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Osterbotschaft: Menschen, die die Preise im Himmel verderben

Mein Vater war ein sehr frommer Mann. Und wenn ihm auffiel, dass jemand etwas Gutes tat, dann pflegte er zu sagen: “ Das ist mal wieder einer, der die Preise im Himmel verdirbt.“ Damit wollte er ausdrücken, dass solche Menschen die Messlatte für den Eintritt in den Himmel hoch legen.
Ein Beispiel von solchen Menschen berichtete mir gerade ein ehemaliger Klassenkamerad, der ja nun auch schon 86 Jahre alt ist. Bei ihm erschien ein junges Ehepaar und warnte ihn im Hinblick auf die Corona-Krise, zum Einkaufen zu gehen. Und so besorgen die beiden jungen Leute ihm nun alles, was mein Schulfreund und seine Frau benötigen. Da würde mein Vater wieder seinen Spruch angebracht haben.
Er selbst pflegte allerdings immer strenge Maßstäbe anzulegen, wenn es um gute Taten ging. In der Adventszeit wollte er ja immer nach Möglichkeit jeden Tag etwas Gutes tun. Daher stellte er schon in dieser Zeit die Krippe von Weihnachten auf ein legte für jede gute Tat einen Strohhalm hinein. Mit den guten Taten war es jedoch nicht so einfach, denn er sagte: „Oma über die Straße führen oder Zehnerl in den Opferstock: So etwas zählt da nicht.“ Und wenn dann Weihnachten kam, stellte er immer bedauernd fest, dass sein Christkind recht hart lag.
Wenn Sie nun als Christ Ostern feiern und bei der Messe bekennen, „… dass ich Gutes unterlassen… habe“, dann bietet gerade die Corona-Krise Gelegenheit dafür, dass Sie nicht allzu viele Unterlassungssünden zu bekennen haben.
À propos bekennen: Ich fragte einmal einen Pfarrer, ob bei ihm jemand schon gebeichtet habe, dass er Gutes unterlassen habe. Da hat er mich sehr erstaunt angeschaut. Schade!

Einen wunderschönen guten Morgen mit einem Gedicht

    

    Gottes Ebenbild?

Morgens in den Spiegel schauen:
Das ist das große Morgengrauen.
Nicht mal der allerfrömmste Christ
Glaubt noch, dass Gottes Bild es ist,
Das da glotzt von vis-à-vis.
Da müsste doch auch irgendwie
Die Hand des Schöpfers sichtbar sein:
Doch sieht man nichts –– das ist gemein.

(Mehr Gedichte und vieles andere finden Sie in der Fundgrube.)

Gedanken zum Sonntag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Wenn Prinz Eugen die Schlacht gegen die Türken verloren hätte, dann wären die Europäer heute mit derselben Ergebenheit Moslems mit der sie nun Christen sind.

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

Witz zum Tag

Lach

Eigentlich ist der folgende Beitrag aus zwei Gründen kein Witz: Zunächst einmal ist er eine Anekdote und zum anderen enthält er eher eine traurige Geschichte. Sagen wir also lieber: Nachdenkliches zum Katholikentag.

Ein alter Graf war mit einem Juden befreundet. Eines Tages schlug er dem Juden vor, der solle sich doch endlich zum rechten Glauben bekehren und Christ werden. Der Jude war durchaus für diesen Vorschlag offen, meinte aber, er wolle erst einmal in den Vatikan fahren und sich dort umschauen.
Der Graf versuchte, dem Mann die Reise auszureden, denn er fürchtete, dass dieser dann fürs Christentum verloren sei. Doch der Jude reiste hin. Als er zurück kam, ließ sich taufen. Auf Frage des Grafen sagte er:
„Ein Glaube, der das alles aushält: Missbrauch, Homosexualität, Vatikanbank…, der muss der richtige sein!“

„Die Religion ist ein Korsett“

Dies soll die Schriftstellerin Hera Lind gesagt haben, so las ich es kürzlich auf der Webseite meines Providers und nicht nur dort, sondern auch in der Zeitung der Kleinstadt, in der ich wohne. Die Frau muss einen guten Agenten haben, der es schafft, Frau Lind mit diesem Satz mal wieder überall, sogar in der letzten Kleinstadtzeitung, in die Schlagzeilen zu bringen.
Ich bin auch Schriftsteller, aber ohne Agent, denn ich finde, dass meine Bücher sich von selbst durchsetzen sollen.
Für mich ist die Religion übrigens kein Korsett, sondern ein geistiges Gefängnis, aus dem sich nur wenige Menschen befreien können. Das beweist die Tatsache, dass nur ganz wenige Menschen zu einem anderen Glauben konvertieren oder sich trauen, Atheist zu werden. Die meisten bleiben, ohne nachzudenken, in der Religion, in der sie ebenso getauft wurden wie ihre Vorfahren. Die Moslems bleiben Moslems, die Buddhisten bleiben Buddhisten und bei den Christen ist es so, dass sie ihrem Bekenntnis (katholisch oder protestantisch) treu bleiben, das vor ein paar Jahrhunderten einmal ein Fürst für sie entschieden hat nach dem Motto: „Cuius regio, eius religio.“
Traurig ist, dass sich kaum einer einmal kritisch mit seinem Glauben und seiner Kirche befasst. Ob Sie es doch vielleicht einmal versuchen? Lesen Sie die Aphorismen über die Religion oder die „Verbotene Zone„, aber schauen Sie sich unbedingt dieses Video an!
https://www.youtube.com/watch?v=XU6AB8z-iOM