Schlagwort-Archive: Düngung

Wie Bayern kaputt gemacht wird

039~1                                                                   Überdüngter Chiemsee


Die Zerstörung Nayerns habe ich ja schon in diesem Beitrag beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Nun hat ein Ländervergleich Schlimmes zutage gefördert: Bayern landet da bei auf den letzten Plätzen:

http://www.br.de/nachrichten/inhalt/mobilitaetsindex-bayern-106.html
Beim Flächenverbrauch liegt Bayern auf Platz 13 unter den 16 Bundesländern, beim Klimaschutz auf dem letzten Platz und bei der Luftqualität auf Platz 14.
Was den Flächenverbrauch angeht: Es entstehen immer mehr Gewerbegebiete. Jede Gemeinde kann solche Flächen ausweisen und davon wird eifrig Gebrauch gemacht, denn man will ja Gewerbesteuer kassieren. Manchmal wollen die Gemeinden das Gewerbegebiet nicht direkt im Ort haben. Daher wird es im Wald versteckt. Wenn man nun durch die Landschaft fährt, sieht man plötzlich im Wald ein Paketverteilungszentrum, um nur ein Beispiel zu nennen. Durch die Ausweisung der Gewerbegebiete sterben die Innenstädte aus, wie ich am Beispiel Traunstein mit erschütternden Bildern gezeigt habe:
https://autorenseite.wordpress.com/traunstein-geht-kaputt/
Auch zur Luftqualität in Bayern habe ich hier schon etliche Beiträge geschrieben. Manchmal denke ich, dass bei diesem Thema Betrug im Spiel ist: Man wirbt mit reiner Alpenluft, aber in Wirklichkeit ist es so, dass sich die schadstoffbelastete Luft an den Alpen staut. Und wenn von gesunder Landluft gesprochen wird, stinkt diese oft wegen der intensiven Düngung zum Himmel. Da wird gar nicht erst gemessen, denn dann würde ein Skandal zutage gefördert.

Sauberes Wasser durch die EU

039~1
Algenbewuchs im Chiemsee durch Überdüngung

Es ist schon merkwürdig, dass wir es in Deutschland nicht fertig bringen, unser Wasser sauber zu halten, das gilt sowohl für das Grundwasser wie auch für die Seen. Da ist es gut, dass die EU jedenfalls wegen der Trinkwasserbelastung eingegriffen hat. Sie hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil an 50 % der Messstellen die Nitratbelastungen des Grundwassers über dem Grenzwert lagen – Tendenz steigend. Ursache ist die intensiv betriebene Landwirtschaft.

Die Bauern nehmen sich das Recht heraus, das Grundwasser zu verschmutzen. Und wenn sie darauf verzichten sollen, verlangen sie Entschädigungen.

Die EU will jetzt ein Verbot der Düngung von Hangflächen mit einer Steilheit von über 15 % erlassen. Die Bergbauern protestieren natürlich energisch. Es sei dahin gestellt, ob man mit dieser Regelung nicht übers Ziel hinausgeschossen ist. Gut daran ist jedenfalls, dass hierbei von einer Entschädigung nicht die Rede ist.

In Bayern bringt man es offenbar nicht fertig, die Seen vor einer Eutrophierung (Überdüngung) zu bewahren. Die Bauern lassen sich hier das „Recht“ zur Düngung nicht beschneiden. So hat man für den Waginger See und den Chiemsee zwar sehr teure Ringkanalisationen angelegt, aber die sorgen nur für ein keimfreies Wasser, jedoch bewirken sie nichts gegen den Düngemitteleintrag von den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Am Chiemsee sieht das so aus: Als die Ringkanalisation angelegt wurde, versprachen die Politiker ein klares Wasser, in dem man überall die sauberen Kieselsteine am Grund sehen könne. Aber wie sieht es denn nun wirklich aus? Obwohl die Ringkanalisation jetzt schon ein Vierteljahrhundert besteht, gibt es keine sauberen Kieselsteine und kein klares Wasser. Die Kieselsteine sind mit Algen überwuchert und in der Feldwieser Bucht muss alljährlich ein Spezialschiff den durch Eutrophierung üppigen Bewuchs des Seebodens abmähen, sonst würde die Bucht zuwachsen.
Mehr dazu hier: https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/

Bayern kaputt III

Der Waginger See in Oberbayern ist wunderschön. Er ist herrlich zum Baden und liegt in einer Bilderbuchlandschaft. Vor etlichen Jahren hat er eine Ringkanalisation erhalten und man dachte, dass er nun problemfrei und sauber werden würde. Aber man hat die Rechnung ohne die Bauern gemacht. Die sollten jedenfalls in direkter Nähe des Sees nicht mehr düngen.
Allerdings waren von den 440 Landwirten im Einzugsgebiet des Sees nur sechs Landwirte im Jahr 2014 bereit, Randstreifen zu Gewässern von 10 bis 30 Metern bei entsprechender Vergütung einzuhalten. Im Grunde genommen geht es nun darum, dass die Bauern höhere Fördersätze erreichen wollen.
Das sind schon Zustände! Früher war das alles ganz einfach: Jeder Bauer hatte halt so viel Vieh, wie sein Boden ernähren konnte. Heute haben wir dank Kraftfutter und Düngemitteln eine viel intensiver Landwirtschaft und die schädigt halt das Wasser, sowohl das Grundwasser wie auch die Seen.
Warum wird nicht einfach hart durchgegriffen und die Düngung in Sicherheitszonen von Seen verboten? Warum gibt es ein Recht auf Verschmutzung, das der Staat für teures Geld abkaufen muss?

Lesen Sie auch den vorigen Beitrag über das Grundwasser und „Bayern kaputt“!