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Verdammt noch mal: Redet deutsch!

Heute lese ich im Traunsteiner Tagblatt die Schlagzeile:
„Landrat Walch zur Genehmigung der Wolfsentnahme durch die Regierung von Oberbayern“
So weit es es nun bei uns gekommen: Die Durchseuchung der deutschen Sprache wirkt bis ins kleinste Provinzblatt aus. Man nennt die Dinge nicht mehr beim Namen. Eigentlich müsste die Schlagzeile ja lauten:
„Wolfsabschuss endlich von der Regierung genehmigt°
Aber „Abschuss“ klingt für die Ohren der Naturfreunde zu brutal. Also spricht die Regierung lieber von „Entnahme“ und der Mainstream plappert das – wie gewünscht – nach.
„Framing“ nennt man diese Erscheinung und so breitet sich eine neue Art von Sprachregelung aus, die man „Politsprech“ nennt. Damit Sie diese Sprache verstehen, habe ich hier ein Lexikon geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/

 

Wolf in Bergen: Keiner traut sich… (Politsprech)

In unserem Dorf Bergen treibt der Wolf sein Unwesen:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/11/06/alarm-in-bergen-der-wolf-geht-um/
Und deshalb hat nun die Landwirtschaftsministerin Kaniber den Ort besucht. Das Sonderbare bei der Diskussion war für mich, dass man sich nicht traute, die Dinge beim Namen zu nennen. Es wurde nicht Klartext gesprochen, nämlich dass man die Wölfe abschießen soll. Nein, man sprach über die „Entnahme“ des Wolfs aus der Natur. So ist das halt überall im politischen Leben, sogar in unserem kleinen Dorf. Es hat sich inzwischen in der Politik eine eigene Sprache entwickelt, die sogar einen eigenen Namen hat: Politsprech: