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Warum uns der heutige Tag der Fische nachdenklich machen sollte

Der Chiemsee war einmal so klar, dass man an der tiefsten Stelle (73m) bis auf den Grund sehen konnte. Und so war das Fischen von Seeforellen einfach: Man hielt ihnen den Angelhaken vor die Nase. Die Bediensteten von Schloss Herrenchiemsee traten einmal in den Streik, weil sie dauernd Seeforellen essen mussten. Heute sind die Tiere zum Sorgenkind geworden. Der See ist trotz Ringkanalisation durch Überdüngung trübe geworden und zwei „Seekühe“ genannte Schiffe müssen den Seegrund dauernd wegen des Algenbewuchses abmähen, damit der See nicht zu wächst.

Die Meere haben ein anderes Problem: die Überfischung.

Was mir aber zu denken gibt, ist ein Wappen, das ich in Erinnerung habe. Darauf war ein Fisch abgebildet und ich bin der Frage nachgegangen, was es damit auf sich habe, denn das Wappen stammte von einem Geschlecht, das nicht am Wasser zu Hause war.
Dieser Fisch war deshalb im Wappen enthalten, weil er das gesündeste Tier war, also dem Fürstengeschlecht Gesundheit bringen sollte.

Und wie sieht es heute mit der Gesundheit von Fischen aus? Wir sehen Fischzuchten, in denen die Fische mit Antibiotika gefüttert werden. Und zu denken gibt auch, dass die Themse so mit Rauschmittelrückständen belastet ist, dass Fische ihr Geschlecht wechseln.  Ähnliches beobachten wir dort, wo angeblich geklärte Abwässer in die Flüsse eingeleitet werden.

Und wenn schon diese einst so kerngesunden Tiere krank werden, fragt man sich, ob es nicht dem anfälligeren Menschen genau so ergeht.

Lärm in der Natur



Herrlich ist es, die Stille der Natur zu genießen. Aber diese Stille ist auch immer mehr bedroht: Als ich einmal eine Skitour zum Stahlhaus machte, hörte ich beim Abfahren schon hoch oben am Berg einen beschussartigen Lärm. Ich dachte erst an ein Manöver der Bundeswehr, aber dann bei der Weiterfahrt merkte ich, dass es der Rhythmus von Musik war, der als erstes zu hören war. Dann, an der Mittelstation des Jenner, sah ich, was los war. Dort hatte man in der Märzsonne Tische aufgestellt und da saßen die Leute und hörten die Musik einer Band in einer Lautstärke, dass ich das Weite suchte. Offenbar sollte man im ganzen Gebiet hören, wie toll man drauf ist.
Nun soll es auch wieder los gehen mit der Musik am Jenner:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/startseite_artikel,-die-fantastischen-vier-kommen-auf-den-jenner-_arid,638853.html

Dasselbe war es am Chiemsee. Auch dort hatte man eine umstrittene Seebühne eingerichtet, von der ich nicht weiß, wie es nun nach Corona weiter geht: Setzen sich die Naturfreunde durch, die behaupten, dass Fledermäuse und Vögel verscheucht würden, oder gewinnen die anderen, die meinen, die Tiere würden durch laute Musik nicht gestört, sondern würden sich daran gewöhnen?

Was ich mich nur bei diesem Missbrauch der schönsten Natur frage:  Warum müssen solche Veranstaltungen dort statt finden, wo sie nicht hin gehören und wo andere die Ruhe genießen wollen?
Aber auch in der Stadt gibt es Probleme mit solchen Musikevents. In einer Kleinstadt, in der man bisher ruhig leben konnte, finden auf einmal auf dem Stadtplatz laute Rockkonzerte statt. Da kann natürlich niemand schlafen. Wie ich hörte, hat man den gestressten Anwohnern eine Nacht im Hotel spendiert.
Aber ich frage mich: Kann man wirklich nichts dagegen tun, dass der Lärm immer mehr zu nimmt? Im Zuge des Klimawandels breitet sich die Außengastronomie immer weiter aus. Die Leute sitzen vor den Lokalen und werden „beschallt“. Und die armen Menschen, die dort wohnen, müssen leiden.

Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos

Gestern schrieb ich hier noch diesen Aphorismus:

Das menschliche Wissen ist sehr begrenzt, aber die Dummheit ist grenzenlos.

Wie zutreffend das ist, zeigte sich noch am selben Abend: Ein Unwetter brach über dem Chiemsee los und Wasserwacht und Wasserschutzpolizei hatten alle Hände voll zu tun, um Segler, Schwimmer und Paddler zu retten.
Es gibt zwar rund um den See rote Warnleuchten, aber die Menschen glauben es einfach nicht, dass sich das ganz plötzlich gewaltig ändern kann. Sie bleiben also verbotenerweise auf oder im Wasser, aber ganz plötzlich schlägt dann das Unwetter zu. Es ist ähnlich wie bei Corona: Die Leute meinen es besser zu wissen als die Fachleute wie Meteorologen und Virologen.
Wie gefährlich ein Unwetter auf dem Chiemsse sein kann, hat meine Tante anschaulich geschildert aus einer Zeit, als es noch kein Warnsystem gab.
Sie berichtete, dass sie sich einmal auf dem Chiemsee bei einem Unwetter in höchster Lebensgefahr befunden habe. Als jemand dies nicht recht glauben wollte, erzählte sie:
„Unser Vater hatte ein Ruderboot gemietet und ist mit uns auf den See hinaus gerudert, als der Sturm losbrach. Die Wellen wurden höher und höher und schwappten schließlich sogar ins Boot. Unser Vater ruderte wie ein Wahnsinniger, so dass wir doch endlich heil, aber durchnässt das Ufer erreichten. Am nächsten Tag brachte ich sein durchgeschwitztes Hemd in die Wäscherei. Als ich es wieder abholte, reklamierte ich, dass es noch Schweißflecken hatte. Die Wäschereibesitzerin schaute kurz hin und sagte: ‚Das geht nicht weg. Das ist Todesschweiß!‛“
https://autorenseite.wordpress.com/anekdoten/
Und gestern werden viele Menschen nicht nur vom Chiemseewasser durchnässt gewesen sein, sondern da wird schon auch ein wenig Todesschweiß dabei gewesen sein.
Übrigens war es auch am Waginger See dasselbe, denn die Dummen breiten sich aus wie ein Virus.

Corona-Urlaub: Bayern überfüllt?

Selten sah ich im Fernsehen Bilder, die einen so falschen Eindruck vermittelten wie die von den angeblich übervollen bayerischen Bergen. Ich weiß ja nicht, woher die Kameraleute die Bilder nahmen, die zeigen sollten, dass die bayerischen Berge und Seen überquellen vor lauter Urlaubern, die wegen der Corona-Krise im Lande bleiben.
Das Gegenteil ist richtig. Das obige Bild zeigt den Chiemsee, wo sich die Badenden zur Zeit locker verteilen – ein Urlaub für Genießer. Wer noch mehr Einsamkeit liebt, findet auch solche Seen:

Und was die Bergwanderungen angeht: Ich habe bei meinen letzten Wanderungen gerade mal ein halbes Dutzend Menschen getroffen.
Wer allerdings dorthin will, wo viel los ist, muss auf einen der Münchner Hausberge gehen: Herzogstand und Heimgarten. Dort oben ist es herrlich und man versteht, warum sehr viele Münchner gerne hinauf gehen.

Traunstein – die schönste Stadt der Welt

Mein Titel oben zeigt einen Blick von der Traunsteiner Weinleite auf meine Hausberge Hochfelln und Hochgern.


Café in Traunstein

In Traunstein wurde Salz herstellt. Die erste Pipeline der Welt transportierte die erforderliche Sole von Bad Reichenhall über die Berge bis hierher. Das Bild zeigt eine Siedlung der Arbeiter.

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Gerade ist Georg Ratzinger gestorben. Und ich fand es rührend, dass Benedikt XVI trotz seiner Hinfälligkeit an das Bett seines sterbenden Bruders geeilt ist und dass die beiden gemeinsam eine Messe gefeiert haben.
Natürlich liest man nun in den Zeitungen einen Nachruf. Und da wird d
er Verstorbene mit dem Satz zitiert, dass Traunstein die schönster Stadt der Welt sei. Nun – der Mann ist mit seinen Domspatzen sicher viel herum gekommen und da hat natürlich so ein Satz durchaus Gewicht.
Ich bin ja auch von München nach Traunstein gegangen, um h
ier zu arbeiten, weil es mir hier so gut gefallen hat:
Zwar ist das Stadtbild halt so, wie viele bayerische Kleinstädte aussehen: ganz nett. Es gibt aber keine besonderen Sehenswürdigkeiten, dafür hat man viele Möglichkeiten: Die Stadt ist das Herz des Chiemgaus und im Nu ist man in Ruhpolding, Inzell, Waging, Salzburg, Berchtesgaden, Reit im Winkel, auf vielen Bergen und an einem der Seen, insbesondere am Chiemsee. Auch München ist nur eine Stunde entfernt.
Also, so ganz unrecht hatte dert alte Ratzinger nicht, aber über Geschmack lässt sich ja nicht streiten.

Keine Düsenjäger mehr am Chiemsee

Bis vor ein paar Jahren wurde der Chiemsee zweimal am Tag von Düsenjägern heimgesucht, die im Tiefflug über die Landschaft donnerten. Das konnten bayrische Politiker inzwischen abstellen – Gott sei Dank!
Wie gefährlich diese Fliegerei ist, wurde mir bewusst, als ich einmal bei einem Bekannten in einem Kleinflugzeug mit flog. Dabei sauste einer dieser Düsenjäger ganz knapp an uns vorbei. Das wunderte mich, denn ich dachte, dass es für so schnelle Flugzeuge spezielle Korridore gäbe. Die gibt es jedoch nicht, sondern es wird auf Sicht geflogen. Wie leicht kann da ein Düsenjägerpilot ein Kleinflugzeug übersehen, dass sich farblich nur wenig vom Boden abhebt.
Kaum zu glauben, dass es da bisher noch keinen Unfall gegeben hat.