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Wie spare ich 128 Millionen? Fragen Sie Herrn Toennies!

Wie das geht, lesen wir in „Bild“. Demnach erklärte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, das Bundeskartellamt habe die Bußgeldverfahren gegen zwei Gesellschaften der zum Tönnies-Konzern gehörenden Zur Mühlen-Gruppe im Jahre 2016 eingestellt, weil die erlassenen Bußgeldbescheide über insgesamt 128 Millionen Euro damals „infolge konzerninterner Umstrukturierungen gegenstandslos geworden“ seien.
Damit soll nun der Verdacht, Gabriel stehe dahinter, ausgeräumt sein. Aber von wem stammt der Tipp zur Umstrukturierung?
Ist die Firma Bayer vielleicht dümmer, weil sie nicht di
e Schadensersatzklagen der angeblichen Glyphosat-Opfer durch „konzerninterne Umstrukturierungen gegenstandslos“ gemacht hat?

Loveparade-Verfahren eingestellt. Was nun?

JustitiaTitel

Selten ist eine Entscheidung auf so viel Ablehnung gestoßen wie der Beschluss des LG Duisburg, das Verfahren wegen der Loveparade-Katastrophe nicht zu eröffnen. An sich ist für Kenner klar, dass bei diesem Verfahren nichts heraus kommen würde, denn man liest in dem Buch „Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt“:
„Je größer ein Unfall ist, umso eher ist zu erwarten, dass das Strafverfahren eingestellt wird.“
Aber so, wie es das LG Duisburg gemacht hat, geht es denn doch nicht. Das würde nämlich bedeuten: Jedes Mal, wenn die Staatsanwaltschaft nach Auffassung des Gerichts etwas falsch macht, wird die Eröffnung des Verfahrens abgelehnt und eine Tat wird also nicht geahndet.
Richtigerweise hätte das Landgericht, wenn ihm ein Gutachten missfällt, die Staatsanwaltschat auffordern müssen, ein anderes beizubringen.
So jedenfalls ist eines ganz sicher: Der Beschluss des LG Duisburg wird keinen Bestand haben. Wollen wir wetten?

(Übrigens stammt das obige Bild aus der Titelseite des Buchs „Adieu Justitia„, das es auch für 0,99 Euro als eBook gibt,)