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Das Gasthaussterben muss nicht sein

Man hört zur Zeit immer öfter von einem Gasthaussterben: Die Ursachen sind: zu wenig Umsatz, kein Personal, kein Nachfolger für den Wirt… So hat in Bayern jedes 5. Dorf kein Gasthaus mehr. Das muss nicht sein. Ein Gasthaus, das das richtige Konzept hat, geht immer gut.
Ein Beispiel dafür ist das Traditionswirtshaus Kraimoos, ein gemütliches bayerisches Wirtshaus.
Man fragt sich, wie so ein Gasthaus existieren kann, denn dort gibt es Essen, das viel billiger ist als beim Chinesen oder Inder. Ein solides einfaches Essen bekommt man dort schon für 4,90 Euro. So ist es kein Wunder, dass viele Gäste dort hin fahren, obwohl das Gasthaus in Kraimoos liegt, einem Dorf, das nur aus ein paar Bauernhöfen besteht. Erst habe ich mich gefragt: Wie kann der Wirt davon leben? Dann habe ich gesehen, dass viele Leute ihre Feiern in dieses Gasthaus verlegen, weil der Wirt ausgezeichnet kocht. Da schaut man dann nicht auf den Preis, wenn man feiert.
Auch wenn am Sonntag kein billiges Essen angeboten wird, kommen die Gäste gerne, um sich dort etwas Gutes zu gönnen. So kommt der Wirt auf seine Kosten und er lebt davon anscheinend nicht schlecht, wenn man das aus seinem Auto schließen kann.
Das ist ein Beispiel, wie ein Gasthaus sogar in ungünstiger Lage gut überleben kann.

Ein anderes nachahmenswertes Beispiel ist das Gasthaus D‘Feldwies.
Eine Zeit lang war es ein Opfer des Gasthaussterbens und dem Verfall preisgegeben. Dann wurden die Dorfbewohner aktiv: Sie richteten in Eigeninitiative ihr Gasthaus wieder her. Die einen langten zu und die anderen spendeten. Und was dabei heraus gekommen ist, ist ein Aushängeschild für Bayern.
Und noch ein bemerkenswertes Beispiel ist die Windbeutelgräfin in Ruhpolding:

Dort hat man ein originelles Konzept für ein uriges Lokal. An der Decke hängen lauter Kaffeekannen:

Abschreckend kann die moderne Architektur sein, denn im Gasthaus soll es gemütlich und nicht modern (im Sinne von kühler Atmosphäre) sein. So ist der Unterwirt in Chieming einmal ein gut gehendes Lokal gewesen, in dem wir gerne zu Gast waren. Dann wurde das Haus von einer Brauerei aufgekauft und so renoviert, dass es nun wie eine Kantine wirkt. Da kann ein Koch noch so gut kochen: Das nützt nichts. Das einst gut gehende Lokal steht nun leer.
Umgekehrt ist es in Ruhpolding, da hat ein guter Architekt das moderne „Brothaus“ erbaut – eine Attraktion für den Ort, denn es ist ein interessanter Bau, der trotz seiner Modernität eine Atmosphäre zum Wohlfühlen besitzt. Und auf dem Weg dorthin liegt der „Papillion“ außerhalb einer Ortschaft und doch gut besucht, weil er ganz aus Holz und Glas gebaut ist:


So gibt es viel Nachahmenswertes. Eigentlich müssten ja die Gasthäuser gut gehen, denn es gibt immer mehr alte Leute, die nicht mehr kochen. Und auch die Berufstätigen lassen sich meist in einer Kantine oder einem Lokal verpflegen. So müsste doch in der Gastronomie ein Boom herrschen.

Auf jeden Fall: Lasst eure Gasthäuser nicht sterben!

Wie Bayern kaputt gemacht wird

Das habe ich hier schon öfter ausführlich beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/11/mein-leben-in-der-todeszone-5/
Gerade beobachte ich wieder einen Trend, wie Dörfer verschandelt werden: Es werden an Zäunen, auf Wiesen und sonstigen freien Flächen Reklameschilder aufgebaut, die das ganze Ortsbild beeinträchtigen:

Noch ein Foto zum Thema Ortsbild:

Die Plastikballen drängen sich vor das alte Erscheinungsbild dieses Dorfes. Und wenn ich diese Massen an Plastik sehe, die heutzutage von der Landwirtschaft eingesetzt werden, dann kann ich nur darüber lachen (oder besser: weinen), wenn die EU nun Trinkhalme aus Plastik verbietet und durch Strohhalme ersetzen will. Man sieht deutlich: Der Kampf gegen Plastik ist längst verloren.
Wie haben wir eigentlich früher ohne Plastik leben können und – wie ich meine – sogar besser als heute?

Schöne Häuser

Schön ist’s bei uns:
Unser Dorf von der Autobahn aus gesehen:

 

Hier eines unserer Ausflugslokale mit herrlichem Ausblick

Und hier ein kleines altes Häuschen in unserem Dorf mit sehr schönem Blumenschmuck:

Ein typisches Bauernhaus im Ort mit Bemalung und Blumenschmuck:

Schöne Lüftlmalerei an einem Imbiss:

Hier noch ein typisches Bauernhaus :

Und unser Bahnhof ist ein Musterbeispiel für die Bauweise aus Schlackenstein. Bergen hatte einmal ein Hüttenwerk, das heute ein Museum ist. Hier wurden einmal Kunstwerke aus Gusseisen hergestellt und auch die Kanonenkugeln für den Krieg 1870/71. Bei der Eisengewinnung fielen Schlacken an, die ein hervorragender Baustoff sind, weil die Lufteinschlüsse bestens isolieren. Die Deutsche Bundesbahn hat den Bahnhof verkauft, aber er steht unter Denkmalschutz.