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Kunst und Geschmacksverirrungen

 

 

Dieser „Gender-Mozart“ soll auch die weibliche Seite des Komponisten heraus stellen. Er steht vor einer alt-ehrwürdigen Kirche, wo er nun wirklich nicht hin gehört.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Aber es gibt doch vielleicht ein paar Grundregeln, die außer Streit stehen sollten. So war es jedenfalls bisher. Doch die Zeiten ändern sich.
Wie sollen die Menschen von heute noch Geschmack haben, wenn sie von Kindheit an mit dem scheußlichsten Zeug ausgestattet werden? Schauen Sie sich doch nur einmal die Schulranzen an, mit denen die Kinder unterwegs sind: grellbunte Farben, die überhaupt nicht zusammen passen. Es scheint fast so, als ob sie sich in Buntheit übertreffen wollten. Und überall sind die Menschen denselben Geschmacksverirrungen ausgesetzt.
Und so kommt es, dass man den Respekt vor alten Kunstwerken immer mehr verliert. Wo man hinschaut, vergreift man sich an alt-ehrwürdigen Bauten, Plätzen und Parks:
Neben einem herrlichen gotischen Altar in einer bedeutenden bayrischen Kirche ist eine grellgelbe Tafel aufgestellt, auf der die Kommunionkinder ihre Patschhände in schwarzer Farbe abgedruckt haben. So ähnlich sieht es in vielen Kirchen aus, denen man in einer Zeit der Kirchenaustritte Leben einhauchen will.
Und die Geldgier tut ein Übriges, um immer mehr Altes zu zerstören: In den über Jahrhunderte ehrfurchtsvoll erhaltenen Stadtbildern, beispielsweise von Passau oder Vilshofen, werden übergroße, grässliche Fußgänger positioniert. Die ältesten Klostergärten, die man durch die Jahrhunderte bis in die Neuzeit gerettet hat, werden mit scheußlichen, überhaupt nicht passenden modernen Kunstwerken „verschönt“.
Der Denkmalschutz versagt total. Der Sparkassenchef bestimmt, was Kunst ist, denn die Sparkassen, die eigentlich bei der Pleite der Landesbank dabei waren, haben trotzdem noch zu viel Geld in ihren Stiftungen und das muss unters Volk, der Reklame wegen: Seht her, wir tun was!?
Es wird erst Ruhe einkehren, wenn der letzte Park oder Klostergarten voll gestellt ist wie eine Rumpelkammer der Moderne.
Und eines Tages wird eine Generation heranwachsen, die zwangsläufig unsere gesamte Art zu leben als großen Irrweg erkennen wird und sie wird auch mit eisernem Besen all das Zeug hinwegfegen, was uns die Ehrfurchtslosigkeit und Geldgier an Geschmacklosigkeit und Pseudokunst beschert hat.
Schauen Sie doch auch mal auf die Seite „Bayern kaputt„!