf gegenüber der Türkei macht uns nicht schadensersatzpflichtig auch wenn wir eine Mitschuld einräumen, die sich aber doch wohl mit ein wenig Entwicklungshilfe abfinden lässt. Aber der Genozid an den Hereros würde richtig Geld kosten. Deshalb hatte Deutschland dafür bisher nur ein paar schöne Worte übrig gehabt. Aber nun zwingt uns ausgerechnet Erdogan, tief in die Tasche zu greifen, was wir bei der Frage der Reparationsleistungen an Griechenland ja mit geschickten juristischen Manövern vermieden haben.

Erdogans Drohung

türkei
Es klingt beunruhigend, was man aus der Türkei hört: Dort macht man Deutschland für einen der Terroranschläge verantwortlich und droht mit Maßnahmen, wobei Erdogan darauf hinweist, dass bei uns über 3 Millionen Türken wohnen. Will er die mobilisieren? Bei denen ist er unheimlich beliebt. In Köln findet er 99 % Zustimmung.

http://www.huffingtonpost.de/2014/05/22/erdogan-deutschland_n_5369901.html

Und wenn er redet, füllt er ganze Stadien. Welcher deutsche Politiker bringt das fertig?
Man fragt sich, was passiert, wenn er in deutschen Stadien predigt, dass wir sein stolzes Volk diffamieren, um von unseren eigenen Taten abzulenken: vom Holocaust und Herero-Genozid? Wird sich dann nicht vielleicht das, was wir als Integration ansehen, als ganz dünne Tünche erweisen, mit der bestehende Gegensätze nur ein wenig überstrichen wurden?

Erdogan hat recht…

türkei…mindestens in einer Hinsicht,
Was ich an der Genozid-Resolution nicht verstehe ist dies: An sich ist der Bundestag ja kein Gericht. Wenn er aber schon meint, nach über 100 Jahren darüber Gericht zu halten, was damals im fernen Armenien geschehen ist, dann frage ich mich, wie es dazu gekommen ist. Hätte sich der Bundestag nicht in erster Linie einmal mit dem Genozid an den Hereros befassen müssen? Das ist eine Angelegenheit, an der nur Deutschland beteiligt war und wo es also eigentlich dringlicher gewesen wäre, sich mit der Wahrheit zu befassen. Insoweit hat Erdogan völlig recht. Und damit er nicht recht behält, sollte sich der Bundestag ganz schnell auch einmal mit den Hereros beschäftigen.
Deutschland ist plötzlich von einer Welle der Moral ergriffen: In den Städten sieht man „Stolpersteine“. Dokumentationszentren über Gräueltaten der Nazis entstehen… Ein bisschen einseitig ist das Ganze schon: In Bad Reichenhall wurden beispielsweise Gräber und Kreuze beseitigt, die an die Erschießung von Soldaten durch die Amerikaner erinnerten und auch von den Gräueltaten anlässlich der Vertreibung Deutscher wagt man nicht öffentlich zu reden.
Nicht einmal die Kirche verhält sich wie wir: Hat man je Stolpersteine in Kirchen für verbrannte Hexen gesehen? Oder hat sich die Kirche je zu einem Genozid bekannt, beispielsweise zu dem an den Katharern? Oder gibt es vielleicht im Vatikan ein Dokumentationszentrum für die Gräueltaten der Kirche?

Bundestagsresolution zu Armenien

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Der Bundestag hat sich unklugerweise in eine ausweglose Situation gebracht: Er muss sich mit der Frage befassen, ob in Armenien ein Genozid geschehen ist. Warum konnte man nicht einfach auf das verweisen, was der Bundespräsident dazu gesagt hat? Das war doch klar und deutlich.
Nun also muss sich der Bundestag mit den Ereignissen befassen, die vor mehr als 100 Jahren in einem fernen Land geschehen sind. Brandmarkt er das Geschehen als Genozid, gefährdet er das Verhältnis zur Türkei, auf die man bei der Flüchtlingspolitik angewiesen ist. Lehnt der Bundestag ab, von einem Genozid zu sprechen, wird man ihm Kuschen vor Erdogan vorwerfen.
Fürwahr eine unangenehme Situation, in die man sich unnötigerweise gebracht hat! Eigentlich ist ja der Bundestag ein Gesetzgebungsorgan, das für Proklamationen wohl nicht unbedingt gedacht ist. Siehe auch:

https://autorenseite.wordpress.com/2016/05/30/bundestagsresolution-gegen-genozid-in-den-usa/

Sieg für Erdogan

türkei
So muss man es wohl bezeichnen, was das Landgericht Hamburg da über Böhmermanns Satire entschieden hat.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/jan-boehmermann-landgericht-hamburg-verbietet-teile-vom-gedicht-a-1092747.html
Ich habe mich ja schon früher hier gegen die Hysterie gewandt, die anlässlich des Böhmermann-Gedichts in Deutschland ausgebrochen ist. Was wurde da nicht alles über Demokratie, Pressefreiheit und Kunst geschrieben. Die Debatte zeigte, dass wir immer weniger in der Lage sind, sachlich zu diskutieren.
https://autorenseite.wordpress.com/2016/04/14/hysterie-um-boehmermann/
Nun hat das Landgericht die Dinge zurecht gerückt. Und wenn Herr Böhmermann und seine Sympathisanten meinen, sie müssten durch die Instanzen gehen, so werden sie mit Sicherheit auf die Nase fallen.
Immerhin hat nicht nur Erdogan einen Sieg errungen, sondern auch Böhmermann. Wer hätte den Mann gekannt, wenn er sich nicht diese Entgleisung geleistet hätte? Seine Satire ist von einer so primitiven Qualität, dass man sich gewundert hat, wie ein öffentlich-rechtlicher Sender so etwas überhaupt ins Programm nehmen konnte.