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15 Jahre Haft für die Wahrheit

Gerade hören wir in den Nachrichten, dass eine kritische Berichterstattung über den Ukraine-Krieg nach einem neuen Mediengesetz verboten ist. Worte wie „Krieg“ oder „Angriff“ dürfen nicht benutzt werden, sondern es muss von einer „Operation“ gesprochen werden. Wer dagegen verstößt, kann mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden.
Daraufhin haben sich Sender wie BBC und CNN aus Russland zurück gezogen, um ihre Mitarbeiter nicht zu gefährden, nun auch ARD und ZDF.
Facebook wurde in Russland abgeschaltet und Twitter stark eingeschränkt. Dadurch können sich die Russen nun nicht mehr objektiv informieren.

Das erinnert mich an die Nazi-Zeit. Damals durfte man nur einen „Volksempfänger“ benutzen. Das war ein scheußliches krächzendes Radio in einem schwarzen Bakelit-Gehäuse mit zwei Adlern und Hakenkreuz. Manche mutige Menschen hatten jedoch ihr altes besseres Radio behalten und hörten heimlich unter der Bettdecke „Feindsender“.

Ich bin – was die Technik anbetrifft – sehr naiv und frage mich daher, wieso es nicht möglich ist, von einem Satelliten aus ein Programm auszustrahlen, das nicht nach Belieben von einem Staat abgeschaltet werden kann.

So nicht, Herr Maas!

„Der deutsche Kellner ist der beste“, pflegte mein Vater zu sagen, womit er allerdings nicht meinte, dass er hierzulande besonders gut bedient wird, sondern er wollte damit ausdrücken, dass die Deutschen eine servile Wesensart haben. Gerade liefert uns unser Außenminister ein treffendes Beispiel.

Viele junge Deutsche wissen laut einer CNN-Umfrage kaum etwas über den Holocaust. Von den Befragten in der Altersklasse von 18 bis 34 sollen rund 40 Prozent angegeben haben, „wenig“ oder „gar nichts“ darüber zu wissen. Außenminister Maas nannte dies schockierend; man dürfe dem nicht tatenlos zusehen und bräuchte daher eine neue Erinnerungskultur. Und alle Medien griffen dies eilfertig auf.
Was mich daran stört, ist dies: Wir haben ein riesiges Denkmal für den Holocaust in Berlin und entsprechende Gedenkstätten in vielen Städten. Auch Stolpersteine finden immer mehr Verbreitung. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind eine deutsche Schule verlässt, ohne vom Holocaust etwas gehört zu haben. Wie also kann es sein, dass die CNN-Studie zu einem Ergebnis kommt, das Maas schockiert hat? Vielleicht so:
Wenn man eine Umfrage veranstaltet, kann man das Ergebnis ganz einfach beeinflussen, nämlich durch die Auswahl der befragten Menschen und durch die Art der Fragestellung.

Um nur auf letzteren Punkt einzugehen: Man fragt die Menschen, ob sie was vom Holocaust gehört haben und fragt weiter, wie viele Juden vergast wurden. Bei der zweiten Frage werden viele Leute die Zahl nicht angeben können und werden daher bei dem Ergebnis der Umfrage in der Rubrik „wenig gewusst“ eingetragen. So kann man also vielleicht CNN auf 40% gekommen sein. Womöglich war ja auch diese hohe Prozentzahl Ziel der Umfrage. Wie sonst hätte man „nichts gewusst“ und “wenig gewusst“ in einen Topf werfen können? Offensichtlich sollten wir mal wieder am Pranger stehen.

Was ich von Maas erwartet hätte, wäre, dass er einen kühlen Kopf bewahrt und gesagt hätte: „Wir werden der Sache nachgehen.“ Und dann hätte man in Deutschland mal eine eigene Umfrage abhalten sollen. Man müsste also gesondert nach Holocaust bzw. Judenvergasung fragen. Dann käme mit Sicherheit heraus, dass jeder Deutsche davon gehört hat. Es könnte übrigens sein, dass manchem geistig Minderbemittelten der Begriff Holocaust nicht geläufig ist. Darum müsste man auch nach Judenvergasung fragen.
Und wenn dann ein eindeutiges Ergebnis vorliegt, stellt sich vielleicht doch die Frage, ob wir nicht mit der „schockierenden“ Umfrage aus den USA desavouiert werden sollten.